[Binea & Mr. Rail] Acht Minuten… im Gespräch mit Péter Farkas

Alles das entschädigte ihn aber nicht einmal annähernd
für seinen Verlust. 
Lesen war nämlich seine dritte Natur.

Und er war noch immer nicht so weit,
diesen dritten Teil seines Lebens

ohne das Gefühl eines herben
Verlustes zu verschmerzen.

Der Verlust der Lesefähigkeit
traf ihn wie eine überaus langsame,

tückische, aber unaufhaltsam
fort­schreitende Lähmung.

Ein bewegendes Buch über ein dementes Paar… Acht Minuten…

Das Sonnenlicht benötigt genau acht Minuten, bis es die Erde erreicht. Ein langer Weg. Genau acht Minuten würden wir in trügerischer Ruhe leben, wenn die Sonne bereits aufgehört hätte zu existieren. Acht Minuten der Ahnungslosigkeit würden uns bleiben, bevor die Dunkelheit alles Sein vernichtet. Acht Minuten in scheinbarer Helligkeit… Acht Minuten nur.

Péter Farkas erzählt in “Acht Minuten” von einem dementen Ehepaar, dem genau diese acht Minuten bleiben, bevor sich der Mantel der Dunkelheit über einen langen gemeinsamen Lebensweg legt. Farkas zeichnet trotz Alter und Krankheit ein versöhnliches Bild von den letzten Momenten der Selbstbestimmung, beschreibt liebevoll die Augenblicke der letzten aufflammenden Erinnerungen der beiden Liebenden, denen nichts auf dieser Welt die Würde zu nehmen vermag und macht uns zu atemlosen Wegbegleitern der zunehmenden Verdunkelung.

Mit einem Klick zum Artikel auf dem Blog.Lovelybooks…

Den vollständigen Artikel könnt ihr auf dem Blog.Lovelybooks lesen. Es geht um ein besonderes Bild von Herlinde Koelbl, den Kampf gegen ein fremdbestimmtes Leben, ein sehr persönliches Bekenntnis von Raily, das intensive Gespräch mit Péter Farkas und einen kleinen Abschied….

Und letztlich geht es um Liebe und Würde…

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7 Gedanken zu “[Binea & Mr. Rail] Acht Minuten… im Gespräch mit Péter Farkas

  1. Der erschütternde Artikel wirft die Frage auf: Was ist dagegen zu tun?
    Ich habe mich im Zusammenhang mit meinem Beruf (Konzertpianistin) intensiv mit den Funktionen des Gehirns beschäftigt.
    Es ist heute eine erwiesene Tatsache, dass das Gehirn in all den Hirnarealen, die betätigt werden, ein grösseres Polster von grauen Zellen bildet.
    Es sieht eigentlich so aus, dass das Gehirn gar nicht altern könnte, wenn es entsprechend trainiert würde. Dass Menschen an Demenz erkranken, mag oft damit zusammenhängen, dass sie gar keine Perspektive mehr sehen und sich bewusst oder unbewusst aufgeben. Der Tod kommt sicher und gewiss.
    Es ist in diesem Zusammenhang eine Tatsache, dass Musiker, statistisch gesehen, ausserordentlich selten an Demenz erkranken.
    Sie trainieren viele verschieden Hirnareale, und dies auch in Kombination, – Lesen, Gedächtnis, Bewegung, Kommunikation (Zusammenspiel), Fantasie, Gestaltungskraft, Vorstellungsvermögen usw….
    Das Üben der Musik ist für betagte Menschen eine grosse Hilfe. Man kann auch mit 70 Jahren, oder 80 Jahren Klavierspielen lernen. (das Klavier ist seiner Vielfältigkeit wegen sehr geeignet).
    Weitere nützliche Tätigkeiten sind Jonglieren, Tanzen, Brettspiele (Schach).
    Vielleicht können diese Ideen diesem oder jenem Leser von Nutzen sein.
    Clara Luisa Demar

  2. Wir haben diesen Kommentar auch zum vollständigen Artikel auf dem Blog.Lovelybooks weitergeleitet, da er uns mehr als wichtig erscheint. Demenz – ein Thema, das gerade immer mehr in den Fokus kommt und es ist auch an der Zeit, gewisse Dinge eben schonungslos anzusprechen und doch zu zeigen, was man tun kann… auch wenn es nur recht wenig ist..

  3. Ganz herzlichen Dank, dass Sie diese meine Herzensangelegenheit noch weitergeleitet haben. Vielleicht kann sie da und dort Ideen wecken.
    Ich arbeite mit Musizierfreudigen zwischen 70 und 80 Jahren, Fortgeschrittenen und Anfängern, nach einer speziellen Klavier -Methode,
    die auch zugleich das Gehirn trainiert. Ich versichere Ihnen, auch absolute Anfänger lernen Klavier spielen in diesem Alter, haben Spass und sind geistig äusserst munter.
    Allerdings muss man zuerst all diese Missverständnisse ausräumen, von wegen man könne nicht mehr lernen in diesem Alter usw. Nachdem man nun Jahrzehnte lang den Menschen eingeredet hat, dies sei so, kommt die neueste Hirnforschung definitiv zum Schluss, dass das Gehirn in jedem Alter entwicklungsfähig ist.
    Allerdings muss man diese veralteten Ideen bei Seite legen können um frei zu werden für das Neue. Und man darf dem Neuen mit Neugier und Interesse entgegengehen. Man hat im Allgemeinen ja auch Zeit. Die Menschen werden immer älter und werden vielleicht bald 110 Jahre alt werden. Es lohnt sich also wirklich, mit Mut etwas anzupacken.
    Übrigens, Oda Schaefer hat ihre Erinnerungsbücher im Alter zwischen 70 und 80 Jahren geschrieben. – In einem unglaublich dichterischen und lebendigen Stil. Das braucht ein äusserst lebendiges Gehirn. Und ein unglaubliches Gedächtnis.
    Herzlichen Dank für all Ihr Engagement in diesen lebenswichtigen Dingen.
    Clara Luisa Demar

  4. Ich gebe ihnen definitiv recht, wenn es um das Trainieren des Gehirns geht – viele falsche Meinungen sind da im Umlauf… Jedoch sieht dies bei einer degenerativen Hirnerkrankung anders aus… ich habe erlebt, wie es abbaut und weniger wird, wie passiv das Denken und Erkennen aufhörte und wenig blieb…. bis es ganz erlosch…. so war das… hm

  5. Ach, liebe Frau Demar… ich denke nicht, dass dies jemandem leid tun muss… ich habe mir damals nur gewünscht, mein Vater würde an Krebs leiden… rein egoistisch… ein bewusster Abschied… das hätte ich mir gewünscht… erkannt zu werden… Heute weiß ich, dass dies auf der Gefühlsebene immer bestand… heute weiß ich das…

  6. Pingback: Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau | Literatwo Binea & Mr. Rail

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