Die Bestimmung – “nur” eine weitere Dystopie?

Die Bestimmung von Veronica RothTrilogie – “Die Tribute von Panem” – Trilogie um “Cassia & Ky” und jetzt die Trilogie von Autorin Veronica Roth “Die Bestimmung”.

Alles Trilogien, alles Dystopien – sollten wir wirklich in eine weitere einsteigen?

Wir wollen ehrlich sein wie immer, denn sonst würden wir euch und vor allem auch uns betrügen. Große Skepsis machte sich in uns breit und seit 2011 überlegten wir, ob wir den Schritt wagen sollen oder nicht. Eine lange Zeit des Überlegens und um das Buch schleichen liegt nun hinter uns und wir können nun sagen, dass wir es getan haben.

Ja aber wir haben es getan! Aber dies nicht ganz unbefangen, wie ihr euch vorstellen könnt, denn die Inhalte und Handlungen der anderen Dystopien tobten in unseren Köpfen und spielten sich vor unseren Augen ab. Vergleiche bleiben und blieben nach unseren gemachten Leseerfahrungen einfach nicht aus.

Beatrice Prior drängte sich immer mehr vor unsere Augen, versuchte mit aller Macht die bisher gelesenen Dystopien aus unseren Köpfen zu verbannen, sie gab sich mehr als Mühe.

Schlicht gekleidet, grau in grau und selbstlos, zur Fraktion der Altruan gehörend, schlossen wir uns an und reichten ihr virtuell ihre Hand. Sie sollte unsere Aufmerksamkeit bekommen, ohne Vorurteile. Beatrice steht bereits mit ihren jungen 16 Jahren vor einer großen Aufgabe. Sie soll ihren Lebensweg bestimmen und sich für eine der fünf Fraktionen entscheiden. Seit einiger Zeit ist sie sich sicher, nicht mehr den Altruan angehören zu wollen und das Selbstlose abzustellen, da es nicht ihrem Wesen entspricht. Doch welche Fraktion könnte ihre Bestimmung sein, wo könnte sie sich aufgehoben und lebenslang geborgen fühlen?

Bei den Amite, die Fraktion welche für Freundschaft und Friedfertigkeit steht? Oder doch bei den Ken, den Gelehrten? Vielleicht aber doch eher bei der Fraktion Candor, den Freimütigen, wenn nicht sogar bei den Furchtlosen, den Ferox?

Die Bestimmung – Arndt der Ferox

Der Tag an dem sie sich entscheiden muss rückt unaufhaltsam näher, aber mit neimandem darf sie sich über ihre Gedankenwelten austauschen. Auch ihr Bruder Caleb muss sich entscheiden, ob er ein Altruan bleibt und seine Bestimmung bei seinen Eltern und dem gewohnten Umfeld gefunden hat, oder ob er allen den Rücken kehrt und den Schritt in eine andere, zum größten Teil unbekannte Fraktion wagt.

Bevor allerdings der Tag der Bestimmung anbricht, wird ein Test mit jedem durchgeführt. Dieser soll dazu dienen, einen Leitfaden zu bekommen, welche Fraktion die geeigneteste ist, um dort bis zum Lebensende zu bleiben.

Der Test beginnt und Beatrice wird an einen Apparat angeschlossen, mehrere Kabel werden an ihr angebracht und sie muss eine Flüssigkeit trinken. Diese beamt sie in eine Art Traumland in der sie mehreren Gefahren ausgesetzt wird, bei denen sie handeln, sich entscheiden muss. Diese Entscheidungen werden nach dem Aufwachen, nach Testende ausgewertet und sie erfährt, mit welcher Fraktion es die meisten Übereinstimmungen gibt. Für eine der fünf Fraktionen ist sie bestimmt und dann liegt es an ihr, ob sie sich bei der Zeremonie der Bestimmung auch für diese entscheidet oder ob sie eine völlig andere wählt.

Eine Nacht und der Rest des Tages nach ihrem Test bleiben ihr noch, um das ihr genannte Ergebnis zu verdauen, denn dann muss sie sich entscheiden.

Eine Entscheidung fürs Leben – Ken, Candor, Amite, Ferox oder doch Altruan…Beatrice entscheidet sich…

Die Bestimmung – Bianca die Unbestimmte

Ja  – “Die Bestimmung” – liegt hinter uns und um es kurz und knapp zu sagen – WIR SIND BEGEISTERT und auch wir haben nun unsere BESTIMMUNG gefunden.

Wie passend…Arndt ist ein Ferox, ich bin eine Unbestimmte. Was haben wir gelacht, wir eben ;-) Warum das so passend ist, solltet ihr allerdings selbst erlesen, euch von der “Bestimmung” bestimmen lassen und anschließend auf der Internetseite zum Buch herausfinden, zu welcher Fraktion ihr gehört.

Der Auftakt der Trilogie von Veronica Roth hat uns mehr als beschäftigt, mehr als jedes andere in diesem Jahr. Doch wie beschäftigt ein Roman Literatwo? Telefonieren wir nicht ständig und stundenlang über jedes Buch was wir gemeinsam lesen? Was ist an diesem Roman so außergewöhnlich, dass wir das Wort “beschäftigen” so hervor heben?

Ganz einfach, wir hatten viel Diskussionsbedarf über das Verhalten der Protagonistin Beatrice, über ihre Handlungsentscheidungen, über die Fraktionen und über den Lebensentscheidungsweg, den man treffen muss. Warum sollte man in eine andere Fraktion wechseln, wenn man in der Fraktion in der man die ersten 16 Jahre seines Lebens lebt, nichts auszustehen und vor allem nichts zu befürchten hat? Viele Stellen, in den genau 186 ersten Seiten, haben uns ins Grübeln gebracht. Viele  Situationen waren uns nicht schlüssig, etwas rätselhaft, Beweggründe nicht ersichtlich und Beatrice selbst wie es uns schien, ein Mädchen voller Naivität.

Wir versetzten uns in ihre Lage, drehten und wendeten ihr Leben, nahmen die bisher gegebenen Begebenheiten unter die Leselupe und kamen bei einigen Punkten die wir besprachen einfach nicht weiter. Weiterlesen war die Formel zum Bestimmungserfolg. Ein einfaches Rezept gegen das wir uns  nicht sträubten, denn dazu gab es durch den flüssigen Schreibstil auch keine Veranlassung. Aber die Bilder tobten in unseren literatwoischen Köpfen und dann löste sich mit einem Mal der große Gesprächsknotenpunkt. Nicht vollständig, auch das müssen wir betonen, dennoch geschah etwas sehr wichtiges, was uns antrieb immer schneller zu lesen und uns in den Bestimmungswahn hinein zog.

Veronica Roth hat es geschafft, Literatwo in die Bestimmungsfesseln zu legen und nicht mehr frei zu lassen. Sie präsentierte uns eine andere Art der Dystopie und schaffte es sich von Panem und Cassia & Ky abzugrenzen. “Die Bestimmung” ist hart, gewaltig und auf keinen Fall etwas für sanfte Gemüter. Die Autorin findet dennoch das nötige Gefühl um zwischen der Action auch die Liebe einfließen zu lassen. Alle Protagonisten entwickeln sich plausibel und sind klar gezeichnet, es gibt keine charakterlichen Unschlüssigkeiten, kein eventuelles Zögern in den Abläufen ist spürbar. Eine wahnsinnige Story mit unbestimmbaren Ausgang!

Letztendlich hat uns die Bestimmung bestimmt und Literatwo freut sich mehr als das auf die Fortsetzung. Wir sind froh diesen Roman gemeinsam gelesen zu haben.

Jetzt lasst euch bestimmen, bestimmt euch und werft einen Blick in den Trailer zum Buch. Die Verfilmung schauen wir uns ganz bestimmt auch an, denn wenn Arndt der Ferox und Bianca die Unbestimmte ins Kino gehen, wird das mehr als bestimmt ein Bestimmungshighlight!

UPDATE:

Am 25.11.2012 haben wir unsere Rezension zu Band 2 veröffentlicht. Es ist sogar eine 6. Fraktion entstanden.

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9 Gedanken zu “Die Bestimmung – “nur” eine weitere Dystopie?

  1. Dieser Artikel bringt mich sehr zum Nachdenken.
    Gott sei Dank ist unsere heutige Welt nicht in so ein geistiges und charakterliches Kastensystem eingeteilt. Aber eigentlich können wir ja nicht einmal entscheiden, wo wir gerne dazu gehören würden. Wir werden von dem, was uns Medien und Moden diktieren, bestimmt. Und wer nicht zu den Herdenmenschen gehört, also ein Unbestimmbarer ist, der hat es schwer, – hatte es immer schwer. – Es wird mir Vieles bewusst, was ich immer unbewusst als bedrückend empfunden habe.
    Ich danke sehr für diesen Artikel. Und natürlich habe ich sofort den Test auf der Website des Buches gemacht. Er ist sehr informativ.
    Clara Luisa Demar

  2. Danke Luisa für deine Worte…ja, einige parallelen gibt es schon zu unserer realen Welt, aber zum Glück nicht allzu viele.

    Na jetzt sind wir aber gespannt, zu welcher Fraktion zu gehören würdest ;-)

  3. Soll ich das tatsächlich verraten? Soll ja nicht ganz ungefährlich sein.
    Also, ich bin auch eine Unbestimmbare. Mich kann man auch nicht in ein Kastensystem zwängen.
    Eigentlich müsste man ja die fehlenden Wesensteile entwickeln und nicht die schon vorhandenen als gegeben nehmen, um einen ganzheitlicheren Menschen zu fördern.
    Aber wir machen solche Dinge ja auch. Bei der Berufswahl z. B. versucht man heraus zu finden, wozu einer am besten taugt, damit man ihn am nutzbringendsten einsetzen kann. Muss man ja eigentlich, denn sonst würde das ganze System nicht funktionieren, und es gäbe bald nichts mehr zu essen. Aber es steht uns ja doch immerhin noch frei, auf die Uni zu gehen, auch wenn wir nicht einmal ordentlich Lesen und Schreiben können.
    Dieses Buch regt wirklich viele Überlegungen und Gedanken an.
    Clara Luisa Demar

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