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Was habe ich gelacht, was habe ich mich amüsiert, was habe ich geschmunzelt. Ich habe mich einfach absolut gut unterhalten gefühlt.

Bereits als ich Katrin Koppolds Erstlingswerk in der Hand hielt, war ich von der Aufmachung beeindruckt. Das Cover ist sehr aufwendig mit Prägungen gestaltet und mit goldener Schrift verziert, welche wunderschön glänzt. Ebenso schön ist die beiliegende Karte, die ein genialer Zusatz zum Roman ist. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass hinter Katrin kein Verlag steht, denn sie hat in Zusammenarbeit mit Freunden und Familie alles selbst kreiert. Vom ersten Wort, bis zum verlegten Roman – 100% Koppold. Beeindruckend und mutig, wie ich finde!

Als ich den Sternschnuppenroman zur Hand nahm, wusste ich nicht was mich erwartet. Literatwo ist für Genrevielfalt bekannt, das Genre Unterhaltungs- bzw. Frauenliteratur ist allerdings sehr wenig bei uns auf dem Blog vertreten, wie dem ein oder anderen von euch vielleicht schon aufgefallen ist.

Gerade ich als weibliche Seite müsste doch immer mal gern zu einem richtigen Chick-Lit Roman greifen, oder? Nein, nicht wirklich, irgendwie bin ich so gar nicht auf dieser Welle. Vor 10 Jahren habe ich allerdings gern Romane von Marian Keyes gelesen.

Darum kam der Ausflug den ich mit Helga Baum, der Hauptprotagonistin unternahm, wohl gerade recht. Nach dem malerischen Cover zu urteilen könnte man denken, dass dieser Roman inhaltlich von rosaroten Worten verziert ist.

Ist er aber nicht und das ist gut so. Das genaue Gegenteil ist der Fall, denn Helga ist ebenso naiv wie taff und ihr findet auf knapp 300 Seiten jede Menge Ironie, die einfach herrlich ist. Zudem überrascht Koppold, denn der Sternschnuppenroman entpuppt sich nach bereits wenigen Seiten als Roadmovie, bei dem die Liebe natürlich nicht völlig wegzudenken ist.

Helga findet im Handy ihres Freundes Guiseppe, einem großen und liebevollen Italiener, eine SMS von Angela. Wer auch immer das ist, diejenige freut sich auf jeden Fall Guiseppe bald zu treffen und in Helga schrillen die Alarmglocken zumal er ihr erzählte, dass er auf Geschäftsreise nach Italien müsse.

Fee, Helgas Schwester muss ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen und beide verfolgen Guiseppe auf seinem Weg zum Flughafen. Wegen der Aschewolke des ausgebrochenen Vulkans sind alle Flüge gestrichen und beide Frauen sehen den Verfolgten, wie er mit zwei Damen in ein Mietauto steigt.

Helga will hinterher. Ihre Chancen Guiseppe zur Rede zu stellen hat sie verpasst und am Telefon möchte sie dies auch nicht tun. Entgegengesetzt zu ihrem sonstigen Handeln handelt sie spontan und will ihm sofort hinterher reisen. Ein Problem hindert sie fast an ihrem Vorhaben, denn es gibt nur noch einen Mietwagen, einen kleinen knallroten Smart und genau den will Schauspieler Nils Schöneberger bereits für seine Reise sichern.

Helga die ohne Fernsehen lebt, kennt Nils natürlich nicht und er ist ihr sofort unsympathisch. Doch um nach Italien zu kommen bleibt ihr nichts anderes übrig, als nett zum Dauerraucher zu sein und bei ihm im Wagen mit unterzukommen.

Was dann passiert ist einfach nur genial. Ein Roadmovie was spritziger nicht sein könnte beginnt und beansprucht die Lachmuskeln.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so stark in dem Buch gefangen und so bombastisch unterhalten werde. Katrin Koppold schreibt wie der weibliche Tommy Jaud, soviel steht fest. Wer zudem so wie ich nicht gern Abende vor dem Fernseher verbringt, kann sich in „Aussicht auf Sternschnuppen“ zurückziehen, denn dieser Roman macht einem Kokowääh Filmabend Konkurrenz.

Koppold begeistert schlichtweg mit ihrem Wortwitz, Passagen die Lachflashs erzeugen und einer Handlung die schlüssig und keinesfalls übertrieben ist. Das ständige Auflachen bleibt bei diesem Werk nicht aus und hätte ich es in der Öffentlichkeit gelesen, hätte ich wohl zahlreiche merkwürdige Blicke geerntet.

Ihre Protagonistin Helga Baum habe ich sofort ins Herz geschlossen und schon als ich Helga las, musste ich grinsen. Ihr Charakter ist einfach herrlich. Bereits nach den ersten Seiten hätte ich sie am liebsten angerufen und gefragt, ob wir uns schnell auf einen Kaffee verabreden wollen. Was Helga alles erlebt ist einfach kaum zu überbieten und Fettnäpfchen zieht sie einfach magisch an. Sie ist super liebenswert und in ihrer offenen Art sofort vertraut, als ob dies nicht die erste Begegnung zwischen uns gewesen wäre.

Autorin Katrin Koppold selbst bezeichnet ihren Roman als Cick Lit bzw. humorvollen Frauenroman, für mich ist er ein Roadmovie mit wahnsinnig hohem Unterhaltungs- und Humorfaktor. Sonnentage macht der Roman noch sonniger und an Regentagen erzeugt er Sonnenschein und gute Laune. Herrlich, einfach spitze. Zudem ist die Autorin wirklich nett und als ich ihr erzählte, dass ich Marian Keyes mag, lagen wir auf einer Wellenlinie, denn auch sie mag Keyes Schreibe und ihre Romanideen.

Das Gute ist, dass Katrin Koppold weiter schreibt und sogar schon verraten hat, dass sie eine vierbändige Reihe konzipiert hat. Im nächsten Roman wird Helgas Schwester Fee zu Wort kommen. Ich persönlich freue mich schon sehr darauf, denn somit muss ich mich noch nicht ganz von Helga verabschieden und lerne zudem die mir von Anfang an gleich sympathische Fee näher kennen.

Dass ich von dem Erstlingswerk Koppolds begeistert bin muss ich wohl nicht noch einmal extra erwähnen. Restlos überzeugt bin ich und vor allem froh, diesen Griff zu einem für Literatwo eher ungewöhnlichen Genre, zugelassen zu haben.

Aussicht auf Sternschnuppen solltet ihr jetzt sofort in Buchform oder auf dem Kindle mit raus in die Sonne nehmen. Macht es euch am Strand oder auf einer Wiese bequem und trefft Helga.

P.S. Richtet ihr beste Grüße aus!!!

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