Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller
Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller

Heute darf ich zum zweiten Mal Tini begrüßen. Am 15. August hat sie ihren ersten Artikel zum Roman Das Mädchen mit den Engelshänden von Anne Lück auf Literatwo veröffentlich und sich selbst kurz vorgestellt. Nun hat sie sich an den nächsten Chick-Lit-Roman gewagt. Er trägt den Titel Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno (Forever) und stammt aus der Autorenfeder von Dorothea Stiller.

Ihr seid heute recht herzlich eingeladen, ihren zweiten Artikel zu lesen und natürlich wäre es schön, wenn ihr ein paar Feedbackworte im Kommentar hinterlasst.

Conny Mayer; 37 Jahre alt; wohnhaft in Hamburg; Mutter von zwei kleinen Kindern, geschieden und Lehrerin für Deutsch und Englisch am Berufskolleg.

Ihre Therapeutengruppe, bestehend aus ihren Freundinnen Steffi, Anja und Kirsten, hat sie ebenfalls an Ihrer Seite. Ganz alltäglich und normal? Falsch gedacht! Den Conny hat ein Geheimnis: Sie ist Autorin von Erotik-Büchern!

Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller
Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller

Doch da sie Rücksicht auf Ihre Kinder nehmen möchte, veröffentlicht sie die Bücher unter Pseudonym. C.L.Elliott, wie Conny Louise Elliott ODER wie Cecil Lloyd Elliott. Der wird nämlich zum Aushängeschild Ihres Buches gemacht. Angeblich wegen Vermarktungszwecken, denn so haben die Leserinnen auch noch was fürs Auge. Typisch …

Da sind Ärger und Stress vorprogrammiert. Doch das Leben wäre nicht abwechslungsreich, gebe es die Höhen und Tiefen nicht. Conny lernt durch eine Verwechslung der Mailadressen Christian Meyer kennen, einen anderen Autor von Ihrem Verlag „schwarz+schimmel“. Sie fangen an miteinander zu schreiben und später auch zu telefonieren. Um Gott und die Welt können sie reden und sie haben das Gefühl sich schon immer zu kennen. Eine wohltuende Ablenkung von all dem Trubel, denn der neue Erotik-Autor C.L.Elliott aufwirbelt, der über Nacht mit „seinen“ Büchern erfolgreich geworden ist. In Conny beginnt es immer mehr zu brodeln, bis die Ereignisse sich überschlagen und eins das andere ergibt.

Dorothea Stiller beschreibt in Ihrem Roman das Leben eines Schriftstellers gemischt mit einem kleinen Krimi und einer Liebesgeschichte. Neben dieser „Grundstory“ gibt die Autorin auch Textausschnitte aus dem Buch „Lippenbekenntnisse“, dass die Protagonistin geschrieben hat. Diese Ausschnitte haben direkt Spannung in mir erzeugt, sodass ich sofort in Bann gezogen wurde.

Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller
Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller

Doch das hielt leider nur bei diesen Abschnitten an. Ich bin deshalb zu dem Entschluss gekommen, das es vielleicht besser gewesen wäre, wenn die Autorin ihre „erotischen“ Textausschnitte zu einem ganzen Buch zusammengefasst hätte, denn somit hätte sie viel mehr Leser erreicht. Aber vielleicht ist das auch nur meine Meinung, da ich erst 17 Jahre alt bin und mich schwer in die Situation einer 37 jährigen Mutter hineinversetzen kann.

Nichtsdestotrotz waren Conny und Ihre Freundinnen mir sehr sympathisch und ich konnte mich auch gut in die jeweiligen Personen hineinversetzen. Die Autorin hat einen einfachen Schreibstil, der es dem Leser ermöglicht, dem Buch zu folgen und vielleicht auch voraus zu denken. Was einerseits positiv, aber auf der anderen Seite auch negativ ist.

Da ich manche Stellen als recht langatmig empfunden habe und an anderen die Spannung zu schnell abgebaut wurde.

Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller
Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller

Warum die Autorin diesen Titel für Ihr Buch ausgewählt hat, blieb mir bis zur letzten Seite ein Geheimnis. Dorothea Stiller beschreibt alltägliche Situationen, in denen nichts mit Erotik in Zusammenhang gebracht wird. Das Cover an sich finde ich ein wenig unpassend gewählt, da es für mich auch nicht im Zusammenhang mit dem Buch steht. Stände das Buch so wie es ist im Laden, wäre ich höchstwahrscheinlich dran vorbei gegangen und das meine ich keinesfalls Böse. Es passt halt für mich alles nicht so ganz zusammen, was sehr schade ist.

Auf den letzten Seiten schreiben die Autoren oftmals Ihre Danksagung. Dies war auch hier wieder der Fall. Was mir aber besonders ins Auge fiel: Die Autorin bittet die Leser um deren Eindrücke vom Buch. Egal ob sie begeistert waren, oder das Buch doch nicht Ihre Erwartungen entsprachen, wünscht sie sich die Meinungen der Leser. Dass eine Autorin die Leser so direkt darauf anspricht, erlebe ich selten und das hat mir Dorothea sehr sympathisch gemacht!

Zusammenfassend würde ich dieses Buch keinem meiner gleichaltrigen Freunde weiterempfehlen. Ich sehe dieses Buch eher in der Ü30, da sich diese Personen vielleicht besser mit eine 37 jährigen Mutter identifizieren können. Daher mein Tipp an dich liebe Dorothea: Probiere dich doch einfach mal an einem Erotikbuch aus. Mit diesem würdest du bestimmt viele Leser begeistern und durch deine Textausschnitte in „Conny und der Hausfrauenporno“ hast du schon gezeigt, dass du es kannst!

Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller
Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller

Übrigens sind die Meinungen im Netz auch sehr geteilt. Einige teilen meine Meinung, andere waren aber auch begeistert, wie sie die Situation der Protagonistin beschrieben hat. Da sieht man mal wieder wie unterschiedlich die Büchergeschmäcker sind und wie jeder Leser für sich das Geschriebene empfindet.

Also entscheidet einfach für euch selbst, ob dieses Buch euch gefallen könnte und vielleicht kennt der ein oder andere das Buch ja schon, sodass ich mich über eure Eindrücke freuen würde.

2 comments on “Conny und die Sache mit dem Hausfrauenporno ~ Dorothea Stiller”

  1. Huhu!
    Habe gerade erst gesehen, dass deine Rezi online ist, liebe Tini. Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast. Deine Kritikpunkte kann ich sehr gut nachvollziehen. Das Buch habe ich mir für Leserinnen ab 25 aufwärts vorgestellt und glaube, dass vieles für eine Siebzehnjährige einfach noch nicht zünden kann und zu alltäglich und langweilig wirkt (z.B. Connys Alltag mit Beruf, Kindern und dem Schreiben).

    Der Titel stammt übrigens aus der Bemerkung von Connys Verleger René Schwarz, der die Art Erotikromane, die Conny schreibt, abwertend als „Hausfrauenporno“ bezeichnet. Die Erotik spielt also eigentlich nur am Rande eine Rolle, da ist der Titel vielleicht im Nachhinein betrachtet etwas irreführend. Ich glaube, einige jüngere Leser waren daher enttäuscht, da das Buch doch eher für ein älteres Publikum ist.

    Das Cover hat in der Tat wenig mit dem Inhalt zu tun (mal von der Hamburg-Kulisse abgesehen), aber da hat man ja auch nur bedingt Einfluss drauf. Ich finde es so eigentlich ganz hübsch. Es ist einfach ein typisches „Chicklit“-Cover.
    Du schätzt es sehr richtig ein mit deiner Leseempfehlung. Leserinnen (und Lesern) in deinem Alter würde ich mein Buch auch nur sehr bedingt empfehlen. Ich weiß noch gut, wie uralt und spießig mir 30-40-Jährige oft in deinem Alter vorkamen. Da hätte mich eine Geschichte über das Leben einer zweifachen Mutter auch nicht so unbedingt vom Hocker gehauen. 😀

    Es freut mich, dass dir nichtsdestoweniger Conny und ihre Freundinnen doch wenigstens sympathisch waren und du dich wenigstens teilweise in sie hineinversetzen konntest.
    Also, vielen Dank für deine offene und ehrliche Meinung und deine meiner Meinung nach sehr passende Einschätzung.

    PS: Das mit dem Erotikroman überlege ich mir noch mal. Vielleicht gibt es ihn dann ja irgendwann – allerdings dann auch unter Pseudonym. Ich hoffe bloß, mir wird dann kein Cecil Elliott vor die Nase gesetzt. 😀

    • Guten Morgen 🙂
      Danke für deinen Kommentar. Freut mich sehr, dass du geschrieben hast! Und auch danke für das Leseexemplar überhaupt! Es ist nett von dir, dass du meine offenen Fragen noch beantwortet hast. Rückblickend betrachtet hat René wirklich Connys Buch als Hausfrauenporno betrachtet 😀

      Vielleicht erblicken ja die älteren unter uns Leseratten dein Buch ja 🙂

      Hoffe wirklich, dass du ein Erotikroman schreibst. Und das hat eigentlich gar nichts mit meinem Alter zu tun. Ich finde nur, dass diese Textausschnitte wirklich gut klangen! Viel Spaß beim schreiben, wenn es soweit sein sollte.

      Liebe Grüße, Tini 🙂

Vorhang auf für eure Worte...