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Grünes Cover – die Farbe der Hoffnung – Thomas Thiemeyer überzeugte mich bisher immer…also auf ins verbotene Eden.

Die Leben hat sich verändert.

Seit dem Tagebucheintrag im März 2015 sind 65 Jahre vergangen. Die Menschheit hat sich innerhalb kurzer Zeit in die Steinzeit zurück katapultiert. Damals schrieb Dr. med Karl Freihofer seine Befürchtungen nieder. Er sah schon damals dem Grippeimpfstoff FLU-VACC mit großem Argwohn entgegen. Er hatte damals die Angst, dass der Wirkstoff sprunghafte Mutationen an Grippeviren auslösen könnte. Die Menschheit würde davon befallen werden und ein atypisches Verhaltensmuster an den Tag legen. Frauen und Männer würden sich hassen. Was er in Gedanken experimentierte, ist im Jahr 2080 bereits Realität.

Es gibt keinen Strom mehr, kein Gas, kein Öl, kein Fernsehen, keine Fortbewegungsmittel. Geschäfte sind geplündert, es herrscht Krieg zwischen den beiden Geschlechtern. Dies ist die Welt, in der Juna und David leben.

David ist ein Mönch und angehender Bibliothekar und lebt wie alle anderen Männer in den alten Ruinen der ehemaligen Städte. Sie alle gehorchen dem Inquisitor Marcus Capistranus, der in der Kathedrale lebt. Er war früheres Mitglied der Heiligen Lanze und ist seit dem damaligen Raubzug mehr als angesehen. David wird ständig von seinem Hund Grimaldi begleitet und lebt zusammen mit seinem Freund Amon. Mit ihm versteht er sich seit einiger Zeit nicht mehr allzu gut, denn er will ihn neben sich als Ritter der Heiligen Lanze und nicht mehr in der Kirche haben.

Juna, die 17-jährige Kämpferin, lebt in Glanmour, in einem waldreichen Naturgebiet, und ist die Tochter von Arkana, der Hohenpriesterin. Die Männer und Frauen haben einen Friedenspakt geschlossen, welcher allerdings alles andere als stabil ist. Capistranus‘ Hass auf die Frauen wächst immer mehr, er möchte das weibliche Geschlecht endlich vernichten und plant dies. Bei einem Überfall tritt Juna zum ersten Mal mit Männern in Kontakt. Ein blutiger Kampf entbrennt, bei denen die Frauen die Oberhand behalten und unwissend einen wichtigen Mann verletzen. Sie wollen Rache und schmieden ebenfalls Pläne, wie sie die Männer auslöschen können.

Juna begleitet den Angriff auf die Raffinerie, in welche David zwangsversetzt wurde. Er wird zur Geisel der Frauen und Juna hat David bereits früher, am Kreis der Verlorenen, schon einmal gesehen und beobachtet. Der Kampf zwischen Frauen und Männern beginnt sich zu steigern. Im selben Atemzug entflammt auch die Liebe zwischen den beiden Jugendlichen, eine Liebe zwischen Mann und Frau, die es durch den Virus nicht mehr geben dürfte.

Ein Keim der Hoffnung auf Veränderung könnte wachsen.

Thomas Thiemeyer´s neuen Roman, welcher den Auftakt zur Trilogie bildet, war ein Lesemuss für mich. Seine “Chroniken der Weltensucher“ begeisterten mich wie gesagt absolut und ich lechzte nach neuem Lesestoff. Also machte ich mich auf, um David und Juna zu begegnen.

Gleich beim Aufschlagen des Buches ist eine Karte der alten Stadt abgebildet. Die gestalterische Linie ist im Vergleich zu den Chroniken gleich geblieben, was mich schon mal freute. Darauf folgte auf der ersten Seite des ersten Teils namens „Vermächtnis“ ein Brief, ein Tagebucheintrag. Dieser versetzt den Leser sofort in die Zukunft und bildet die Romangrundlage, welche mehr als gelungen ist. Die ersten Seite von Teil zwei „Verrat“ und Teil drei „Vergeltung“ schmücken ebenfalls ein aufschlussreiches Dokument.

Besonders ans Herz wachsen mir die Buchliebhabern Juna und David, da sich diese durch Davids Lieblingsbuch näher kommen. Bücher verbinden, wie auch ich schon in einer ebenso magischen Begegnung erfahren durfte. Dieses magisches Zitat über das Lesen stach mir im Buch besonders ins Auge:

Bei Juna und David musste ich sofort an „Romeo und Julia“ denken. Der Gedanke war nicht falsch, denn das Shakespeare-Werk spielt eine große Rolle. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten allerdings ist eine komplett andere. Der Autor schreibt ohne Kitsch und alle Charaktere sind liebevoll und stark ausgefeilt. Die Gefühle und auch die Handlungen wirken nicht aufgesetzt, die Nachvollziehbarkeit ist gewährleistet, einfach überzeugend. Die Dystopie scheint plausibel und gerade dadurch beginnt der Leser auch nach dem Beiseitelegen des Buches in die Zukunft zu denken.

Gerade  in unserer heutigen Gesellschaft ist vieles möglich und die Pharmakonzerne wachsen und experimentieren. An Denkstoffmangel hat bei diesem Szenario kein Leser zu leiden.

Thiemeyer schreibt, wie immer, spannungsgeladen und in einem einfach gehaltenen Sprachstil, der die Lesegeschwindigkeit zusätzlich beschleunigt.
Allerdings habe ich persönlich mehrere Überraschungen herbeigesehnt. Jede Handlung war vorhersehbar und auch die Verbindungen der Romanfiguren lag mir zu einfach auf der Hand. Dennoch habe ich es genossen ins verbotene Eden einzutauchen und die starke Juna wie auch den ruhigen David kennen zu lernen.

Das Ende des Romans ist kein Cliffhanger, der die Wartezeit bis zum nächsten Band unerträglich macht, dennoch möchte ich wissen, ob die beiden es schaffen, die zwei Welten wieder zu einer zu vereinen, bevor die Menschheit ausstirbt.

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