Weihnachten
Weihnachten

…oder Fröhliche Weihnacht

Heute ist der 4. Advent und zur Krönung des Tages könnt ihr die Geschichte lesen, welche ich von Kerodis im letzten Jahr zu Weihnachten bekommen habe. Machts euch kuschelig und habt eine schöne Lesezeit!

Eure Bini

Kolumne 33: #Weihnachtsaufsatz

Am Rande einer kleinen Stadt, welche im Kern aus malerischen Fachwerkhäuslein besteht, die wiederum einzig von der Kirche am alten Markt überragt wurden, wohnt eine glückliche Familie.

Es ist der 24te Dezember, die dicken schweren Wolken hängen schon den ganzen Tag über der kleinen Stadt, um hin und wieder Schneeflocken sanft auf die Erde zu schicken, welche nun Strassen und Häuser mit einer weichen weißen Schicht bedecken.

Und hier nimmt unsere kleine Geschichte ihren Anfang. Kurz vor 15 Uhr bereitet Papa Harald die Kaffeemaschine auf ihren nachmittäglichen Einsatz vor, während Mama Kerstin sich zum Kinderzimmer begibt, um zu schauen, was Ihre beiden Kinder, Mike und Sara, gerade so treiben. Sie sollten theoretisch Mittagsschlaf halten, aber die Eltern wussten schon, daß bei Ihren Kindern Theorie und Praxis weit auseinanderliegen. So ist Kerstin weniger überrascht, als sie Sara und Mike nicht schlafend vorfindet. Beide waren doch zu aufgeregt an diesem sehr „wichtigen“ Tag, sodass sie vor Aufregung sogar vergaßen, noch heimlich zurück ins Bett zu schlüpfen, als sie das Knarren der Holzstufen hörten. Sara, die gerade mal 5 Jahre alt ist und ihr zwei Jahre älterer Bruder, blicken nur etwas erschrocken auf, als die Mutter „plötzlich“ in der Türe steht.

Sara klammert sich nun an ihr Lieblingskuscheltier (ein Teddy, der fast genau so groß war wie sie selbst) und sagt schüchtern: Wir sind grad erst aufgestanden, ganz doll ehrlich. Mike sagt gar nix und hält seinen Kipplaster noch immer in der Hand während er seine Mama erschrocken ansieht. Kerstin meint nur: „Ihr seid mir schon zwei Gauner. Es gibt gleich Kaffee und Kuchen. Eigentlich wolle ich euch wecken, aber das brauchen wir wohl nicht mehr, oder?“ Ein sanftes Lächeln untermalt ihren fürsorglichen Blick, während eine kleine Erinnerung an die Kindheit und weihnachtliche Aufregung in Ihr erwacht. Sie nimmt die kleine Sara auf den Arm, welche immer noch den viel zu großen Teddy umklammert, und sie gehen gemeinsam die Stufen hinab zum Wohnraum. „Tee oder Kakao?“ Ruft der Vater laut aus der Küche, als er seine Familie die Stufen hinabsteigen hört. KAKAO: ist die einstimmige und ebenso kraftvolle Antwort von Sara und Mike. Harald schaut lachend aus der Küchentür und sagte fröhlich: Steht alles schon auf dem Tisch im Wohnzimmer.

Während draussen ein lustiges Schneetreiben beginnt und die Dämmerung nun in vollem Umfang von der kleinen Stadt Besitz ergreift, sitzt unsere glückliche Familie am Esstisch im Wohnzimmer. Dieses wiederum ist kuschelig warm und wird nur von dem großen Tannenbaum in der hinteren Ecke und ein paar flackernden Kerzen erhellt, welche im ganzen Raum verteilt sind. Der Schwibbogen erleuchtet das Fenster ebenso wie der feuerrote Weihnachtsstern, den Harald noch vor zwei Tagen über der Terrassentür aufgehängt hat. Überall duftet es nach Kakao, Plätzchen, Räuchermännchen und stimmungsvolle Weihnachtslieder erfüllen leise den Raum. Sara, deren Lieblingsteddy nun einen „Ehrenplatz“ neben ihr erhalten hat, will natürlich endlich wissen, wann denn der Weihnachtsmann kommt.

„Maaaan bist Du doof, den gibt’s doch gar nich.“ Mike schaute seine Schwester an, die nur ein „selber doof“ hervorbrachte und traurig zu ihrem Papa sah. Harald mustert seinen Spross mit strenger Mine, während Kerstin sich zu Sara setzt, um sie zu trösten. „Junge, hör auf, Deine Schwester zu ärgern, sonst gibt’s nix dieses Jahr“ sagt Harald streng.

„Gibts wirklich keinen Weihnachtsmann?“ Sara schaut Ihre Mama traurig an. Kerstin schließt Ihre Tochter in die Arme holt tief Luft und sagt liebevoll: „Weißt Du mein Schatz, zuerst kommt dein Märchenfilm und danach der Weihnachtsmann.“ „Aber nur zu den Kindern die keinen Unsinn erzählen!“ ergänzt Harald etwas strenger während er der kleinen Sara zuzwinkert und mit seiner rechten Hand kräftig Mike´s Frisur verwuschelt. Sara kuschelt sich beruhigt an Mamas Brust, während sie den letzten Schluck Kakao aus Teddy´s Tasse trinkt. „Tut mir leid, wollt Dich nur n bisschen ärgern.“ sagt Mike und schaut seine Schwester mitleidig an. Harald schaltet den Fernseher an (gerade noch rechtzeitig). Die Nikolausfrau ist gerade mit der Ansage fertig und schon beginnt der Film. Mike lümmelt sich auf dem großen Sofa gegen die Armlehne, seine kleine Schwester lümmelt auf Mike und Teddy darf natürlich auch nicht fehlen. „Eine Stunde, zehn Minuten.“ flüstert Kerstin ihrem Mann ins Ohr, während sie das Geschirr in die Küche bringen: Sie stellen es neben der Spüle ab, umarmen und küssen sich. „Fröhliche Weihnacht“ sagt Harald, und Kerstin erwidert liebevoll „fröhliche Weihnacht.“

Viele Umarmungen, Küsschen und eine vollgeräumte Spülmaschine später, gibt Sie ihrem „Hasen“ einen Klapps auf den Po und sagt lächelnd: „Du hast noch 20 Minuten.“ Ja, in diesem Jahr wird Harald das erste Mal nicht dabei sein können, wenn der Weihnachtsmann die Kinder beschenkt. Ein katastrophales Ereignis vor drei Wochen ist wohl daran schuld.

Erwin, ein alter Schulfreund von Harald und auch alljährlicher Weihnachtsmann, war noch spät abends mit seinen Freunden und in einem „etwas“ angetrunkenen Zustand auf dem Heimweg. In jener Nacht entbrannte eine heftige Diskussion, ob der nahe gelegene Teich genug vereist war um Erwins Gewicht zu tragen. Sein üppiger Bauch, die allseits rote Nase und sein Singleleben waren gute Gründe, weshalb er bei vielen Familien am Heilig Abend im roten Kostüm, mit dem Sack voller Geschenke und einem weißen Rauschebart herzlich willkommen war. Bezahlt wurde er bei jeder Familie mit reichlich Plätzchen und einer Tasse Kakao, was wohl auch einer der Gründe für sein rundliches Erscheinungsbild waren. Nur seine Schwester fand es nicht so gut, da Ihre Kinder den Onkel Erwin am Weihnachtsabend immer erst sehr spät zu Gesicht bekamen. Aufgrund seiner fröhlichen heiteren Art, war er wohl bei Eltern und Kindern wohl bekannt und beliebt. Nun jedenfalls trug das Eis sein Gewicht tatsächlich und weil es grad so lustig war und betrunkene Männer schlimmer als die Kinder sein können, schlitterten zehn angeheiterte Erwachsene feucht-fröhlich über einen zugefrorenen See. (Was ihre Frauen, als sie dies erfuhren, nicht so lustig fanden.) Erwin der am besten und elegantesten schlitterte, dabei lauthals „leise rieselt der Schnee“ sang, machte plötzlich eine Ausfallbewegung nach hinten und landete unsanft auf dem Rücken.

Wie er so auf dem Eis lag, erhellte ein schallendes Gelächter seiner Freunde die Nacht. Später wurde ein gebrochenes Schlüsselbein am rechten Oberarm diagnostiziert, was das Tragen eines vollgepackten Leinensackes natürlich unmöglich machte und so bereiten sich nun etliche Väter auf Ihren Auftritt als Weihnachtsmann vor. Auch Harald, der in jener Nacht mit einem Schnupfen zu Hause blieb und immer wieder beteuerte: wenn ich dabei gewesen wäre…………….., befindet sich nun gerade auf dem Weg zum Keller, wo die Geschenke in einem großem Sack verstaut liegen. Es ist 17 Uhr und er hat noch eine viertel Stunde bis der Film endet. Wenn die Kinder nach Papa fragen, dann ist er eben gerade auf dem Klo. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, daß er länger als dreißig Minuten für seine „wichtigen Geschäfte“ benötigt. Wenn Kerstin oder seine Freunde ihn darauf ansprechen, antwortet er nur trocken: „was lange währt, wird gut“ oder „Gut Ding will Weile haben“.

Noch zehn Minuten und Harald sucht noch immer seinen zweiten Filzpantoffel. Diese braucht er um seine „guten“ Socken nicht im Keller einzuschmützen oder wie seine Frau liebevoll meint, um den Steinstaub nicht mit in den Wohnbereich zu schleppen. Harald flucht leise und beschließt die Treppe so runterzusteigen. Noch schnell Licht anmachen „klick“. Der Keller und die Treppe bleiben dunkel. Harald läuft der Schweiß von der Stirn. Muss den gerade jetzt alles schiefgehen? Er hört Sara im Wohnzimmer etwas sagen und beschließt, seinem Sohn nicht Recht zu geben. Für seine kleine Prinzessin wird der Weihnachtsmann in fünf, ach was in fünfhundert Jahren noch existieren. Er entsinnt sich (endlich) an ein Feuerzeug welches in seiner Tasche steckt und holt es heraus. „Klack“ die Flamme gibt einen matten flackernden Schein. Der Abspann des Films läuft bereits, nun ist die Zeit der Bescherung.

Schöne Bescherung, blöder Erwin, dummer Unfall denkt sich Harald. Da ertönt ein dumpfes Poltern von der Haustür. Falscher Zeitpunkt, denkt sich Harald und hört nur noch wie die Wohnzimmertür aufgerissen wird und seine Tochter mit den Worten „der Weihnachtsmann, der Weihnachtsmann“ den Flur entlanghuscht, während er sich an dem mittlerweile heißem Feuerzeug seinen Daumen verbrennt, es fallen läßt und alleine im Dunklem steht.

Die Haustür wird aufgerissen und ein schallendes „Ho Ho Ho“ ist in jedem Winkel des Hauses zu hören. Harald, der immer noch nicht begreift was da vor sich geht und im Dunkeln das verlorene Feuerzeug sucht, hört das vergnügte Quietschen seiner Tochter und ein erstauntes „Booooohhh“ von Mike. Kerstin sitzt lächelnd auf dem Sofa während ihr Sohn, völlig erstaunt in der Tür steht und die kleine Sara den gewaltigen Mann, mit seinem ebenso gewaltigem Rauschebart und dem tiefen schmetternden Lachen, durch die Tür ins Wohnzimmer führt. Sie zeigt ihm den Esstisch wo ein Teller mit Plätzchen, eine große, heisse und wohl duftende Tasse Kakao steht, die Kerstin auf das Drängen Ihrer Tochter noch unbedingt schnell zubereiten mußte. „Sind die für mich?“ fragt der bärtige Mann mit tiefer Stimme, während er sich an den Tisch setzt. Sara nickt ganz aufgeregt. Und so läßt es sich der Onkel Rauschebart erst mal munden.

Aufgeregt, aber doch „relativ“ ruhig sitzen Mike und Sara am Esstisch dem Mann gegenüber und schauen erwartungsvoll, wie dieser viel zu langsam die Plätzchen ist und den Kakao trinkt. „Bist Du der ECHTE Weihnachtsmann.“ fragt Sara, als Onkel Rauschebart gerade mit dem letzten Tropfen Kakao das letzte Plätzchen hinunterschluckt. Ein grollendes „mmh mmh“ bestägtigt nun endgültig Sara´s Verdacht. „Aber ich komme nur zu den Kindern die an mich glauben.“ fügt der Mann im roten Kostüm hinzu, während er leicht schmunzelnd zu Mike herüberblickt. „War ja nicht so gemeint.“ antwortet der Junge leise. „Hast Du uns denn auch etwas mitgebracht, lieber Weihnachtsmann?“ fragt Kerstin, die gerade eine kleine Lampe anknipst und leise Weihnachtsmusik einschaltet.

Sie ist absolut begeistert und zwinkert ihm lächelnd zu. Der große Mann erhebt sich laaaangsam, nimmt seinen Sack, welcher allerdings leer zu sein scheint und ziemlich schlaff von seiner Hand aus nach unten hängt. „Seid Ihr auch schön brav gewesen?“ fragt er leise grollend aber ebenso streng, während er die zwei „Gauner“ bedeutend und ernst mustert. Beide stehen vor dem großen Mann. Sara schaut an ihm hoch, mit Teddy im Arm und versucht Ihr verschmitztes Lächeln hinter dem Kopf des übergroßen Kuscheltiers zu verbergen. Mike hingegen steht eher gekrümmt neben seiner Schwester, hält den Kopf leicht nach unten geneigt, die Hände auf dem Rücken und bewegt etwas nervös seinen rechten Fuß hin und her.

„NAAA?“ Hakt nun Onkel Rauschebart streng nach: „Was ist???“ Sara schaut mit großen Augen und schüchtern zu Ihrer Mama, in der nun die Mutterinstinkte wieder erwachen.

„Naja, lieber Weihnachtsmann, die beiden bemühen sich, aber manchmal klappt es eben nicht so richtig. Aber im Großen und Ganzen waren sie doch ganz lieb in diesem Jahr.“ sagt Kerstin mit einem fröhlichem Lächeln. Beide Kinder nicken nun eifrig, als der Weihnachtsmann seinen prüfenden Blick auf sie richtet. „Na dann will ich mal nicht so sein.“ sagt er nun mit sanfter Stimme und setzt sich mit einem freundlichem Blick auf das Sofa. Wer möchte denn zuerst auf meinen Schoss, fragt er lachend. Mike dem nun sichtlich ein ganzes Gebirge vom Herzen herab purzelt antwortet etwas Kleinlaut: „Nimm die Sara zuerst, Sie hat sich schon den ganzen Tag auf Dich gefreut.“

„OOHHH, das ist aber nett von Dir Mike, das merk ich mir gleich fürs nächste Jahr mit vor.“ Onkel Rauschebart nickt dem Jungen bestätigend zu. Na dann komm mal her, junges Fräulein, dröhnte es aus ihm heraus. Sara klettert, natürlich mit Teddy im Arm, auf den Schoß des Weihnachtsmanns und kuschelt sich an seinen samtweichen Mantel, welcher nach Zimt, Nelken, Kakao und irgendwie süßlich duftet. „Na was wünschst Du Dir?“ fragt Onkel Rauschebart nun etwas leiser. „Das Du meinen Papa kennenlernst, aber der ist grad nich da.“ sagt Sie erwartungsvoll.

„Ihr wißt nicht, was mir gerade passiert ist, also erst find ich die Filzlatschen nich, dann ist der Lichtschalter im AAAAimer. Also nehm ich mein Feuerzeug und geh die Treppe runter. Als ich endlich unten bin, polterts an der Tür und ich verbrenn mir die Pfoten an dem verfl…maledeiten Feuerzeug. Entschuldigung, ääh guten Abend ich bin Harald, angenehm.“

Sara, Mike und Kerstin schauen zu dem Familienvater hinüber, der ganz ausser Atem in der Wohnzimmertür steht und völlig unbeeindruckt weitererzählt. „Dann, als ich nach gefühlten dreißig Minuten endlich das Gerät im Dunklen wiederfand gingen plötzlich die Deckenlampen im Keller an, als ob der Schalter nie defekt gewesen wäre. Ist das nicht erstaunlich?“

„Schhhhhh,“ Kerstin deutet ihrem Mann mit einer Kopfbewegung neben sich und legt dabei Ihren Finger auf den Mund. Harald versteht die Geste, schließt die Tür des Raumes und setzt sich neben seine Frau auf das Sofa, welches sich gegenüber des Mannes in Rot befindet, der immer noch Sara und Teddy auf dem Schoß hat und sich nun wieder seiner „Arbeit“ widmet. „Also Prinzessin, was wünscht Ihr Euch noch?“ Sara klettert ganz dicht an das Ohr des großen Mannes und flüstert etwas hinein. „Mmmhh mmm ahh mhm,“ Onkel Rauschebart nickt bedächtig, greift in seinen „leeren“ Sack und holt zwei Pakete heraus. „Das Kleine ist für Teddy und das Große ist für Dich.“ sagt er lachend. „Danke, lieber Weihnachtsmann.“ Sara umarmt den gewaltigen Mann, oder versucht es zumindest mit ihren noch zu kleinen Armen, während er ihr sanft auf den Rücken klopft. „Ist ja gut meine Kleine, ich habs doch gern getan.“ Es ist doch erstaunlich was so ein fünfjähriges Mädchen alles transportieren kann, wenn es wirklich drauf ankommt. Das können jetzt auch Sara´s Eltern feststellen.Und während Sie mit Teddy und den beiden Geschenken freudestrahlend in den Bereich zwischen eines der Sofas und der Schrankwand verschwindet, wo ja auch der Esstisch und daneben der Weihnachtsbaum steht, macht sich nun Mike, etwas schüchtern und doch erwartungsvoll auf den Weg zum Schoß des, wie ein riesiges Gebirge wirkenden, Mannes.

„Naaaa? Bist ja schon ein großer Junge, mmmmhhh??? Was darf ich Dir denn Gutes tun???“ Er schaut den Jungen freundlich an und zwinkert ihm kurz zu. Mike beschließt nun seinerseits auf die gleiche Art wie seine Schwester zu handeln und flüstert Onkel Rauschebart etwas ins Ohr. Wieder brummt der Mann in Rot vor sich hin während er langsam und bestätigend nickt. Dann holt er ein großes Geschenk aus dem Sack heraus und übergibt es Mike. Auch dieser bedankt sich höflich und verschwindet hinter dem Sofa. Danach hört man es kurz rascheln und die beiden Kinder, welche nun freudestrahlend und eifrig ihr neues Spielzeug bestaunen und ausprobieren, sind nun ausreichend abgelenkt. Der große Mann erhebt sich langsam vom Sofa schaut die Eltern prüfend und durchdringend an.

„Seid Ihr den auch schön brav gewesen?“ fragte er mit einem Lächeln. „Naja, also wir geben uns Mühe, aber es ist nicht immer ganz leicht.“ sagt Kerstin leise. „Und wenn ich vor drei Wochen mit an dem See……“ will Harald ergänzen, doch sie legt sanft Ihre Hand auf seinen Mund und schüttelt langsam und lächelnd den Kopf.

„Nun gut, auch für Euch habe ich etwas, etwas ganz Besonderes.“ Das letzte Wort flüstert Onkel Rauschebart, als ob niemand wissen dürfte, was es ist oder worum es überhaupt geht. Er holt aus seinem Sack ein Paket heraus, welches quaderförmig und in nachtblaues Papier eingewickelt ist. Silberne Sterne und ein Mond sind auf dem Papier verteilt, welche auf seltsame Weise zu leuchten scheinen. Ein Band oder eine Schleife war auch nicht zu sehen, zudem schien es aus einem Stück zu sein. Es hatte keine Falten, Kanten oder Absätze.Er überreicht das letzte Geschenk, verabschiedet sich, drückt noch mal alle ganz kräftig (ganz besonders die kleine Sara und Teddy) und kurze Zeit später stampft er schweren Schrittes und mit einem fröhlichen HoHoHo in die Nacht hinaus.

Der Wind hat sich inzwischen gelegt und lautlos fallen die dicken Schneeflocken vom nachtblauen Himmel hernieder, während sich eine friedliche Stille über der kleinen Stadt ausbreitet.

„Fröhliche Weihnacht“ sagt Kerstin zu ihrem Mann, den Sie liebevoll umarmt.

„Fröhliche Weihnacht“ antwortet Harald und drückt sie, Mike, Sara und natürlich auch Teddy ganz fest an sich

Euer Kerodis

4 comments on “Der Weihnachtsaufsatz (1987)”

  1. Hey,

    die Geschichte ist echt toll. Danke, dass Du sie mit uns geteilt hast.
    Auf Deinen Blog bin ich übrigens über Anka aufmerksam geworden. Er gefällt mir sehr gut.

    Liebe Grüße,
    Ira

  2. Was für eine schöne Geschichte 🙂 Ich find es toll, dass du sie uns präsentierst, da freue ich mich schon direkt auf Heilig Abend:)
    Ganz liebe Grüße und schöne Weihnachten wünsche ich dir 🙂

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