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Anthropomorph – mittlere intelligente Lebensform, bislang kein Kontakt zu übergeordneten Verwaltungsbehörden.

Dieser Satz macht das einigermaßen ruhige Leben von Sebastian Schätz zum ganzen Gegenteil. Er wird turbulent um den Anfang Zwanzigjährigen, denn sein bisheriges Dasein als Jobber im Asiashop oder doch Bald-Student nimmt Wendungen an, die er nie geahnt hätte. Vor sich hin lebend, genießt er seine viele Freizeit, wohnt auf Kosten seiner Eltern und versucht sich endlich Kim zu angeln, die Frau seiner Träume. Es scheint, dass nun auch endlich Kim in ihn verliebt ist, beide kommen sich näher, doch dann wird es flatterig. Nicht nur um das Leben von Sebastian, denn auch sein ganzes Umfeld scheint sich gravierend zu verändern. Es tauchen merkwürdige Personen auf, wo die eigentliche Existenz derer überhaupt nicht sein dürfte, der dringend benötigte Rettungsdienst nimmt Sebastian Schätz nicht ernst und er gerät immer mehr in einen Strudel hinein, der vorerst nicht aufhört sich zu drehen und zu wenden.

Und alles nur wegen einer nächtlichen Fledermausattacke? Als dann auch noch die GEZ eine Nachzahlung in astronomischer Höhe von ihm wegen Kontaktaufnahme zu registrierten anthropomorphen Lebensformen verlangt, findet es Sebastian einfach nur noch lächerlich.
Doch es wird noch schlimmer, Kim ist verschwunden und sein Leben wird nie wieder das sein, was es mal war.

Oliver Dierssen hat es geschafft, nicht nur das alphabetische Einsortieren von Büchern in seiner Freizeit, sondern das Zaubern von einem durchgehenden Lächeln auf dem Gesicht des Lesers, das Hervorrufen von jeder Menge, teils auch vampirisch-blutigem, Lesespaß.

Fledermausland habe ich so zu mir genommen, als ob es in ein großes Glas gefüllt worden ist. In wohldosierten Schlucken lief es mir förmlich die Kehle herunter und brachte jede Menge Erfrischung.

Ein leichtes ist es, an der Seite von Sebastian zu gehen, mit ihm den wunderlichsten Personen gegenüber zu stehen und mit ihm eine Entwicklung der ganz anderen Art zu bestreiten.

Kurze Sätze und große Schrift, machen das schwarze, dicke Buch mit dem gefährlichen Blutsauger auf dem Cover schnelllebiger als es scheint, für das Unterhaltungslevel hat dies aber keine Auswirkungen.

Kleiner Tipp: Lieber ab und an nachts das Fenster schließen – es könnte ein böses Erwachen mit einer Feldermaus geben.

Vorhang auf für eure Worte...