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Hello Kitty Fans aufgepasst…oder besser, schaut doch lieber weg.

Warum? Weil es hier eher blutig und böse wird und das ganz bestimmt kein Bericht über die schmusige Hello Kitty von nebenan wird, sondern es sich hier um das bitterböse und nicht wirklich „pinke“ Buch von Angela S. Choi dreht.

Gerade noch auf der Buchmesse pinkig aus dem Regal hervorgestrahlt, ist es nun auf dem Blog Literatwo angekommen. Eine Herzensangelegenheit der besonderen Art.

Warum? Weil Hello Kitty sterben muss und sterben wird…

Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

Stimmt, hätte sich Sean mal dran gehalten. Hätte er das mal getan. Vor allem nicht geraucht. Hätte er mal. Aber eigentlich kann es ja auch egal sein, denn jeder muss ja mal sterben. Oder? Also warum nicht gleich und überhaupt.

Here we are now, entertain us.

Hello Kitty war gestern. Hello Kitty will Fiona Yu ab sofort nicht mehr verkörpern. Nicht mehr schweigen, nicht mehr Emotionen unterdrücken, nicht so handeln wie es alle tun oder wie es vor allem von einem erwartet wird. Kein Leben in einem Raster, kein Anpassen, kein 0815 Leben.
Nochmal: Hello Kitty war gestern.

Fiona, kurz Fi, ist eine unbestrittene Anwältin, 28 Jahre jung und da sie in Amerika lebt, eine amerikanische Chinesin. Ihre Eltern wollen sie unbedingt verheiraten, ihr Vater sucht ständig nach einem passenden Mann für sie, verabredet jedes Wochenende für sie ein Treffen. Widerspruch zwecklos. Fi soll sich mit den Männern treffen und vor allem Lippenstift tragen, ganz wichtig. Als ob der Lippenstift entscheidend und wegweisend wäre, lächerlich.

Fi fügt sich, aber nur etwas, denn Fi hat ganz anderes Sorgen und heiraten oder vielleicht auch noch Kinder kommen nicht in Frage. Am Wochenende hilft Fi ab und an im Waschsalon ihrer Eltern aus, aber auf ihre ganz spezielle Weise. Eine Weise, die  meist keine Ehen rettet, sondern zerstört, und Fi hat schon ihren Spaß dabei.
Derweil beschäftigt sich die intelligente, noch bei ihren Eltern lebende Fi mit ihrem Jungfernhäutchen. Eigentlich wollte sie es selbst zerstören, damit es kein Mann tut, doch es ist keins vorhanden. Das macht sie für sich zum persönlichen Problem und sucht einen Arzt auf, der ihr einfach eins einsetzt, um ihre persönliche Ehre wieder herzustellen. Das Geld ist es ihr wert, warum auch nicht, sie verdient schließlich mehr als gut. Der Arzt, der Chirurg für Hymenwiederherstellung, entpuppt sich als kein geringerer als ihr damaliger Schulfreund Sean, der wegen schlechter Vergangenheit, unter anderem im Jugendknast, seinen Namen geändert hat.

Hello Kitty

Sean scheint es sinnvoller, lieber mit Fiona etwas trinken zu gehen, als ihr ein sinnloses Jungfernhäutchen einzusetzen, was sie gleich wieder zerstören will. Von da an werden die freundschaftlichen Treffen zur Routine, aber mehr als Freundschaft kommt für Fi, die scheinbar sowieso keine Libido hat, nicht in Frage und auch Sean hat ganz andere Beschäftigungen. Jeder würde von Sean seinen Machenschaften, seine tödlichen Bestätigungsspielen und seinen wirkungsvollen Pillen abgeschreckt werden. Jeder, nur nicht Fi, denn Fi ist keine Hello Kitty.

Ohne Blatt vor dem Mund, authentisch geschrieben und einfach skrupellos ist der Debütroman von Angela S.Choi. Ihre Protagonistin Fi lässt alle ihre Gedanken unverschönt an die Luft und zeigt ihrem Umfeld und sich selbst, dass Hello Kitty ausgekittyt hat. Ein böses Buch und so soll es auch sein. Hello Kitty Hasser werden es lieben, obwohl das Pink des Buches einfach abschreckt, der Titel allerdings wieder anzieht. Anziehend und abschreckend zugleich, so könnte man das pinke Nichtkatzenbuch beschreiben. Blutig und kriminell leckt sich die Hello Kitty ohne Mund die Morde und Gelüste von ihrem Fell.

Zart, weich, kuschelig, diese Adjektive sind in diesem Buch Fremdwörter, es geht hier auch ganz bestimmt nicht um rosarote Wolken oder um Gefühlsduselei. Wirkten die ersten Seiten für mich  noch ohne Botschaft, kristallisierte sich nach und nach der rote böse Faden heraus, der sich bis zum Ende des Buches dunkelrot verfärbt. Mordshunger, Rachegelüste und Hass auf Tyrannen und auf Mitmenschen, die anderen Böses wollen oder die Macht haben, kommen auf und werden zielsicher verarbeitet und strategisch umgesetzt.

Fi und Sean haben beide Charakter, in denen die Schwächen nicht das Tageslicht erblicken sollen und wenn doch, scheint Hello Kitty sterben zu müssen.

 

0 comments on “Hello Kitty muss sterben…”

  1. Hier ist Raily;-))

    Also ich distanziere mich von diesem Bericht! Nein – öhm – natürlich nicht vom Inhalt – der ist einfach klasse! Aber von den Farben distanziere ich mich – obwohl – öhm – eigentlich sind die ja mal ganz knallig! OK – dann distanziere ich mich vom Onlinespiel – ganz schlimm – obwohl (hehe) Spaß hat es gemacht. Ach Schluss mit Distanzieren! Ich liebe diesen Bericht und die Leser von Lovelybooks haben Kitty auch geliebt und beim Leserpreis 2010 zum Buch mit dem besten Titel gewählt! (http://www.lovelybooks.de/leserpreis/2010/) Eine Herzensangelegenheit (ich weiß wessen) und einfach toll;-))

  2. Wow das klingt aufregend! Ab auf die Wunschliste! Auf jedenfall mal was anderes! Hatte es auf der Buchmesse gesehen aber total vergessen, dank euch weiß ich wieder was ich auf jedenfall lesen muss 🙂
    Liebeste Pinke Grüße 😉

  3. Da sitze ich und habe ein Fragezechen über mir. Muss ich Kitty kennen? Das sagt mir so rein wenig. Klar die Kitty-Figur habe ich schon gesehen, schließlich habe ich Kinder, aber damit erschöpft es sich schon.

    Ist das Nichtwissen um die Figur der Kitty hnderlich, wenn man das Buch lesen möchte?

    Herzliche Grüße
    Gitta

  4. Hier Bini ;o)
    Raily – meine Farbe ist es definitv auch nicht – aber die Herzensangelegenheit habe ich auf den Blog gebracht ;o) Denke ich.

    @Gitta: Ich hab auch nix mit Hello Kitty am Hut – du brauchst keine Infos, außer vielleicht das Bild vor Augen, wie die Kitty aussieht…der Rest erschließt sich.

    ;o)

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