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Nach dem ersten Roman “Schäfers Qualen” , folgt mit „Ohnmachtsspiele“ nun der zweite Roman von Georg Haderer um den Major Schäfer.

Dieser hat nicht nur mit Morden und mehreren Leichen zu tun, sondern muss sich auch noch mit dem Ministerium ärgern. Auch persönlich geht es ihm nicht gut, er leidet unter Angstzuständen und Depressionen.
Schäfer setzt aber gern seinen eigenen Kopf durch und handelt lieber ohne andere. Als eine Leiche am Ufer gefunden wird, ist er zur Stelle und steigt wieder in seinen Beruf ein, obwohl er noch wegen psychischer Erschöpfung krankgeschrieben ist. Als eine weitere Frau ertrinkt, wird er sich seinem Gefühl immer sicherer. Es kann sich nicht um zwei Unfälle handeln, auch wenn dies dem Polizeipräsidenten am liebsten wäre. Schließlich wären dann die Fälle erledigt, man bräuchte keine weitere Ermittlungszeit verschwenden und auch kein weiteres Personal ordern, um die Morde aufzudecken. Sparen heißt das Motto, doch nicht mit Schäfer. Auch bei der nächsten Leiche, einem Junkie, wäre es am leichtesten, auf eine Überdosis zu schließen und die Akte für immer auf die Seite zu legen. Für Schäfer kann es sich nur um einen Serientäter handeln, der nach einem ganz bestimmten Muster mordet. Spielkarten lautet sein Schlüssel zum Lösen der Fälle. Auch wenn er noch so oft belächelt wird oder man ihm die Ermittlungen untersagen will, lässt sich Schäfer nicht davon abhalten. Er nimmt die Spur auf und koste es was es wolle.

„Rabimmel, rabammel, rabumm.“

Mit Major Schäfer hat Georg Haderer einen überaus liebenswerten und sympathischen Protagonisten geschaffen. Obwohl die Morde, die verstümmelten Leichen wie auch das graue Berufsleben im Büro des Polizeireviers nicht gerade aufmuntern und zum Lustig Sein animieren, lockert Schäfer die Stimmung. Mit Witz und Komik erreicht er mehr und macht die überangespannten täglichen Ereignisse ertragbarer. Ohne dabei das Ziel vor den Augen zu verlieren, gelingt es ihm auch mit seiner Vorgehensweise, die nicht dienstüblich ist, zu punkten. Er möchte etwas erreichen, er setzt sich durch, koste es, was es wolle.

Georg Haderer erzählt einen breitgefächerten Krimi, in dem er richtige und falsche Fährten so auslegt, dass der Leser jedem Hinweis nachgeht und sich genau wie Schäfer nicht aus der Ruhe bringen lässt. Schluss ist, wenn alle Fälle aufdeckt sind. Durch den oft humorvollen, witzigen Charakter Schäfers und durch stilistische Mittel drei Punkte statt Kommas in den Atempausen in Dialogen zu setzen, wirkt der Roman noch authentischer.

Festhalten, lesen, nicht ohnmächtig werden, kann ich nur raten.
Außerdem wird Schäfer weiter ermitteln, ein weiterer Roman wird folgen.

3 comments on “Ohnmachtsspiele – Georg Haderer”

  1. Da fragt man sich beim Lesen von literatwo.wordpress.com schon, ob man nicht komplett auf den Kopf gefallen ist. Danke für eure Einsichten

Vorhang auf für eure Worte...