Scherbenpark - ein signiertes Exemplar von der Autorin persönlich
Scherbenpark – ein signiertes Exemplar von der Autorin persönlich

Drei Jahre ist es her, als ich Scherbenpark las. Drei Jahre ist es her als ich meine Rezension mit den Worten „Frau Bronsky, ich warte auf Nachschub.“ beendete.

Und was ist heute?

Heute erfahren wir, dass „Scherbenpark“ schon sehr bald auf den Kinoleinwänden zu sehen ist.

Zudem tauchen wir tief in ihrem neuen RomanSpiegelkind und haben bereits zwei Rezensionen zu ihrem Werk verfasst. Es gibt sogar ein handgemaltes Bild von Peggy Steike, eine Art malerische Rezension, welches jetzt im Besitz von Alina Bronsky ist. Eine magische Begegnung – unbedingt anschauen und darin versinken.

Aufgeregt warten wir jetzt auf den zweiten Teil „Spiegelriss“ und sind im Bronsky-Lesefieber.

Aber nun zurück zu Scherbenpark. Ihr Erstlingswerk ist noch gut in Erinnerung. Damals wurde es für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und ich habe es signiert von der Autorin persönlich zugeschickt bekommen.

Fast ohne Atempause habe ich „Scherbenpark“ verschlungen.

Verschiedene Kapitel gehören zu einem Buch dazu und meistens braucht man diese auch. Doch ich hab mich belehren lassen, denn dieses Buch hat keine Kapitelaufteilungen und das ist auch gut so. Das Buch entwickelt von Seite zu Seite einen Sog, der es einfach nicht zulässt eine Pause einzulegen.

Es geht um die Protagonistin Alexandra Naimann, Rufname Sascha. Sascha hat ihr ganzes Leben noch vor sich, ist sich aber in zwei Dingen ziemlich sicher. Zum ersten, sie will Vadim umbringen und zum zweiten, sie will ein Buch über ihre Mutter schreiben.

Ein 17-jähriges Mädchen, eine hochbegabte russische Immigrantin, was bisher soviele tragische Erlebnisse hatte, bleibt trotzdem tapfer und voller Energie. Sie lässt sich in keine Opferrolle zwingen, behält weiter ihr loses Mundwerk und ihre humorvolle Ader und das in einem Hochhausghetto, namens Scherbenpark. Mit Ehrgeiz eignet sich die von Moskau nach Deutschland Gekommene, sämtliche Sprachen an, besucht ein Elitegymnasium und schlüpft teilweise in die Mutterrolle, trotz der Schicksalsschläge die sie ereilten.

Doch dann kommt endlich Unterstützung. Die Großtante kümmert sich um Saschas Geschwister Alissa und Anton. Sascha ist nun wieder in ihrer Teenagerrolle und sie trifft fast der Schlag, als sie in an einem Kiosk auf einer Zeitung, ein Interview mit Vadim sieht. Sie kämpft sich ohne Umwege bis zum Zeitungsverlag durch um Details zum Bericht zu erfahren und begegnet Volker Trebur. Ein näheres Kennenlernen und die Begegnung mit Volkers Sohn Felix, bringt Veränderung. Obwohl Sascha Männer hasst und schier verzweifelt ist, begegnet sie nun nach und nach der Liebe. Sie betritt unbekanntes Terrain und das Leben fängt sich zu drehen an.

In einem immer mehr anwachsenden Tempo, bin ich durch den Debütroman von Alina Bronsky, fast schon geflogen.

Sascha, die man anfangs einfach nur trösten möchte, entwickelt sich zu einer faszinierenden Frau die ganz genau weiß wie weit sie gehen kann. Frau Bronsky schafft es, den Schmerz, die Verluste, das Elend und auch die Verzweiflung so treffend zu verpacken, dass diese fast schon nicht mehr als solche ankommen und es auch nicht sollen.

Mit viel Humor und facettenreichen Charakteren ist es ein Erlebnis die Seiten zu verschlingen. Die direkte Sprache, ohne diverse Verschnörkelungen, die nüchterne Betrachtungsweise sowie detaillierte Beschreibungen, fesselten mich und tun es immer noch. Das Eintauchen in die jugendliche Denkweise und die oftmals ghettomäßige Sprache ist leicht. Ob rennen, laufen, rollen oder wie auch immer, einmal muss man durch den Scherbenpark gegangen sein.

Das Buch hat die Nominierung zum deutschen Jugendliteraturpreis wahrlich verdient! Frau Bronsky, ich warte auf Nachschub.

Literatwo ist im Bronsky-Fieber und passend zur morgigen Premiere der Verfilmung „Scherbenpark“ haben wir ein kurzes Interview mit Alina Bronsky geführt, welches wir euch nicht vorenthalten möchten.

Kannst du uns sagen, wann der Film in den deutschen Kinos anlaufen soll?

Premiere ist am Donnerstag auf dem Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken, wann der richtige Starttermin ist, weiß ich leider noch gar nicht.

Bist du mit der Filmbesetzung zufrieden?

Ich bin ganz begeistert! Die Besetzung ist auf jeden Fall sehr sehr stark, gerade Jasna.

Was würdest du gern am Drehbuch ändern oder hattest du gar keinen Einblick? Wieviel Mitbestimmungsrecht hast du als Autorin oder sind alle Rechte verkauft?

Ich hatte wegen ein paar organisatorischer Missverständnisse vorab praktisch keinen Einblick, und später wollte und konnte ich mich gar nicht einmischen. Die Rechte waren sowieso verkauft, außerdem habe ich dem Team, insbesondere der Regisseurin Bettina Blümner („Prinzessinnenbad“) absolut vertraut.

Wirst du beim Dreh auch persönlich ab und an anwesend sein?

Die Dreharbeiten waren vor einem Jahr, und ich habe sie einmal ganz kurz besucht und gedacht: Oh, hier wird ja richtig gearbeitet, ich störe eigentlich nur.

Wie gefällt dir der erste Trailer?

Ich bin total gerührt, die Figuren aus meinem Roman in einem Film zu sehen. Sehr vielversprechend, würde ich sagen.

Die Protagonistin Sascha wird von Jasna Fritzi Bauer in der Hauptrolle gespielt. Für einige von euch bereits ein bekanntes Gesicht, da die Schauspielerin im Jahr 2012 den New Faces Award der Zeitschrift Bunte als beste Nachwuchsdarstellerin für den FilmEin Tick anders“ erhielt.

Auch Ulrich Noethen in der Rolle von Volker Trebur ist kein unbekanntes Gesicht und auch keine unbekannte Stimme. Er ist ein bekannter Hörbuchsprecher bspw. von „Jeder stibt für sich allein“ von Hans Fallada und er ist die Stimme von Jim Knopf. Zudem hat er Heinrich Himmler in „Der Untergang“ verkörpert.

Die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Bettina Blümner wurde mit dem deutschen Filmpreis im Jahr 2008 für „Prinzessinnenbad“ ausgezeichnet. Den kompletten Cast zum Film, findet ihr auf der MM-Filmpresse Homepage.

Wir sind sehr auf den Film gespannt, drücken Daumen und freuen uns für Alina Bronsky. Die Bronsky-Welle haben wir im literatwoischem Blick und freuen uns darauf, weiter zu berichten.

Großer Dank auch von uns an das Team der MM-Filmpresse, für das zur Verfügung stellen der Bilder für den Artikel und die großartige Kommunikation.

„Scherbenpark“ macht nicht nur von sich Lesend, sondern bald auch Hören- und Sehend. Ganz großes Bronsky-Kino!

Vielleicht ist jemand von euch bei der Premiere morgen in Saarbrücken dabei?

Wir würden uns über Feedback freuen und wünschen euch einen tollen Abend! Alina Bronsky ist zwar nicht am Donnerstag bei der Premiere dabei, aber sie ist am Freitag vor Ort, da es noch weitere Vorführungen geben wird und mehr als gespannt, auf die Verfilmung.

Für euch gibt es hier vorab den Scherbenpark – Trailer

0 comments on “[Rezension, News & Interview] „Scherbenpark“ – Alina Bronsky”

  1. Erinnere mich, wie ich’s an einem Tag verschlungen habe. Es danach bei einem Glas Rotwein sacken ließ und mich innerlich freute. „Scherbenpark“ hat definitiv eine Verfilmung verdient – mal gucken, wie sie wird!

Vorhang auf für eure Worte...