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Anke Höhl-Kayser – eine vielseitige Autorin.

Die Mischung macht es bei ihr und sie überzeugt mit beiden Büchern. Zum einen schreibt sie Lyrik – wir haben euch ihr Werk „Stille wird hörbar wie ein Flüstern“ – bereits vorgestellt. Zum anderen schreibt sie in eine komplett andere Richtung, die Fantasy.

Kann das gelingen? Gleich vorweg – JA es kann!

Ihrer Roman-Schreibkunst lässt sie freien Lauf und stellte mir den 12-jährigen Ronar vor. Ein etwas unnormaler Junge. Er unterscheidet sich von den anderen im Aussehen und seiner Art. Dadurch wird er geärgert, zudem kommt noch hinzu, dass er der angenommene Sohn der Schmiedfamilie ist und somit immer ein Fremder bleibt. Er arbeitet hart, wird geduldet, hat selbst aber keine große Freude in seinem Zuhause und auch keine Freunde. Seine richtige Familie kennenlernen, das ist sein Traum, eines Tages Vater und Mutter sagen zu können.

Eines Abends gelangen dunkle Reiter ins Dorf und enführen seine Ziehschwester Irith. Ronar möchte sie suchen und erklärt sich bereit, in den gefürchteten Nebelwald auf Sina zu reiten. Ohne große Angst macht er sich auf die Suche nach ihr und trifft auf einige merkwürdige Gestalten.

Athanian, ein Elthe, rettet ihn vor großer Gefahr und geht ab sofort mit ihm. Er entwickelt sich zu einem Freund, einem Verbündeten, einem Vertrauten.

„Wir lernen solange es uns gibt, und während unser Körper nur eine begrenzte Zeit wächst, können wir ewig Wissen in uns aufnehmen wie in Baum Wasser aus der Erde.“

Er muss durch den Nebelwald, er muss zur Burg gelangen, denn Irith wird dort gefangen gehalten. Elaran, der Schwarze König, so lautet dessen Name, der ärgste Feind Athanians, hat Irith in seiner Gewalt. Ein schwarzer Magier – der Hass hat seine Macht ins Unermessliche gesteigert.

Ronar wird von dessen Macht immer mehr angezogen. Er muss entscheiden was er fühlt und wie er handelt und darf sich selbst dabei nicht verlieren. Ein Kraftakt – ein Ereignis jagt das nächste und Ronar muss sich konzentrieren. Die Kräfte beider Rivalen sind stark und letztlich kann nur Ronar entscheiden, auf wessen Seite er stehen möchte…Vater oder Freund…rot oder blau…

Für Ronar scheint ein neues Leben zu beginnen, eine neue Welt öffnet sich ihm, das Burgleben und die Burgbewohner drängen sich in den Vordergrund. Doch tief in ihm schlummern Gedanken, Gedanken die an die Oberfläche wollen, Gedanken die ihn retten könnten, wenn sie nicht so tief in ihm verschlossen wären…

Zu jedem Schloss gibt es einen Schlüssel, doch selbst dann muss der Schlüssel noch ins Schloss gesteckt werden…

„Einen Schritt auf den richtigen Weg und die Richtung ist entschieden. Der eine Schritt ist ganz leicht. Aber das was diesem Schritt vorausgeht, nämlich die Entscheidung, wohhin man seinen Fuß setzen soll, das ist meist sehr viel schwerer.“

Ronar – ein fantastisches Abenteuerbuch voller Zauber und Magie. Es hat jede Menge Spaß gemacht, mit Ronar nach Irith und nach seiner Herkunft zu suchen. Die Gefahr saß uns dabei im Nacken. Trotz der Dunkelheit und vor allem der Ungewissheit, habe ich gemeinsam mit ihm, neue Welten kennengelernt. Wir haben die Bewohner des Unterwasserreiches, des Erdreiches und des Waldes kennen gelernt.

Anke Höhl-Kayser hat in Ronar einen Charakter geschaffen der durch und durch plausibel ist. Ganz ehrlich – eine Stelle wollte ich anzweifeln, bei einer Stelle das Buch zuschlagen und Ronar alleine lassen. Das Gefühl war einfach zu mächtig, dass sich nichts mehr ändern kann und wird. Ich habe weitergelesen, zum Glück, denn was genau nach dieser Stelle passierte, habe ich nicht im Geringsten kommen gesehen.

Gefühle, Emotionen und vor allem Poesie kommen im Roman nicht zu kurz, trotz des Genres und keine einzige Stelle wirkt zu überladen oder kitschig. Dieses Maß muss gefunden werden, dann fühlt sich der Leser wohl. Anke Höhl-Kayser findet dieses Maß und schafft es glühende Sätze zu erschaffen, so glühend, dass sie sich beim Lesen einbrennen.

Allen Fantasyfans und Abenteurern kann ich dieses Buch mehr als empfehlen. Das Eintauchen in eine andere Welt ist garantiert, Spannung ist vorhanden, bildhafter Inhalt, viel Fantasy, Konfrontationen mit unserer Existenz und der Handlungsverlauf ist wenig vorhersehbar.

Vorurteile gegenüber Büchern, welche bei BOD verlegt sind, hatte ich noch nie. Wer welche hat, sollte sie mit beseitigen, denn Anke Höhl-Kayser wird dies mit Ronar bei jedem gelingen. Spannend ist auch zu erfahren, wie lange die Idee zu Ronar schon in ihr schlummerte. Umso besser, dass sie ihn endlich geschrieben hat, zum Leben erweckte.

Mit diesem Roman ist aber nicht genug, das Abenteuer geht weiter, denn es gibt einen zweiten Teil. „Ronar – Zwei Welten“ – so der Titel. Geheimnisvoll und abenteuerlich wird es werden. Ich freue mich wieder auf Ronar zu treffen und denke, dass ich noch einmal so positiv überrascht sein werde.

Den ersten Teil kann man als in sich abgeschlossen werten, allerdings bleiben ein paar Fragen offen, welche man gern von der Autorin im zweiten Teil beantwortet haben will.

Sehr gern sogar!

Begebt euch auf eine aufregende REISE, besucht die BURG und haltet die Luft an, bei der  ENTSCHEIDUNG, denn die erzeugt Gänsehaut…

0 comments on “Ronar – poetisch fantastisch…”

  1. Euren Artikel muss man schon wegen der Bilder gesehen haben. Und je öfter man liest, desto mehr Schönes entdeckt man.
    Danke, von ganzem Herzen, bin immer noch sprachlos!
    Ganz liebe Grüße,
    Anke

  2. Nachdem ich eine Nacht über diesen wunderbaren Artikel geschlafen – oder besser gesagt, nicht geschlafen habe 😉 , sollt ihr beiden Teil haben an meinen Gedanken und meiner Freude

    Liebe Bianca, lieber Arndt,

    gestern habt ihr diesen wunderschönen, für mich immer noch unglaublichen und mit einzigartigen Bildern versehenen Artikel veröffentlicht.

    Ich bin zutiefst dankbar für diesen Artikel.
    Zum einen für eure Worte des Verstehens, die zeigen, dass da jemand gelesen hat, der hinter die Geschichte geschaut hat. Jemand, dem aufgefallen ist, worum es in „Ronar“ wirklich geht. Das ist nicht selbstverständlich. Und das tut so gut, ihr könnt es euch kaum vorstellen.
    Zum anderen für die schlicht überwältigende Aufmachung – anders kann ich das nicht sagen -, die überall, wo ich den Beitrag verlinke, große Begeisterung auslöst.
    „Liebevoll“, sind die Worte, die ich dazu höre, „ein Traum“, und „wunderschöne Rezi, eine hohe Wertschätzung deiner Arbeit“.
    Das trifft es ganz besonders gut, wie ich meine: in jeder Zeile eures Artikels fühle ich die Wertschätzung, die ihr meinem literarischen Kind entgegenbringt.

    Dass das nicht allgemein üblich ist, liegt am zweiten Punkt, für den ich mich bedanken möchte:

    Ich bedanke mich dafür, dass ihr das Thema BoD angeschnitten habt. Dass du, liebe Bianca, ganz offen sagen konntest: „Ich habe damit kein Problem.“
    Es ist mutig, sich auf eurem großartigen Blog gegen die Leute zu stellen, die BoD ohne Ansicht des einzelnen Werkes pauschal verdammen. Ihr habt eine Lanze nicht nur für mich, sondern auch für jene anderen BoD-Autoren gebrochen, die ihr Können und ihr Herzblut in ihre Werke gesteckt haben und die wie ich unter diesen Vorverurteilungen zu leiden haben.
    Danke für diese Worte und danke für den Mut, es lässt mich tief durchatmen und hoffen, dass sich noch andere finden werden, die bereit sind, einen vorurteilslosen Blick auf die Autoren des Selbstverlages zu werfen.

    Es grüßt euch von Herzen

    Anke

  3. Du sollst doch schlafen 😉

    Anke – ich – wir – sind einfach nur gerührt und sprachlos – deine Worte lassen unser Leser- und Bloggerherz höher schlagen und aufblühen. Es macht ergriffen, soviel mit diesem Bericht ausgelöst zu haben.

    Danke – sprachlos und ohne Worte – wir- ich.

  4. Wer den vollen Genuss haben möchte, sollte eine von Ankes zahlreichen Lesungen besuchen.
    Sie zu hören ist ein Erlebnis der besonderen Art, sie füllt den Saal mit ihrer Präsenz und haucht den Figuren Leben ein.
    Danach hat man nur noch den Wunsch alles zu lesen, was sie jemals geschrieben hat!

    Heidi Christina Jaax

Vorhang auf für eure Worte...