Ein Baum wächst in Brooklyn ~ Betty Smith

Manchmal braucht es einfach eine Veränderung. Da lässt man Dresden hinter sich und reist kurzerhand nach Brooklyn. Das klingt gut oder? Ich bin allerdings nur gedanklich gereist, aber das tat sehr gut. Manchmal braucht es einfach ein Buch, was da ist und sich ganz ruhig und gemütlich verhält und somit einlädt, genau dann einzutauchen, wenn man einen Ruhepohl sucht. Das alles bietet der Roman von Betty Smith (Insel). Er krallt nicht, er beißt nicht, er ist wie eine Decke, die sich um den Leserkörper hüllt.

Wenn ich dir jetzt sage, dass ich 21 Tage lang für die 621 Seiten brauchte, wirst du abwinken und mit dem Kopf schütteln. Warum so lange für ein Buch, auf welches ich mich so verdammt dolle gefreut habe? Es liegt daran, dass das Leben sich so trubelig wie nie gezeigt hat und mal wieder die ein oder andere Überraschung parat hatte. Es fehlte an Lesezeit und doch hätte kein anderes Buch so gut an meiner Seite verweilen können. Atempausen hat es mir gegönnt, mich immer sofort dort abgeholt wo ich aufgehört habe und es war, als ob ich nie pausiert habe. Klingt nach Lesebalsam und das ist es auch.

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