Nachts träum ich vom Frieden Tagebuch 1941 – 1945 ~ Carry Ulreich

Carry Ulreich sagt selbst über sich, dass sie die Anne Frank mit Happy End ist. Sie hat überlebt, sie lebt heute in Tel Aviv und du kannst lesen, was sie erlebt hat. Ich habe gespannt zu ihrem Tagebuch gegriffen und machte mich auf eine zweite Anne Frank gefasst, zum Glück in dem Fall nicht mit einem tödlichen Ende. Gegen das Vergessen zu lesen ist wichtig und ist vor allem nie verkehrt. Ich möchte dir aus diesem Grund heute dieses Sachbuch ans Herz legen.

Es ist immer ein komisches Gefühl, in einem Tagebuch zu lesen. Man kommt sich immer so neugierig vor, da spielt es keine Rolle, welches Alter das Tagebuch hat. So empfinde ich zumindestens. Den ersten Eintrag hat Carry Ulreich am 17. Dezember 1941 vorgenommen. Da lebte sie mit ihrer Familie noch in Rotterdam, besuchte eine jüdische Schule und war gerade mal junge 15 Jahre. Kannst du dich an die Zeit erinnern, als du 15 warst? Es war doch herrlich – das Leben war unbeschwert, ich war viel mit Freunden an der frischen Luft und Jungs wurden immer interessanter. Bei Carry sieht das ganz anders aus. Krieg heißt das große Thema, die Angst ist vorherrschend und seit einigen Tagen werden jüdische Geschäfte geschlossen. Es sollen Fabriken folgen und schließlich wird es Pflicht, den gelben Stern sichtbar zu tragen, an den Sachen festzunähen. Die Juden werden immer mehr bedrängt, bedroht und nach und nach in Arbeitslager gebracht. Rotterdam ist nicht mehr sicher, auch Carry und ihre Familie sind in Gefahr und versuchen unterzutauchen…

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