2

Schlagwort: Gegen das Vergessen

Der Letzte im Dresdner Bombenhagel

Der Letzte von uns ~ Adelaide De Clermont-Tonnerre

Als ich gelesen habe, das im Roman „Der Letzte von uns“ (Aufbau) Dresden eine Rolle spielt, wollte ich ihn natürlich lesen. Ich habe einen Hang zu diesen Romanen, da sich das Lesen natürlich noch intensiver anfühlt, wenn man sich in der Stadt wiederfindet, in der man auch lebt.

Bomben fallen vom Himmel, als ich im Roman in Dresden, im Jahr 1945, ankomme. Es brennt überall, die Menschen sind auf der Flucht, die Angst liegt in der Luft und Luisa ist schwer verletzt. Doch nicht nur das, sie ist auch noch schwanger und ihr Sohn schafft es kurz vor ihrem Tod auf die Welt. Ein Säugling namens Werner, mitten im Krieg, ohne Mutter, ohne Vater – er ist der Letzte…

Während in Dresden die Menschen bangen und auf Frieden hoffen, jagt der junge Wern(er) in Manhattan im Jahr 1969, jedem jungen Rock hinterher. Er liebt die Frauen, er ist charmant und er ist ein aufstrebender Unternehmer, der die Freiheit und sein Leben genießt. Als ihm allerdings die junge Rebecca über den Weg läuft, steht sein Herz in Flammen. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, bei dem sich Wern mächtig ins Zeug legt. Die zwei scheinen füreinander geschaffen, bis zu dem Tag, als Wern seine zukünftigen Schwiegereltern kennenlernt. Ein Zwischenfall mit Rebeccas Mutter, eine merkwürdig kalte Begegnung mit ihrem Vater und die Krönung des Treffens – Rebecca ist weg, die Familie scheint untergetaucht und Wern ist alleine und verzweifelt – er ist der Letzte…

(mehr …)

Das Lied ist aus ~ Henny Brenner

Das Lied ist aus ~ Henny Brenner

Erschreckend, wichtig & aus einer selten beleuchteten, aber mindestens genau so schlimmen Perspektive geschrieben.

Als ich das Buch in meiner Lieblingsbuchhandlung Findus sah, wusste ich, dass ich es lesen muss. Ein jüdisches Schicksal in Dresden – schon das Cover erzeugte in mir Gänsehaut, da ich sofort an die Bank im Großen Garten mit den Worten „HINSEHEN“ denken musste, die an das damalige Verbot erinnert, dass dort Juden nicht sitzen durften. Und natürlich an die Bombennacht – die Nacht, die Henny Brenner rettete, so unglaublich es klingt.

„Den Bomben, die in jener denkwürdigen Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 die Stadt Dresden dem Erdboden gleichmachten, verdanke ich mein Überleben.“ (Seite 15)

Dieser erste Satz, nach dem Vorwort von Iring Fetscher, zog mich sofort zu Henny Brenner. Ihr Schicksal spielt ganz in der Nähe meiner Wohnung. Unweit von mir befindet sich der Fetscherplatz, wie auch die Mutschmannvilla. Diese Nähe bringt mich natürlich noch intensiver zwischen die Seiten.

(mehr …)

Der Junge auf dem Berg ~ John Boyne

Junge
Der Junge auf dem Berg ~ John Boyne

Schon das Wort „Junge“ von Boynes Neuling lässt erahnen, dass wir Gegen das Vergessen lesen und das es gut wird und emotional. Denn ein Boyne ist ein Boyne ist ein Boyne – richtig? Wir kennen ihn (hoffentlich) alle, den Jungen im gestreiften Pyjama. Eine bewegende Geschichte die nicht nur eine Geschichte ist und kein Leserauge trocken gelassen hat. Ich war ergriffen und habe geweint.

Nun machte ich mich also bereit für den Jungen auf den Berg und das dieser Berg kein ganz normaler ist, ist logisch. Es handelt sich hier um den Obersalzberg. Richtig, um Hitlers Feriendomizil, ein Haus, der Berghof. Allerdings lernen wir den Jungen Pierrot Webers nicht als deutschen Jungen, sondern als Franzosen kennen. Er lebt recht behütet mit seinen Vater (vom ersten Weltkrieg psychisch gezeichnet) und seiner Mutter. Kurze Zeit später verliert er beide Eltern und kommt in ein Waisenhaus. Pierrot wäre lieber zu seinem besten Freund gezogen. Er und Anshel Bronstein sind beste Freunde, haben geheime Zeichen und dort hätte er bei seinem Hund sein können. Doch Anshel ist Jude und der zweite Weltkrieg ist im Anmarsch.

(mehr …)

„Elefantenwinter“ ~ Michael Morpurgo

Elefantenwinter ~ Michael Morpurgo

Bestimmt Bücher fordern bestimmte Leseorte. Vor allem dann, wenn gleich zu Beginn der Große Garten in Dresden erwähnt wird.

Also habe ich mir Elefantenwinter (Aladin) von Michael Morpurgo geschnappt und mir eine ganz bestimmte Bank zum Lesen ausgesucht. „Hinsehen“ – eine Bank, ein Denkort im Großen Garten, ein Gegen-das-Vergessen Platz, thematisch zum Buch.

13. Februar

In einem kanadischen Altenheim ruft Karl, der Sohn einer Pflegerin, bei einer älteren Dame namens Lizzie Erinnerungen wach.  Karli hieß Lizzies Bruder und an ebendiesen erinnert sie sich, als sie ihn erblickt. Ihre Geschichte, die Geschichte um den Elefanten namens Marlene, möchte sie ihm erzählen. Keiner glaubt ihr, aber der kleine Karl spitzt die Ohren und wehrt sich, als seine Mutter ihn aus dem Zimmer der Dame schicken möchte. Er möchte zuhören und schon nach wenigen Sätzen sind er und seine Mutter zwischen ihren Worten gefangen.

(mehr …)

Holocaust-Gedenktag 2014 – Literatwo öffnet „Hanas Koffer“ von Karen Levine

https://i2.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/511U6GzqUQL._SY344_BO1,204,203,200_.jpg?w=640

„Die Vergangenheit wirft ihren Schlagschatten auf gegenwärtiges und zukünftiges Gelände. Vergegenkunft nannte ich später meinen Zeitbegriff…“

Günter Grass „Schreiben nach Auschwitz“ – 13. Februar 1990

Seit wir gemeinsam „Gegen das Vergessen“ der Opfer des Holocaust schreiben, werden wir Literatwos ständig mit diesem zeitlosen Zeitbegriff konfrontiert, da wir den historischen Schlagschatten des Erinnerns gerade in Büchern immer wieder spüren. Manchmal sind es Namen, oftmals Orte und immer wieder auch Gegenstände, die uns einholen und den Blick in die Vergangenheit richten lassen. Einer dieser Gegenstände ist ein Ring, über den ich vor kurzem schrieb. Jener Ring eines gefallenen Soldaten, der nun in meinen Händen liegt und damals alles veränderte: Weihnachten 1944…

Schlagschatten… Aus ihnen möchten wir selbst täglich lernen und anderen Menschen immer wieder vor Augen führen, dass sich Automatismen der Vergangenheit nur dann wiederholen können, wenn wir sie bis heute nicht verstehen. Erinnern heißt für uns auch Verhindern! Im Schreiben hier, in Gesprächen mit Freunden und im Dialog mit Jugendlichen an Schulen.

(mehr …)

[Herzensdenkmal] Die Bücherdiebin – Markus Zusak

Die Bücherdiebin ~ Markus Zusak
Die Bücherdiebin ~ Markus Zusak

Bücherdiebin

Herzensbücher sind wohl so richtige Herzensbücher, wenn sie ein zweites Mal gelesen werden.

Oftmals bleibt wenig Zeit bei der Bücherflut auf dem weiten Buchmarkt erneut zu einem Schatz zu greifen, der das Leserleben vor ein paar Jahren richtig erhellte. Manchmal muss es aber sein und seit Weihnachten 2012 ruft eines meiner absoluten Lieblingsbücher danach, wieder in die Hand genommen und vor allem gelesen zu werden. Knapp vier Jahre ist es her, dass ich Markus Zusaks Werk regelrecht verschlang.

Ein besonderes Wort hat sich bei mir eingebrannt, ein Wort welches ich nie, nie, nie vergessen werde.

Ein magisches Wort, das Liesel Memingers Pflegemutter Rosa Hubermann zuzuordnen ist. Ein Wort welches den kompletten Roman durchzieht und eine mehr als tiefe Bedeutung hat. Klingt anders? Ist es aber nicht! Erlest es und ihr werdet das Wort ebenso lieben.. Versprochen, ihr Saumenschen! 😉

(mehr …)

„Blumen für den Führer“ – Jürgen Seidel

https://i0.wp.com/ecx.images-amazon.com/images/I/513wCjrLTHL._SY344_BO1,204,203,200_.jpg?w=640

„Blumen für den Führer“ ist der erste Roman der Betrogenen-Trilogie aus der Feder Jürgen Seidels. Im klassischen Sinne handelt es sich hierbei nicht um eine Trilogie, sondern um drei unabhängige Bücher bei denen der Nationalsozialismus die Klammer um die gesamte Handlung bildet.

ABER – bevor wir euch jetzt dieses Werk näher bringen wollen, ein paar Worte vorab.

Literatwo gibt es nun schon fast drei Jahre und wir blicken auch gern zurück, wie ihr wisst. Genauso gern lesen wir auch zurück. Klingt komisch? Ist aber so, denn besagten ersten Roman haben wir uns gemeinsam gekauft, als wir im März 2010 die Buchmesse in Leipzig besuchten und natürlich gemeinsam gelesen.

Eigentlich war uns so als ob wir euch dieses Werk, welches in der Zeit des Nationalsozialismus spielt, schon längst vorgestellt hätten. Doch in der großen Literatwo-Bücherflut konnten wir es nicht finden und auch sonst zeigte uns die Weite des Internets an, dass keine Rezension von uns zu finden ist.

(mehr …)

Facebook

Likebox Slider Pro for WordPress
%d Bloggern gefällt das: