Schlagwort: Nino Haratischwili

Mein sanfter Zwilling ~ Nino Haratischwili

Mein sanfter Zwilling ~ Nino Haratischwili

Nino Haratischwili hat mir im September 2015 ihren Roman „Mein sanfter Zwilling“ signiert. Es war ein sehr schöner Abend, Nino hat damals aus ihrem Werk „Brilka“ gelesen. Inzwischen wurde „Die Katze und der General“ veröffentlicht und ich habe endlich Lesezeit für ihren sanften Zwilling gefunden, der eigentlich nicht sanft und auch kein Zwilling ist. Die Ausgabe gibt es beim btb-Verlag auch nicht mehr, die von der Frankfurter Verlagsanstalt passt aber sowieso besser zu den anderen Romanen von ihr.

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Die Katze und der General ~ Nino Haratischwili

Die Katze und der General ~ Nino Haratischwili

Wer das Cover von Nino Haratischwilis neuem Roman „Die Katze und der General“ aufmerksam betrachtet, findet recht schnell den Zauberwürfel – auch Rubiks Würfel, genannt. Ein faszinierender Würfel, mit dem man recht lange spielen kann, vor allem wenn man den richtigen Dreh noch nicht raus hat. Ebendieser Würfel spielt im Roman eine große Rolle. Er hat Protagonistin Nura gehört und sie ist der rote Faden im knapp 800 Seiten Werk. Hast du so einen Zauberwürfel und wenn ja, hast du ihn schon gelöst? Doppelt knifflig wird es, wenn du den Roman beginnst und gleichzeitig versuchst den durcheinander gebrachten Zauberwürfel wieder so zu drehen, dass er auf allen sechs Seiten eine Farbe besitzt.

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Der Literaturexpress ~ Lasha Bugadze

Der Literaturexpress ~ Lasha Bugadze
Der Literaturexpress ~ Lasha Bugadze

Seit Nino Haratischwilis Werk – ohja, ein richtiges Meisterwerk – ist mir Georgien sehr bekannt. Ich habe mich dort lesend über einen sehr langen Zeitraum aufgehalten. Gemeinsam mit meiner Leseseele bin ich gereist und habe mich dort im Land mit ihr so frei bewegt, als wäre es mein Zuhause. Für Brilka ~ Unsere Lesereise“ eine unvergessene Leseerfahrung, die nicht nur mich geprägt hat. In Georgien habe ich mich sehr wohl gefühlt, auch wenn ich nicht nur schöne, sondern auch viele harte Lebensseiten kennengelernt habe.

Es ist also völlig klar, dass ich Lasha Bugadzes Roman lesen muss. Nino Haratischwili hat zwar nicht ihre Autorenkraft in das Buch namens Der Literaturexpress (Frankfurter Verlagsanstalt) gesteckt, aber sie hat diesen übersetzt und welcher Übersetzerin soll man bitteschön vertrauen, wenn nicht Nino Haratischwili?

Ihr ganzes Feingefühl und ihr ganzes Übersetzerinnenkönnen wird in diesem Schatz enthalten sein.

Dieses Mal musste ich nicht meine Koffer packen und nach Georgien reisen, sondern ein Georgier macht sich auf den Weg nach Europa. Lissabon – so lautet die erste Station.

Einsteigen bitte…

Der Literaturexpress ~ Lasha Bugadze
Der Literaturexpress ~ Lasha Bugadze

Gemeinsam mit Zaza besteige ich den Zug. In den nächsten Tagen werden wir weit reisen und die Fahrt wird auf jeden Fall literarisch werden. Schließlich sitzen 99 Autoren mit uns im Schienenverkehrsmittel und arbeiten eifrig an ihren Worten. Quer durch Europa soll es gehen. In Madrid wird der Zug halten, um dann weiter nach Paris zu fahren. Wir werden Brüssel sehen, in Frankfurt und Malbork aussteigen. Kaliningrad und Moskau warten auf uns und auch Warschau und Berlin werden wir sehen. Große Städte, große Autoren, große Worte – es wird groß.

Doch kann es wirklich groß werden, wenn so viele Autoren in einem Zug sitzen? Ist da wirklich Literatur vorprogrammiert?

Gleich auf der ersten Seite finden wir einen Satz, der schon erahnen lässt, was auf den nachfolgenden 300 Seiten passieren wird.

„Erst teilte man mir mit, dass ich mit neunundneunzig anderen Autoren durch Europa reisen sollte, kurz darauf sah es so aus, als würden die russischen Bomben mich umbringen, und am Ende stellte sich heraus, dass ich nicht das Unschuldslamm war, für das Elene mich gehalten hatte.“ (Seite 7)

Zaza sieht sich nicht in der Lage zu schreiben. Überhaupt kommt er sich zwischen den emsig arbeitenden Kollegen überflüssig und falsch vor. Warum ist er überhaupt in diesem Zug? Nicht erst im Zug stellt er fest, dass er nicht der einzige Georgier ist. Zwiad ist auch im Zug – ein Lyriker – muss ich mehr sagen?

Mit diesen zwei Charakteren braucht Lasha Bugadze kaum weitere Protagonisten, denn es gibt viel zu erzählen. Der neue Alltag bietet so viel Platz für Ereignisse, komische Situationen und quere Gedankenströme, dass man denken könnte, dass für zwischenmenschliche Begegnungen und Gefühle kaum Platz ist.

Literaturbetrieb ~ Liebe ~ Lebensrhythmus…

Der Literaturexpress ~ Lasha Bugadze
Der Literaturexpress ~ Lasha Bugadze

Der Literaturexpress ist eine Art Spiegel der schreibenden Welt. Schreiben Autoren wirklich gern in solch großer Gesellschaft? Will jeder der beste sein? Wie verhält es sich mit Eitelkeit, Geheimnissen und Schreibtechniken? Kann jeder beim ersten Fingerschnippen losschreiben und sich in einem Text bis zum Galaabend in Berlin verewigen?

Zaza kann es auf keinen Fall – er beobachtet lieber das Publikum um sicher herum, verliebt sich in die schöne Helena aus Griechenland und beteiligt sich an themenreichen Diskussionen. Wer ist echt – wer spielt falsch?

Lesevirus – Schreibvirus – Selbstfindung – Rebellion – Sex – jede Menge bunte Gedanken um die literarische Welt, in einer realen Welt, in einer Literaturumgebung – die halbecht ist.

„Wenn man nicht anfängt zu hassen, dann kann man auch nicht aufhören zu lieben!“ (Seite 276)

Lasha Bugadze nimmt uns nicht nur mit in einen literarischen Zug voller Autoren und Buchgedanken, sondern er vereint in seiner Hauptfigur Zaza viele Facetten der 99 anderen Autoren. Er lässt tief blicken, greift ebenso nach der Oberfläche und wechselt völlig die Perspektive, in dem er uns verschiedene Tagebucheinträge präsentiert. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass der Zug immer weiter und weiter fährt, das Leben sich dreht und jede Fahrt ein Ende hat…

Und das Ende? Mein Fazit in einem Wort? GENIESTREICH!

Eure
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Literatur JETZT! Nino Haratischwili

Nino Haratischwili in Dresden
Nino Haratischwili in Dresden

Kolumne 24: #NinoHaratischwili

Es ist wieder Sonntag und ich möchte euch heute vom wohl schönsten literarischen Erlebnis der vergangenen Woche erzählen. Lange haben wir uns auf diesen Tag gefreut. Letzten Dienstag war es dann endlich soweit, der Lesungsabend stand an. Nino Haratischwili in Dresden – endlich! Sie war zwar schon einmal da und zwar in meiner Lieblingsbuchhandlung Findus in Tharandt, aber da war ich nicht da.

19 Uhr holte ich meine beste Freundin, hier als Lesebienchen bekannt, ich sage nur Klassiker-Ecke, vom Zug ab und wir schlenderten gemeinsam in Richtung Neumarkt. Natürlich mussten wir vorher noch in den Starbucks und natürlich mussten wir vorher noch in den Thalia. Ganz klarer Fall – wenn schon, denn schon. Ich bin staatlich anerkannte Orientierungslose und das Lesebienchen auch – aber wir wollen das Ganze mal abkürzen: wir haben uns auf Anhieb gefunden und sind keine Minute zu spät am Lesungsort erschienen. Vor dem Lipsiusbau stand zudem ein Aufsteller und die liebe Nino saß ganz entspannt auf den Stufen vor dem Gebäude. Wir musste noch schnell die neusten Neuigkeiten austauschen und dann haben wir uns schnell eine Eintrittskarte kaufen müssen.

Ja, ihr lest richtig, wir sind da ganz blauäugig ohne Eintrittskarte hin, da wir irgendwie wohl dachten, dass ganz Dresden nur auf uns wartet. Wir haben echt falsch gedacht und konnte noch zwei der letzten 10 Karten ergattern. Wir waren wirklich froh, denn wir wollten unbedingt die total entspannte Nino sehen und lesen hören. Ob wir auch so entspannt wie sie wären, vor so einer Lesung? Diese Fragen stellten wir uns, als wir sie total entspannt mit Handy, Zigarette und Getränk sitzen sahen, nur wenige Minuten vor ihrem Auftritt. Beeindruckend.

Lesebienchen – die Literaturfüchsin, hatte natürlich die Idee, noch vor der Lesung ihren zweiten Roman namens Mein sanfter Zwillingkäuflich zu erwerben. Im Thalia hatten wir kein Glück, da gab es ihn nicht (mehr?), aber dafür vor Ort. Gut so. Vor allem war natürlich die Idee gut, das Werk nicht erst im Anschluss zu kaufen, denn da wollten wir schließlich gleich zu Nino, um unsere Werke signieren zu lassen.

20 Uhr hieß es dann – Literatur Jetzt! Gleichzeitig mit dem Beginn der Lesung wurde die literarische Woche in Dresden eingeläutet. Wir schafften es zwar nur zu Nino, aber wir merken uns schon gleich fürs nächste Jahr vor, dass es Veranstaltungen geben wird – hoffen wir doch.

Nach einer kurzen Vorstellung des „Literatur Jetzt!“ – Programms und einigen Worte der Moderatorin zu und über Nino Haratischwili ging es endlich los. Wir hörten die georgische Autorin aus ihrem Werk, welches wir sehr lieben, lesen. Es gibt Autoren die einfach nicht lesen können, sondern nur schreiben. Es gibt Autoren die (vor)lesen und schreiben können. Nino Harartischwili kann beides und wir hätten ihr wohl noch viel länger lauschen können.

Wir haben uns teilweise in die Lage versetzt, die Textstellen noch nicht zu kennen, um festzustellen, ob sie uns um den literarischen Finger wickeln würde. Das hat Nino auf jeden Fall gemacht, ihr Werk ist einfach grandios und sie hat Stellen vorgetragen, die lockender nicht hätten sein können. Uns ist stellenweise das Wasser im Munde zusammen gelaufen, als sie von der Schokolade gelesen hat. Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle die Einladung aussprechen, die Seite unserer Lesereise zu besuchen. Brilka – unsere Lesereise heißt unser gemeinsames Leseprojekt, welches wir so führen, dass es keine wirklichen Spoiler enthält. Wir wollen euch Lust auf Ninos Werk machen und gleichzeitig unsere Reisegedanken und Reiseerlebnisse festhalten. Aber ihr könnt selbst lesen, was uns zu diesem Projekt bewegte.

Die Lesung ging ca. 2 Stunden und es war beeindruckend, wie durchmischt das Publikum war. Junge und ältere Leser – vor allem aber war die Lesung total ausverkauft und dadurch, dass einige Zuhörer auf der Treppe saßen, denken wir, dass sogar noch ein zwei Karten mehr verkauft wurden. Gut so – denn diesen Abend hätten wir wohl alle nicht verpassen wollen. Ca. 70 Fans von Nino Haratischwili füllten die Gewölbehalle im Lipsiusbau. Das Ambiente war einfach sagenhaft genial und gemütlich. Der Abend war rundum gelungen.

Als Nino sich den Fragen des Publikums gestellt hatte, gingen wir zu ihr. Es war einfach sagenhaft genial, dass sie erkannte, wer wir sind. Dieses Gefühl ist wohl für Leser- und Blogger, allgemein für Fans, unbeschreiblich. Sie findet unser Projekt klasse und ist gespannt, wie es weiter geht. Auch wir sind gespannt, wir ihr Werk enden wird und wissen nun genau, warum es am Ende eine weiße leere Seite gibt. Seit letzter Woche lesen wir nun weiter. Wir haben beide Angst vor dem Ende und würden es am liebsten nie beenden, aber dann würden wir auch nie erfahren, wie Ninos letzter Satz in ihrem wahnsinnig beeidnruckendem Werk lautet.

Und nun? Lesen wir weiter und empfehlen euch dringend, ebenso zu lesen und eine ihrer Lesungen zu besuchen. Ihre Lesereise endet erst im nächsten Jahr und hier findet ihr alle Lesungen auf einen Blickklick.

Lest Brilka – wir können euch nur immer und immer wieder dazu auffordern, denn ihr werdet es nicht bereuen. Mehr als versprochen!

Verratet uns doch im Kommentar, ob ihr das Werk schon gelesen habt, es noch lesen wollt oder stellt uns einfach eure Fragen. Wir freuen uns!

P.S. Lustige Randbermerkung zum Abend: (die können wir uns hier mal an dieser Stelle nicht verkneifen und ihr wollt schließlich auch lachen 🙂 ) Die Moderatorin konnte einfach nicht anders und sprach den Namen der Protagonistin „Stasia“ nicht so aus, wie es da steht, sondern sie sagte immer „Schtasia“. Wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen, es war einfach so herrlich, so typisch sächsisch. Als Schokolade, Schicksal und Schtasia in einem Satz vorkamen, wären wir fast von unseren Stühlen gefallen. Herrlich. Der Abend wird uns nicht nur wegen der Moderation (es gab noch eine herrliche Stelle, die müssten wir euch aber live nachahmen) lange in Erinnerung bleiben.

Eure

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