Meeresrand ~ Véronique Olmi

Was war ich neulich erschüttert. Meine Oma hat mich total aus der Fassung gebracht, als ich sie mit meiner neusten buchigen Errungenschaft, „Meeresrand“ von Véronique Olmi, in der Hand, sah. Natürlich kann sie mein Buch ansehen, aber doch nicht die letzte Seite lesen, mich entsetzt ansehen und sagen: „Oh nein, das wäre kein Buch für mich. Das ist ja schlimm.“ Ich habe bis zu diesem Tag nicht gewusst, dass meine Oma auch so eine ist. Eine die das Ende zuerst liest. Sie macht das immer so, antwortete sie mir ganz trocken. Ich wusste also, dass mich das Ende packen wird, aber nun mal von vorn und natürlich verrate ich dir nicht, was auf der letzten Seite passiert.

Am Indiebookday habe ich mir in der Buchhandlung „LeseLust“ dieses schmale Buch gekauft. Buchhändler Sven Bernitt meinte, dass ich mich darauf einlassen muss, da Olmi sehr eigen & poetisch schreibt. Umso neugieriger wurde ich und innerhalb weniger Stunden war ich durch. Nicht zum ersten Mal machte ich die Erfahrung, dass oftmals die kleinen, schmalen, unscheinbaren Bücher erschlagen und nicht die dicken, schweren. Olmis Buch hat mir sehr zugesetzt und es ist keinesfalls ein Buch für zarte Gemüter oder gar junge Mütter. Ich kann dir gar nicht sagen, wem ich es empfehlen würde. Es ist jedenfalls keine Strandlektüre und es wirkt heftig nach, erschüttert und verstört.

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