Das Labyrinth erwacht ~ Rainer Wekwerth
Das Labyrinth erwacht ~ Rainer Wekwerth

Aaaaaahhhh – wir haben es geschafft, wir sind raus aus dem Labyrinth. Wobei…aaaaaahhhh…nein, wir sind doch nicht raus, aber zwei Welten haben wir überlebt, definitiv.

Das Labyrinth erwacht“ – Es denkt. Es ist böse. Und vor allem erwacht es immer mehr und entfaltet sich zu seiner wahren Größe und Gefährlichkeit.

Allen Jugendlichen sei gesagt: kommt weg vom PC, lasst euer Lieblingscomputerspiel eine Weile ruhen und nehmt euch diesen Roman zur Hand. Alle Thrillerfans aufgepasst, denn was Rainer Wekwerth euch hier präsentiert, ist einfach sagenhaft.

Jugendroman, Thriller und fantastische Elemente geben sich hier die Hand.

UNGLAUBLICH, aber WAHR!

Ursula Poznanski können wir nur Recht geben, denn sie sagt: „Aus dem Labyrinth gibt es kein Entkommen, es hat mir den Schlaf geraubt. Spannender geht’s nicht.“

Diese Aussage trifft den Nagel auf den Kopf, denn an Schlaf war nicht mehr zu denken und zwar genau ab der ersten bis zur letzten Seite. Wir waren wach, wir standen unter dem Spannungsstrom der Worte und der Gefahr, die in unseren Nacken lauerte.

Rainer Wekwerth musste aber erst die Hürde unserer Skepsis, welche von Trilogie zu Trilogie größer wird nehmen und uns überzeugen, dass es so einen Roman noch nicht gab und so viel Potenzial zeigen, dass wir am Labyrinthball bleiben.

Wir haben uns in die Lage der Protagonisten versetzt und sind schließlich ohne Erinnerung an unser bisheriges Leben mitten in einer riesigen Steppe erwacht. Meterhohes Gras wohin man schaut und sonst nichts. Doch, wir waren nackt, splitternackt und konnten uns wage an unsere Namen erinnern. Einen Rucksack mit Sachen, einem Messer und Nahrung zum Überleben des ersten Tages, fanden wir in unmittelbarer Nähe. Plötzlich spürten wir, wie sich uns jemand näherte, ein Junge, dem es genauso erging wie uns. Allerdings trug er eine Botschaft bei sich, welche er zwischen seinen Sachen fand.

Eine Botschaft die uns bewusst machte, in welcher Gefahr wir schwebten, dass es um Leben und Tod geht.

Wir mussten uns auf die Suche nach den anderen begeben. 7 Jugendliche sollte es ebenso ergangen sein wie uns. Jenna, Jeb, Mary, Kathy, Leon, Tian und Mischa. Die Gefahr lauert überall und ist an Angst einjagenden Schreien nicht zu überhören. Jeb hat eine Botschaft in seiner Tasche gefunden, welche Worte enthält, die wir eigentlich gar nicht vernehmen möchten. Wir wollen einfach nur weg, weg, weg.

Wir erfahren, dass wir diese und auch alle folgenden sechs Welten durchlaufen müssen. Prüfungen warten auf uns und wir werden nicht alleine sein, da wir unsere Mitgefangenen schon gefunden haben. In jeder Welt gibt es Tore, Portale, die uns jeweils in die nächste bringen und am Ende wartet auf uns die Freiheit und der Preis des Lebens. Wartet sie wirklich? Ist das alles nur ein schlechter Traum? Hätten wir die Botschaft für uns behalten und diese nicht verraten sollen?

Labyrinth - Trilogie ~ Rainer Wekwerth
Labyrinth – Trilogie ~ Rainer Wekwerth

Um Mitternacht soll ein Stern am Himmel erscheinen, welcher den Weg zu den Toren weist. Drei Tage haben wir Zeit, um die Tore zu erreichen. Bis in alle Ewigkeit sind wir in dieser Welt gefangen, wenn es uns nicht gelingt.

Fürchtet euch vor euren Ängsten. Bisher klingt nichts gut, denn wir werden gejagt. Nur die Kraft der Sonne und die Hitze des Feuers können uns schützen. Wen seine Ängste überwältigen, wird zurückbleiben. Insgesamt sind wir sieben Suchende, doch es gibt nur sechs Tore zur nächsten Welt. Einer von euch wird stets zurückbleiben, einer wird allein seinen Ängsten gehören.

Wer leben will, muss kämpfen. Gegen andere, gegen sich selbst.

Wir sind im Labyrinth. Wir sind verloren. Wir haben Angst.

Wir müssen los. Wir müssen etwas tun. Wir müssen kämpfen.

Wir müssen zusammen halten. Wir sehen die Ausweglosigkeit.

Wir verzweifeln.

Wir halten den Roman wie einen Controller in unseren Händen, drehen und wenden und setzen alle Hebel in Bewegung um nicht zu sterben.

Fiese Cliffhanger braucht ein Autor um seine Leser zu fesseln. Sobald man als Leser zugibt, dass man gefesselt ist, freut es den Autor und wir gönnen ihm diese Freude, denn er hat uns gefesselt. Jeder Cliffhanger zeigte die gewünschte Wirkung.

Rainer Wekwerth hat uns am Labyrinthball gelassen, er hat unsere Skepsis besiegt, wobei wir am Anfang anBoy 7 von Mirjam Mous und auch an Saeculum von Ursula Poznanski denken mussten. Doch diese Gedanken konnten wir nicht lange halten, denn Wekwerth trieb uns diese ganz schnell aus und lies seine Charaktere gegen unsere Gedanken wirken. Perfekt.

Der Kampf um unser Leben stellte sich als große Herausforderung heraus, denn wir waren hin und her gerissen.

Sollten wir wirklich den Teamgedanken folgen und zusammen gehen oder doch lieber allein eine Welt erkunden, in der wir gefangen sind und Gefahren, die wir nicht betiteln können, auf uns lauern?

Ob wir es wollen oder nicht, werden uns gleich in den ersten Sekunden der Begegnungen Sympathien eingeimpft. Genauso merken wir aber, welche der Jugendlichen eine Abneigung gegen uns haben und sogar Hass empfinden. Jeder gemeinsame Schritt, jede weiteren Worte, bringen uns bestimmten Charakteren näher und treiben uns von anderen weg.

Doch was ist, wenn sich jemand verletzt? Sollten wir uns dann freuen, weil derjenige es nicht bis zum Tor schafft oder sollen wir gerade dann hilfsbereit sein? Uns schwirrt der Kopf, vor allem weil wir selbst zu zweit sind und sich im Laufe der Tage sogar die Knospe der Liebe entfacht. Doch einer oder eine kann es nur schaffen. Nur einer oder eine kann überleben.

Wir spüren die Gefahr in unserem Nacken und kommen zu Erkenntnissen, die wir gar nicht sehen  und an uns heranlassen wollen.

Unser Controller ist zu manchen Zeitpunkten kaum noch steuerbar und alles scheint aus dem Ruder zu laufen. Wir sind gefangen. Absolut gefangen.

Zwei Bücher finden wir in diesem Roman und wir sind noch am Leben, doch wird es uns weiter gelingen am Leben zu bleiben? Unser Gewissen plagt uns, denn wir haben den Tod gesehen, ihm ins Auge geblickt. Wir müssen weiter und langsam kommen Erinnerungssplitter in unsere Köpfe. Doch nicht nur uns geht es so, denn auch unser Mitstreiter sprechen über ihre Ängste und lassen uns wissen, was in ihren Köpfen vor sich geht.

Und nun? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass die dritte Welt auf uns wartet. Bis wir diese erreichen, ist es Sommer und Rainer Wekwerth wird uns erneut konfrontieren mit einem Inhalt, der uns in seiner Gewalt hat.

„Spannender geht’s nicht“ sagt Frau Poznanski und Literatwo ist nicht erst nach 400 Seiten genau derselben Meinung.

WAHNSINN!!!

Weiter geht´s mit Das Labyrinth jagt dich!

11 comments on “VORSICHT: Das Labyrinth erwacht – Rainer Wekwerth”

  1. …mal wieder klasse beschrieben. Habe mich beim Lesen der Rezension wieder voll ins Buch hineinversetzt gefühlt! Ein absoluter Pageturner…:-)

    LG

    Kay

  2. Ich fande das Buch leider überhaupt nicht gut. :/ Ich hatte mich sehr darauf gefreut und extra das bekanntere Buch des ähnlichen Genres („The Maze Runner“ by James Dashner) hinten angestellt, damit ich nicht in die Versuchung komme, beides miteinander zu vergleichen.
    Ich muss sagen, im Endeffekt war ich bitter enttäuscht von diesem Buch (ich habe eine ausführliche Rezension auf Goodreads geschrieben), dachte aber, dass mir vielleicht die Thematik gar nicht so liegt.
    Nachdem ich dann aber „The Maze Runner“ gelesen habe, konnte ich den Zweifel streichen. Ich habe James Dashner älteres (wirklich sehr, SEHR ähnliches!) Wekr abgöttisch geliebt. Das heißt, es lag also wirklich an dem Buch selbst. :/
    Die beiden Fortsetzung werde ich aber vielleicht dennoch lesen, ich mag es nicht, unbeendete Reihen im Regal stehen zu haben…

  3. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war wirklich spannend. Den Vorwurf, den Ann aufgreift, es sei sehr ähnlich zu Dashners Reihe habe ich bei Amazon auch schon gelesen. Von dieser kenne ich aber bisher nur den Klappentext, der sich schon in der Beschreibung des Labyrinths erheblich von Wekwerths Buch unterscheidet. Ich bin zwar auch jemand, der sich extrem daran stört, wenn zu viel von einem erfolgreichen Buch sich in einem anderen wieder findet…aber das muss schon mehr sein, als nur eine ähnliche Grundidee, zum Beispiel ähnliche Dialoge, ähnliche Szenarien, ähnliche Charaktere.
    Allerdings, bei Amazon kann man sogar lesen, „Das Labyrinth erwacht“ sei wie Panem, was meiner Meinung nach überhaupt nicht stimmt, da hier nicht einmal in der Grundidee eine Schnittmenge zu finden ist.

    Insofern denke ich, dass ähnliche Ideen immer wieder vorkommen, um abgekupfert zu sein, braucht es aber eine größere Überschneidung, daher finde ich den Vorwurf an dieses Buch ein wenig schade. Wenn ich den Klappentext von Dashner lese, kann ich genauso sagen, dass es von der Idee her an den 90er-Jahre-Film „Cube“ erinnert….die Idee ist halt vielfältig umsetzbar und ich finde Rainer Wekwerth ist das gut gelungen.

  4. @Ann: Danke Ann für deine Worte, unterschiedliche Meinungen sind immer sehr interessant und nicht jeder kann jedes Buch mögen. Ich mag es sehr, habe allerdings auch keine extremen Ähnlichkeiten feststellen können.

    Allerdings kenne ich die Trilogie, welche du erwähnst, überhaupt nicht und kann nix dazu sagen.

    Ich finde es klasse, dass du dennoch ggf. die zwei nächsten Teile lesen magst! Sowas machen nicht viele, die geben das ungeliebte Buch oftmals weiter.

    @Sara: Danke fürs Aufgreifen der Worte von Ann und deine Meinung. Ich kann mich dir hier anschließen, da der Roman keine Ähnlichkeit mit Panem hat. Ich mag den Roman auch sehr und bin mal gespannt, was Herr Wekwerth uns dann bietet.

    Bücher mit Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten werden sich wohl nie richtig vermeiden lassen. Schade auch, wenn dies in manchen Fällen beim Cover bereits schon anfängt…

Vorhang auf für eure Worte...