Was entsteht, wenn man merkt, dass die Liebe zu Büchern zentraler Lebensschwerpunkt ist? Was geschieht, wenn man einen Menschen trifft, dessen Lebenswaagschale eindeutig auf die buchige Seite zieht? Was passiert, wenn diese Buchebenen einander durch einen Zufall und durch freundliche Vermittlung von David Foster Wallace finden?

Es entstehen Gemeinsamkeiten und gemeinsame Träume und Visionen. Manchmal wenig greifbar und geheim und manchmal so anschaulich, dass man sich wundert, was man sieht, wenn man sich traut genauer hinzuschauen.

Schauplatz Leipzig. Nach einem aufregenden Tag auf der Buchmesse 2010 – ein gemeinsamer Stadtspaziergang in ruhiger Atmosphäre. Den Weg zum Gewandhaus suchend – in Gespräche über Anna Mitgutsch und Björn Kern vertieft –  lachend, denkend, planend und zaudernd, dass die Zeit sich dem Ende neigt. Man geht achtlos an einem Haus vorbei, das anscheinend zum Verkauf steht und wechselt doch die Straßenseite – aus dem Nichts entsteht ein Photo – wenig belichtet – unscharf – und eigentlich nicht gerade das schönste Erinnerungsphoto an eine schöne Zeit. Aber das Photo ist gemacht.

Schnappschuss

Und dann sitzt man gemeinsam in einem Strandkorb vor einem wenig gefüllten Lokal. Eine Gasflamme sorgt für wohlige Wärme, ein kühles Bier lässt die Anspannung des Tages langsam schwinden und der milchige Nebelqualm einer Zigarette schwebt in den Abendhimmel. Die Kamera wird gezückt und gemeinsam werden die Bilder des Tages angeschaut – man entscheidet, welche Autorenportraits für die Artikel zu den Interviews geeignet sind und welche der vielen Hintergründe zur Illustration der Artikel verwendet werden können.

Schließlich verharrt man – schaut ungläubig in den Sucher der Digitalkamera, der sich nun zum „Zeiger“ gewandelt hat. Aber er zeigt ein Bild, das nie aufgenommen wurde – ein Photo von einem Haus in leuchtender Wärme. Mit Schaufenstern und erfüllt von buchiger Atmosphäre. Eine Ansicht, die vielleicht mehr im Herzen der Menschen verankert war, die dieses Bild entstehen ließen.

Schweigend sitzt man sich im Schein der Gasfackel gegenüber, schaut sich in die Augen und beginnt langsam an der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit zu zweifeln.

Sitzen wir im falschen Film oder zeigt uns diese Aufnahme mehr als wir wahrhaben wollen? Magie….

Vision

0 comments on “Wenn Träume zu Bildern werden”

  1. Na dann nicht´s wie ran. Wenn ich mal in Leipzig bin komme ich sicher vorbei. Dann hätten wir das „WO“ ja schon geklärt. Fehlt nur noch das „WANN“

  2. Ach, ihr zwei…..so eine schöne Buchhandlung. Zum Neidischwerden. Viel Glück und Erfolg eurer „neuen Geschäftsbeziehung“ und wer weiss? Vielleicht folgt ja schon bald die erste Filiale? Ich hab gehört, in Heidelberg suchen sie auch noch eine magische Buchhandlung….. :O))) Liebe Grüße, bubu

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