Kategorie: Allgemein

Stella ~ Takis Würger

Stella ~ Takis Würger

Tatsächlich habe nun auch ich „Stella“ von Takis Würger gelesen. Natürlich habe ich mitbekommen, dass Würgers zweiter Roman in den Medien sehr heiß diskutiert wird. Wohl auch zerrissen und getreten, bewusst habe ich mir wie das kleine Äffchen, welches wir doch alle gern bei Whatsapp nutzen, die Augen und Ohren zugehalten. Keine Ahnung, ob ich „Stella“ (HANSER) lesen wollte oder nicht – ich habs einfach getan und die knapp 220 Seiten recht schnell inhaliert.

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Offline ist es nass, wenn’s regnet ~ Jessi Kirby

Offline ist es nass, wenn’s regnet ~ Jessi Kirby

Wann warst du zum letzten Mal offline? Bist du etwa eine Influencerin, so wie Mari im neuen Roman von Jessi Kirby, die ständig online ist und Likes sammelt? Oder gehst du gern mal dauerhaft offline, um das Leben richtig genießen zu können? Vielleicht hast du aber auch schon deine OOM – Offline-Online-Mitte gefunden? Ich bin auf einem recht guten Weg dahin. Bevor ich dir aber erzähle, wie der aussieht, stelle ich dir Mari vor. (mehr …)

Die polyglotten Liebhaber ~ Lina Wolff

Die polyglotten Liebhaber ~ Lina Wolff

Hinter polyglotten Liebhabern habe ich etwas ganz anderes vermutet. Ja, ich habe tatsächlich nicht gewusst, dass mit polyglott Personen gemeint sind, die mehrere Sprachen sprechen. Polyglott = mehrsprachig. Verzeih mir, dass ich hinter dem Wort eher etwas unanständiges vermutet habe. Zumindest hätte es gepasst, denn in Lina Wolffs Roman geht es schon recht unanständig zu und sogar noch darüber hinaus. Es wird widerwärtig, vulgär und es gibt einige gewaltsame Szenen.

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Warten auf Schnee ~ Karoline Menge

Warten auf Schnee ~ Karoline Menge

Ich habe es vor dem ersten Schnee geschafft, ich bin zurück und völlig fertig. In mir tobt ein Schneesturm, Karoline Menge hat ihn entfacht und mich recht bedrückt zurück gelassen. Ich fühle mich so, als ob ich auf einem großen Feld stehe, knietief im Schnee – gerade habe ich noch Spuren im Schnee gesehen, nun sind sie weg und ich frage mich, ob ich mir das alles nur eingebildet habe. Friere ich?

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Erinnerung eines Mädchens ~ Annie Ernaux

Erinnerung eines Mädchens ~ Annie Ernaux

Es ist wenig verwunderlich, dass in „Erinnerung eines Mädchens“ (Suhrkamp) tatsächlich Erinnerungen von einem Mädchen zu finden sind. Zurückblicken, verarbeiten – um nichts anderes geht es in der Autobiografie von Annie Ernaux und man könnte sich fragen: was soll das? Warum diese vielen Worte? Was will die Autorin mit diesem Buch bezwecken?

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2018 – das war´s…

2018 – das war´s …

Guten Morgen 2018, okay, guten Mittag – alles zum letzten Mal, denn das war´s mit 2018. Heute ist der letzte Tag des Jahres – für einige ist er recht emotional, für andere ein Tag wie jeder andere. Warum auch nicht, denn auch morgen geht vermutlich wieder die Sonne auf und das Leben lebt sich weiter und weiter und weiter. Nur heute vertreiben viele von uns mit Böllern die bösen Geister, ballern sinnlos in der Gegend rum und toben sich aus oder kaufen Bücher statt Böller – auch eine gute Alternative. Jeder wird da für sich ein gutes Maß finden und am Ende haben hoffentlich alle noch die Gliedmaßen an sich dran, die sie auch vorher hatten.

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Buchstapel, Kopenhagen und Göteborg

Buchstapel für den Urlaub

Ja, das ist der Buchstapel für den Urlaub. Sicher ist sicher, denn beim letzten Mal hatte ich zu wenig Bücher mit. Das ist mir noch nie passiert, aber so MUSSTE ich regelrecht in die Buchhandlung, um Nachschub zu besorgen. Ja, dieses Mal sind es wohl zu viele, aber sicher ist sicher, denn in Dänemark und Schweden gibt es kaum Bücher in meiner Muttersprache.

Ach so…

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DSGVO – 5 Buchstaben die den Blog bedeuten

DSGVO – Datenschutzerklärung

Am 25. Mai tritt die gefürchtete DSGVO – Datenschutz-Grundverordnung – in Kraft. Hast du Angst? Bist du auch ein kleiner privater Blogger der eigentlich nur bloggen mag und von IT nicht wirklich Ahnung hat und die 5 Buchstaben fürchtet? Ich zähle mich dazu und ich habe auch Angst, aber ich bin gekommen um weiter zu bloggen. Ob im Job oder auf sozialen Kanälen – überall blitzen die Hinweise und Meinungen und Ratschläge zur DSGVO auf. Doch noch viel mehr lese ich, dass so viele aufhören – ihren Blog abschalten, offline gehen, vorerst untertauchen. Und was willst du machen? Das habe ich mich gefragt und die Antwort hat nicht lange auf sich warten lassen. Ich sammle Mut, ich bleibe und DANKE an dieser Stelle allen Freunden und Bekannten, die mich unterstützen und sich meinen nervigen Fragen stellen.

Was habe ich getan? Ich möchte es dir hier in Stichpunkten mal verraten und freue mich, wenn du mir in den Kommentaren erzählst, was du getan hast, vielleicht wissen magst und mir noch raten würdest. Okay?

  • Ich habe mich im Netz ganz viel belesen – vor allem bei Gedankenglas – den Tipp habe ich von Janine (Frau Hemingway) bekommen
  • Cookie-Hinweis eingerichtet
  • SSL-Verbindung dazu gekauft und richtig eingebunden (Danke Thomas!)
  • Newsletter /Emailabo ausgeschaltet
  • Plugin Remove IP und Remove Comment IPs installiert – ich speichere überhaupt KEINE IP-Adressen mehr
  • Impressum erneuert
  • diverse Widgets mit Folgebuttons deaktiviert
  • Jetpack deaktiviert
  • WP GDPR Compliance eingerichtet
  • Datenschutzerklärung erstellt -> Dr. Schwenke
DSGVO – Datenschutzerklärung

Das war es auch schon und mit Recherche und dem ganzen dazugehörigen Kram habe ich bestimmt um die 5 Stunden zugebracht.

DSGVO – bereit?

Tja, keine Ahnung, ob ich an alles gedacht habe und ob der Blog jetzt so passt und ich mich wieder dem „einfach nur über Bücher & Literatur schreiben“ beruhigt widmen kann. Ich versuche es einfach mal und bleibe natürlich am Ball und halte Augen und Ohren in den sozialen Netzwerken offen.

Kannst du mir noch Tipps geben? Hast du positive/negative Kritik für mich? Bist du noch online?

Eure
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LovelyBooks – Halloween…

Halloween - unsere Pakete
Halloween – unsere Pakete

Gestern Abend war vielleicht beim Lesebienchen und mir was los. Es war Halloween und wir haben beim großen Halloween-Wichteln bei Lovelybooks mitgemacht. Nach Ostern und Midsommar, wurde es nun gruselig und wir freuten uns auf das gemeinsame Auspacken. Wir zelebrieren es immer gemeinsam und das ganz langsam und in buchiger Ruhe. Abwechselnd widmen wir uns unseren Päckchen und begutachten die neu hinzugekommenen Schätze.

Halloween – hätte ich mir da vielleicht besser mal Gedanken machen sollen, was mich im Paket erwarten könnte? Ähm…ja. Denn vielleicht hätte ich dann weniger laut geschrien. Das Auspacken haben wir trotz meines Panikanfalls überlebt und das könnt ihr hier nachsehen und nachlesen.

Halloween - Blick in Bineas Paket
Halloween – Blick in Bineas Paket

Binea rennt schreiend vorm Paket weg…

Halloween – „Süßes oder Saures“ stand auf meinem Paket und ich war sehr neugierig, was mich darin wohl erwarten würde. Also Paket auf und schwupps – Panikanfall – Schreiattacke – Schweißausbruch – Ersthelfer…

Spinnen – Spinnen die auf Paketen sitzen, unter Wattebällchen und Papiertüchern hervor kriechen. Spinnen – ich hasse Spinnen und zwar genau diese schwarzen, dicken Krabbelviecher. Igitt. Gänsehaut überzog meinen Körper und mir musste beim Auspacken geholfen werden, denn auch wenn die Spinnen aus Plastik sind – sie müssen weggemacht werden. Als ich es dann wieder schaffte, in die Nähe des Pakets zu kommen, war meine Skepsis groß, ob  sich nicht noch weitere Spinnentiere in diesen befanden. Aber meine liebe Wichtelmama hat mir diesen Schreck zum Glück nur einmal gegönnt und was mich dann erwartete, munterte mich wieder auf. Lesebienchen brachte mich wieder zum Lachen und bescheinigte mir mehrmals, es ist doch Halloween, damit muss man doch rechnen. Ahja – na, gut zu wissen, dass Lesebienchen auch keine Spinnen mag und das nächste Halloween kommen wird. 🙂

Beim Auspacken schüttelte ich nur den Kopf – es ist immer wieder der helle Wahnsinn, wie viel Mühe sich alle beim Lovelybooks-Wichteln machen. Diese Pakete kommen alle sowas von vom Herzen – beeindruckend, immer und immer wieder. Vor allem war mein Paket wieder total schwer und so viele Päckchen und puh – das fühlte sich so nach Weihnachten an. Irre. Ein unglaubliches Gefühl. Aber ich sollte nicht so um den heißen Brei schreiben, sondern endlich sagen, was ich bekommen habe.

Halloween - buchiger Inhalt mit Herz
Halloween – buchiger Inhalt mit Herz
  • ich liebe Lesezeichen und neben der wundervollen Bücherpostkarte, die ich ebenso als Lesezeichen nehme werde und auf der ich Grüße von der lieben Wichtelmama  Sunny Rose gefunden habe, habe ich drei weitere Lesezeichen bekommen. Ein wundervoll buntes, eins mit alten Büchern und eins aus Metall. Total mein Geschmack!
  • Sunny Rose – du bist irre – ich habe ein Puzzle bekommen, ein Buchpuzzle. Der Winter naht und somit die Puzzlezeit. Fetzt ab!
  • bis jetzt habe ich erst ein Orimoto bewundern können und nun habe ich selbst eins – guckt ihr mal? Wahnsinn. Sunny Rose hat es selbst gemacht. Ich liebe es – ein Buchherz. Ohne Worte – abgefahren!
  • zwei Bücher von meiner Wunschliste waren dabei: „In den Zeiten von Liebe und Lüge“ ~ Héléne Grémillon & „länger als sonst ist nicht für immer“ ~ Pia Ziefle
  • „Bleib bei uns, Beate!“ ~ Berte Bratt  – meine Wichtelmama hat mir ihr liebstes Kinderbuch beigelegt – ich freue mich drauf und finde es toll, dass ich so eine Herzensempfehlung habe
  • eine Büchertasche und was für eine – der Stoff ist ja total genial und ich mag grün und wow – sagenhaft!
  • ich weiß nicht, ob ihr es auf dem Bild erkennen könnt – ich habe ein selbstgemachtes Buch(arm)band bekommen
  • eine neue eulige Tasse war auch noch dabei

Ich bin total begeistert und bin total sprachlos über die vielen neuen buchigen Begleiter und die Bücher. Wie alles eingepackt wurde und verziert und welche Wärme mir beim Auspacken entgegen strahlte – unbeschreiblich! Wahnsinn! Hammer!

Tausend Dank an Sunny Rose – meine Wichtelmama. Fühl dich gedrückt und du hast mitten ins buchige Herz getroffen!

P.S. Richtig witzig und irgendwie magisch ist, dass Lesebienchen und ich das selbe Lesezeichen bekommen haben. Verrückt oder? Könnt ihr es auf den Bildern sehen?

Halloween - Blick in Lesebienchens Paket
Halloween – Blick in Lesebienchens Paket

Lesebienchen ist in jedes Detail verliebt…

Bereits beim Eintreffen des Pakets stand für mich fest, dass ich den genialen Buchaufkleber, der außen angebracht war, unbedingt abmachen und aufbewahren musste. Als ich dann mein liebevoll eingepacktes Päckchen öffnete, sprangen mir gleich weitere Buchaufkleber ins Auge, die ich ebenfalls unbedingt aufbewahren muss. Bereits zu diesem Zeitpunkt war ich schon hin und weg, so herrlich waren allein diese kleinen Details. Als ich dann auspackte, entlockte mir jedes geöffnete Päckchen einen kleinen Freudenschrei, denn die liebe Wichtelmama hatte meinen Geschmack absolut getroffen, wenn nicht sogar übertroffen. 🙂

Auspacken durfte ich:

  • 2 tolle Bücher von meiner Wunschliste
  • 2 geniale Lesezeichen (wobei eins witzigerweise dasselbe war, wie in Bineas Paket, wunderschönes Buchmotiv *seufz*)
  • 5 wunderschöne Postkarten, eine davon aus Harry Potter
  • eine kleine , süße Halloweentasche, gefüllt mit leckereren Süßigkeiten
  • 1 CD, die ich mir gewünscht habe

und….Trommelwirbel:

  • eine Funko-Pop- Figur von Game of Thrones in Form von Joffrey: genial!!!!!!!!!!!!
Halloween - Lesebienchens Buchpäckchen
Halloween – Lesebienchens Buchpäckchen

Liebe Wichtelmama, tausend Dank für dieses wunderschöne, liebevoll ausgesuchte Paket. Ich bin hin und weg von den vielen Details, den ausgesuchten Kleinigkeiten, die genau meinen Geschmack treffen. Ich freue mich jetzt noch total und kann es immer noch nicht fassen.

Vielen, vielen Dank!!!!!!!!

Ihr habt Lust in weiteren Auspackberichten zu stöbern? Dann könnt ihr das hier gern tun -> Lovelybooks-Wichteln

Eure
&

euer Lesebienchen!

Edel hineingeschaut

edel & electric
edel & electric

Kolumne 27: #edel hineingeschaut

Verlegerin Karla Paul ist gerade frisch von der Buchmesse aus Frankfurt zurück im Verlag. Sie hat wohl mehr Interviews, als wir Finger an unseren Händen haben, gegeben und ihr seid aus diesem Grund rundum informiert, was „edel & electric“ betrifft. Wahrscheinlich habt ihr schon das komplette Verlagsprogramm inhaliert und sicher auch schon ein Werk lesetechnsich konsumiert. Ihr seid mit den edel-Verlagsmenschen vertraut und kennt die edelwild-Bloggeschichten. Wozu dann noch ein Interview? Wozu noch mehr Informationen?

Ganz einfach – hier gibt es ein paar Worte abseits vom Mainstream-Interview unter dem Titel: „edel hineingeschaut“

eWie weit ist dein Weg in den Verlag und wie nutzt du die „Reisezeit“?

Glücklicherweise wohne ich praktisch in Laufnähe und kann so entweder zu Fuß gehen (20 Minuten) und in der Zeit ein Hörbuch hören oder aber mit dem Bus fahren (8 Minuten) und in der Zeit fix meine E-Mails checken. Zum Lesen reicht es leider auf dem eigentlichen Weg nicht, dafür kann ich aber morgens noch länger im Bett bleiben und damit auch beim ersten Tee in den Seiten bzw. bei E-Books in den Bits & Bytes schmökern!

Um welche Zeit findest du dich morgens im Verlag ein?

Wir haben unterschiedliche Bürozeiten, im Normalfall bin ich aber von 10-18 Uhr im Verlag zu erreichen. Je nach Projekt, Meeting oder Jahreszeit (vor der Buchmesse z.B.) geht es aber durchaus gern mal früher los bzw. länger. Den Feierabend nutze ich dann für die vielen Manuskripte, die mir von Autoren und Agenturen zugeschickt werden.

Wer ist schon vor dir da und wer kommt oft zuletzt an?

Die Edel-Familie fasst sehr viele Mitglieder und wir haben insgesamt in Deutschland über 700 Kollegen. Bei edel & electric sind wir aktuell ein Kernteam von vier Mitarbeitern, drei Kolleginnen aus dem Vertrieb und viele Externe für Lektorat, Satz, Covererstellung uvm.. Wie in allen kreativen Bereichen gibt es selten feste Arbeitszeiten und manche Projekte können auch besser im Homeoffice erledigt bzw. abgearbeitet werden. Zudem erleichtern uns die Smartphones und iPads die ständige Erreichbarkeit und all unsere Daten und Projekte sind in verschiedenen Cloudsystemen gespeichert. So kann ich auch mal schnell mitten in der Nacht oder auf einer Geschäftsreise Ideen notieren oder auf die Fragen der Kollegen antworten. Final gesagt sind wir also eigentlich immer anwesend!

eWelche Gedanken toben dir durchs Verlegerinnenhirn, wenn du die heiligen Hallen betrittst?

Ich gehe meist schon kurz nach dem Aufstehen die wichtigsten To-Do’s des Tages durch und beantworte im Bus ein paar Emails, d.h. im Büro bin ich dann im Kopf schon voll drin. Welche Meetings müssen vorbereitet werden, wie sehen die aktuellen Verkaufszahlen aus, welche Verträge müssen in die Kanzlei – alles recht unromantische, aber notwendige Überlegungen. Allerdings sitzt der Verlag direkt am Elbhafen und so hat man dann diese trockenen Gedanken wenigstens bei weltbestem Ausblick und die Verlegerin wird in den Pausen recht schnell zum Deichkind!

Welche Farben haben ebendiese Hallen?

Betongrau. Ach, lassen wir das – wir haben dafür umso buntere Inhalte!

Welche Zeit magst du im Job am liebsten und warum?

So spannend ich die organisatorische Arbeit als Verlegerin finde und natürlich voller Leidenschaft in Finanzmeetings sitze und Businesspläne erstelle sowie Verträge durchgehe (hüstel, tschuldigung, Nachmessehusten) – am liebsten wühle ich mich durch Dutzende Manuskripte, immer auf der Suche nach DEM bestimmten Buch, nach Worten, die bereits auf der ersten Seite begeistern und tauche in den Text ab. Gleich dem Drogensüchtigen auf der Suche nach dem nächsten Rausch, immer bereit alles dafür aufzugeben, nur noch einmal so einen Schatz zu finden, der mich bis ins Mark trifft. Diese Stunden mit der Literatur retten mir mein Leben und ich darf es Berufung nennen.

eWenn du nachdenken willst, begibst du dich während der Arbeitszeit…

Da zitiere ich Bernd Begemann: „Unten am Fluss, unten am Hafen, wo die großen Schiffe schlafen.“ Also direkt vor der Tür, eine halbe Stunde vom Wind durchpusten lassen – danach sind die größten Probleme ganz klein und die Träume wieder da, wo sie hingehören: an die erste Stelle.

Um welche Zeit verlässt du in der Regel den Verlag am liebsten?

Eigentlich gar nicht – tatsächlich arbeite ich mich meist erst am Nachmittag richtig ein und hätte gern eine schicke Penthousewohnung direkt über dem Büro. Aber ansonsten meist zwischen 17-19 Uhr und danach ins „Homeoffice“ zur Manuskriptsichtung.

Welche Frage stellst du dir ab und zu gern selbst?

Jeder Tag beginnt mit vielen Fragen und im Idealfall habe ich zu wenigstens ein paar davon am Ende auch eine sinnvolle Antwort gefunden. Aber Literatur ist Kreativität, hier gibt es meist kein eindeutiges Ja oder Nein, kein Schwarz oder Weiß, damit muss man sich abfinden. Habe ich das Manuskript aus guten Gründen abgelehnt? Hat mein Lektorat dem Autor geholfen? Bekomme ich den Businessplan oder das neue Projekt durch? Wird der Leser den Text ebenso mögen wie ich? Davon habe ich noch hunderte Alternativen, die windschnell durch meine Synapsen fegen und stets Fragezeichen hinterlassen, manchmal findet man keine Antwort und das ist dann auch in Ordnung. Ich weiß, dass ich für mich das perfekte Leben führe. Ich darf mit Literatur arbeiten, meine Stunden sind voll davon. Neben dem Meer und meiner Hundeliebe gibt es keine alternative Leidenschaften und diese darf ich voll ausleben, ich bin gesund und habe tausend Möglichkeiten – vielleicht darf man unter so einen Lebensabschnitt auch einfach still und glücklich einen Punkt setzen.

eDein Verlegerinnenlieblingsmoment?

In Rezensionen lesen, dass dem Käufer bzw. Leser die literarische Reise gefallen hat, auf die wir ihn eingeladen haben. Der Autor schenkt uns viel Vertrauen, sein Herzblut, er arbeitet hart daran, er hat nicht weniger als das verdient und es ist ein ganz besonderer Moment, wenn ich ihm dann solche Rückmeldungen geben darf.

Sollte er schlechte Rezensionen bekommen, dann ist das natürlich seine Schuld und er erhält nie wieder einen Vertrag mit uns – aber das versteht sich natürlich von selbst. (Hier sollte ich wohl auf Anweisung meiner Presseleiterin für den letzten Satz eine Ironiekennzeichnung einfügen.)

Ergänze: Ich fühle mich im Verlag wie…(aber jetzt nicht zuhause 🙂)

Danke, liebe Karla, für deine erfrischenden Worte – so habe ich mir den „Edelblick“ vorgestellt.

Literatwo wünscht dem Edel-Team weiterhin super viel Erfolg und den richtigen buchigen Griff!

Eure

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