Kategorie: Literatwo-Buch-Woche

Raum im Kino

Raum ~ Emma Donoguhe
Raum ~ Emma Donoguhe

Kolumne 14/2016: #Kinotag

Ich und Kino. Letzten Donnerstag war es mal wieder soweit.

Im August 2011 habe ich mich, damals noch mit Nachnamen Raum, in Raum begeben. Raum liest Raum. Eine bewegende Lesezeit habe ich genossen. Ich war nicht alleine in Raum – Arndt war mit dabei. Wir haben viel über den Roman gesprochen und haben die Nachricht gern vernommen, dass der Roman verfilmt und im Jahr 2016 im Kino zu sehen sein soll.

Der Filmstart war am 17. März und schon heute läuft der Film nicht mehr in den großen Kinos – zumindest hier hin Dresden nicht. Ich bin keine regelmäßige Kinogängerin, aber die Tatsache scheint daraufhin zu deuten, dass es nicht viele Zuschauer/Fans des Streifens gibt. Schade.

Dennoch gab es eine gute Nachricht – im Programmkino Ost ist der Film noch zu sehen. Ich kenne bisher nur 3 der keine Ahnung wie vielen Kinos in Dresden – das Programmkino Ost durfte ich nun am Donnerstag kennenlernen. Was für ein schönes Kino und so anders und so speziell und so ruhig und so gemütlich und so leicht alternativ. Aber OHNE Popcorn. Da konnte das Abendbrot beim Italiener und der Pubbesuch vor dem Kinogang noch so sättigend und gut sein – aber Popcorn – MUSS. Also gut – dann ohne, es geht auch…

Im Kinosaal selbst – eher im Kinoraum – war es voll, aber ebenso gemütlich. Von den ca. 50 Plätzen, waren bestimmt 30 belegt. Sehr schön. Eine ruhige und gediegene Atmosphäre.

Es wurde dunkel, der Vorhang öffnete sich: RAUM

Details. Jack. Seine Mutter. Stille. Einzelne Gegenstände. Raum. Oberlicht. Waschbecken. Klo. Bett.

Beklemmung macht sich im Zuschauer bereit, genau wie beim Leser. Vor meinen Augen läuft genau das ab, was ich im Jahr 2011lesend sah.

Raum ~ Emma Donoguhe
Raum ~ Emma Donoguhe

Jack ist in Raum. Jack ist heute fünf Jahre und Jack schläft mit Zudeck in Schrank. Jack ist auch in Raum geboren, ganze 12 Quadratmeter hat Jack seitdem zum Spielen, zum Leben und zum Aufwachsen. Jack schaut gern Fernsehen, denn dann sieht er die Figuren in den Trickfilmen und er sieht andere Menschen. Die sind zwar nicht echt, aber Jack gefällt es zwischen den verschiedenen Planeten hin und her zu schalten. Jack spielt gern mit seiner Ma fangen, verstecken und bastelt gern mit ihr, wenn sie nicht gerade Zahnschmerz hat und müde ist von den Scherztabletten. Jake mag seinen Jeep und die Fernsteuerung, die Eierschlange, er mag Spaghetti und ist der beste Eierbläser. Durch Oberlicht kann Jack hell und dunkel sehen, das kommt von draußen. Jack freut sich immer auf Sonntags, denn an diesem besonderen Tag gibt es ein Sonntagsgutti. Das bringt Old Nick, wenn er nachts zu Ma kommt, da liegt er aber schon in Schrank und schläft oder ist ganz leise. Jack mag Old Nick nicht, er hat Angst vor ihm. Früh ist Old Nick wieder weg und Jack wieder mit Ma ganz alleine. Jack liebt es drinnen in Raum zu sein, er mag nicht nach draußen…

Puh – was für eine emotionale Reise durch Raum. Mich hat der Film wahnsinnig beeindruckt. Vor allem Jack. Seine Worte, sein Aussehen, sein Verhalten – der Roman ist wahnsinnig nah am Film dran, wie ich finde. Ich bin durch und durch begeistert, wenn man begeistert in dem Fall mal durchgehen lässt, denn der Inhalt an sich ist die Beklemmung pur und einfach grausam. Die Vorstellung, 7 Jahre in Raum zu sein, ein Kind zu gebären und dem Kind die ersten 5 Jahre so schön wie möglich zu gestalten. Jede Nacht kommt ein Mann und uff…

Roman und Film sind sich wahnsinnig nah – meine Kopfbilder habe ich alle wiedergefunden. Wirklich alle. Ich habe Taschentücher gebraucht, ich habe immer und immer wieder feuchte Augen bekommen und heftig schlucken müssen.

Klare Empfehlung von mir!

Schaut euch Raum an, lest Raum – schautlest!

Eure

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LovelyBooks – Osterwichteln 2016

Osterwichteln 2016
Osterwichteln 2016

Kolumne 13/2016: #Osterwichteln

Gefühlt über einen Monat hatte ich das Wichtelpaket nun im Flur stehen. Täglich bin ich daran vorbei gegangen. Heute war nun endlich der Tag der Tage – ich konnte das Osterwichtelpaket öffnen.

Ich bin zwar ein neugieriger Mensch, aber ich kann warten. Den Auspackmoment habe ich sogar noch länger hinausgezögert. Ich habe das große und schwere Paket sogar mit zu meinen Eltern genommen, um dort richtig zu zelebrieren. Mit großen Augen setzte ich mich also mit Mama, Bruder und Mann auf den Wohnzimmerfußboden und begann mit dem Öffnen. Entgegen strahlte mir jede Menge Zeitungspapier, was die vielen kleinen Päckchen gut gesichert hat. Ich bin ja nicht unbedingt der Auspacker – d.h. ich mag lieber zusehen, wenn jemand auspackt, als selbst im Mittelpunkt zu stehen. Irgendwie mag ich es einfach nicht, wenn mir jemand erwartungsvoll auf die Finger guckt. Fragt nicht warum, es ist einfach so.

Auspacken zelebrieren – das kann ich dennoch, denn zelebrieren heißt, langsam auspacken und zwar auch ordentlich. Die in Einzelseiten zerlegte Tageszeitung wurde also entknüllt und glatt gestrichen und fürs Altpapier auf A4 gefaltet. Dabei überflog ich natürlich erstmal, was im Münsterland so geschrieben wird. Gut so, denn mein Bruder konnte gleich einen interessanten Artikel inhalieren „Oldenburger kämpfen um ihre alte Gleishalle“. Achso – ich langweile euch, denn ihr wollt wissen, was nun drin war? Immer mit der Ruhe. 😉

Also wie ihr oben schon sehen könnt, lagen dann plötzlich 15 kleine Geschenke vor mir. 15! Lasst euch das Mal auf der Zunge zergehen. Meine Augen haben sich ganz schön geweitet und nicht nur meine. Irre – Irre – Irre.

Aber erstmal zum Rätsel. Das könnt ihr hier auf dem folgenden Bild sehen. Eine ganze Sammlung von wundervollen Zitaten lag nun vor mir. Das Rätsel steht auf dem Umschlag, mehr nicht. Und nun? Ich blätterte die Zitate durch und suchte nach Hinweisen. Nix. Ich drehte und wendete und guckte, ob etwas zwischen den Zeilen zu finden ist. Nix. Hm. Auf der hübschen Osterkarte stand auch kein weiterer Hinweis. Aaaaahhh Wichtelmama – was tust du? So eine hübsche Idee und ich bekomme nicht heraus, wer du bist. Also doch erst auspacken – ggf. liegt irgendwo noch ein Hinweis…

Osterwichteln 2016
Osterwichteln 2016

15 Päckchen – wer hilft? Meine Ma nahm sich zwei und meinem Bruder gab ich auch drei Stück. Die anderen habe ich selbst ausgepackt. Es war ein Fest. Jeder musste vorher sagen, was er fühlt bzw. was er denkt und erst dann durfte er auspacken. Die Lesezeichen waren leicht zu erkennen, die eine Tasse auch und die Schoki natürlich. Sogar die Sorte konnte erraten werden. Aber ich gebe zu, dank des Wunschzettels lag auf der Hand, dass sich nicht Pfefferminze oder andere gruselige Sorten darin verstecken werden.

Ich durfte heute, am Ostersonntag, die folgenden neuen Schätze im literatwoischen Reich begrüßen:

  • „Die Bienen“ von Laine Paull
  • „Die Buchhandlung“ von Penelope Fitzgerald
  • „6 Uhr 41“ von Jean-Philippe Blondel
  • eine Eulentasse
  • eine blaue Tasse mit rot und weißen Punkten (ich liebe Punkte)
  • eine wahnsinnig geniale Buchstütze – HAMMER!
  • 4 Lesezeichen
  • Milka-Nuss-Schoki – Rittersport Marzipanschoki
  • eine wahnsinnig tolle selbst genähte Büchertasche
  • eine Bildersammlung für mich – Bücher, Leser, Bibliotheken (klasse Idee!)
  • ein Notizbuch mit meinem Namen drauf – ein klasse Unikat!
Osterwichteln 2016
Osterwichteln 2016

Hammer – ich bin durch und durch begeistert. Aber das Rätsel ist noch offen. Wichtelmama, wer bist du? In meiner Verzweiflung bin ich die Namen auf der Liste immer und immer wieder durchgegangen und habe letztendlich einen Hilferuf auf Facebook und im Lovelybooks Auspackthread gestartet. Was auch immer ich mir davon erhoffte – lach. Die Wichtelmama hat sich nicht gemeldet, aber es wurde spekuliert und die liebe Steffi (Schlunzen Bücher) stand mir beiseite und überlegte mit.

Stunden später wurde es meinem Mann zu bunt und er als alter Rätselfuchs nahm sich erneut die Zitate zur Hand. Beim ganz genauen Hinsehen (habe ich x-Mal gemacht, ehrlich 😉 ) hat er dann entdeckt, dass einige Buchstaben unterstrichen sind. Also fix aufschreiben, die 116 Namen durchsehen und schließlich die Wichtelmama erkennen. Juhu. Was für eine schwere Geburt und dabei war es doch so einfach. Lesezeichen auf den Augen – und was für welche. 😉

Wichtelmama – du bist grandios und hast mir ein dickes Freudelächeln ins Gesicht gezaubert. Danke – so sehr!

VIELEN DANK SUNNY ROSE!

P.S. Ihr wollt noch mehr Auspackberichte lesen? An mir soll es nicht liegen. Ihr habt die Wahl: Weihnachtswichteln 2014; Osterwichteln 2015; Midsommarwichteln 2015; Halloween 2015; Weihnachtswichteln 2015

Buchmesse Leipzig 2016

Buchmesse Leipzig 2016
Buchmesse Leipzig 2016

Kolumne 12/2016: #buchmesse2016

Beim Anblick von diesem Regal platzen euch die Buchaugen weg – was? Herrlich. Einfach herrlich. Die Leipziger Messe – lange drauf gefreut, fast nicht hingekonnt und dann doch drei Tage genossen. So soll es sein, auch wenn die Messe sich stellenweise von anderen Seiten zeigte – Besucher – wo seid ihr? Verlage – seid ihr noch vollzählig? Presse-Verlagsmenschen – nehmt ihr ab und damit ist nicht das Körpergewicht gemeint?

Leipzig – du Buchmessenperle – wie geht es dir?

Zurück in Dresden schlagen die Gedanken Purzelbäume. Ich genieße jeden einzelnen Moment erneut und versuche jede Messesekunde in mein Herz einzubrennen – als Erinnerung festzuhalten. Das Leben ist bunt und das Buchleben sowieso. Auf der Literatwo Facebookseite konntet ihr mit über die Messe schlendern und die ein oder andere Situation miterleben. Viele Dinge werden den Weg hier hin nicht finden, aber sind in meinem Buchmessebauchgefühl verankert und jederzeit für mich persönlich abrufbereit.

Für euch habe ich ein paar Bilder zusammen gestellt, von besonderen Momenten. Besondere Mitbringsel sind mit mir nach Dresden gekommen. Menschen denen ich in echt noch nicht begegnet bin, aber auch Menschen die ich regelmäßig auf Buchmessen treffe, haben Herzensdinge verschenkt, die sich buchig verankern und ihren Einsatz immer wieder finden werden.

Während in meinem Ohr Sean Paul mit „Cheap Thrills“ sein schönes Unwesen treibt, tippe ich die Zeilen und die Messeschmetterlinge toben sich in mir aus. Ein herrliches Gefühl bleibt – Buchurlaub durch und durch und so wichtig, was die buchige Zukunft betrifft. Ihr dürft euch auf wunderbare Bücher freuen – das Herbstprogramm hat natürlich zwischen dem Buchlaub auch allerhand Buchperlen. Auf jeden Fall. Ihr dürft bald ein sagenhaftes Interview hören – Benedict Wells – mehr Infos gibt es später. Wohl ein literarischer Höhepunkt der drei Tage. Ronja von Rönne durfte ich treffen, vielen Gesprächen/Interviews lauschen und auch selbst mitquatschen. Ach Bücherwelt – du bist eine tolle Welt.

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Namen – was sind Namen, wenn es Bilder und Gefühle gibt? Aus diesem Grund möchte ich jetzt nicht weitere Namen aufzählen, keine weiteren der unzähligen Bilder zeigen und mich auch nicht dafür entschuldigen, dass ich es nicht mache – haha. Es war grandios jeden von euch zu treffen – jeder von EUCH ist gemeint und selbst nach vielen Buchmessejahren gibt es immer noch Buchgesichter, die zum ersten Mal in die Arme geschlossen wurden. Mädels und Jungs – ihr rockt einfach – ok? Es war einfach schön mit euch – die Buchbegegnungen sind es, die die Buchmesse zum ganz individuellen Erlebnis machen. Es gab wahnsinnig herrliche Begegnungen und tiefe Themen bei normalen Terminen, die ich hier nicht einzeln wiedergeben werde, aber auch hier muss ich sagen – DU – kennst die Geschichten neben den Geschichten und zwischen den Zeilen und vor und hintern den Worten.

Ein Name muss aber noch sein, denn ein dickes fettes DANKE geht an Arndt, denn ich durfte die Überraschung sein und wurde mit all meinen Lebensleseseiten ertragen erlesen.

Ich ziehe mich jetzt zurück zwischen die Bücher und zeige euch einfach mal genau JETZT meine Umgebung, während meine Finger über die Tastatur rennen. Und ja, ich hab mal neue Schuhe an, damit ich auch gleich losflitzen kann. Die trage ich sonst nicht in der Wohnung, aber manchmal ist das Leben so herrlich verrückt, das es einfach so ist, wie es ist. 🙂

JETZT
JETZT

Habt noch einen lebensfrohen Sonntag! Ich schmeiße mich jetzt ins nächste Buchluxusproblem und versuche so leise wie möglich zu sein, damit ich höre, welches Buch am Lautesten schreit.

Also psssstt…

Eure

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Flowmagazine

Flow - Ausgabe 16
Flow – Ausgabe 16

Kolumne 11/2016: #flowmagazine

Wie sieht es aus, liebe Leserinnen und Leser – seid ihr im Flow? Im Sonntagsflow? Meine letzten Tage waren nicht so sehr flowig, aber das lässt sich hoffentlich bald mal wieder ändern. Das Leben muss genossen werden. Meine letzte und auch erste Vorstellung der Flow hat euch gut gefallen und aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, euch gleich die ganz aktuelle Ausgabe vorzustellen.

Beim Artikel „Fli-Fla-FLOW habe ich euch noch gesagt, dass ich die Ausgabe, dank des Abos, meist schon samstags im Briefkasten habe. Also ganze drei Tage Lesevorsprung, denn die Ausgabe erscheint immer dienstags. Diesmal war alles anders. Der Briefkasten blieb am Samstag leer und ich konnte mich erst am Montag über die flow freuen. Ganz pastellig grün kommt die 16. Ausgabe daher und verströmt schon von ihrem Aussehen Frühlingsgefühle – Frühlingsleselust.

Nun ist schon fast eine Woche rum und die Ausgabe hat sich hier schon häuslich eingerichtet. Täglich habe ich darin geblättert und mich stellenweise festgelesen. Aber ich bin noch nicht komplett fertig, so schnell lese ich dann doch nicht. Außerdem mag ich mir auch noch ein paar Zeilen bis zur nächsten Ausgabe aufsparen. Heute allerdings für euch einen kleinen Einblick – was bietet die aktuelle Ausgabe?

Ihr kennt inzwischen meine Vorwortliebe und auch diesmal hat mich Sinja mit ihren Worten begeistert. Thema: Weniger aufregen. War ich nicht erst gestern in so einer Situation? Ich war wütend und wollte heulen – Zorn oder Machtlosigkeit – eine Mischung. Wir versuchen diese Dinge immer mit uns auszumachen und nicht andere Menschen mit ins eigenen Wutboot zu ziehen. Oft klappt es – manchmal aber nicht…

Machen wir nicht gerne mal was nach? Lassen wir uns nicht gern inspirieren? Ein großes Thema, was von vielen Seiten betrachtet werden kann und betrachtet werden muss. Die eigene Note sollte dabei nicht außen vor bleiben. Fünf Seiten voller Gedanken, die auch mir ab und an durch den Kopf huschen. Was habt ihr von anderen übernommen? Das farbliche sortieren der Bücher im Regal? 🙂

Feel connected – Ein Blick auf die Welt und die Menschen um uns

Luisa Ortwein, Lisa Marie Andersson und Kim Schimpfle beantworten in dieser Ausgabe die Frage „Was machst du gerade?“ und geben Einblick in ihr Leben.

Wer sich nicht trennen will und doch getrennte Räume braucht – Ein Paar, zwei Wohnungen – habt ihr daran schon mal gedacht? Wenn ja, dann lest euch mal durch das Thema „Beziehung“.

Im Lebenslauf wird Arianna Huffington näher betrachtet. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft – es gibt einiges zu erfahren. Vor allem darüber, wie man ein ausgeglichenes Leben führt.

Das große Thema Flüchtlinge geht auch an der flow nicht vorbei – und das ist gut so. Mit „Währenddessen in Deutschland“ ist das Thema „Starthilfe für ein neues Leben“ überschrieben. Ein tiefer Blick, Ideen, Hilfe, Gedanken und jede Menge wichtige Hintergründe.

In der Kolumne gibt Merle Wuttke ihre Bestürzung preis und spricht mir stückweit aus dem Herzen.

Live mindfully – Leben im hier und jetzt

„Weißt du noch, wie es damals war?“ Na, könnt ihr euch zurück erinnern? Denkt ihr oft zurück? Die Kindheit ist für viele von uns ein schönes Thema, ein Thema was wir festhalten sollten. Darum gibt es in der flow das Erinnerungsbüchlein. Zeit nehmen und erinnern – spontan auf die Fragen antworten oder das Gespräch mit den Eltern suchen – eine Reise zurück und zwar gemeinsam.

„Die Bücher meines Lebens“ – na, wer packt heute buchig aus? Maja Kuß von der Buchhandlung Siebter Himmel in Köln zeigt uns ihre fünf Lieblingsbücher. Eins davon steht schon lange hier und will bald gelesen werden. Danke Maja fürs Erinnern.

Steht ihr eigentlich zu euren Schattenseiten? Gefühle brauchen Platz…

Und es geht in die Natur. Habt ihr euch mal umgesehen? Wisst ihr, was für Tiere und Pflanzen in unserer Umgebung leben? Ein interessantes Thema – mal was völlig anderes, wie ich finde.

Endlich wieder selber Briefe schreiben – ihr werdet Lust bekommen. Was es für schöne Briefbögen gibt. Herrlich. Da juckt es in der Schreibhand.

Spoil yourself – Zeit für eine kleine Verwöhnpause

Ostern steht an – Webshoppen – Ideen holen…

Heimlich mutig – Paula Modersohn-Becker im Porträt. Kunstfans wird es freuen, mich langweilt das Thema. Aber es muss ja auch nicht immer alles gefallen. Dennoch blättere ich durch, vielleicht werde ich ja noch irgendwie begeistert.

Das Gute liegt so nah – ich koche nicht, aber die Seiten gebe ich gern an den Mann im Haus weiter. Ideen für neue Köstlichkeiten sind immer willkommen. Finde ich auch – ich esse gern mit. Bekocht werden ist Luxus.

Inspiration gibt es im Atelier. Interessante Ansichten.

Make it simple – Es muss gar nicht so kompliziert sein

Ist es kompliziert, wenn man nur noch 100 Sachen um sich hat und damit auskommen muss? 100 klingt doch viel, oder? Und die Regeln klingen ganz okay und relativ leicht. Vor allem der Punkt – ein volles Bücherregal zählt als eine einzige Sache – ist für uns Büchermenschen wichtig, sonst wäre die Aktion wohl nicht machbar.

Meditation ist nicht gleich Meditation – denkt kreativ…

Wohin fahrt ihr in den Urlaub? Habt ihr schon ein Ziel? Die Urlaubs-Checkliste könnte helfen.

Eine Tasche voller Glück – hier gibt es die Anleitung für einen praktischen Beutel. Viel Näherfolg.

Als Beilage gibt es in der 16. Ausgabe eine ganze Illustrationsgalerie. Mir gefallen zwar nur zwei der 10 Motive richtig gut, aber für diese hole ich Bilderrahmen und ab an die Wand damit.

Fazit – ein paar Worte geflowt

Besonders klasse finde ich, wie ich bereits im ersten Artikel erwähnte und wohl in den folgenden weiterhin erwähnen werde – die kleinen Anregungen auf der ersten Doppelseite nach jeder neuen Rubrik. Diese beinhalten oft praktische Links, Geschenkideen, Tipps und Empfehlungen. Ich bin wieder fündig geworden.

Und sonst? Meine Freundin ist etwas enttäuscht und meint, die flow war mal besser und sie redet von Abo-Kündigung. Ich kann da schon etwas zustimmen, aber richig trennen mag ich mich (noch) nicht. Die Themenwahl finde ich wieder ansprechend – ein ausgewogener Mix.

Ich freue mich aufs intensive Lesen und flowe mich mal zwischen die Seiten.

Eure

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Es muss wohl an dir liegen

Es muss wohl an dir liegen...
Es muss wohl an dir liegen…

Kolumne 10/2016: #Esmusswohlandirliegen

…, dass ich heute ein Buch verlose.

Heute ist Sonntag und schon lange brodelt in mir der Gedanke, mal wieder ein Buch zu verlosen. Es muss wohl an dir liegen, dass der literarische Gedanke immer wieder aufkommt. Ein Buch verlosen, verschenken, einem Leser schicken, der sich wahnsinnig darüber freut. Eine Sonntagsfreude – pure Unterhaltung.

Es muss wohl an dir liegen (Knaur) von Mhairi McFarlane treffe ich sehr oft. In den Buchhandlungen sind ganze Wände mit dem Titel dekoriert. Ein Buch was in gerade in aller Lesermunde, aber noch nicht in aller Leserhände ist. Ein Liebesroman auf dem dick und rot der Aufkleber „Spiegel Bestseller-Autorin“ klebt.

Den Roman möchte ich heute weitergeben, aber nicht nur einfach so. Ich habe mir gedacht, dass ich euch ein Zitat aus dem Buch hier poste und diese dann dubliziere und verändere. Ihr hinterlasst einfach unter dem Artikel im Kommentarfeld eure Worte und entscheidet euch, welches Zitat denn nun tatsächlich im Buch vorhanden ist. Das klingt zu einfach?

Okay – dann machen wir das anders. Ich poste euch ein Zitat und notiere euch dahinter 4 Seitenzahlen. Ihr entscheidet euch, auf welcher Seite das Zitat steht und hinterlasst im Kommentarfeld die Nummer. Klingt einfach – ist es auch. 🙂

„Ihr Herz pochte vor Aufregung und Stolz“

Was sagt ihr? Stehen diese Worte auf Seite 77 oder vielleicht auf Seite 182 oder vielleicht doch auf Seite 205? Achso – könnte es auch Seite 265 sein?

Was sagt euer Bauchgefühl? Überlegt nicht lange, geht nicht erst im Buchladen gucken, sondern schreibt einfach ganz spontan die richtige Seitenzahl nieder. 🙂 Hört auf eurer literarisches Bauchgefühl.

Eure

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  • Die Teilnahme erfolgt mit einem einfachen Kommentar unter dem Artikel
  • Teilnehmen darf jeder ab 18 Jahren und mit der Teilnahme erklärt ihr euch damit einverstanden, dass ich euren Namen veröffentlichen darf
  • Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen.
  • Bis zum 12.03.2016 lose ich aus
  • Bitte sendet mir innerhalb von 48 Stunden nach Gewinnerbekanntgabe im Artikel eure Adresse an literatwo@aol.de, sonst lose ich neu aus
  • Eine Barauszahlung des Gewinns ist natürlich nicht möglich.
  • Für evtl. Verlust auf dem Postweg übernehme ich keine Haftung, aber bisher war die Post immer sehr zuverlässig
  • Eure Emails mit den Adressen werden selbstverständlich nicht an Dritte weitergegeben und nach Ende des Gewinnspiels gelöscht

Die Hellerauer Zelle

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle

Kolumne 09/2016: #HellerauerZelle

Lesen gefährdet die Dummheit…

Da kann ich nur zustimmen. Lesen ist nicht nur Bildung, sondern lesen ist Entspannung, lesen ist Flucht in andere Welten – lesen ist einfach schön. Was wäre die Welt nur ohne Bücher? Ich möchte auf dieser nicht leben. Nee – echt nicht. *grins*

Bücher kann man nicht genug haben, aber einige Bücher müssen auch immer mal ausziehen oder besser gesagt „umziehen“. Heute war es nach langer Zeit mal wieder soweit. Mit 5 Büchern habe ich heute die Bücherzelle in Dresden Hellerau – Die Helle(rauer) Zelle besucht. Zum einen wollte ich mal wieder schauen, welche Schätze sich darin befinden, zum anderen wollte ich fünf meiner Bücher darin unterbringen.

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle

Die Regeln sind ganz einfach, wobei ich mich nicht wirklich an die Regeln gehalten habe. Wenn das jeder so machen würde – denkt ihr jetzt. Ja, so denke ich ja auch, aber ich habe mich nicht wirklich falsch verhalten. Zumindest habe ich keine Videokassetten darin ausgesetzt. Solche habe ich dort leider vorgefunden, aber denken wir mal positiv – es wird sich schon jemand dafür finden. Es darf nur nicht überhand nehmen…

Mein Regelbruch bestand heute darin, dass ich nicht nur ein Buch aus meinem Bestand mitgenommen habe, sondern gleich fünf. Ja, fünf. Es handelt sich um Bücher aus dem Genre Unterhaltung für Frauen. Vorwiegend Bücher von Marian Keyes. Ich habe die Bücher mal geliebt und viel in diese Richtung gelesen. Doch irgendwann hat sich mein Lesegeschmack dann geändert und ich möchte die Bücher auch nicht mehr behalten. Aus diesem Grund habe ich sie heute in der Helle(rauer) Zelle ausgesetzt.

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle – aufgeräumt

Ich hoffe doch, dass sich ein Mädchen oder eine Frau darüber freuen wird und unterhaltsame Stunden zwischen den Zeilen verbringen kann. Ich hab viel gelacht bei den Büchern und wer Liebesgeschichten mag, wird diese auch finden und genießen können. 🙂

Passend zur Bücherzelle – ein Buch mit dem Titel „Schatzkästchen“. Die Zelle ist wirklich eine schöne Erfindung und ein echtes Schätzchen, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist einfach schön, ganz in Ruhe die vielen Bücher zu betrachten und hinter die erste Reihe zu lunschen. In zwei Reihen stehen die Bücher, aber es ist genug Platz vorhanden, um diese ein wenig umzustellen. Mein buchiger Ordnungssinn hat nicht zugelassen, dass die Bücher so schräg und teilweise lieblos kreuz und quer hingestellt/hingelegt wurden. Ich musste erstmal ein wenig aufräumen, wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt. So eine Zelle muss schon ein wenig hübsch aussehen. 🙂

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle – noch alles kreuz und quer

Gleich als ich die Zellentür öffnete, freute ich mich sehr, denn meine geliebten „Die kleinen Trompeterbücher“ schauten mir entgegen. Verrückt, echt verrückt. Schon lange ist mir keins mehr über den Weg gelaufen. Natürlich hatte ich die Übersichtsliste nicht mit und bei über 109 Büchern (ich habe gerade gezählt) die ich schon habe, kann mal ein Titel dem Buchgedächtnis entfallen. *lach* Also was tun? Mitnehmen…

Trompeterbücher? Nie gehört? Dann schau mal in den Artikel [LeseLustAuslöser] „Bootsmann auf der Scholle“ – Benno Pludra in diesem Stelle ich mein Lieblingstrompeterbuch vor.

Aber ich habe nicht alle mitgenommen, nur vier der sieben Stück. Und mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich tatsächlich zwei davon noch nicht habe. Da hüpft das buchige Trompeterbuchherz richtig hoch. Genial. Ich strahle wie ein kleines Kind. Der Besuch hat sich also richtig gelohnt.

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle

Bald muss ich wieder hin, denn die anderen zwei stelle ich zurück, denn es wird noch weitere Sammler in Dresden geben, die sich genaus sehr über den Buchfund freuen werden.

Und ein weiteres Buch musste ich noch entführen. „Grimms Märchen“ mussten mit. Märchenbücher kann man nicht genug haben und die Ausgabe der Manesse Bibliothek ist wirklich schön. Sehr handlich – passt gut in jede Frauenhandtasche. 🙂

So, die Ausrede steht. *grins*

Habt ihr auch eine Bücherzelle bei euch in der Stadt? Oder konntet ihr mal eine besuchen?

Die Helle(rauer) Zelle kann ich euch sehr empfehlen.

Eure

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Schaufensterblick

Buchhandlung Findus - Schaufensterblick
Buchhandlung Findus – Schaufensterblick (Foto: Annaluise Erler)

Kolumne 08/2016: #Schaufensterblick

Es ist wieder soweit, es ist Sonntag. Heute gibt es keine Geschichte, sondern heute gibt es einen buchigen Schaufensterblick für euch. Dieses Foto erreichte mich im Laufe der Woche. Annaluisie Erler hat die buchigen Empfehlungen der letzten Tage in einem Schaufenster ausgestellt. Das Schaufenster gehört zur Buchhandlung Findus in Tharandt – eine Vorstellung findet ihr HIER.

Mir gefällt es sehr gut und ich bin total stolz auf die wundervolle Fahne, welche im Schaufenster hängt. Diese hat Annaluise extra anfertigen lassen, um ihren Kunden einen ersten Eindruck von mir zu vermitteln und um mein Logo zu präsentieren. Ihr könnt auf diesem Bild leider nicht das ganze Schaufenster inkl. Fahne sehen – die Spiegelung lässt es einfach nicht zu.

Nicht nur den Kunden der Buchhandlung in Tharandt sollen die vier Romane ans Herz gelegt werden. Auch ich möchte euch einladen, einen Sonntagsspaziergang durch die Empfehlungen zu machen. Wie wäre es, wenn ihr liebevoll zum Artikel Liebe mit zwei Unbekannten“ klickt und anschließend eure Flügel ausbreitet und H wie Habicht entdeckt? Meine Lesesseele Lesebienchen legt euch Ein Leben mehr ans Herz und ich stelle euch den kleinen Teo vor.

Taucht zwischen unseren Worten und beschenkt euch selbst mit einem neuen Buch, das euch gemütliche Lesestunden bescheren soll.

Ich schnappe mir jetzt eine Tasse Kaffee, kuschel mich in meine weiche Sternlesedecke und mache es mir mit einem neuen Buch gemütlich.

Habt einen schönen Sonntag!

Eure

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Albtraum Raststätte

Albtraum Raststätte
Albtraum Raststätte

Kolumne 07/2016: #AlbtraumRaststätte

Kurz vor Oldenburg, muss es gewesen sein. Sie möchte sich nicht an den genauen Ort erinnern. Schon immer hatte sie Panik, auf Raststätten auf Toilette zu gehen. Vielleicht keine richtige Panik, aber eine Mischung aus Furcht und Ekel. Wer benutzt schon gern verdreckte Toiletten und dann auch noch in der kalten Jahreszeit und vor allem im Dunkeln? Es treiben sich merkwürdige Gestalten auf Raststätten herum und machen einen Eindruck, als ob sie jemanden mitnehmen wollen.

Selbst am hellichten Tag ist es ihr unangenehm, diese Räumlichkeiten zu betreten. Freiluftpinkeln, so wie die Jungs – das wäre es. Und doch kommt sie an dieser Raststätte nicht drumherum. Zu viel Cola, zu viel Kaffee, zu viel Energydrink. Sie muss sich ihrem Gefühl stellen. Heute ist ihre Angst noch größer, denn sie liest gerade einen Psychothriller. In ihrem Kopf toben tausende Bilder und sie möchte am liebsten einen der Jungs fragen, ob er mitkommt. Mit hinein in die Kabine. Oder ob er davor wartet. Der Rasthof ist anders. Es gibt keine normalen Toilettenräume, wie man sie kennt. Diese haben eine Tür die sich selbst verschließt. Wenn das grüne Licht leuchtet, kann man die Türe öffnen. Nie zuvor hat sie so eine einzelne Kabine betreten. In ihrem Magen zieht es sich zusammen, ihr ist nicht wohl dabei. Noch während sie durch die Tür schreitet, schießt ihr der Gedanken in den Kopf, dass sie ihr Handy im Auto liegen gelassen hat. Verdammt. Das ist ihr bisher noch nie passiert. Sie hat es immer dabei, sogar ab und an in ihrer Wohnung, wenn sie im Bad ist. Und jetzt und heute? Fehlanzeige. Es muss auch ohne Handy gehen, was soll schon passieren.

Sie schließt die Tür hinter sich und drückt umgehend den roten Knopf neben der Tür. Der Riegel schnapp vor. Tür zu. Das rote Licht leuchtet. Sie beeilt sich. Ihr ist unwohl. Sie spült. Sie geht zum Waschbecken und wäscht ihre Hände mit eiskaltem Wasser. Der Seifenspender funktioniert, der Trockener auch. Alles elektrisch. Alles per Knopfdruck. Sie ist erleichtert, dreht sich um und drückt den grünen Knopf. Nichts passiert. Sie drückt erneut. Der Türriegel bewegt sich nicht, das Licht wechselt nicht von rot in grün. Ganz ruhig, sagt sie sich. Vielleicht sind einfach die Hände zu nass. Während sie sich zu beruhigen versucht, schlägt ihr Herz schneller. Ihr Mund wird trocken. Ein leichtes Panikgefühl stellt sich ein.

Hände waschen. Einfach noch einmal Hände waschen. Vielleicht reagiert der Sensor deshalb nicht. Vielleicht sind die Hände zu trocken, zu kalt, zu nass. Unsicherheit macht sich breit. Tief einatmen und Hände waschen. Das ist doch nicht so schwer. Sie redet sich Mut ein und versucht den schnelleren Puls zu ignorieren.

Dann wieder zur Tür. Ganz von vorne jetzt. Knopf drücken. Kurz warten. Tür auf. Sie drückt und sie merkt, wie ihre Finger zittern. Angst vor einem erneuten Fehlschlag. Sie überwindet sich und drückt. Wieder passiert nichts. Sie drückt erneut und erneut, aber die Tür bleibt zu. Verdammt. Jetzt nur nicht in Panik verfallen. Was steht da geschrieben auf der Anleitung zum Tür öffnen. Nach 15 Minuten entriegelt sich die Tür von selbst, falls das normale Öffnen per Knopfdruck nicht möglich ist. 15 Minuten. Wie lange war sie schon in der Toilette eingeschlossen? Vielleicht gerade mal 7 Minuten. So sehr sie sich auch versucht zu beruhigen, es funktioniert nicht mehr. Ihr Puls steigt und steigt, ihr Herz rast, ihre Finger zittern. Sie hat eigentlich keine Platzangst, sie ist eigentlich ausgeglichen und kann die Ruhe bewahren. Aber es ein kleiner Raum, es ist nicht gerade sauber und der Geruch ist ebenso unangenehm. Sie schreit. Sie ruft. Sie tritt gegen die Tür. Sie bekommt kaum noch Luft. Ihr Körper verhält sich völlig anders, als ihr Geist. Sie versucht ruhig zu sein, aber ihr Körper dreht auf. Ihre Beine kribbeln, als wären sie eingeschlafen. Ihr Mund wird immer trockener.

Panisch schaut sie sich um. Wenn jetzt noch eine Spinne mit ihr im Raum wäre, nicht auszudenken. Ihr Kreislauf beginnt Faxen zu machen. Ihr wird schwindelig. Diese verdammte Psyche. Sie versucht sich wieder auf Level zu bringen, doch ihre Gedanken lassen sich nicht anhalten. Sie beschimpft sich innerlich, weil sie ohne Handy in dieses verdammt Kloding reingangen ist. Weil ihre Rufe nicht gehört werden, weil sie ihren Fuß an der dicken Tür eingehauen hat, als sie dagegen trat. Warum hört sie verdammt nochmal keiner? Waren da gerade nicht noch andere Menschen? Sie denkt darüber nach, was passieren würde, wenn sie umkippt. Haben die Jungs gesehen, in welche Kabine sie gegangen ist? Wie lange ist sie schon eingesperrt? Eine Uhr trägt sie schon lange nicht mehr am Handgelenk.

Kurz bevor sie in die Knie sinkt, sieht sie den roten dicken Knopf. Warum hat sie diesen nicht eher gesehen? Erleichterung macht sich breit. Sie zieht sich wieder hoch und drückt den Kopf. Die Tür springt auf. Tageslicht knallt ihr entgegen. Sie verlässt zügig die Toilette. Sie zittert und zittert.

Hätte sie mal kein Psycho gelesen und wäre sie mal ruhig geblieben, hätte sie den Notknopf eher gefunden. Aufregung und Panik wären ihr erspart geblieben. Nun will sie einfach nur schnell zu den Jungs zurück. Hinein ins warme Auto. Sie läuft los und erstarrt zugleich. Der Parkplatz ist leer…

Eure

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[Wangerooge] Inselbuchhandlung H. Schröder

Inselbuchhandlung Schröder ~ Wangerooge
Inselbuchhandlung Schröder ~ Wangerooge

Kolumne 06/2016: #Inselbuchhandlung

Eine Insel ohne Buchhandlung wäre eine sehr einsame Insel. Wangerooge ist überhaupt nicht einsam, denn hier gibt es viele Bücher und LeserINNEN und eine sehr schöne Inselbuchhandlung. Gleich am ersten Urlaubstag schaute ich neugierig durch die Fenster der Buchhandlung H. Schröder und natürlich habe ich am nächsten Tag sofort die Möglichkeit genutzt, in die Buchhandlung hinein zu gehen. Schon nach wenigen Minuten war ich im Gespräch mit dem sehr aufgeschlossenen Buchhändler und kurzerhand kam mir der Gedanke, ein literatwoisches Interview-Akrostichon zu führen.

Mir brannten schon einige Fragen auf der Leseseele – allerdings nicht nur auf Bücher direkt bezogen, sondern auch ganz allgemeine. Schließlich ist eine Buchhandlung auf einer Insel schon eine größere Herausforderung als auf dem Festland. Oder?

Lest selbst:

literatwo-einzelbuchstabeniebes Team der Buchhandlung H. Schröder – H. Schröder? Wer steckt hinter diesem Namen?

Ich heiße Ralf Keulen und bin seit 2014 als Buchhändler in der Inselbuchhandlung. Die Inhaberin heißt Claudia Grunemann. Hermann Schröder hat diese Buchhandlung genau an dieser Stelle vor 110 Jahren, am 1.6.1906 als Buchhandlung mit Fotoatelier und Logierhaus gegründet.

literatwo-einzelbuchstaben n so einer 900 Einwohner Stadt, auf einer übersichtlichen Insel, wenn ich das so sagen darf, ist es sagenhaft grandios, so eine schöne Buchhandlung zu finden. Wie wählt ihr euer Sortiment aus?

Claudia holt sich für den Non-Book Bereich Inspirationen z.B. auf der Messe „Nordstil“ in Hamburg und ich wälze Dutzende Kataloge und treffe mich jedes Frühjahr mit 10-15 Verlagsvertretern um die passenden Bücher für unsere Kunden auszusuchen.

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ouristen oder Einheimische? Wen zählt ihr zu euren Kunden und habt ihr richtige Stammkunden/-leser?

Touristen UND Einheimische! In beiden Gruppen gibt es Stammkunden, wir haben zum Beispiel eine Urlauberin, die seit über 80 Jahren jedes Jahr auf die Insel kommt und immer noch fleißig liest. Aber natürlich haben wir in der Hochsaison von April bis Oktober bis zu 10000 Gäste auf der Insel im Vergleich zu knapp 1000 Insulanern, wir sind also schon auf den Tourismus angewiesen,

literatwo-einzelbuchstabenxpress auf Wangerooge? Wie lange muss ich warten, wenn ich bei euch ein Buch bestelle? Kommt das Buch dann mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug und sind die Portokosten denn überhaupt stemmbar?

Wir können tatsächlich die meisten Bücher „über Nacht“ besorgen. Unser Großhändler liefert im Laufe der Nacht aus seinem Lager in Erfurt nach Harlesiel und von dort kommen die Bücher morgens mit dem ersten Inselflieger auf die Insel. Wir sind also eine der wenigen Buchhandlungen in Deutschland, die Bücher für Ihre Kunden „einfliegen“ lässt. Wir müssen natürlich versuchen die höheren Portokosten durch besonders kostengünstigen Einkauf und wirtschaftliche Lagerhaltung auszugleichen.

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Richtige Literatur an Bord. Welche Bücher zählen zu euren aktuellen Empfehlungen?

Ich empfehle sehr gerne die Bücher von Joachim Meyerhoff, insbesondere „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war?“, aber auch gerne ältere Titel, wie „Salzwasser“ von Charles Simmons, „Winter in Maine“ von Gerard Donovan oder den „Distelfink“ von Donna Tartt.

literatwo-einzelbuchstabenuch der Non-Book-Bereich ist bei euch vertreten. Gibt es ein bestimmtes „Must-Have-Non-Book“?

Bei den Non-Books lieben wir besonders die Spiegelburg-Collection in Rot mit weißen Punkten. Die ist zu einer Art Markenzeichen unserer Buchhandlung geworden. Und wir freuen uns auf eine neue Wangerooge-Collection (Tasse, Frühstücksbrettchen, Lesezeichen) die wir im Sommer bekommen und die exklusiv für uns hergestellt wird.

literatwo-einzelbuchstabenhalia und Co. sind weit von euch entfernt. Habt ihr überhaupt Konkurrenz?

Thalia und Co. sind zum Glück weit weg, aber auch auf Wangerooge ist das Internet allgegenwärtig. Und wir müssen damit klarkommen, dass es von November bis April doch meistens sehr ruhig ist auf der Insel.

literatwo-einzelbuchstabenelche Veranstaltungen erwarten eure Kunden in diesem Jahr? Gibt es ein Highlight?

Wir freuen uns wieder auf vier lange Verkaufsabende bis 22.00 Uhr diesen Sommer, da backen oder kochen wir eine Kleinigkeit für unsere Kunden, es gibt Getränke und wir bieten auch immer etwas Besonderes für Kinder an. Wenn das Wetter mitspielt, sind das sehr stimmungsvolle Abende. Und für den Oktober planen wir eine Lesung mit dem Nr.1 Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf.

literatwo-einzelbuchstabenhne Buch…

…ist das Leben wie ein Meer ohne Wellen!

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Vielen Dank, für die Beantwortung der vielen Fragen und wie bereits angedroht: ich komme wieder. 🙂

Wart ihr schon auf Wangerooge in der Inselbuchhandlung? 

Verlasst doch mal das Festland und reist auf die Insel. Habt einen schönen Sonntag mit vielen buchigen Stunden.

P.S. Ein Online-Shop lohnt sich nicht wirklich, aber auf Facebook ist die Inselbuchhandlung als Seite natürlich vertreten. Klickt mal rein. 

Eure

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Ich bin nur für kurze Zeit erhältlich ~ that vanilla moment

that vanilla moment & das Buch
that vanilla moment & das Buch

Kolumne 05/2016: #thatvanillamoment

Lassen wir den üblichen Blick auf den Kalender und die Gedanken, an die mega schnell rennende Zeit mal weg und reden wir heute auch mal nicht sofort übers Wetter, sondern übers Bad. Ihr möchtet doch ein wenig Wetter und Kalender? Okay – es ist der letzte Sonntag im Monat Januar – wir haben schon einen Monat des neuen Jahres verbraucht und das Wetter ist von Haus zu Haus unterschiedlich: einfach mal aus dem Fenster gucken.

B wie Bad. Okay, eigentlich verbinde ich den Buchstaben B auch mit meinem Vornamen und viel lieber noch mit Bücher, aber heute wird es eine Mischung, die im Bad ihren Anfang gefunden hat. Vor einiger Zeit habe ich die Duschcreme the raspberry kiss der Marke treaclemoon getestet. Ich war super angetan und habe mich nun täglich damit geduscht. Seit letzter Woche habe ich nun die Sorte gewechselt. Ab sofort rieche ich nach dem Duschen nach Vanille.

Ob ich den Duft besser oder eher nicht ganz so gut finde, dass sei mal so dahin gestellt. Mir geht es heute und hier weniger um den Duft, sondern um die Optik der Flasche und meine buchigen Gedanken beim Duschen. Ich erwische mich immer wieder, wie ich mir die Worte auf der Vorderseite der Flasche beim Duschen durchlese und darüber nachdenke.

„Verrführerisches Nichtstun…meine Gedanken sind federleicht und segeln davon… Woran ich jetzt denke? – Pustekuchen! Ich kann doch nicht alles verraten.“

Ich lese und lese die Worte immer und immer wieder und merke, dass  meine Gedanken federleicht sind, sich aber eher ums Thema Buch drehen, als um die Worte, denn irgendwie geben mir diese nicht wirklich etwas. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle sagen, dass ich schon überlegt habe, wer wohl hinter diesen Worten steckt und wie man darauf gekommen ist, ebendiese Worte auf der Flasche anzubringen. Es geht hier um eine Duschcreme, dies möchte ich noch einaml erwähnen. Wen möchte man hier neugierig machen und wer spricht da überhaupt zu mir, während ich meinen Körper mit Duschcreme reinige? Wer von euch treaclemoon-Duschcreme-Sucht-Spezialisten kann mir Antworten geben?

Trotzdem schafft es die Verpackung nicht, meine Gedanken an sich zu fesseln – das Buch ist hier einfach stärker. Der seitlich angebrachte Aufdruck: „Ich bin nur für kurze Zeit erhältlich“ gibt den letzten Impuls und ich frage mich, was wäre denn, wenn morgen ein Buch erscheinen würde, welches ebendiesen Aufdruck hätte? Was würde uns bibliophilen Menschen passieren? Würde es uns so gehen, wie es mir mit dem Kauf der Duschcreme ging? Würden wir einfach zugreifen? Einfach mal ausprobieren?

Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn der Aufdruck nicht nur auf einem Werk wäre. Und dann auch noch auf dem Werk unserer Lieblingsschriftstellerin, unseres Lieblingsschriftstellers. Ich mag daran überhaupt nicht denken. Sämtliche Buchkaufverbote würde es nicht mehr geben, oder? Für mich gibt es sowieso kein Kaufverbot, aber einige von euch, halten sich dran. Was wäre aber, wenn bestimmte Bücher nur für eine kurze Zeit erhältlich wären? Habt ihr euch darüber mal Gedanken gemacht? Wir würden zugreifen und uns ganze Regale füllen – richtig?

Diese Dinge spuken mir beim abendlichen Duschen durch den Kopf. Bibliophil? Auf jeden Fall. Der Gedanke ist gruselig und ich denke, so schnell wird dieser Satz (zum Glück) auf keinem Buch zu finden sein. Es wäre ja nicht nur für uns tragisch, sondern auch für den Schöpfer des Inhalts. Gruselige Vorstellung – du bist Autor und dein Buch ist nur für kurze Zeit erhältlich. Du schreibst über ein Jahr an deinem Herzenswerk und dann kannst du nur hoffen, dass du Leser findest, die es in dieser kurzen Zeit kaufen. Wie kurz ist eigentlich diese kurze Zeit?

Was ich allerdings nicht gruselig finde, sind die Worte auf der Rückseite der Duschcreme. Auf buchig umgedichtet könnte da stehen:

„Dieser Gute-Laune-Roman hat viele Talente:

  • Verdreht jedem Wortliebhaber den Kopf

  • Mit komischen Situationen so bunt wie das eigene Leben

  • Ein echter Romeo unter den Humorbolzen

  • Zaubert schöne Gedanken und Träume aus Worten

  • Im Team unschlagbar – mit Comic und Witzebuch“

Ich bin eindeutig für eine buchige Duschcreme, vielleicht mit Seitenzahlenpeelingperlen, einem aufgedruckten Inhaltsverzeichnis, einem Zitatschnappverschluss, natürlich mit viel Buchduft und nicht nur in der 500ter Seitenzahlenlänge. Verschiedene Größen wären wünschenswert. Extra einfoliert werden muss die buchige Duschcreme nicht unbedingt. Ein Duschbändchen wäre eine Überlegung wert. Hardcover würde ich bevorzugen und falls es keine Umstände macht, den ET bitte auf Sommer 2016 setzen. 🙂

Eure

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