Literatwoischer Messefreitag

Nicht nur in Facebook könnt ihr unsere Impressionen sehen – auch hier, in unserem Wohnzimmer lassen wir euch einen Blick über unsere Schultern werfen, damit ihr seht, wie schön es in diesem Jahr in Leipzig ist. Interviews, gute Gespräche und topaktuelle neue Bücher und Projekte begegnen uns auf Schritt und Tritt und wir sind ganz schön in „Wallung“.

Literatwo und Leipzig – Hand in Hand… aber alles lässt sich nicht erklären.

Das erratet ihr nie - das müsst ihr schon selbst rausfinden...

Am Lesespaten-Stand wurden wir schon immer mit Non-Book-Artikeln konfrontiert, die uns überrascht haben… aber in diesem Jahr hat uns ein Gegenstand besonders fasziniert…. es handelt sich um den legendären…. öhm… sagen wir nicht… ihr müsste einfach nur in Halle 3 – E 412 vorbeischauen und nach dem… öhm… sagen wir nicht fragen… und euch wird Hören und Sehen vergehen.

Wir haben das Teil übrigens nicht mitgenommen… bei uns findet es keine Anwendung, da unsere Bücher keinen….. ansetzen!

Eine geheimnisvolle Widmung....

Neben weiteren Interviews hatten wir das Vergnügen, Karl Hohenthal persönlich kennenzulernen. Ob man dieses Gespräch mit dem geheimnisvollen Autor des Buches „Hadschi Halef Omar im Wilden Westen“ allerdings wirklich so nennen kann, werden wir beizeiten auflösen. Soviel sei bereits jetzt verraten – unser Gast Karin Hillig war ebenso begeistert vom sprachgewaltigen Medienprofi, wie wir selbst.

Es gab viel zu erfahren…. seinen Namen jedoch werden wir hüten, wie Winnetou seine Geheimnisse gehütet hat.

Der Schwarzmarkt blüht...

Und nicht zuletzt blüht auf der diesjährigen Buchmesse der Schwarzhandel mit dem begehrten RETAMIN. Jürgen Magisters Roman „Katharsia“ konnte zwar den erhofften „Seraph“ nicht gewinnen – ein sagenhafter zweiter Platz musste genügen – aber die Botschaft des Buches trägt – und wir tragen sie mit uns.

Retamin erhaltet ihr sowohl am Stand des Dresdner Buchverlages – Halle 4, D 102 – als auch bei Literatwo… aber es ist echt nicht leicht, das Elixier zu ergattern… 20 Exemplare des Romans stehen immerhin auf dem Spiel. Ein hoher Preis für ein Gewinnspiel auf der Buchmesse… aber es lohnt sich!

Wir freuen uns auf unser Treffen mit euch am morgigen Samstag und wünschen viel Spaß mit den folgenden Impressionen und Artikeln! 

Passt auf euch auf… bis gleich 😉

Literatwo… On the road again…

Wenn ihr dies lest, dann befindet sich euer Team Literatwo schon längst auf den Schienen, die das Lesen bedeuten. Eine Sternfahrt nach Leipzig, die Koffer voller guter Ideen und Geschichten und doch noch jede Menge Platz im Handgepäck, um Anregungen, Bücher, Neuerscheinungen und Projekte bis zur Buchmesse in Frankfurt mit nach Hause zu bringen.

In unserer Villa Literatwo haben wir aufgeräumt und schon mal Platz gemacht für die Lese- und Lebensschätze der Zukunft. Unsere Planungen sind veröffentlicht, unsere Wege sind bekannt und jetzt fehlt eigentlich wirklich nur noch der offizielle Startschuss zur Buchmesse Leipzig 2012.

Mit einem Klick zu unserem Treffen in Leipzig
Ein Klick zeigt euch unsere Interviewpartner in Leipzig

Der Donnerstag wird bereits der erste richtig spannende Tag! Fragen über Fragen werden uns begleiten. Wie weit kommen wir, wenn wir das Retamin auf unsere Rucksäcke verteilt haben, wird Katharsia den begehrten „Seraph-Debüt-Preis“ erhalten und wie kommen wir auf die „Fantasy-Insel“, auf der die Preisverleihung stattfinden soll?

Folgt uns bei unserer Berichterstattung auf Facebook und natürlich auch hier und stellt Fragen, wenn ihr Informationen benötigt oder liebe Grüße an große Autoren loswerden möchtet….

Wir sind für euch da 😉

Katharsia – ein umfangreiches, fantastisches Abenteuer

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Katharsia – wir haben es gemeinsam gelesen und genossen und heute gibt es für euch unsere Teamrezension.

Doch wenn wir zurück blicken, wäre uns dieses Meisterwerk beinahe entgangen. Vor einem Jahr auf der Messe in Leipzig haben wir zum ersten Mal Kontakt zum Dresdner Buchverlag gehabt. Dieser stellte uns bereits schon am Verlagsstand den Roman vor, doch wir trauten uns noch nicht sofort, an diesen umfangreichen Stoff aus dem Genre Fantastik.

Nun ist ein Jahr vergangen, wir haben Katharsia gelesen, sind hin und weg und zudem steht Jürgen Magisters Roman auf der SERAP-Shortlist. Wir sind begeistert und wir werden Daumen drückend am Donnerstag, dem ersten Messetag, 17 Uhr auf der Fantasy-Leseinsel – Halle 2 – bei der SERAPH Preisverleihung 2012 dabei sein.

Wir sind gespannt ohne Ende, wie die Jury entscheiden wird. Wir lieben Katharsia und sind in den grünen Lesestrudel geraten. Dabei hat es uns ins Roman-Abenteuergeschehen gewirbelt und wir haben die Perspektive gewechselt, wie ihr an unserer Besprechung erlesen könnt.
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Nach den Flamingos ist vor der Messe – der August Dreesbach Verlag

München – die August Dreesbach`sche Verlagsbuchhandlung im Herzen Schwabings – ein ganz normaler Freitagmorgen. Die Buchhandlung selbst macht einen ruhigen und wie immer gediegenen Eindruck, die Mitarbeiter und unsere inzwischen wohlbekannte Verlegerin Dr. Anne Dreesbach jedoch vermitteln den Eindruck von Vorfreude und buchiger Betriebsamkeit. Kartons mit der Aufschrift „Leipzig 2012“ werden gepackt – diesmal steht keine Flamingostaffel abflugbereit vor dem Haus, aber auch zu dieser Messe hat man sich wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen.

Ein Buch sticht außerordentlich heraus und bildet sozusagen das Auge des „Dreesbach`schen Messeorkans“ – ein Porträt des langjährigen Thyssen-Chefs und Euro-Kritikers Dieter Spethmann, von niemandem Geringeren angefertigt, als von Andy Warhol. Ungewöhnlich – das Cover – aber ungewöhnlich heißt eben auch auffällig und dieser Linie bleibt der Verlag eben auch bei der Messe in Leipzig treu.

Passend zu den Farben des Covers wird sich der Verlagsstand in Halle 4, Stand A 109 präsentieren. Er wird mit rotem Filz ausgekleidet sein, der Boden bleibt schwarz. Das Rot passt gut zur Krawatte und zum Verlagsnamen auf dem Spethmann-Cover. Und das schöne Cover-Türkis-Grün, harmoniert mit der Gesamtkomposition. Wir sind gespannt – auch auf den Inhalt der Biografie mit dem Titel: Dieter Spethmann. Ein Porträt von Michael Kamp.

„Wenn von Männern und Frauen in unserem Land die Rede ist, die für ein Unternehmen, für Tatkraft und Weitblick stehen, denken viele an Dieter Spethmann.“  Johannes Rau

Eine Biografie muss Leben – und wenn sie so sehr lebt, wie das Dreesbach`sche Messekonzept, dann müsst ihr euch vor diesem Buch in Acht nehmen… es könnte euch anspringen….

Wie erwartet, ist dies jedoch nur das Auge des Orkans, der in Leipzig entfacht werden wird. Weitere Neuerscheinungen werden die „Dreesbacher“ in die Messestadt begleiten: H.J. Knapp: Planen und Bauen – die Biografie mit Werkverzeichnis eines im Südwesten Deutschlands sehr erfolgreich tätigen und bekannten Architekten, außerdem: 20+1 – ein Typografie-Buch ganz in gelb. Absolut geheime Quellen aus dem Verlag, als sozusagen „gewöhnlich gut unterrichtete Kreise“ habe durchsickern lassen, dass der Bereich Typografie wohl in Zukunft verstärkt weiter ausgebaut wird. Es wird grafisch spannend… typografisch eben….

20+1 Ein Vergleich von serifenlosen Schriften der letzten zwanzig Jahre

Insgesamt sind rund 15 Bücher am Start, u.a. auch das „Zoobuch (hach unsere Flamingos – sie sind immer in Gedanken dabei) und Maria Christina, das rosa Buch. Eine gute Mischung aus Klassikern und Bestsellern des Verlages!

Den Autor der Spethmann-Biografie, Michael Kamp, kann man im Gespräch mit einem weiteren Historiker übrigens in Leipzig live bei „Leipzig liest“ in traumhafter Kulisse erleben!

Samstag, 17. März, 19:00 bis ca. 20:30 Uhr, Sommersaal, Bach-Archiv Leipzig, Zentrum

Titel: Gespräch mit den Historikern Dr. Michael Kamp und Dr. Florian Neumann: „Wie schreibt man eine Biografie?“

Dr. Michael Kamp, Historiker und Verfasser zahlreicher Biografien (z.B. von Ex-Thyssen-Chef Dieter Spethmann, von Bankier Fritz Meyer-Struckmann oder von Else Kröner, die den Konzern Fresenius geleitet und zu einem internationalen Pharmaunternehmen ausgebaut hat), und Dr. Florian Neumann geben Einblicke in ihre Arbeit: Welche Art Biografie schreibe ich, kritisch, persönlich, würdigend? Was kommt rein, was bleibt draußen? Wie führe ich Zeitzeugengespräche? Solche und ähnliche Fragen beantworten die beiden Historiker am Beispiel ihrer Werke. Es ist ausreichend Zeit für eine Diskussion mit dem Publikum eingeplant.

Veranstalter: August Dreesbach Verlag, Viktoriastraße 5, 80803
München, www.augustdreesbachverlag.de
Ansprechpartnerin: Ramona Feilke, 089-95449845,
r.feilke@augustdreesbachverlag.de

Ihr seht… Der Verlag hat viel vor und auch wir werden uns in diesem Jahr nach der mehr als ereignisreichen Buchmesse in Frankfurt ins Auge des Orkans begeben. Wir freuen uns auf interessante Gespräche und  eines der sympathischsten Teams unter den deutschen Messedächern.

Ihr könnt uns bei den „Dreesbachern“ treffen und alten Flamingoerinnerungen nachhängen, in neue Projekte eintauchen oder einfach nur einen gemütlichen Plausch mit richtigen Büchermenschen halten. Ihr findet uns am Sonntag, den 18.03.2012 von 15:00 – 16:00 Uhr am Verlagsstand – seid uns aber nicht böse, wenn wir nicht in Filz gekleidet sind….

Wir tragen unsere Flamingo-Shirts – eine kleine Reminiszenz…..Bis dann… 😉

Wir freuen uns auf Leipzig...

John Boyne – Der Junge mit dem Herz aus Holz… und mehr…

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„Noah Barleywater runs away“, der Originaltitel des neuesten Werkes von John Boyne, dem Autor des Weltbestsellers „Der Junge im gestreiften Pyjama“, trifft den Kern der märchenhaft anmutenden Parabel mit dem deutschen Verlagstitel „Der Junge mit dem Herz aus Holz“ mehr als auf den Punkt.

Noah Barleywater läuft weg…. Er kann nicht mehr… er mag nicht mehr… er hat Angst, zu lange zu warten. Er hält es zuhause einfach nicht mehr aus. Zu übermächtig ist die Furcht davor, der Erkrankung seiner geliebten Mutter ins Auge zu schauen – zu übermächtig ist der Wunsch, einfach zu fliehen – zu gewaltig ist die Verlustangst, die Noah schlaf- und hoffnungslos werden lässt.

Noah läuft weg. Viel zu jung für eine solche Flucht, viel zu schwer beladen mit tonnenschweren Gefühlen, aber mit jedem Meter, den er sich von seinen Eltern entfernt, mit jedem Zentimeter wachsender Distanz beginnt er klarer zu sehen. Der Albtraum zerfließt im aufziehenden Nebel der selbst gewählten Blindheit.

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Literarisches Caféhausgeplauder über das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen - Ali Shaw
Das Mädchen mit den gläsernen Füßen – Ali Shaw

Zur Vorgeschichte: es waren einmal zwei Leserinnen. Es begab sich zu jener Zeit als die eine innerhalb kürzester Zeit dieses wundervolle Buch las. Sie suchte das Gespräch zum Buch, musste sich über „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ (Script 5) austauschen und fand eine Leserin, die auf ihr Anraten hin, selbiges Buch in genauso kurzer Zeit las. So war eine Basis gegeben, um sich umfangreich über das Buch zu unterhalten.

Vor nicht allzu langer Zeit in einem lauschigen Café:

Du, wir müssen jetzt und hier unbedingt reden. Genau und zwar über „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“. Stimmt, das Cover mit seinem verträumten Blütenmuster und die sonstige Gestaltung mit den silbernen Seiten sind ein echter Hingucker und machte Lust auf das Lesen des Buches. Wir haben beide jeweils nur zwei Tage gebraucht, eigentlich ein gutes Zeichen. Das lag am Schreibstil, meinst du. Ja, da hast du Recht, der Roman liest sich sehr flüssig, die Sprache ist poetisch und doch leicht verständlich, das Lesen kann man genießen. Und auch die Idee des Buches ist originell und birgt viel Raum für Ideen. Auch dass die Protagonisten nicht mehr im Teenageralter sind, hat mir gleich zum Anfang sehr gut gefallen.

Ein junges Mädchen namens Ida entdeckt nach ihrem Urlaub auf St. Haudas Island, dass sich ihre Füße langsam in Glas verwandeln. Sie stellt dies zwar mit einigem Erschrecken fest, doch beginnt sie auch gleich zu handeln, denn Ida ist eine zielstrebige und mutige Frau. Es geht also zurück auf die Insel, wo sie sich Rettung und Klarheit erhofft. Doch wem begegnet sie? Midas, einem eigenbrötlerischen Fotografen, der sie von Beginn an fasziniert und anzieht.

Ja, du hast Recht, bis hierhin klingt alles sehr gut, die Idee erinnerte mich etwas an Aschenputtel. Vielleicht findet Ida in Midas ja ihren Prinzen und ihre Rettung, dachte ich? Doch warte mal, sie findet auf dieser eigentümlichen Insel ja noch so viel mehr. Oh ich sehe, du runzelst die Stirn und trommelst mit deinen Fingern auf dem Tisch. Beruhige dich doch, so schlimm kann es ja nun mit der weiteren Geschichte ja nicht werden? Schlimm nicht, meinst du, aber so verwirrend, dass am Ende nur Fragen übrig bleiben, die nicht geklärt sind. Welche Fragen denn zum Beispiel?

Warum gibt es die Ochsenmotten?

Ja, stimmt, die sind schon sehr eigenartig. Auf der Insel trifft Ida auf Henry Fuwa, durch den sie sich Hilfe bei ihrem Problem erhofft. Und dieser Henry, ein ähnlicher Kauz wie Midas, züchtet kleine fliegende Ochsenmotten. Niedliche Tiere, sagst du, aber ohne Funktion im Roman. Stimmt, sie sind einfach nur da, vielleicht sollen sie zur geheimnisvollen Stimmung des Romans beitragen? Doch woher kommen sie und warum finden Ida und Midas bei ihrer Begegnung mit diesen Tiere sie eher alltäglich als fantastisch? Wir hätten uns wohl eher erschrocken und gefragt, welche Bewandnis sie haben.

Tja, warum wurde diese tolle Idee nicht weiterausgebaut. Eine Frage, die du zurecht stellst.

Was ist das weiße Tier?

Oh ja, das möchte ich auch gerne mal wissen. In vereinzelten Nebensätzen wird von einem weißen Tier gesprochen, dass alles im Blickfeld weiß werden lässt. Woher kommt nun diese Tier, welche Funktion hat es? Hängt es mit dem Glas zusammen? Das sind auch Fragen, die sich mir auch gestellt haben, die aber leider nicht beantwortet wurden. Wieder eine Idee, die im Sand verläuft.

Was ist denn nun eigentlich das Thema des Romans?

Puh, das möchte ich auch mal wissen. Für mich geht es eher um eine Familiengeschichte, nämlich in erster Linie um die von Midas. Ja, richtig, die wird sehr detailliert und sehr feinfühlig beschrieben. Man fühlt sich sofort wohl in der Geschichte und möchte mehr über die Personen erfahren. Doch was hat das alles nun mit Ida und ihren Glasfüßen zu tun? Doch halt, die Geschichten hängen zusammen, schließlich gibt es in beiden Familien unglücklich Liebende. Ein etwas plumper Versuch, krampfhaft einen Zusammenhang herzustellen, meinst du. Hast eigentlich Recht. Die Zusammenführung der beiden Protagonisten scheint nun wirklich mehr als gewollt, sodass sich ein Arsenal von Nebenfiguren und Nebenhandlungen ergibt, die eigentlich nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Ida bleibt dabei ziemlich oft außen vor, zumindestens ihr Schicksal mit den Glasfüßen hat bei aller Tragik gar keinen Platz und findet in diesen Abschnitten auch keine einzige Erwähnung, auch die Hoffnung, das dies mit den Füßen zusammen hängt, erfüllt sich nicht.

Die offensichtlichste Frage hast du aber noch nicht gestellt: Woher kommt das Glas?

Ida wird langsam zu Glas. Schön und gut, doch warum und wie? Durch das weiße Tier oder die Ochsenmotten? Ich habe keine Ahnung. Du? Du also auch nicht. Schade, denn gerade diese Frage sollte doch beim Titel und Thema des Buches schon geklärt werden. Wohl wahr, denn die Geschichte enthält zwar fantastische Elemente, allerdings fehlen ein paar unbedingt wissenswerte Grundlagen. Spielraum für Leserfantasien muss sein und sollte auch sein, aber hier war eindeutig zuviel davon.

Tja, was machen wir nun mit diesem Buch. Es ist schade, meinst du, schade, dass eine so tolle Idee in so vielen verschiedenen Ansätzen untergeht. Fantasyroman, Liebesgeschichte, Familienroman, Entwicklungsroman, genau kann man ihn nicht einordnen. Hier müssen wir als Leser wohl selbst entscheiden. So vieles bleibt unbeantwortet und im Ansatz stecken. Vielleicht wollte der Autor einfach zu viel? Möglich, meinst du.

Ist es trotzdem lesenswert? Durchaus, sagst du, aber man sollte keine stringente Handlung erwarten, keine 100 Prozent-Logik. Doch wenn man im Anschluss mit einer guten Freundin darüber reden kann, dann hat das Buch doch wahrlich sein Gutes. Wie Recht du doch hast, denn dieses Gespräch über Ali Shaw´s Buch wurde sehr lang. Was haben wir gelacht, was haben wir weitergesponnen und gedacht und hätten wir unseren persönlichen Ideenausbau notiert, wäre das Buch jetzt genau so rund, wie wir es uns gewünscht hätten.

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen - Ali Shaw
Das Mädchen mit den gläsernen Füßen – Ali Shaw

Ali Shaw gibt uns dennoch ein weiteres Rätsel auf, denn sein nächstes Buch erscheint im gleichen Stil – nur die Farbe und der Titel des Covers ist anders – aber Achtung – es ist kein zweiter Teil.

Was machen wir nun? Ich finde, es sollte eine Chance bekommen. Abgemacht!

Update 12.02.2013: Ali hat eine zweite Chance bekommen – hier entlang zum Artikel „Der Mann, der Regen träumt

Aleph – eine Fahrt in die Zukunft

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Endlich ein neuer Paulo Coelho – endlich.

Jedes neue Buch, das seiner Schreibfeder entspringt, erwarte ich voller Neugier und bin voller Vorfreude darauf, was mich nun erwarten wird. Endlich lag nun auch Aleph vor mir. Coelho´s Bücher muss ich einfach lesen, egal über welches Thema er schreibt, egal wie dünn oder dick sie sind, ich bin einfach Fan seiner Werke. Auch als ich Aleph in der Hand hielt ging ich nach meine persönlichen coelhoschen Schema vor. Folie ab, keinen Klappentext lesen, Schutzumschlag beiseite und ab zwischen seine oftmals spirituellen Worte.

Bahnhof. Genau dort stand ich, mit Aleph in der Hand. Eine Fahrt in die Zukunft, da schien mir Aleph genau das richtige Buch. Zwar stieg ich nicht in die Transsibirische Eisenbahn, leider, dennoch war ich unterwegs und das Fahrgefühl brachte mich dem Buch sofort näher.

Das Leben ist dieser Zug – nicht der Bahnhof. (mehr …)

Blick nach vorn – Literaturfest Meißen 2012

Unser Literatwoblick ist zu 99% auf die Buchmesse in Leipzig gerichtet. Wir sind schon voller Vorfreude und zählen die Tage, bis wir mit unserer literatwoischen Titanic in Leipzig anlegen. 1% unseres Blicks schaut allerdings schon heute über den Bücherrand in die literarische Zukunft.

Wir blicken schon mal leicht in Richtung Literaturfest Meißen, welches vom 06.-10. Juni stattfindet. Wir schauen aber nicht nur, weil wir diese Tage in unseren Kalender eintragen wollen, sondern weil wir bereits heute schon den diesjährigen Wettbewerb ankündigen wollen.

Im Rahmen des Literaturfestes gibt es in diesem Jahr einen Schreibwettbewerb für Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 21 Jahren, sowie Schulklassen bis Klasse 12. Eingereicht werden können literarische Beiträge in deutscher Sprache mit einem maximalen Umfang von 25.000 Zeichen inklusive Leerzeichen. Bewertet werden alle Texte nach inhaltlichen Kriterien, nach Originalität sowie Kreativität und sprachlicher Gestaltung.

Ob Fabeln, Erzählungen, Kurzgeschichten, Gedichte oder Essays – die Schreiber haben hier völlig freie Hand und können ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das klingt doch einfach gut, schade nur, dass wir Literatwos uns schon leicht über der genannten Altersgrenze befinden und nur zu 50% aus dem Landkreis Meißen kommen. Aber wir können Daumen drücken und euch zum Schreiben animieren und das tun wir zu 100%.

Die Auszeichnung der Beiträge findet am 10. Juni 2012 auf der großen Hauptbühne des Literaturfestes statt. Wir werden vor Ort sein und uns die Gewinner genau anschauen. Direkt im Anschluss können diese  ihr Werk den Besuchern vorstellen!

Als Preise warten auf die besten Teilnehmer Büchergutscheine (Wert bis zu 100 Euro) und Buchpakete. Zusätzlich werden die besten Werke, unter anderem im Amtsblatt des Landkreises Meißen, auf der Internetseite des Literaturfestes und im Online-Magazin „LITERATURFEST NEWS“ veröffentlicht.

Die Texte müssen bis zum 14. Mai 2012 per E-Mail oder auf dem Postweg eingesandt werden, also lasst euch diese Chance nicht entgehen und schreibt, schreibt, schreibt!

Hier findet ihr den Teilnahmebogen und auf der Homepage findet ihr immer wieder die aktuellen News, denn in nicht mehr 100 Tagen ist es soweit.

Wir sind da, hoffen auf euch zu treffen und werden bis dahin immer wieder berichten.

Mit nur einem Klick gelangt man zu den aktuellsten Artikeln….

Dresden: Katharsia gerettet – Retamin wird wieder produziert

Katharsia leidet Mangel. Das Retamin ist knapp und genau dieses Elixier ermöglicht es, den Seelen in der Zwischenwelt mit sich selbst und ihrem bisherigen Leben ins Reine zu kommen. Retamin ist begehrt und je mehr man besitzt, umso mehr ist man in der Lage, sein Seelenleben zu reinigen.

Aber: Retamin geht zur Neige und Katharsia droht an diesem Mangel zu zerbrechen….

Jürgen Magister hat einen Roman geschrieben, der uns beschäftigt und seine fantastischen Ideen in unserem Alltag verankert. Der Dresdner Buchverlag und Literatwo haben sich entschlossen, nicht nur diesen Roman in die Welt zu tragen, sondern auch den Mangel an Retamin zu beheben.

Und seit heute ist es soweit – die Sensation ist perfekt und es ist nicht nur ein Gerücht, dass die Menschheit in der Retaminforschung einen bedeutenden Schritt weitergekommen ist. Durchbruch in Dresden – Katharsia gerettet – Retamin wird wieder hergestellt – Skandal in Dresden – Proteste – Retamin wird an geheimen Ort verteilt… In jeder guten Nachricht liegt auch immer eine schlechte verborgen…

Aber Literatwo wäre nicht Literatwo, wenn wir nicht wüssten, wo, wann und wie das Retamin unters Volk gebracht wird.

Ganz uneigennützig hat sich Bianca an der Retaminproduktion beteiligt und stundenlang Seelenelixier verpackt, sortiert, beschriftet und vor allem auch probiert. Die Nebenwirkungen scheinen recht überschaubar und wir können euch die ersten Details verraten. Retamin wird es in Leipzig geben. Die Buchmesse wurde dazu auserkoren, euch mit dem Allheilmittel zu versorgen. Der Dresdner Buchverlag wird es an seinem Stand verteilen und auch die Laderäume der MS Literatwo sind gut gefüllt.

Aber einfach wird es nicht sein, an das legendäre Retamin zu kommen – ihr müsst euch schon etwas einfallen lassen – besonders bei uns.

Und das ist der Hit: in einigen Röhrchen befindet sich neben dem Wirkstoff auch der Zugang zu einer geheimnisvollen Welt. Ihr könnt mit einigen Ampullen und mit Hilfe der Codes tatsächlich das Buch Katharsia in Leipzig gewinnen.

Mehr verraten wir später…. wenn die beseelte Bianca retaminisiert wieder in der Redaktion weilt.

Was für ein Tag – die Redaktion hat heute einiges geleistet, damit ihr die ganze Zeit bei der Retaminabfüllung fast live dabei sein konntet. Auf der Literatwo-Facebookseite findet ihr zum Nachlesen alle Meldungen aus der Retaminfabrik. Derweil hat Arndt alle Fotos für euch und für uns als Erinnerung an diesen Tag an die Pinnwand geheftet, wie ihr seht.

Auf der Messe wird es nun über 2000 Retamin-Röhrchen geben und diese sind mit aller Liebe für euch gemacht und ich habe dem Arndt gleich welche auf seinen Schreibtisch gelegt…denn dann tauchen wir gleich wieder ab ins Buch. Katharsia ist absolut magisch und einfach groß. Was für ein geniales Buch – Herr Magister wir können nur den Hut ziehen.

Und jetzt heißt es für uns Beine hoch, Rücken entlasten, Finger stillhalten und zwischen den Seiten genießen.

Eure beiden 😉

Mein böses Herz – ein Psychospiel

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Die Thrillerwelle hält an, denn nach „Skript“ von Arno Strobel und „Room27“ von Mirjam Mous musste ich mich nun dringend auch dem Thriller „Mein böses Herz“ von Wulf Dorn nähern.

Das einfache Annähern allerdings ging sehr schlecht, da mich das Buch sofort in sich gezogen hat. Ich hielt beim Lesen förmlich die Luft vor Spannung an und war außerdem unansprechbar, denn was ich mit Doro erlebte konnte nicht aufgeschoben werden. Definitiv nicht!

Dorothea, Doro genannt, ist untergetaucht, in einem Schwimmbecken im Freibad. Dort unten an der Beckenwand leuchten vor ihr drei Worte auf, die sich in ihr festbrennen. Innerhalb des Glases vor dem Scheinwerfer sind diese mit dem Finger untereinander in die Wasserperlen geschrieben, wie an eine beschlagene Fensterscheibe.

Doro erschrickt und die Stimme in ihrem Kopf holt sie wieder ein und auch Kai ist wieder in ihrer Nähe. Kai, ihr Bruder, den sie tot in seinem Kinderbett gefunden hat. Er verfolgt sie seit dieser Nacht. Was in dieser Nacht passierte, weiß Doro nicht mehr. Sie hat diese Stunden aus ihrer Erinnerung gebannt. Jetzt hört sie Kai wieder nach seiner Mama rufen, immer und immer wieder. Sein blau angelaufenes Gesicht, die hervortretenden Augen, sein lebloser Körper, alles erscheint vor ihrem inneren Auge. Doro greift blitzschnell nach einem realen Gegenstand, denn nur dieser kann ihre Gedanken und die Bilder, die vor ihr auftauchen, wegwischen.

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