Schlagwort: Dresden

Mit Buchblick durch Dresden

Brunch mit den Hollunderschwestern
Brunch mit den Holunderschwestern

Kolumne 25/2016: #Buchblick

Eigentlich sollte es einfach ein ausgiebiger Spaziergang werden, natürlich mit Buch in der Tasche, aber grundsätzlich ohne buchige Hintergedanken. Ja, solche Tage gibt es auch. Also auf in die Neustadt, zur Bunten Republik. Sonntags im Sonnenschein brunchen, umgeben vom bunten, gut gelaunten Menschenvolk. So unser kleiner Plan. Gesagt getan und der Brunch im Max war gut sehr lecker. An meiner Seite weilten „Die Holunderschwestern“ von Teresa Simon. Gelesen habe ich natürlich nicht, aber die Brunchluft durften die Seiten schnuppern.

Beim Schlendern durch die Straßen der Dresdner Neustadt blieb mein Blick dann an einer Hauswand heften. Ich dachte erst, dass ich nicht richtig sehe. Aber ich sah richtig, denn guckt euch selbst das nächste Bild an, an der Hauswand kleben lauter Seiten aus Heften, Büchern, Zeitschriften…

Ihr seid gerade beim Hausbau? Ihr wisst noch nicht, welche Farbe eurer Haus zieren soll? Gestaltet es einfach buchige und beklebt es wild mit Seiten. 😉 Ein Hingucker ist es dann auf jeden Fall.  Wie lange die Seiten dort noch so kleben, ist nicht abzusehen. Allerdings sah es so aus, dass diese bald gelb überstrichen werden – links auf dem Bild seht ihr schon ein wenig Farbe. Dennoch Daumen hoch – fetzt total!

Hauswand voller Seiten
Hauswand voller Seiten

Schon auf dem Weg zum Brunch, habe ich den Wohnwagen erspäht. Ich konnte nur nicht richtig erkennen, was es mit diesem auf sich hat. Zum Glück führte der Spaziergang später direkt an dem Wohnwagen vorbei und ich konnte ihn bildlich für euch festhalten. Die Tür war noch zu und ich konnte auch niemanden sehen, der zum Wagen gehört. Aber ich habe das Internet befragt und erlesen, was es mit www.einbuchgratis.de auf sich hat.

Die Betreiber werden oft gefragt: Warum verschenkt ihr Bücher?

Diese Frage hätte ich wohl auch gestellt. Seid ihr neugierig und wollt ihr ein Buch? Ich verweise euch einfach mal auf die Homepage. Dort könnt ihr „Darwins Rätsel, Schöpfung ohne Schöpfer? “ gratis bekommen – eine Organisation vom Christlichen Informationsdienst e.V. macht es möglich. Schaut selbst, ob es was für euch ist.

Wer sich den Wohnwagen genau angesehen hat, hat den „Fisch“ – das christliche Symbol – sicher schon erspäht.

Ein Buch gratis
Ein Buch gratis

Lesen war auf dem Weg nicht geplant. Aber ich habe nichts gegen spontane Lesepausen im Grünen.

Plötzlich und unerwartet taucht mitten in der Dresdner Johannstadt ein grünes Gärtchen auf. Also scharf gebremst und geschaut, wem der Garten gehört und ob man da durchlaufen kann. Ein Schild gab uns Auskunft darüber, dass drum gebeten wird, sich kulturvoll zu verhalten, denn der Garten wird von der vietnamesischen Familie Minh betrieben und leider wurden Pflanzen aus der Grünen Oase gestohlen.

Eine grüne Oase im wahrsten Sinne des Wortes. Blumen über Blumen, verschiedene Pflanzen und Sträucher und Bäume voller Früchte. Wahnsinnig schön angelegt und liebevoll gestaltet. Es gibt sogar kleine Teiche mit Goldfischen darin. Blühende Seerosen natürlich auch.

Ein richtig schönes ruhiges Plätzchen. Ich habe auch hier recherchiert und herausgefunden, dass es das Gartenprojekt schon seit 2002 gibt und die Betreiberin Thi Minh Tran den Blumengarten auf eigene Kosten betreibt. Sie wird sogar die Prinzessin von Johannstadt genannt. Wahnsinnig klasse – respekt und großen DANK. Lest selbst!

Grüne Oase Johannstadt
Grüne Oase Johannstadt

Obwohl ich schon sehr lange in der Johannstadt wohne, war ich noch nie auf dem Trinitatisfriedhof. Dies wollte ich nun ändern. Das klingt jetzt vielleicht makaber, aber einige werden verstehen, das Friedhöfe auch magisch sein können und vor allem die alten Gräber viele Emotionen auslösen. Ich sehe mir diese alten Grabstätten und Gruften und Grabsteine gerne mal an und lasse meine Gedanken einfach schweifen.

Und dann kam der totale Gänsehautmoment. Ein Weg führt vom Hauptteil des Friedhofs in den älteren Teil. Gleich links erstrahlte wie aus dem Nichts – so fühlte es sich an – der Grabstein von Lili Elbe. Die Sonne leuchtete ihn an, als ob es der einzigste weit und breit wäre. Mein Körper wurde von einer extremen Gänsehaut erfasst. Lili Elbe ist mir nicht seit dem Kinofilm ein Begriff, sondern durch viele Erzählungen von Arndt. Er schrieb zudem über Lili Elbe und das Buch „The Danis Girl“ im Artikel The Danish Girl – Das dänische Mädchen von David Ebershoff. Diesen lege ich euch wärmstens ans Herz.

Ich musste erstmal tief ein und aus atmen. Das Grab kam so unerwartet. Auf Wikipedia konnte ich dann erlesen, dass der Grabstein seit April 2016 ein neuer ist – die Produktionsfirma des Films „The Danish Girl“ hat diesen finanziert.

Arndt habe ich noch vor Ort ein Bild vom Grab schicken müssen – ein magischer Moment.

Lili Elbe
Lili Elbe

Kennt ihr den Film/das Buch schon? Hattet ihr am Wochenende ähnliche Buchmomente mit denen ihr nicht gerechnet habt?

Eure

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DTM – Literatur auf dem Ring

DTM Rennwochenende
DTM Rennwochenende

Kolumne 23/2016: #DTM

Heißer, schneller, lauter und immer ganz nah dran. So sah mein Sonntag auf dem Lausitzring aus. Zum ersten Mal habe ich mich also mit einem Buch an die Rennstrecke begeben. Vor kurzer Zeit bin ich noch mit einem Buch durch die Luft geflogen und gestern gab es dann richtig Gummi.

Da ihr euch so lesegierig auf den Helikopterbericht gestürzt habt, dachte ich mir, dass ich einfach mal über Autos und Bücher und Motorräder schreibe. Eigentlich möchte ich nicht detailliert von gestern erzählen, aber ich zeige euch einfach mal ein paar Bilder. Manche Menschen denken angeblich, dass Buchmenschen nur daheim sitzen und lesen und zwischen ihren Seiten kaum hervor gucken. Das ist ja mal totaler quatsch. Ich bin so wahnsinnig oft an der Luft, denn Bücher kann man tatsächlich einpacken und mitnehmen. Schnappt euch euer Buch und geht damit raus ins bunte Leben und seid verrückt und wild.

Gestern ging es also gegen 8 Uhr auf die Bahn in Richtung Lausitzring und ich durfte ans Steuer. Das war schon mal genial, denn ich gebe sehr gerne Gas und fahre gern schnelle Autos. Und dann ertönte direkt auf dem Parkplatz der Sound der Motoren – DTM freies Training. Also raus aus dem Auto, rein in die Sonne und ab auf die Tribüne.

Achso – welches Buch darf eigentlich mit auf den Ring?

DTM
DTM – Boxenstopp

Die Buchwahl war noch völlig offen. Bei der Wahl des Buches gibt es meist überhaupt keine Wahl, da ich mein aktuelles Buch mitnehme. Das ist aber so dick und schwer, das es total unpraktisch und ungeeignet für ein sportliches Event ist. Was nun? Es muss ein Buch mit, was ich bald lesen werde, was vom Titel recht gut passt und nicht viel Platz wegnimmt. Es muss sportlich sein. Die Wahl fiel letztendlich auf Wir Glücklichen von Amy Bloom (Hoffmann und Campe). Kennt ihr es schon?

Auf dem ersten Bild habt ihr gesehen, wie gut es sich so anpasst und wie treffend es schon vom Titel her ist. Wir  5 unserer „Reisegruppe Asphalt“ waren sehr glücklich und werden gern an den Tag zurück denken. 😉

Ihr könnt euch denken, dass ich nicht gelesen habe, wann auch. Der Tag stand im Zeichen der Motorenmusik und es war ständig was los. Aber ein Buch war mit und es durfte sogar ab und an die gummigeschwängerte Luft atmen.

Einige von euch wissen, dass mein Autoherz Porsche schlägt. Nah dran hieß es dann gegen 10 Uhr beim Porsche Carrera Cup. Es war einfach grandios. Das Gefühl nur wenige Meter ganz unten am Zaun zu sehen und die Luft der vorbeirasenden Fahrzeuge ins Gesicht zu bekommen – hach…

Einfach genial, anders kann ich es nicht sagen.

Und dann ging es auch schon relativ zügig weiter. DTM Qualyfining stand auf dem Plan. Wer schon einmal an der Rennstrecke war, kennt den Rhythmus den das Autoherz dann schlägt. Laut. Nah. Dran.

Formel 4
Formel 4

Die anschließende Motorrad-Stuntshow hat das Publikum natürlich auch begeistert. Der Junge hatte es schon voll drauf, ja, absolut und doch hab ich immer und immer wieder ein mulmiges Gefühl. Aber so ist es. Die Welt ist bunt, das Leben wild und ohne Risiko kein Spaß – so in der Drehe und wenn ich in mich hineinblicke, dann sehe ich auch eher einen Menschen der nicht vor der Grenze zurück geht, sondern zwei Schritte drüber ist. Meistens jedenfalls…

13 Uhr hieß es dann Bahne frei für die ADAC GT Masters. Sehr genial und für wen wurden die Daumen gehalten? Für Porsche – klaro. Wir haben dem Porsche 911 GT3 R die Daumen gedrückt und Matteo Cairoli und David Jahn sind auf dem 4. Platz gelandet.

15.13 Uhr hieß es dann DTM. Bahne frei und nun maximale Lautstärke. Wahnsinn – echt der Wahnsinn.

Dann begann die Sonne ein wenig zu schwächeln und machte für den Regen Platz. Ein paar Runden konnten wir die SUPERBIKE*IDM verfolgen, doch dann wurde abgebrochen. Schade!

Ein Highlight wartete noch auf uns – die Formel 4. Und wer fährt da mit? Der Sohn von Michael Schumacher.

g
Lausitzring

Mick – gibt alles! Ich habe die Formel 1 geliebt und vor Jahren bin ich nachts aufgestanden, um kein Rennen zu verpassen. Seit Michael Schumacher allerdings nicht mehr dabei ist, hat sich mein Interesse am Motorsport ein wenig verändert. Keine Ahnung wann der Bruch genau kam, aber ich gucke nur noch sporadisch und nicht mehr so intensiv. Am Sonntag konnte ich dann wieder Formel-Luft schnuppern.

Michael Schumachers Sohn – noch keine 18 und schon mitten drin, statt nur dabei und er hat gezeigt, dass eine Menge Rennfahrerblut in ihm steckt. Auch wenn er es nicht aufs Treppchen geschafft hat, hat er ordentlich gezeigt, wie das Gaspedal gedrückt wird. Der Fahrer mit der Nummer 29 konnte sich nach einem 360Grad Dreher auf nasser Fahrbahn bis Rang 6 zurück kämpfen. Echt spitze. Was wohl in Mick vorgeht, wenn er im Rennauto sitzt? Gedankliche Verbundenheit mit seinem Vater ganz bestimmt. Gänsehaut…

Ein runder Tag durch und durch – Lausitzring: ich komme wieder!!!

Wer von euch war bereits dort? Schlägt euer Herz auch buchig motorisiert?

Eure

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Sky – was geht?

Sky - was guckst du?
Sky – was guckst du?

Kolumne 22/2016: #Sky

Zum Sonntag gibt es heute mal wieder einen Sonntagsbericht. Sky und Binea? Das passt ja genauso zusammen, wie Sommer und Skianzug. Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein Mensch bin, der unbedingt einen Fernseher braucht und Sky ist ja dann wohl total überflüssig. Nunja, Dynamo Dresden spielt in der neuen Saison nun in der 2. Bundesliga und wenn ich mal den Fernseher anschalte, dann wegen Fußball. Aber ich bin ja nicht alleine und mich stört es wenig, wenn beim Lesen im Hintergrund die Flimmerkiste flimmert. „Also, Hallo Sky! Ich brauche dich nicht, aber von mir aus kannst du bleiben.“

Der Receiver hat mich gleich gestört, ich mag keine zusätzlichen Staubfänger, aber gut, wenn er dazu gehört und sein muss – dann aber dynamisch – dafür gibt es das Ding ja in der Optik. Von mir aus – besser als langweilig schwarz oder silber.

Ich gucke selten Filme, wenn dann Buchverfilmungen und ich gucke überhaupt keine Serien, Staffeln und so einen Sch…wie ich immer gern sage. Aber so richtig stimmt das nicht, wie ich recht schnell selbst feststellte. Da war doch was und es nennt sich: Game of Thrones.

Waaaassss? Wir können das jetzt gucken? Echt? Wie genial ist das denn. Da gab es neben dem fußballerischen Guckeffekt gleich den ersten Pluspunkt, aber das war es dann auch schon. Das andere Seriengedönse und sowas grauenvolles wie Akte X – fragt mich mal, woher ich die Abneigung habe, aber ich finde die Darsteller schon irgendwie keine Ahnung – muss ich mir nicht geben. Ich ergucke mir einfach nichts an den Serien. Ich bin eben ein Buchkind.

Aber das Sky-Menü – die große Auswahl an Filmen habe ich mir mal mit angeguckt, ich muss ja auch etwas informiert sein und dann kam der Aufschrei „Waaassss? The Returned?“ Ist ja irre – das gibt es nicht nur als Buch? Ach stimmt, da war ja was im Gespräch auf der Buchmesse in Leipzig zwischen Arndt und Carina vom Loewe Verlag/Script 5. Ich habe gleich abgeblockt, als ich über den Inhalt erfuhr. Schon das Cover schreckte mich im Vorfeld ab.

Sky - The Returned
Sky – The Returned

Schon wenn ich den Jungen auf dem Cover sehe – ist der nicht irgendwie gruselig? Ich bekomm schon beim Anblick Gänsehaut und wenn ich dann schon höre, dass er irgendwie immer da ist und nicht redet und das in den Handlungsort verstorbene Personen zurückkehren und ihr altes Leben einfach wieder aufnehmen, aufnehmen wollen, dann schüttelt es mich. Urgs…

Aber die Serie – hm…wäre mal eine Überlegung wert. Lesen werde ich das Buch auf keinen Fall. Ich mag schon alleine das Buch wegen des Covers nicht hier stehen haben wollen. Außerdem bin ich mit dem Inhalt, dank Arndts Worten recht vertraut und auch seinen Artikel zum Buch habe ich gelesen. Ihr nicht? Dann lest mal hier, was er schreibt, wenn er sagt: Idylle war gestern.

Gruselig oder? Zumindestens für mich dann doch nicht gruselig genug, denn meine Neugierde wuchs und wuchs und ihr könnt euch sicher denken, was passierte. Richtig, die Buchtante Binea, die das Cover grausig findet und nicht wirklich gern mysteriöse Horrorgeschichten schaut, hat es getan. Und ist nun infiziert und süchtig und kann es kaum erwarten, die zweite Folge der ersten Staffel zu sehen. Es wird wohl direkt heute Abend weiter gehen.

Wenn ihr im Laufe der Woche nichts von mir hört und lest und überhaupt, dann wisst ihr, dass ich eingeschlossen in der Wohnung und eingemummelt in der Decke auf dem Sofa sitze und mit stierendem Blick und an den Fingern nagend dort bin, wo die Vergangenheit zurück kehrt…

Kennt ihr „The Returned„? Wohnt Sky auch bei euch? Welche Serien guckt ihr?

Eure

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Literatwo im Helikopter

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter

Kolumne 21/2016: #Helikopter

Ja, am Sonntag war es endlich soweit. Literatwo im Helikopter. Wobei – „endlich“?

Alle die mich kennen, wissen auch, dass ich nicht unbedingt fliegen muss. Wenn die USA ruft, dann bekomme ich das mit dem Fliegen schon irgendwie hin, denn das Ziel ist ausschlaggebend und dafür überwinde ich meine Flugangst, aber sonst…

Doch – bestimmte Geschenke erfordern Einsatz und wer einen Helikopterrundflug für 2 verschenkt, muss auch selbst mit. Also ab dafür! Ich möchte euch jetzt aber keine Einzelheiten erzählen, sondern die Bilder mehr oder weniger für sich sprechen lassen.

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Flugplatz Kamenz

Wie es sich für mich Literaturbloggerin gehört, hatte ich natürlich ein Buch dabei. Am Sonntag hätte ich dann aber fast vergessen, das Buch mit in den Helikopter zu nehmen. Gut das ich daran erinnert bzw. es mir halb hinterher gebracht wurde. Aber ich war eben etwas aufgeregt. Natürlich nur minimal – muhaaaahhaaa.

Wir ihr seht, hatte ich also ein Buch dabei. Ich habe mich für „84, Charing Cross Road“ von Helene Hanff entschieden, weil ich es bald gemeinsam mit Lesebienchen lesen werde und weil es recht schmal und leicht ist. Wir waren nicht mit dem Auto, sondern mit dem anderen motorisierten Fahrzeug auf dem Flugplatz in Kamenz und da konnte ich kein Monsterwerk einpacken und den Murakami wollte ich nicht mitnehmen, der hat schon genug von der Welt gesehen. 🙂 Helene Hanff war noch nicht so oft draußen und durfte mal mit über die Wolken.

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Kamenz

Aber wie ihr seht, waren wir überhaupt nicht über den Wolken, denn es war super herrliches Wetter am Sonntag und wir konnten bis zum Ende der Welt gucken. Weitsicht ohne Ende und wir haben wohl ununterbrochen Bilder gemacht. Ab und an hat es mal gut gewackelt, aber es war nicht so schlimm, wie ich dachte. Als ich 12 Jahre war, also vor gefühlt fünf Jahren *g*, bin ich schon einmal mit einem Helikopter geflogen und fand es genial, aber mir ging auch ein wenig die Pumpe.

Nach wenigen Minuten hat mich Pilot Pohl gefragt, warum ich ein Buch mit habe und ob ich eine Buchbloggerin bin. Ertappt! Das war die volle Punktzahl.

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Pilot auf Bild entdeckt

Wie ihr seht, hat sich der Pilot auch gleich mit aufs Foto geschmuggelt. Ganz unbemerkt! Darf ich jetzt mal umsonst mitfliegen? 😉 Ich habe ihm versprochen, den Link zum Artikel zu senden, denn er bekundete literarisches Interesse. Das freut mich natürlich! Danke an der Stelle für den sicheren Flug und die gute Unterhaltung.

Wer mich kennt, weiß, dass ich immer und immer wieder geredet habe. Ich kann eben nicht so gut still sein und so macht doch alles gleich viel mehr Spaß. Außerdem musste ich doch auch Fragen beantworten und ein paar selbst stellen. 🙂

Einen Fallschirm hatten wir nicht mit – falls ihr das wissen möchtet *g*.

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Fernsehturm voraus

Achtung – Fernsehturm. Rechts oder links vorbei? Drauf landen wäre gut…

Was für ein herrlicher Blick, oder? Könnt ihr den Rand der Erde sehen? 🙂 Ich habe mich keine Sekunde unwohl gefühlt. Ab und an hat es mal durch die aufströmende Luft gewackelt, aber ansonsten blieb mein Puls recht ruhig. Am Ende kam ein kleines lustiges Flugmanöver, da hat sich mein Herz ein wenig beschleunigt, aber sonst – herrlich. Fluggenuss pur – ich könnte mich tatsächlich dran gewöhnen und wenn ich genau Landschaft geguckt hätte, würde ich sicher lesen.

Das wäre bestimmt richtig entspannend. Aber ich würde vielleicht auch mal selbst fliegen, sah ja recht einfach aus. Der Funk war mir dann doch zu verwirrend, aber den kann man ja abstellen – lach.

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – lesen

Wenn du oben liest, sieht es unten dann so aus. Das Blaue Wunder von Dresden erstreckt sich elegant über die Elbe. Sieht das nicht gut aus?

Praktisch, dass man mit dem Hubschrauber auch mal anhalten und Fotos machen kann.

Das ich im Helikopter gelesen habe, würde mir sowieso keiner glauben, sagte ein Kollege scherzhaft. Ha – glaub das mal nicht. Ich lese überall, der Platz kann noch so wackelig sein. Wer mich kennt, kann das bezeugen. Natürlich ging am Sonntag aber die Landschaft vor. Das Buch, ähm, der Wille zählt. Aber den ersten Satz hab ich gelesen, bleibt irgendwie nicht aus, wenn man ein Buch aufgeschlagen fotografiert.

Mit welchem Buch fliegt ihr eigentlich so durch die Gegend? 😉

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Blaues Wunder

Auf der Elbe ist immer ganz schön was los. Das herrliche Wetter musste aber auch genutzt werden. Das sah von oben alles so schön aus. Wenn ich jetzt so die Bilder sehe, bekomme ich ein leichtes Kribbeln im Bauch.

So „hoch“ waren wir…

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Konzentration!

…und guckst du mal kurz nicht hin, wirst du lesend fotografiert. Ja, so schnell gehts…

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Golfplatz

Ist das nicht herrlich grün? Hier hat sich kein Bauer beim Beackern des Feldes oder besser gesagt, beim Rasenmähen Mühe gegeben – nein, dass ist der Golfplatz 😉

Sieht schon gut aus, aber mal ehrlich – ich lese da lieber und lasse den anderen den Golfschläger.

Gibt es eigentlich schon eine Helikopter-Bibliothek? Das wäre doch mal was, oder?

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – liest du noch?

Richtig genial ist das Kurvenfliegen. So ganz nach rechts oder ganz nach links auf die „Seite“ gelegt – wahnsinn – wie tief man da gerade runter gucken kann und allgemein dieses Gefühl – huuuuiiiiii

Da blättert es die Seiten gleich von ganz alleine um. Super praktisch. 😉

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – Schwebebahn

Und noch einmal auf Dresden herunter geschaut. Wer dort wohnt, hat es „geschafft“ und ist wohl vom eigenen Helikopter nicht weit entfernt. Dresden – du bist schon eine schöne Perle. Was genieße ich es, hier leben zu dürfen.

Könnt ihr die Schwebebahn erkennen?

Literatwo im Helikopter
Literatwo im Helikopter – auftanken bitte

Und was passiert am Ende des Fluges?

Richtig – einmal auftanken bitte! Ich kann euch das Erlebnis Helikopterflug nur empfehlen und würde jederzeit wieder fliegen. Leider ist es recht teuer und so schnell wird es nicht wieder klappen, aber besser einmal als keinmal!

Guten Flug durch die Seiten und habt immer ein Buch dabei!

Eure

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Welttag des Buches 2016

Welttag des Buches
Welttag des Buches

Kolumne 17/2016: #WelttagdesBuches

Heute ist nicht nur der Geburtstag von meiner Mama und von Karla Paul (und vielen weiteren Geburtstagskindern) – meinen herzlichen Glückwunsch – sondern auch der Welttag des Buches. Eigentlich ist für uns Büchermenschen jeden Tag Welttag des Buches, aber heute ist eben der richtig offizielle Welttag und darum ist er doppelt so buchig, als jeder andere Tag. Oder?

Viele Blogs veranstalten heute große Aktionen unter der Überschrift Blogger schenken Lesefreude, in den Buchhandlungen heißt es heute Ich schenk dir eine Geschichte und einige Verlage veranstalten Gewinnspiele mit ausgewählten Buchlogs. Heute solltet ihr euch aber nicht nur im Internet umschauen, wenn ihr leidenschaftliche Leser seid.

Bevor ich euch allerdings verrate, was ich heute im Gepäck habe, möchte ich euch noch einmal darauf hinweisen, dass sich ein Besuch in der Buchhandlung Findus in Tharandt am 25.04. lohnt. Natürlich nicht nur an diesem besagten Montag, versteht sich, aber an diesem könnt ihr die neuen vorübergehenden Inhaber kennenlernen, denn Annaluise Erler gibt für einen Tag die Leitung an die Gymnasiasten ab.

Es gibt wahnsinnig viele Online-Aktionen zum heutigen Tag. Bei mir soll es ein wenig anders sein, denn ich zelebriere den Tag offline und zwar an einem buchigen Ort, den ich euch schon ein paar mal präsentiert habe.

Welttag des Buches
Welttag des Buches

Richtig – in der Hellerauer Zelle, wie ihr sehen könnt.

Im Februar habe ich euch die Bücherzelle zum ersten Mal vorgestellt und seitdem bin ich fast wöchentlich dort, um nach Büchern zu schauen. Ab und an findet ein Buch aus meiner großen Sammlung den Weg dahin und einige Bücher finden auch den Weg aus der Zelle in meine große Sammlung. Guckt euch gern mal um, in der Helle(rauer) Zelle.

In der Zelle gibt es meist die ein oder andere Überraschung. Mal ist es in der Zelle knackig buchig voll und man kann kaum die Bücher von Regalfach zu Regalfach räumen, um besser zu stöbern. Mal ist es relativ buchig leer und die Regale sind übersichtlich. Und dann gibt es noch Tage, an denen sich „komische“ Bücher darin befinden.

Ich sag nur Bücherzelle vs. Geocaching. Hä? Ja, ich habe mich auch gefragt und gestaunt und so einiges dazu gelernt und euch natürlich darüber berichtet.

Gern würde ich mich mal den ganzen Tag an der Zelle niederlassen und auf die Buchzellenbesucher warten. Ich habe schon versucht, „Kontakt“ zu den Lesemenschen aufzunehmen, in dem ich das ein oder andere Lesezeichen von mir dort hinterlassen habe. Bisher hat sich leider noch niemand gemeldet. Sind Buchmenschen scheu?

Zu der Kategorie gehöre ich dann wohl eher nicht. 🙂

Welttag des Buches
Welttag des Buches

Heute, zum Welttag des Buches, war ich also mal wieder in der Bücherzelle und habe vier Bücher dort hinterlassen. (Eins habe ich mitnehmen müssen – wieder ein Trompeterbuch – juhu).

Ich bin also buchig offline unterwegs und nun frage ich mich, ob schon jemand ein Buch gefunden hat. Vier Bücher – vier Mal eingepackt – vier Mal mit Hinweisen zum Inhalt beschriftet.

Thriller – Gefühl – Jugend oder Krimi? Welches würdet ihr nehmen?

Hibbelig sitze ich nun hier und warte und warte. Ob sich jemand meldet? Ob sich die Büchermenschen über meine kleine Aktion zum Welttag freuen? Mein Lesezeichen habe ich in allen vier Büchern hinterlassen – vielleicht meldet sich ja ein Leser oder eine Leserin. Ich hoffe es doch. Vielleicht ergibt sich ein neuer buchiger Kontakt.

Ich bin buchig gespannt und so wie ich mich kenne, werde ich dann noch mal bei der Zelle vorbei schauen müssen…

Genießt den buchigen Tag, liebe Bücherfreunde.

Eure

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Bücherzelle vs. Geocaching

Geocaching
Geocaching

Kolumne 15/2016: #Geocaching

Die Woche ist fast schon wieder um, vor allem das Wochenende. Ist denn das die Möglichkeit? *seufz*

Achso, auf dem Foto ist nicht mein Bücherregal zu sehen, sondern ein Teil der Bücher aus der Hellerauer Zelle. Bini in der Zelle? So ungefähr. Im Februar habe ich euch die Bücherzelle vorgestellt und seitdem bin ich dort recht regelmäßig anzutreffen. Bald werde ich euch mal wieder einen Artikel über die Bücherbewegungen präsentieren.

Heute allerdings möchte ich euch erzählen, welches besondere Buch mir letztes Wochenende dort begegnet ist. Ihr wisst was Geocaching ist? Ich auch, zumindest kann ich grob erklären, dass es sich um eine Art Schnitzeljagd handelt. Vor allem am Wochenende kann man so einige Wanderer beobachten, die auf ihr Smartphone gucken, es drehen und wenden und sich anhand der angezeigten Lage in Richtung „Schatz“ bewegen. Auf jeden Fall mag ich das auch irgendwann mal ausprobieren – so meine Langzeitgedanken zum Thema Geocaching. Da ich mich nicht wirklich auskenne, mag ich jetzt auch nicht mit Fachbegriffen um mich werfen, aber einen mag ich bringen: Muggel.

Wer das ist? Ich zum Beispiel, denn Muggels sind sogenannte Nicht-Geocacher die den geheimen Verstecken nah kommen könnten. Verstecke müssen geheim bleiben. Der Begriff Muggel kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, wenn ihr Harry Potter Fans oder Kenner seid, denn der Begriff wird dort im Bezug auf Personen ohne magische Fähigkeiten verwendet. Wieder was gelernt. Grins.

Was hat nun die Bücherzelle mit Geocaching zu tun? Neben den Büchern in der Zelle stand ein ganz besonderes Buch und zwar ein Logbuch. Guckt mal auf dem Foto – unten rechts in dem kleinen Fach. So ein rotes Notizbüchlein und wenn ihr gute Augen habt und euch das Bild etwas größer zoomt, könnt ihr es sogar lesen. Logbuch. Ahja – ich blätterte interessiert darin herum und war völlig fasziniert davon, so ein Buch in der Hand zu halten. Die Geocacher sind ja wahnsinnig organisiert und ich wusste bis dahin weder vom Logbuch, noch von den genialen Stempeleien die darin zu finden sind. Wahnsinnig kreative Stempelabdrücke strahlten mir entgegen mit den jeweiligen Botschaften, dass das Logbuch gefunden wurde. Genial. Meine Neugierde stieg und gleichzeitig kam ich mir schlecht vor, da ich der gefürchtete Muggel bin. Keine Angst – ich habe es nicht entführt, sondern wieder zurück gestellt.

War das richtig oder falsch? Wo ist denn eigentlich der Schatz an sich oder wie darf ich das verstehen? Ein Logbuch zwischen Büchern? Hätte ich den Schatz hinter den Büchern suchen sollen? Anschließend machte ich mir Sorgen, ob die Idee das Logbuch in eine Bücherzelle zu stellen, eine gute oder eher eine schlechte ist. Denn ich bin eine Art wissender Muggel – aber was tut ein unwissender? Nimmt er das Logbuch mit? Ist es dann verloren?

Beim nächsten Besuch in der Zelle war es weg. W – wie weg. Hat es der Besitzer geholt? Wurde es neu versteckt? Ist es vielleicht verloren, weil es ein Leser mitgenommen hat? Bis heute ist es nicht zurück gekehrt. Seit dem 01. April 18.46 Uhr hab ich es nicht mehr gesehen. Einer Kollegin von mir erzählte ich davon. Sie ist eine erfahrene Geocacherin und hat mir gleich die App präsentiert und mit mir geschaut, ob dort in der Zelle ein Cach registriert ist. Leider war er nicht – nichtmehr? – registriert. Also bin ich nun immer noch voller Ungewissheit. Wo ist das Logbuch?

Ich hoffe, dass es in guten Händen ist, denn es war wirklich schon gut gefüllt und beherbergte tolle Einträge. Positiv denken – so mein Motto. Vielleicht liest jemand aus der „Szene“ hier und hat es vielleicht sogar gesehen. Dresdner? Geocacher? Hinweise bitte ins Kommentarfeld. 😉

Und sonst? Ich habe mich gefreut, diese neuartige Bucherfahrung zu sammeln und mich in Sachen Geocaching weiterzubilden. Einen richtigen Plan habe ich noch nicht, aber kommt Zeit, kommt Ausflug und Erfahrung. Die App habe ich nun auf dem Smartphone und es wimmelt nur so vor Verstecken hier in Dresden und Umgebung. 320 Meter ist ein Rätselcache von meiner Haustür entfernt. Verrückt. Oder?

Seid ihr Geocacher? Was sollte ich beim nächsten Logbuchfund machen? Ich freue mich auf eure Worte.

Eure

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Die Hellerauer Zelle

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle

Kolumne 09/2016: #HellerauerZelle

Lesen gefährdet die Dummheit…

Da kann ich nur zustimmen. Lesen ist nicht nur Bildung, sondern lesen ist Entspannung, lesen ist Flucht in andere Welten – lesen ist einfach schön. Was wäre die Welt nur ohne Bücher? Ich möchte auf dieser nicht leben. Nee – echt nicht. *grins*

Bücher kann man nicht genug haben, aber einige Bücher müssen auch immer mal ausziehen oder besser gesagt „umziehen“. Heute war es nach langer Zeit mal wieder soweit. Mit 5 Büchern habe ich heute die Bücherzelle in Dresden Hellerau – Die Helle(rauer) Zelle besucht. Zum einen wollte ich mal wieder schauen, welche Schätze sich darin befinden, zum anderen wollte ich fünf meiner Bücher darin unterbringen.

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle

Die Regeln sind ganz einfach, wobei ich mich nicht wirklich an die Regeln gehalten habe. Wenn das jeder so machen würde – denkt ihr jetzt. Ja, so denke ich ja auch, aber ich habe mich nicht wirklich falsch verhalten. Zumindest habe ich keine Videokassetten darin ausgesetzt. Solche habe ich dort leider vorgefunden, aber denken wir mal positiv – es wird sich schon jemand dafür finden. Es darf nur nicht überhand nehmen…

Mein Regelbruch bestand heute darin, dass ich nicht nur ein Buch aus meinem Bestand mitgenommen habe, sondern gleich fünf. Ja, fünf. Es handelt sich um Bücher aus dem Genre Unterhaltung für Frauen. Vorwiegend Bücher von Marian Keyes. Ich habe die Bücher mal geliebt und viel in diese Richtung gelesen. Doch irgendwann hat sich mein Lesegeschmack dann geändert und ich möchte die Bücher auch nicht mehr behalten. Aus diesem Grund habe ich sie heute in der Helle(rauer) Zelle ausgesetzt.

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle – aufgeräumt

Ich hoffe doch, dass sich ein Mädchen oder eine Frau darüber freuen wird und unterhaltsame Stunden zwischen den Zeilen verbringen kann. Ich hab viel gelacht bei den Büchern und wer Liebesgeschichten mag, wird diese auch finden und genießen können. 🙂

Passend zur Bücherzelle – ein Buch mit dem Titel „Schatzkästchen“. Die Zelle ist wirklich eine schöne Erfindung und ein echtes Schätzchen, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist einfach schön, ganz in Ruhe die vielen Bücher zu betrachten und hinter die erste Reihe zu lunschen. In zwei Reihen stehen die Bücher, aber es ist genug Platz vorhanden, um diese ein wenig umzustellen. Mein buchiger Ordnungssinn hat nicht zugelassen, dass die Bücher so schräg und teilweise lieblos kreuz und quer hingestellt/hingelegt wurden. Ich musste erstmal ein wenig aufräumen, wie ihr auf dem Bild oben sehen könnt. So eine Zelle muss schon ein wenig hübsch aussehen. 🙂

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle – noch alles kreuz und quer

Gleich als ich die Zellentür öffnete, freute ich mich sehr, denn meine geliebten „Die kleinen Trompeterbücher“ schauten mir entgegen. Verrückt, echt verrückt. Schon lange ist mir keins mehr über den Weg gelaufen. Natürlich hatte ich die Übersichtsliste nicht mit und bei über 109 Büchern (ich habe gerade gezählt) die ich schon habe, kann mal ein Titel dem Buchgedächtnis entfallen. *lach* Also was tun? Mitnehmen…

Trompeterbücher? Nie gehört? Dann schau mal in den Artikel [LeseLustAuslöser] „Bootsmann auf der Scholle“ – Benno Pludra in diesem Stelle ich mein Lieblingstrompeterbuch vor.

Aber ich habe nicht alle mitgenommen, nur vier der sieben Stück. Und mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich tatsächlich zwei davon noch nicht habe. Da hüpft das buchige Trompeterbuchherz richtig hoch. Genial. Ich strahle wie ein kleines Kind. Der Besuch hat sich also richtig gelohnt.

Die Helle(rauer)Zelle
Die Helle(rauer)Zelle

Bald muss ich wieder hin, denn die anderen zwei stelle ich zurück, denn es wird noch weitere Sammler in Dresden geben, die sich genaus sehr über den Buchfund freuen werden.

Und ein weiteres Buch musste ich noch entführen. „Grimms Märchen“ mussten mit. Märchenbücher kann man nicht genug haben und die Ausgabe der Manesse Bibliothek ist wirklich schön. Sehr handlich – passt gut in jede Frauenhandtasche. 🙂

So, die Ausrede steht. *grins*

Habt ihr auch eine Bücherzelle bei euch in der Stadt? Oder konntet ihr mal eine besuchen?

Die Helle(rauer) Zelle kann ich euch sehr empfehlen.

Eure

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Literatur JETZT! Nino Haratischwili

Nino Haratischwili in Dresden
Nino Haratischwili in Dresden

Kolumne 24: #NinoHaratischwili

Es ist wieder Sonntag und ich möchte euch heute vom wohl schönsten literarischen Erlebnis der vergangenen Woche erzählen. Lange haben wir uns auf diesen Tag gefreut. Letzten Dienstag war es dann endlich soweit, der Lesungsabend stand an. Nino Haratischwili in Dresden – endlich! Sie war zwar schon einmal da und zwar in meiner Lieblingsbuchhandlung Findus in Tharandt, aber da war ich nicht da.

19 Uhr holte ich meine beste Freundin, hier als Lesebienchen bekannt, ich sage nur Klassiker-Ecke, vom Zug ab und wir schlenderten gemeinsam in Richtung Neumarkt. Natürlich mussten wir vorher noch in den Starbucks und natürlich mussten wir vorher noch in den Thalia. Ganz klarer Fall – wenn schon, denn schon. Ich bin staatlich anerkannte Orientierungslose und das Lesebienchen auch – aber wir wollen das Ganze mal abkürzen: wir haben uns auf Anhieb gefunden und sind keine Minute zu spät am Lesungsort erschienen. Vor dem Lipsiusbau stand zudem ein Aufsteller und die liebe Nino saß ganz entspannt auf den Stufen vor dem Gebäude. Wir musste noch schnell die neusten Neuigkeiten austauschen und dann haben wir uns schnell eine Eintrittskarte kaufen müssen.

Ja, ihr lest richtig, wir sind da ganz blauäugig ohne Eintrittskarte hin, da wir irgendwie wohl dachten, dass ganz Dresden nur auf uns wartet. Wir haben echt falsch gedacht und konnte noch zwei der letzten 10 Karten ergattern. Wir waren wirklich froh, denn wir wollten unbedingt die total entspannte Nino sehen und lesen hören. Ob wir auch so entspannt wie sie wären, vor so einer Lesung? Diese Fragen stellten wir uns, als wir sie total entspannt mit Handy, Zigarette und Getränk sitzen sahen, nur wenige Minuten vor ihrem Auftritt. Beeindruckend.

Lesebienchen – die Literaturfüchsin, hatte natürlich die Idee, noch vor der Lesung ihren zweiten Roman namens Mein sanfter Zwillingkäuflich zu erwerben. Im Thalia hatten wir kein Glück, da gab es ihn nicht (mehr?), aber dafür vor Ort. Gut so. Vor allem war natürlich die Idee gut, das Werk nicht erst im Anschluss zu kaufen, denn da wollten wir schließlich gleich zu Nino, um unsere Werke signieren zu lassen.

20 Uhr hieß es dann – Literatur Jetzt! Gleichzeitig mit dem Beginn der Lesung wurde die literarische Woche in Dresden eingeläutet. Wir schafften es zwar nur zu Nino, aber wir merken uns schon gleich fürs nächste Jahr vor, dass es Veranstaltungen geben wird – hoffen wir doch.

Nach einer kurzen Vorstellung des „Literatur Jetzt!“ – Programms und einigen Worte der Moderatorin zu und über Nino Haratischwili ging es endlich los. Wir hörten die georgische Autorin aus ihrem Werk, welches wir sehr lieben, lesen. Es gibt Autoren die einfach nicht lesen können, sondern nur schreiben. Es gibt Autoren die (vor)lesen und schreiben können. Nino Harartischwili kann beides und wir hätten ihr wohl noch viel länger lauschen können.

Wir haben uns teilweise in die Lage versetzt, die Textstellen noch nicht zu kennen, um festzustellen, ob sie uns um den literarischen Finger wickeln würde. Das hat Nino auf jeden Fall gemacht, ihr Werk ist einfach grandios und sie hat Stellen vorgetragen, die lockender nicht hätten sein können. Uns ist stellenweise das Wasser im Munde zusammen gelaufen, als sie von der Schokolade gelesen hat. Zum Inhalt möchte ich an dieser Stelle die Einladung aussprechen, die Seite unserer Lesereise zu besuchen. Brilka – unsere Lesereise heißt unser gemeinsames Leseprojekt, welches wir so führen, dass es keine wirklichen Spoiler enthält. Wir wollen euch Lust auf Ninos Werk machen und gleichzeitig unsere Reisegedanken und Reiseerlebnisse festhalten. Aber ihr könnt selbst lesen, was uns zu diesem Projekt bewegte.

Die Lesung ging ca. 2 Stunden und es war beeindruckend, wie durchmischt das Publikum war. Junge und ältere Leser – vor allem aber war die Lesung total ausverkauft und dadurch, dass einige Zuhörer auf der Treppe saßen, denken wir, dass sogar noch ein zwei Karten mehr verkauft wurden. Gut so – denn diesen Abend hätten wir wohl alle nicht verpassen wollen. Ca. 70 Fans von Nino Haratischwili füllten die Gewölbehalle im Lipsiusbau. Das Ambiente war einfach sagenhaft genial und gemütlich. Der Abend war rundum gelungen.

Als Nino sich den Fragen des Publikums gestellt hatte, gingen wir zu ihr. Es war einfach sagenhaft genial, dass sie erkannte, wer wir sind. Dieses Gefühl ist wohl für Leser- und Blogger, allgemein für Fans, unbeschreiblich. Sie findet unser Projekt klasse und ist gespannt, wie es weiter geht. Auch wir sind gespannt, wir ihr Werk enden wird und wissen nun genau, warum es am Ende eine weiße leere Seite gibt. Seit letzter Woche lesen wir nun weiter. Wir haben beide Angst vor dem Ende und würden es am liebsten nie beenden, aber dann würden wir auch nie erfahren, wie Ninos letzter Satz in ihrem wahnsinnig beeidnruckendem Werk lautet.

Und nun? Lesen wir weiter und empfehlen euch dringend, ebenso zu lesen und eine ihrer Lesungen zu besuchen. Ihre Lesereise endet erst im nächsten Jahr und hier findet ihr alle Lesungen auf einen Blickklick.

Lest Brilka – wir können euch nur immer und immer wieder dazu auffordern, denn ihr werdet es nicht bereuen. Mehr als versprochen!

Verratet uns doch im Kommentar, ob ihr das Werk schon gelesen habt, es noch lesen wollt oder stellt uns einfach eure Fragen. Wir freuen uns!

P.S. Lustige Randbermerkung zum Abend: (die können wir uns hier mal an dieser Stelle nicht verkneifen und ihr wollt schließlich auch lachen 🙂 ) Die Moderatorin konnte einfach nicht anders und sprach den Namen der Protagonistin „Stasia“ nicht so aus, wie es da steht, sondern sie sagte immer „Schtasia“. Wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen, es war einfach so herrlich, so typisch sächsisch. Als Schokolade, Schicksal und Schtasia in einem Satz vorkamen, wären wir fast von unseren Stühlen gefallen. Herrlich. Der Abend wird uns nicht nur wegen der Moderation (es gab noch eine herrliche Stelle, die müssten wir euch aber live nachahmen) lange in Erinnerung bleiben.

Eure

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#Blogger für Flüchtlinge – helft!

Zuckertütenfest im Kindercamp Dresden
Zuckertütenfest im Kindercamp Dresden

Kolumne 20: #Blogger für Flüchtlinge

Heidenau. Dresden. Sachsen. Deutschland. Welt.

Das Thema Flüchtlinge ist überall und es ist wichtig. Ich wollte mir gern selbst ein Bild machen, ich wollte gern selbst helfen und mit den Menschen irgendwie Kontakt aufnehmen. Ich wollte hier in meiner Stadt vor Ort sein und selbst sehen, bevor ich urteile, bevor ich glaube, bevor ich argumentieren kann.

Der innere Drang, endlich ins Zeltlager zu fahren, wuchs und wuchs und jetzt bin ich soeben zurück aus dem Camp. Ganz spontan habe ich den Entschluss gefasst, als ich auf Facebook von der VeranstaltungZuckertütenfest im Kinder-Camplaß. Meine Freundin Verena engagiert sich schon lange für die Flüchtlinge und ist überall anwesend, wo helfende Hände gebraucht werden. So auch heute.

Zuckertüten sollten gepackt werden, Kleiderspenden sind ebenso willkommen. Kurzerhand packten mein Mann und ich ein paar Sachen zusammen, welche wir den Flüchtlingen zur Verfügung stellen können. Vorwiegend Hosen, T-Shirts und Hemden. Ebenso für die jungen Frauen und Kids Röcke und Oberteile. Zudem fuhren wir in den Lidl, um Kleinigkeiten für die Kinder zu besorgen. Stifte und Blöcke zum Malen waren schon eingepackt.

Meine innerliche Aufregung stieg, denn bisher war ich noch nicht richtig im Kontakt mit den Flüchtlingen. Ich wusste nicht, wie sie reagieren, wie deren Charaktere sind und ob sie eher ängstlich oder aufgeschlossen sind. Deren Nationalität, deren Verhalten – ich war neugierig und für alles offen.

Auf dem alten Friedhof gegenüber dem Camp sollte das Zucktertütenfest stattfinden. Bänke und Tische standen bereit und als wir ankamen, saßen schon viele Helfer mit Flüchtlingen zusammen, dolmetschten, lachten, malten und tauschten sich aus. Ein angenehmes Miteinander, viel Verständnis und Offenheit strahlte uns entgegen. Neugierige Kinderblicke um uns, auf uns und auf unsere Mitbringsel.

Wir fühlten uns wie der Weihnachtsmann persönlich und es war nicht einfach auf der Wiese für die Kids die Zuckertüten zu packen. Immer wieder kamen die ca. 2 bis 15 jährigen Jungs und Mädels und schauten, was wir da machen. Vor allem wurde mit den Kuscheltieren geliebäugelt, die die Zuckertüten zierten. Die Kinder suchten unsere Nähe, deren Eltern haben sich im Hintergrund aufgehalten und ebenso neugierig geschaut. Mit Händen und Füßen verständigten wir uns, ein paar Brocken in deutscher und englischer Sprache waren ebenso möglich. Die Kinder sind völlig aufgeschlossen und genauso wissbegierig, wie Kinder eben sind. Es war einfach schön, die leuchtenden Augen zu sehen. Emotional, sehr emotional.

Natürlich möchte ich auch zugeben, dass es teilweise befremdlich war, die älteren Menschen zu sehen, deren Verhalten zu akzeptieren. Wir packten unsere große Tasche mit den Kleidungsstücken aus und schon kamen vor allem Erwachsene, um zu schauen, was wir da haben. Die Frauen schauten, was ihnen passen könnte und überlegten, was sie mit ins Camp für anderen nehmen könnten. Die Menschen teilen untereinander und verhalten sich absolut fair. Sagenhaft. Sehr bewegend war ein ca 14 jähriger Junge. Er suchte sich zwei neue T-Shirts aus und hielt diese die ganze Zeit in der Hand – er strahlte. Neue Sachen nur für ihn und dann auch noch richtig neu.

Befremdlich war für mich anfangs die vielen offenen Hände, die so viel wie möglich haben wollten. Aber ist es nicht verständlich? Würden wir uns nicht genauso verhalten, wenn wir alles zurück gelassen hätten? Würden wir nicht auch schauen, ob wir neue Kleidung, Duschbad etc. bekommen könnten? Ich denke schon.

Es ist eben wichtig, mehr Hintergrundwissen über das Land zu bekommen, aus dem die Menschen kommen. Vielen von uns (mich eingeschlossen) fehlen viele Informationen zu deren Lebensweisen dort. Warum dürfen die Flüchtlinge kein Telefon besitzen? Gerade das haben sie sicher auf ihrem Weg bis zu uns bei sich gehabt, um Kontakt zu halten. Aber gerade dieses Beispiel ist für viele Menschen, für viele deutsche Menschen, eine Sache, die ja mal überhaupt nicht geht und sie verurteilen die Flüchtlinge. Warum nur? Es mangelt einfach an Aufklärung. Ich selbst habe sehr viele Fragen gestellt und zwar den Menschen, die von Anfang an das Camp betreuen, die mehr Wissen über die Menschen, die bei uns Ruhe und ein angstfreies Leben suchen, haben. Natürlich gibt es in Syrien Smartphones und zwar zu ganz anderen Preisen, natürlich wird in Syrien geraucht und getrunken – warum auch nicht?

Mehr Aufklärungsarbeit muss geleistet werden, Vorurteile müssen ausgeräumt werden – vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern fehlt das nötige Wissen. Es ist wie immer leicht, auf den Zug von vorgefertigten negativen Meinungen aufzuspringen. So setzt sich doch die braune Truppe zusammen. Einer sagt was, keiner will dagegen reden und viele laufen dämlich mit, ohne zu wissen, warum sie überhaupt laufen. Dabei sein – aber ohne Wissen…

Täglich komme ich auf meinem Arbeitsweg in Heidenau vorbei und habe Angst. Angst vor erneuten Anschlägen, Steinwürfen etc. Die Angst schwebt über Heidenau, wie mir scheint. Die Anwohner haben Angst vor Diebstählen, vor Einbrüchen, vor weiteren Krawallen, vor den neuen fremden Menschen, die jetzt einfach so da sind. Gerade die Menschen sollten hingehen und sich vor Ort ein eigenes Bild machen. Natürlich gibt es wie in allen Menschengruppen verschiedene Charaktere und es sind nicht alle nur „Gute“, so will ich es betiteln. Aber das ist doch überall so, oder nicht?

Leider ist es immer so, dass in den Nachrichten die negativen Fälle hervorgehoben werden. Ein Flüchtling macht etwas falsch, tut etwas verbotenes und schon werden alle verurteilt. Aber wirklich alle. Diese Meldungen bestärken die Gegner und diese Meldungen werden verbreitet. Verurteilen wir Staatsbürger uns genauso? Nein – richtig?

Bspw. beim Fußball – viele Fans sind Fans, aber viele Fans sind keine Fans, sondern wollen was erleben und zwar kein Spiel, sondern sie wollen Stimmung. Stimmung durch Fäuste und ähnliches. So verhält es sich bei der braunen Truppe, vor allem dann, wenn sie sich durch Alkohol Mut angetrunken hat.

Die meisten Flüchtlinge allerdings brauchen unsere Hilfe. Sie sind hier bei uns, weil sie ihre Heimat verloren haben. Sie sind nicht hier, weil sie hier wohnen wollen. Sie haben Angst. Wir sind eben ein Land, was die Möglichkeiten hat, zu helfen. Helfen wir nicht alle gerne? Können wir uns nicht glücklich schätzen in einem Land zu leben, in dem es keinen Krieg gibt, sondern die Möglichkeit Menschen ein neues Leben zu schenken? Ein friedliches Leben ohne Angst? Wir stehen auf der glücklichen Sonnenseite des Lebens, was den Frieden betrifft. Wir müssen keine Angst davor haben, morgen zu flüchten. Zum Glück! Wir können dankbar sein. Keiner von uns Menschen kann sich aussuchen, wo er geboren wird. Keiner…

Liebe Leserinnen und Leser, viele können das Thema vielleicht nicht mehr lesen und hören, aber ich empfinde es für mich persönlich wichtig, darüber zu schreiben. Vor allem über meinen Besuch beim Zucktertütenfest. Sind es nicht die strahlenden Augen von glücklichen Menschen die uns glücklich machen? Mir war es ein Bedürfnis, besonders diesen Kindern fröhliche Momente zu schenken und das wird es mir auch weiterhin sein.

Tut was! Öffnet die Augen! Informiert euch auf seriösen Kanälen und schnappt nicht nur Wortfetzen auf. Bildet euch selbst eine Meinung vor Ort. Erst dann könnt ihr urteilen und Behauptungen aufstellen.

HELFT!

Wer nicht vor Ort in seiner Stadt helfen kann, kann vielleicht spenden.

Karla Paul, Paul Huizing, Nico Lumma und Stevan Paul sorgen für die Verbreitung der Aktion #BloggerfuerFluechtlinge – eine Spendenaktion für „Moabit hilft“. Schaut auf Betterplace – Blogger für Flüchtlinge – Menschen für Menschen vorbei und handelt! Jede Spende wird angenommen!

Danke fürs Zulesenhören!

Eure

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[LBW 31] Junggesellenabschied

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Kolumne #19: #Junggesellenabschied

Gestern war es dann soweit und ich war an der Reihe. Junggesellinnenabschied – so lautete der Tagesplan. In mir brodelte die Neugierde und die Freude, aber vor allem die Ungewissheit, welche mich in große Aufregung versetzte. Wer wird kommen? Vor allem aber, wann werden die Mädels kommen? Was werde ich machen müssen? Die Zeit verging und verging nicht, dann aber hörte ich aufgeregtes Geplapper. Die Mädels rückten an, die Zeit lief und lief, aber es wurde nicht geklingelt. Also weiter warten und die Ohren spitzen…#spannung

12.30 Uhr – endlich. Der Schlüssel drehte sich im Schloss, die Trillerpfeife begann zu lärmen und sechs Mädels stürmten die Wohnung. Allen voran meine beste Freundin, hier als Lesebienchen bekannt. Nein – ich musste kein pinkfarbiges Shirt anziehen oder so eine glitzernde Krone auf dem Kopf tragen, sondern ich bekam eine Buchkette um den Hals. Buchig sollte der Tag werden, aber das heißt ja nicht, dass es langweilig wird und wir verrückten Hühner können auch buchig albern sein. Oh ja, auf jeden Fall. Buchig dekoriert ging es nun los. Auf dem Weg zur Straßenbahn wurde mir schon gesagt, dass ich bis dahin geführt werde, dass ich dann allerdings selbst die weiteren Ziele herausfinden muss.

Ich als orientierungsloses weibliches Wesen (ja, ihr könnt mich irgendwo absetzen und ich werde nicht wieder zurück finden) wurde also vor große Herausforderungen gestellt. In der Straßenbahn bekam ich einen Zettel mit dem Cover vom Werk „Das doppelte Lottchen“ von Erich Kästner. Ich dachte so: „Gut, dass kenne ich, was soll ich erzählen?“ Ha – schon ging es los, denn ich sollte sagen, wie die Zwillinge heißen. „Lotte…ähm…ähm…und…ähm…wie heißt die andere…waaahhh…helft mir.“ Voll peinlich, oder? Ich hatte das totale Überforderungsblackout. Aber die Mädels sind ja alle so gnädig und haben eine kleine Hilfestellung gegeben. Louise! Stimmt. Auf die Straße mit dem Namen Louise sollte ich die Mädels nun führen und auf dieser Straße sollte ich nach einem Hund Ausschau halten. Den sollte ich dann streicheln. Ahja…na prima, also los. Die Straße habe ich dann so, sagen wir mal „fast alleine“ gefunden. Nur in der Neustadt gibt es viele Hunde und wir standen ungefähr in der Mitte der Louisenstraße. Nach rechts? Eher nach links? Die glückliche Fügung ließ mich nach rechts gehen und es dauerte überhaupt nicht allzulange, da sah ich den Hund.

Kalter Hund – davor ein Dackel. Was für ein einladendes Cafe. Herrlich. Also sind wir herein und was sehe ich da? Einen liebevoll gedeckten Tisch für ein spätes Frühstück mit Sekt, hausgemachter Marmelade, natürlich Kaffee und einer reichlichen Auswahl an Wurst und Käse, wie auch Joghurtleckereien. Wie schön. Die Entspannung lag in der Luft und wir haben es uns richtig schmecken lassen und gequatscht ohne Ende. Es gibt ja ständig zu erzählen, vor allem wenn man sich nicht so oft sieht und, na ihr wisst schon. 🙂  7 Mädels an einem Tisch, da ist wirklich was los und die 4 Mädels die leider absagen mussten, dürfen sich ein wenig ärgern. Ich war natürlich auch ein wenig traurig, aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Im Herzen wart ihr dabe.

Als wir uns die Bäuche gefüllt hatten und der Dackel ausreichend gestreichelt wurde, ging es weiter. Meine nächste Aufgabe stand an. Jetzt hieß es: „Lies aus dem Werk „Als ich ein kleiner Junge war“ von Erich Kästner (logo!) die gekennzeichneten Textstellen laut vor. Führe uns anschließend an den Ort. Zudem ziehe ein Los und erfülle die Aufgabe.“ Aha…nun gut. Also laß ich auf offener Straße mitten in der Dresdner Neustadt vor, was Kästner schrieb. Ziel: die Mauer am Albertplatz über die Käster drüber schaut. Aufgabe: in der Luft. Also los – aber vorher noch mit allen in den Fotoautomaten, ein lustiges Gruppenbild schießen und natürlich noch einen Sekt für den Weg holen.

Die Sonne lachte, wir grinsten mit und schon standen wir vor der Mauer. Nun musste ich also noch einen schönen Mann finden, der uns verrückten Hühner fotografiert. Bei den Ansprüchen der Mädels war das nicht so einfach, da auch nicht wirklich viele hübsche Männer an unserem Platz vorbei kamen. Aber letztendlich habe ich einen gefunden und das Foto war im Kasten. Das mit dem gemeinsam ganz hoch in die Luft springen, üben wir aber noch einmal. 🙂 Kästner schreibt von Georgentor…also los, über die Hauptstraße zum goldenen Reiter, über die Augustusbrücke und zum Tor. Was hatten wir für einen Spaß. Und mein Los? Daumen hoch – hieß die Fotoaufgabe, die auf jeden Fall machbar sein sollte. Ein hübscher Mann – wir nehmen mal einen mit vielen Tattoos – wurde gefunden und der hatte mächtig Spaß, genau wie seine Begleiterin. Als Danke habe ich die zwei vorm Fürstenzug abgelichtet. Das Geniale ist, wie immer alle Menschen gucken, wenn eine Gruppe Mädels durch die Straßen zieht und jede Menge Spaß hat. Ich liebe es.

Fall ihr euch jetzt fragt, warum ich hier keine Bilder des gestrigen Tages zeigen konnte, sondern nur die normalen von dieser Woche – ich durfte mein Handy nicht benutzen und die Bilder darf ich noch nicht bekommen. Ich muss mich also gedulden, ihr auch. 🙂

Ziel 3: Der Zwinger. Aufgabe: von hinten. Na, das ist ja auf jeden Fall mal genial lustig und da hatte ich schon eine Idee im Kopf. Also ihr wisst ja wie ich bin – schüchtern, zurückhaltend, in mich gekehrt und alles drum und dran. *okayichglaubesselbstnicht* – und diese Aufgabe löste witzige Gedanken in mir aus. Fotogedanken natürlich. Im Zwinger dann wieder die Suche nach dem perfekten Fotografen. Er musste wie gesagt super hübsch sein, Figur haben und uns allen gefallen. Das Schicksal meinte es gut mit uns und schickte einen netten Engländer um die Ecke. Die Mädels sabberten schon und zogen den Moment ein wenig in die Länge. Mindestens zwei verschiedene Bilder sollten es werden. Einmal alle von hinten, also in einer Reihe mit Po raus – ihr wisst schon…und einmal alle den wohlgeformten Hintern in die Kamera und frech über die Schulter gucken. Yes – läuft 😉

Nun stand im Kästner-Werk „Muse Thalia“ – aha, na dann mal los, wo das große Buchgeschäft ist, weiß ich aber ganz genau. Ha! Wir schlenderten also weiter ganz gemütlich durch die Stadt und ich überlegte schon, wie die Aufgabe: auf den Arm nehmen – umgesetzt werden kann. Da der Thalia allerdings in der Mitte von zwei großen Straßen ist und die Fußgänger sich kurzzeitig stauen und bei grün plötzlich ganz schnell auf der anderen Seite sind, ist das dort mit dem Fototypen nicht gerade einfach. Er musste ja hübsch sein. Sobald ein hübscher gesehen wurde, schaltete die Ampel auf grün und schwupps war der schöne Mann weg. Hm…Also vielleicht doch einen nicht ganz so schönen Fotografen? Also bin ich fix zu einem jungen Mann hin und der war mehr als schüchtern. Er fragte sogar seine Freundin, ob er das mal machen kann. Ich musste sowas von lachen. Herrlich. Aber richtig herrlich. Ich vertraute den Mädels meinen Körper an und legte mich in einem Meter Höhe, in ihre Arme. Vertrauen pur. Die hätten mich ja auch einfach mal alle fallen lassen können. Hihi.

Tadaaaa…nun hatte ich alle vier Aufgaben erfüllt. Und nun? Hoffentlich nix schweres oder peinliches. Blamieren wollte ich mich nicht wirklich. Lesebienchen steckte mir ein neues Los zu und auf dem konnte ich erlesen, dass ich im „edc-Store“ shoppen darf. Ein Teil meiner Wahl sollte ich mir aussuchen. Was echt jetzt? Ist ja genial. Wisst ihr wie lustig es ist, mit den Mädels durch die Altmarktgalerie zu ziehen und den edc zu stürmen? Ich habe letzten Donnerstag einen Rock gesehen und genau den wollte ich gern haben. Lustig ist, wenn es nur noch genau einen Rock, in genau der kleinsten Größe gibt und er passt wie angegossen. Wie genial, genial, genial. Die Mädels konnten natürlich auch noch das ein oder andere Teil finden. Wenn schon – denn schon.

Nach dem Ausflug in den Klamottenladen ging es geheimnisvoll weiter. Tuschelnde Mädels. Sowas kann ich ja leiden, grins. Also ab in die Straßenbahn und zurück zum Goldenen Reiter. Die Stufen zu den Elbwiesen herunter und spazieren. Wir genossen es in der Wärme an der Elbe entlang zu schlendern und das grandiose Stadtpanorama anzusehen. Der dort aufgestellte Rahmen, durch welchen man den berühmten Canaletto Blick hat, diente uns für schöne und lustige Bilder. Was hatten wir für Spaß. Details muss ich euch allerdings an dieser Stelle verschweigen. Denkt euch jede Menge Blödsinn und nicht jugendfreies Zeug 🙂

Und dann hinter der Hecke an der Mauer: ooooohhhhhh wie schöööööön. Männliche Wesen (liebevoll von uns auf den Namen: die Stadtreinigung) getauft, haben uns ein Picknick angerichtet. Ich wollte schon immer mal an der Elbe sitzen und picknicken. Wie genial, wie genial und lauter leckere Sachen. Hackbällchen, Nudelsalat, eine Lachs Tarte, Tiramisu, Muffins und Obst-Wurst-Spieße. Soooo lecker. Wir ließen es uns schmecken und quatschten und lachten was das Zeug hält. Wir beobachteten die Leute um uns herum und ließen uns von einem Vogel ankacken, wie auch von einer Wespe stechen. Es war also alles dabei und wir ließen es uns richtig gut gehen. Bücher waren immer und immer wieder ein Thema, logo – was?

Einfach alles stehen und liegen lassen und weiter ziehen? Ja, dies war dank der „Stadtreinigung“ möglich. Das Ziel musste ich allerdings benennen. Dies war recht einfach, nachdem ich die Papierschnipsel zusammen gepuzzelt hatte. Aha: Findus. Findus? Da fällt mir doch glatt die Buchhandlung Findus in Tharandt ein. Meine Blog-Herzens-Buchhandlung. Wir werden für einige Stunden in der Buchhandlung eingeschlossen. Nur wir Mädels – ganz allein im großen Bücherreich. Wie schööööön. Der Weg dahin führte aber erst über Starbucks. Lecker. Lange habe ich keinen Vanilla Latte mit Strohhalm (ihr kennt ja meine Macke) getrunken. Dann kam auch noch ein Riesenpenis durch den Dresdner Hauptbahnhof. Ja, ihr habt richtig gelesen. 🙂 Bini und der Riesenpenis – ein Foto musste her, da bin ich mir doch nicht zu schade. Na, prima. Sehr spaßig, denn auch er heiratet am selben Tag wie ich, allerdings in Chemnitz. Nun denn – alles Gute. Eine Zugfahrt die ist lustig, ab nach Tharandt mit der Bahn.

Dort im idyllischen Ort angekommen wurde mir eine Flasche Kontrasecco mit einem Lesezeichen – genau für den Tag passend – von der Inhaberin meines Lieblingsbuchladens überreicht. Wie schön. Frau Erler stellte sich vor, denn noch nicht alle Mädels waren in diesem Schmuckstück von Buchladen. Ihr Reich ist einfach traumhaft und dann waren wir allein. Ein Kühlschrank voller Getränke, Knabberzeugs und viele, viele Bücher und buchiges Zubehör. Ihr könnt euch vorstellen, wie der Abend dann verlief?

Jeder musste gucken, zuhören, blättern, drehen, wenden, lesen – hach – einfach herrlich. Unsere buchigen Herzen überschlugen sich förmlich. Es wurde empfohlen und abgeraten und ausgesucht und überhaupt. Es war durch und durch schön, bis sich eine fiese Erkältung in mir ausbreitete. Ich bekam olle Halsschmerzen und aus dem geplanten tanzen gehen, wurde nix. Leider. Aber wir waren alle ein wenig durch (so ist das dann, wenn eine 3 beim Alter vorne steht) und haben glücklich auf den tollen Tag zurück geblickt. Tanzen gehen und das Sektfrühstück danach holen wir auf jeden Fall nach.

Eine große Überraschung gab es noch zum Schluss, obwohl sich der Tag so schon wie Geburtstag und Weihnachten zusammen anfühlte. Ich bekam eine wundervolle buchige Karte auf der alle unterschrieben haben und eine große „B“ Buchstütze – wie Buch bzw. Bianca 🙂

Mädels – ihr wart einfach grandios und habt mir einen unvergesslichen Tag geschenkt. Fühlt euch alle ganz doll gedrückt und geküsst. Die Organisation hätte nicht besser sein können – ihr habt mich einfach glücklich gemacht und alle meine „Nerven“ getroffen. Ich bin immer noch total begeistert. Wahnsinn!

P.S. Am 15.08.2015 war es soweit – HIER könnt ihr nachlesen. 🙂

DANKE – DANKE – DANKE!

 

Danke für euch!

Eure