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Ein fiktives Dorf im Norden Deutschlands.

Eine Beerdigung lässt Bekannte, Freunde und Feinde aufeinander treffen. Der Auslöser Beerdigung ist der Grund für Christians Erinnerungen.

Er wohnt in den USA und es verbindet ihn nichts mehr mit seinem alten Heimatdorf. Hemmersmoor – ein unscheinbares Stück Land, in dem Inzucht herrschte, jeder über jeden in der Nachbarschaft Bescheid wusste und immer bedingungslos gehandelt wurde.

Christian trifft auf Alex Frick, Martin Schürholz und Linde Janeke. Anke Hoffmann wird im Sarg, auf dem das Familienwappen von Kamphoffs prangt, von drei Männern zur offenen Grube getragen. Es gibt nun nur noch eine Handvoll Bewohner, die wissen, was damals war, welche Unglücke passierten, wo welche Räder im Dreck liefen und wer Recht und wer Unrecht hatte.

Schweigen diese weiterhin, bleibt alles unter den Wissenden und wird nicht nach außen dringen. Wird weiterhin der Märchencharakter beibehalten. Christian wirft einen langen Blick zurück, die Beerdigung weckt die Erinnerungen und lässt im Rückblick alle anderen damals Lebenden wach werden. Das damalige Hemmersmoor und deren Bewohner geben nichts als die Wahrheit preis.

So grausam, so blutig, so dunkel, so verlogen, so mörderisch, so gemein diese auch war und ist.

Stefan Kiesbye öffnet die schwere Tür in die Vergangenheit und ordnet und räumt in der damaligen Abgeschiedenheit auf. Er bringt Licht ins Dunkel, ohne Details auszulassen, und stellt uns ein ganz eigenes Völkchen mit ganz eigentümlichen Charakteren vor.

Scharf gezeichnet, skrupellos und oft wie ganz selbstverständlich handelnd, egal ob mit Recht oder zu Unrecht, egal ob schwerwiegende Folgen eintreten könnten. Sie sind anhand einer Struktur, eines roten Fadens verbandelt, welcher sich um das Gut und den Familienstammbaum Kamphoff dreht. Der Kern wird im Lesefluss bekannt, doch das Geflecht der Handlungswurzeln streckt sich weit und tief.

Ist mal feinfühlig, mal grob und obwohl man eine Vorahnung und auch eine Gewissheit spürt, kommt das Dunkel und Grau so plötzlich und man erschrickt sich erneut über die Taten in Hemmersmoor.

Ich habe mich von Stefan Kiesbye ins Moor mitnehmen lassen und meine Erfahrungen gemacht. Im Moor stecken zu bleiben, scheint unumgänglich zu sein, im Roman jedoch ist ein Verweilen nicht möglich. Stefan Kiesbye lässt den Leser nicht versinken und untergehen, aber Achtung – Moor ist gefährlich.

Hemmersmoor beschäftigt das Team Literatwo natürlich noch weiter. Es geht mal wieder über die buchigen Seiten hinaus, denn auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig werden wir Stefan Kiesbye persönlich treffen. Wir werden ihn umfassend zu seinem großartigen Roman befragen und dann davon in Form eines Interviews berichten.

Hoffentlich verschleppt er uns nicht ins Moor, wir werden vorsichtshalber einen Rettungsanker bei uns tragen.

0 comments on “Hemmersmoor”

  1. Guten Morgen ihr Lieben,

    wenn der Roman nur halb so gut ist wie seine Beschreibung von Dir, liebe Binea :-), dann muss er ja rchtig gut sein. Ich ab eihn auf meine Liste geschrieben :-).

    Herzlich
    Gitta

  2. Ab jetzt boykottiere ich Euren Blog!!!
    Warum? Mangels Platz für die empfohlenen Bücher (Hemmersmoor ist auch erst gestern in meinen Besitz gewandert, konnte im Buchladen einfach nicht widerstehen) und den sicherlich bald autretenden Statikproblemen des Hauses…;-)))

    • Auf diese traumatisierende Art und Weise verlieren wir also unsere Leser. Das ist bitter, aber wir haben Lösungen anzubieten. Der Literatwo-Statiker ist unterwegs nach Kubinenhausen und auf dem Rückweg wird er Dich von alten und vollkommen unnützen Büchern befreit haben!

      Ist das nicht genial?

      Ach sind wir gut;-))

      • Ich habe keine unnützen Bücher (naja, vielleicht darfst Du die Regionalausgabe des Telefonbuchs mitnehmen) und die alten gebe ich nicht her…;-))
        Aber vielleicht könnte der Statiker ja ein Fertighaus mitbringen, dass würde die Probleme vorläufig lösen …

  3. Renitent die Dame – einfach renitent… Keine Chance – der Literatwo LKW ist unterwegs um deine Sorgen endgültig zu beseitigen. Bücherkisten ausreichend an Bord…. hehe

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