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Kategorie: Binea – Artikel

Das Mädchen, das in der Metro las ~ Christine Féret-Fleury

Das Mädchen, das in der Metro las ~ Christine Féret-Fleury

Liest du gern in der Metro oder in der Bahn? Also ich fahre eher selten mit der Bahn, wenn ich allerdings mal die Möglichkeit habe, trage ich selbstverständlich ein Buch bei mir. Das ist jetzt sicher nicht verwunderlich. Was ich aber bald noch viel besser finde, ist, andere Fahrgäste zu beobachten. Ja, ich versuche recht unauffällig den Buchtitel zu erspähen oder gehe auch gern das ein oder andere Gespräch ein, wenn es sich ergibt und der Leser auch dazu Lust hat. Wenn ich selbst lese, dann bin ich eher tief versunken und schotte mich etwas ab.

Juliette kennt inzwischen die Strecke der Metro, denn sie fährt an Wochentagen zwei Mal damit, um zum Job oder eben nach Hause zu kommen. Sie liest zwar für ihr Leben gern, allerdings schaut sie lieber, was die anderen Fahrgäste lesen. Diese kennt sie inzwischen schon so gut wie die Strecke, denn nicht nur der Mann mit dem grünen Hut, auch die Frau und das Mädchen fahren regelmäßig in der Metro mit und ihre Gesichter spiegeln die Emotionen aus den Büchern. Egal ob Kochbuch oder Insektenbuch oder der ganz normale Schmöker. Bücher verändern und bringen uns in andere Welten und lesende Menschen zu sehen, tut fast so gut wie selbst zu lesen.

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DSGVO – 5 Buchstaben die den Blog bedeuten

DSGVO – Datenschutzerklärung

Am 25. Mai tritt die gefürchtete DSGVO – Datenschutz-Grundverordnung – in Kraft. Hast du Angst? Bist du auch ein kleiner privater Blogger der eigentlich nur bloggen mag und von IT nicht wirklich Ahnung hat und die 5 Buchstaben fürchtet? Ich zähle mich dazu und ich habe auch Angst, aber ich bin gekommen um weiter zu bloggen. Ob im Job oder auf sozialen Kanälen – überall blitzen die Hinweise und Meinungen und Ratschläge zur DSGVO auf. Doch noch viel mehr lese ich, dass so viele aufhören – ihren Blog abschalten, offline gehen, vorerst untertauchen. Und was willst du machen? Das habe ich mich gefragt und die Antwort hat nicht lange auf sich warten lassen. Ich sammle Mut, ich bleibe und DANKE an dieser Stelle allen Freunden und Bekannten, die mich unterstützen und sich meinen nervigen Fragen stellen.

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Mausmeer ~ Tamara Bach

Mausmeer ~Tamara Bach

Es gab eine Zeitlang hier auf meinem Blog fast nur Jugendbuchempfehlungen. Der Hauptgrund war schlicht und ergreifend, dass die Jugendromane oftmals viel mehr Tiefgang hatten, als Gegenwartsromane und zudem auch lockerer, realer, unverstaubter. Es war einfach so, ich surfte lesend eben auf der Jugendbuchwelle. Eine Welle ist nicht endlich und die Literatur ist wahnsinnig vielseitig und obwohl ich keine schlechten Erfahrungen machte, fand ich mich mitten im Gegenwartsliteraturdschungel wieder und fühlte mich wohl. Und jetzt?

Scheinbar bin ich gerade in einer Phase in der ich auf und ab tauche und fröhlich hin und her springe. In Leipzig auf der Buchmesse habe ich Tamara Bach auf dem Carlsen-Bloggertreff kennenlernen können. Erst wurde die Autorin ein wenig interviewt, dann hat sie gelesen, später ein Foto mit mir gemacht, kurz geplauscht und am Ende gab es noch eine schokoladige Überraschung – passend zum Buch, versteht sich.

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Die Herzlichkeit der Vernunft ~ Ferdinand von Schirach Alexander Kluge

Die Herzlichkeit der Vernunft ~ Ferdinand von Schirach & Alexander Kluge

„Die Herzlichkeit der Vernunft von Ferdinand von Schirach & Alexander Kluge“ (Luchterhand) habe ich zuletzt mit dem Buchclub gelesen. Ich gebe zu, dass ich über die Buchwahl nicht begeistert war und schon auf der Buchmesse in Leipzig habe ich von dieser „tollen Wahl“ begeistert erzählt. Hach – dieser Titel wird wohl mein Jahreshighlight. (Achtung Ironie)

Jetzt wirst du erstaunt sein, wenn ich dir das Sachbuch sogar ans Herz lege, stimmts? Was? Ist das dein Ernst? Ja, ist es und ich bin immer noch begeistert von den tollen Gesprächen, die ich mit anderen führen konnten. Total genial, durch und durch. Am Ende wirst du merken, dass es wirklich lohnenswert ist, ab und an außerhalb der Buch-Komfortzone zu lesen. Der Blick über den buchigen Tellerrand lohnt tatsächlich.

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Super, und dir? ~ Kathrin Weßling

Super, und dir? ~ Kathrin Weßling

Es kommt eher selten vor, dass mir während des Lesens oder nach dem Lesen eines Buches ein Lied in den Kopf rauscht. Ich höre auch beim Lesen keine Musik, dabei mag ich Musik sehr. Und wenn ich das schon sage, gebe ich gern zu, dass ich der totale Radio/Chartshörer bin und einige Lieder x-Mal hintereinander höre, da ich nicht genug bekommen kann. Das ich dabei mein Umfeld gern vertreibe, kannst du dir sicher denken. 254 Seiten später schoss das Lied „Warum“ von Tic Tac Toe in meinen Kopf…

Und warum? – die Frage stelle ich mir, wenn ich an Marlene Beckmann denke. Marlene feiert Geburtstag, sie ist nun 31, aber auf was kann sie zurückblicken, was kann sie bald erwarten und was passiert eigentlich gerade eben? Da ist Ronny, der Gute, der liebe Apotheker, der Freund, der immer die passende Chemie dabei hat. Auf Ronny ist verlass. Da sind ihre Freunde die ebenfalls gern Party machen und gern eine volle Nase haben, um die Welt bunt zu sehen und richtig genießen zu können. Ihre Eltern sind getrennt – der Vater ist kaum noch in ihrem Leben spürbar, ihre Mutter trinkt ganz gerne und lebt in ihrer grauen Welt. Dafür hat sie aber einen wirklich lieben Freund. Er ist für sie da, er möchte mit ihr den dringend notwendigen Urlaub machen und er könnte ihr Ruhepohl nach dem stressigen Arbeitstag sein.

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Dunkelgrün fast schwarz ~ Mareike Fallwickl

Dunkelgrün fast schwarz ~ Mareike Fallwickl

Zwar bin ich keine Farben-Synästhetin, aber ich bin vor vier Jahren einer begegnet. Ihr Name ist Sophie und ich habe sie im Roman „Der Geschmack von Sommerregen“ von Juli Leuze getroffen. Ein wahnsinnig tolles Mädchen, denn Sophie kann Gefühle in Farben sehen. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, warum ich hier Sophie erwähne. Die Antwort liegt auf der Hand – ich denke nämlich, dass sich Sophie gut mit Protagonist Moritz verstehen würde und sie sich hervorragend austauschen könnten.

Moritz sieht seinen ehemaligen besten Freund Raffael nach 16 Jahren wieder und sieht ihn grün.

„Das Grün ist dunkler geworden, viel dunkler, tief und massiv, fast schwarz. … Einst war Raffael knospengrün, raupengrün, wie Zuckererbsen in ihrer frisch geöffneten Schote, an manchen Tagen limonenhell.“ (Seite 39)

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Battle ~ Maja Lunde

Battle ~ Maja Lunde

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ziemlich wenige Jugendliche den Film „Save the Last Dance“ kennen. Richtig? Kennst du den Film? Ich liebe diesen Film so sehr – die hübsche hellhäutige 17-jährige Balletttänzerin Sara (gespielt von Julia Stiles) und der attraktive dunkelhäutige Hip Hop Tänzer Derek (gespielt von Sean Patrick Thomas) könnten gegensätzlicher nicht sein, verlieben sich ineinander und bringen sich ihren jeweiligen Tanzstil bei.

Es ist aber nicht schlimm, wenn der Film an dir vorbei gegangen ist, denn Maja Lunde hat mit ihrem Jugendbuch „Battle“ die zwei Themen aufgegriffen – Tanz & Liebe. Die 17-jährige Amelie hat einen großen Freundeskreis, sie ist beliebt und wohnt in einer Villa mit Pool in einem Nobelviertel in Oslo. Sie tanzt für ihr Leben gern und sie möchte den großen Durchbruch schaffen. Ihr Vater unterstützt sie so gut er kann, sie besucht die beste Schule und bekommt genügend Geld, um mit ihren Freundinnen oft shoppen zu gehen. Doch die Luxusblase platzt, als ihr Vater zahlungsunfähig wird und Amelie verschlägt es von der hellen Seite Oslos auf die dunkle. Kleine Wohnung, kein Geld, andere Menschen…

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Hellerauer Bücherzelle

Helle(rauer)Zelle~ Bücherzelle in Dresden Hellerau

Als ich beim Geburtstagsfrühstück einer Freundin war, kam die Frage auf: wohin mit den gelesenen Büchern und kauft ihr eigentlich alle Bücher neu? Es ist verdammt spannend, über Bücher zu sprechen, wenn die weiblichen Charaktere so unterschiedlich in ihren Ansichten sind. E. kauft gerne bei Medimops. I. wusste nicht, was Medimops ist, kennt aber Momox. Sie hat er viele ihrer Bücher verkauft, da sie die nicht beim Umzug schleppen wollte und sie mag es auch nicht, wenn sie zu viele Bücher hat. E. ist Vielleserin, mag aus diesem Grund Taschenbücher lieber als Hardcover und kauft dieser gern gebraucht. Sie verschlingt Bücher, während I. nur ab und an mal liest.

Und die liebe R.? Sie hatte Geburtstag und hat von allen Gästen Bücher geschenkt bekommen. R. hat nämlich Zeit zum Lesen und was dachte ich mir so? R. liest und stellt die Bücher dann E. und mir vor – wie kennen die Bücher, könnten prüfen, ob R. genau gelesen hat und gleichzeitig werden unsere Erinnerungen gleich wieder aufgefrischt. Das ist doch die Idee, stimmts? 😉

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Das Mädchen, das den Mond trank ~ Kelly Barnhill

Das Mädchen, das den Mond trank ~ Kelly Barnhill

Inzwischen halte ich mich in den Buchhandlungen nicht mehr so oft in der Kinderbuchecke auf. Und es kommt relativ selten vor, dass ich mal ein Buch aus meiner Kindheit lese oder zu einem Märchenbuch greife. Eigentlich schade, wie ich jetzt erst wieder gemerkt habe. Aber ja, so ist es eben mit den Büchern – man kann nicht jedes Buch lesen, aber ab und an kann ein Ausflug aus der derzeit geliebten Gegenwartsliteratur in die Kinderbuchecke nicht schaden. Der letzte Ausflug in die Bilderbuchecke – ich sag nur: „Oje, ein Buch!“ war ein voller Erfolg und an diesen knüpft nun „Das Mädchen, das den Mond trank“ von Kelly Barnhill an. Ist das Cover nicht wundervoll? So niedlich gemacht und der Titel passt ebenfalls sehr gut.

Ach, Märchen sind immer grausam, aber gut und wichtig und meist mit einem schönen Ende. Was hältst du von der Tatsache, dass dieses Buch so richtig schön ist und es nicht ganz so grausam, dennoch gemein und ungerecht und traurig zugeht? Es gibt eine Hexe, Drachen, gute und böse Menschen, es ist magisch und auch einige Papiervögel sind dabei.

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Sag den Wölfen, ich bin zu Hause ~ Carol Rifka Brunt

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause ~ Carol Rifka Brunt

Einen richtigen Onkel hatte ich nie. Leider. Unter richtig verstehe ich nämlich, nicht nur einen Onkel im verwandtschaftlichen Sinne zu haben, sondern auch einen der sich um seine Nichte kümmert. Mit ihr Ausflüge macht, an sie denkt, einfach auch da ist. Vielleicht hätte ich einen Onkel gehabt, wenn er damals nicht das getan hätte, was er getan hat. Selbst nach Jahren kommt keine Kommunikation zustande, die Möglichkeiten waren da, ich bin da und habe das signalisiert und doch ist vielleicht Thailand mehr Familie als eine Nichte.

Der Onkel von June Elbus hat auch einen Fehler gemacht. Er hat sich mit AIDS angesteckt und ist gestorben und mit seinem Tod ist Junes Welt zusammengebrochen. June hat Finn geliebt. June hat Finn mehr geliebt, als man einen Onkel lieben sollte. Finn hat June geliebt, wie man eine Nichte lieben sollte. Finn ist Tod und nun ist Finns Wohnung leer, June hat ihre größte Bezugsperson verloren, alles was geblieben ist, ist das Gemälde.

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