Das kann uns keiner nehmen ~ Matthias Politycki

Tatsächlich ist es natürlich schöner, über Bücher zu schreiben, die man wirklich sehr gern gelesen hat. Aber ich möchte hier nicht aussortieren, sondern ich behalte weiterhin bei, auch mal ein Buch zu kritisieren. Auch die Enttäuschung muss mal an die Luft und ich habe es immer noch nicht ganz verkraftet, was mir mit dem neuen Roman „Das kann uns keiner nehmen“ (HoCa) von Matthias Politycki passiert ist. Es war im Sommer 2020…

„Je mehr man kennengelernt hat, desto mehr vermißt man.“ (Seite 82)

Das kann uns keiner nehmen…

…so dachte ich auch und nahm den Roman hoch motiviert mit an die Ostsee in den Urlaub. Meine Vorfreude war wirklich sehr, sehr, sehr groß, da mich Politycki mit „Jenseitsnovelle“ vor knapp 10 Jahren (wow, die Zeit rennt aber) so richtig begeistert, nein, beeindruckt hat. Ein wirklicher Buchschatz, von dem ich mich nicht trennen würde. Ich hoffe doch, dass du den Roman gelesen hast? Ansonsten mein Tipp: hole es bald nach.

„Sachen, die immer nur Spaß machen, machen nicht glücklich. Wer bremst, hat bereits verloren.“ (Seite 158)

Auf den ersten Seiten des Romans war ich noch sehr neugierig, ich wollte mich überraschen lassen und begab mich ganz abenteuerlustig und aufgeschlossen nach Afrika. Letztendlich entdecke ich gern neue Länder und Kulturen und das ein oder andere Zitat konnte ich auch recht schnell finden und für mich festhalten.

Doch der Bruch kam, egal wie sehr ich gegen ihn ankämpfte und mir schönlesen wollte. Es brachte alles nix, da konnte auch der Kilimandscharo nichts dran ändern.

Das kann uns keiner nehmen ~ Matthias Politycki

Meine Freude auf den Kilimandscharo flachte immer mehr ab, da mich vor allem Protagonist Tscharli, ein Ur-Bayer, sehr störte. Nein, er machte mich sogar regelrecht aggressiv, sein Dialekt – furchtbar! Sein Verhalten – unmöglich und Hansi hat mir zu Beginn einfach nur leid getan. Die Begegnung der zwei Männer konnte nicht vermieden werden und Politycki gab sich wirklich Mühe, die Zweckgemeinschaft, welche sich zur Männerfreundschaft entwickelte, so grandios wie möglich zu beschreiben.

Kilimandscharo

Für mich fühlte es sich so an, als ob er den Humor an den Haaren herbei zog und als ob er selbst oft genervt von Tscharli war. Wie dem auch sei, mich konnte er auch emotional nicht richtig erreichen. Klar flammte da kurzzeitig mal ein wenig Sympathie auf, allerdings nicht lange.

Dazu kamen die immer detaillierteren Beschreibungen, es wurde langweiliger und langweiliger. Da bringen die schöne Natur und der andere Kontinent wenig, wenn die Handlungen so fad und ausgelutscht sind.

Die letzten Seiten habe ich nur noch überflogen. Schade!


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3 Comments on Das kann uns keiner nehmen ~ Matthias Politycki

  1. Hallo,

    uiuiui – das Buch steht noch auf meiner Wunschliste… Vielleicht sollte ich es auf die „lieber erstmal aus der Onleihe ausleihen und reinlesen“-Liste setzen.

    LG,
    Mikka

    • Hallo Mikka, vielen lieben Dank wieder fürs Verlinken und erwähnen – ALSO…ich möchte dir vom Buch nicht abraten, da ich mich scheinbar wirklich so sehr von dem Protagonisten und dessen Sprache genervt fühlte, um die ganze emotionale Geschichte nicht richtig aufzunehmen. Die ist nämlich da, wurde aber total von meinem Frust auf ihn verdeckt. Ich würde mich freuen, wenn du mir eine Rückmeldung gibst, wen du den Roman gelesen hast. Bis dahin und bleib gesund, Bini

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