Das Mädchen, das in der Metro las ~ Christine Féret-Fleury

Liest du gern in der Metro oder in der Bahn? Also ich fahre eher selten mit der Bahn, wenn ich allerdings mal die Möglichkeit habe, trage ich selbstverständlich ein Buch bei mir. Das ist jetzt sicher nicht verwunderlich. Was ich aber bald noch viel besser finde, ist, andere Fahrgäste zu beobachten. Ja, ich versuche recht unauffällig den Buchtitel zu erspähen oder gehe auch gern das ein oder andere Gespräch ein, wenn es sich ergibt und der Leser auch dazu Lust hat. Wenn ich selbst lese, dann bin ich eher tief versunken und schotte mich etwas ab.

Juliette kennt inzwischen die Strecke der Metro, denn sie fährt an Wochentagen zwei Mal damit, um zum Job oder eben nach Hause zu kommen. Sie liest zwar für ihr Leben gern, allerdings schaut sie lieber, was die anderen Fahrgäste lesen. Diese kennt sie inzwischen schon so gut wie die Strecke, denn nicht nur der Mann mit dem grünen Hut, auch die Frau und das Mädchen fahren regelmäßig in der Metro mit und ihre Gesichter spiegeln die Emotionen aus den Büchern. Egal ob Kochbuch oder Insektenbuch oder der ganz normale Schmöker. Bücher verändern und bringen uns in andere Welten und lesende Menschen zu sehen, tut fast so gut wie selbst zu lesen.

Bücher färben die Realität

Ein Tapetenwechsel muss im recht farblosen Alltag von Juliette her. Im Maklerbüro ist die Stimmung nicht gerade von Harmonie durchzogen und Juliette entscheidet sich, die Farbe aus den Büchern in die Realität zu holen. Die Veränderung tritt an dem Tag ein, an dem sie nicht an der gewohnten Haltestelle aussteigt. Ein echter Glückstag, denn sie trifft nicht nur auf den bücherliebenden Soliman, sondern auch auf seine kleine Tochter. Sie findet sich zwischen hohen Bücherstapeln in einem Haus voller Bücher wieder und erfährt von der Existenz der Buchboten und deren Aufgaben.

„Es geht darum, anderen Menschen Bücher zu geben, damit es ihnen im Leben besser geht – “ (Seite 54)

Das Mädchen, das in der Metro las ~ Christine Féret-Fleury

Wie du dir denken kannst, findet Juliette ihre wahre Bestimmung und wird Buchbotin. Doch damit ist natürlich die Geschichte nicht komplett erzählt. Christine Féret-Fleury entführt uns Buchmenschen zu anderen Buchmenschen und zeigt uns, was Bücher in uns Menschen bewirken können. Hast du schon eine Begegnung mit einem Buchboten erlebt, welche dein Leben verändert hat? Ich leider noch nicht, aber natürlich habe ich schon Bücher gelesen, die mir im Leben schon viel gegeben und auch geholfen haben.

Bücher über Bücher

Bücher über Bücher – ist der Buchmarkt denn nicht schon gesättigt? Bedarf es einem weiteren Buch mit knapp 180 Seiten in denen viele uns bekannte Bücher vorkommen? Wollen wir buchige Geschichten in denen wir bücherliebenden Menschen begegnen? JA – dieses hier auf jeden Fall. Es ist bezaubernd geradlinig und doch nicht vorhersehbar oder inhaltlich plump und die Charaktere sind liebenswert schrullig und besonders.

„Bei Büchern war man vor Überraschungen niemals sicher.“ (Seite 163)

Recht schnell habe ich mich an Juliettes Seite wiedergefunden. Autorin Féret-Fleury schreibt in einer einfachen und doch recht poetischen, vor allem aber bildlichen Sprache. Wundervolle Zitate habe ich mir gekennzeichnet, leider habe ich es nur nicht körperlich bis in Solimans Haus geschafft, obwohl ich den Bücherduft schon in der Nase hatte. Ein feines Buch fürs Leserherz mit einer recht ungewöhnlichen Geschichte in der Buchliebhaber sich wiederfinden und aufs Ende gespannt sein können. Freut euch auf eine wundervolle Zeit und vielleicht ist der Roman „Das Mädchen, das in der Metro las“ (Dumont) ja genau dein persönliches Schicksalsbuch…

Ach…und nicht nur der Inhalt ist wirklich ergreifend schön, auch das Cover, welches durch und durch mit Christine Féret-Fleury´s Worten harmoniert.

P.S. Warum das Buch auf einem Monopoly-Spielbrett liegt? Die Frage wird euch zwischen den Seiten beantwortet.

Eure
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6 Comments on Das Mädchen, das in der Metro las ~ Christine Féret-Fleury

  1. Ich lese derzeit tatsächlich fast nur in der Bahn. Zu Hause hab ich abends ja meist die Häkelnadel in der Hand.
    Zur Zeit lese ich eines von François Lelord aus dessen Hector-Reihe. Bin damit aber auch schon fast durch.

    • Liebe Jana,
      ich kenne so viele, die immer nur unterwegs lesen – ich bin da ein wenig anders, grins.
      Oh cool – die Hector-Bücher habe ich mal begonnen bzw. eins, ABER irgendwie ist der Funkt nicht über gesprungen.

      Fröhliches Häkeln

  2. Hallo 🙂

    Danke für das Gewinnspiel.
    Das Buch steht auf meiner Wunschliste ganz oben.

    Zu deiner Frage:

    Da ich eher selten bis gar nicht mit der Bahn fahre, lese ich dort nicht. Aber ich würde es tun, wenn ich auf dieses Verkehrsmittel angewiesen wäre. Ist ein schöner Zeitvertreib. 🙂

    Liebe Grüße
    Caro

    • Liebe Caro,

      ich bin auch eher die, die kaum fährt und wenn guck ich dann auch noch aus dem Fenster…haha…dabei nehme ich mir immer so viel vor. Aber im Auto – da habe ich sogar schon mal dem Mann ein ganzes Buch vorgelesen.

      Hab einen schönen Abend – Bini

  3. Auf Instagram in der Story habe ich ausgelost – ich habe Lose gebastelt und der Mann hat die Losfee gespielt und folgende Gewinnerin gezogen: hasirasi2

    Herzlichen Glückwunsch und DANKE an alle fürs Mitmachen

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