Kampa Verlag & Verlagsvorschauen

Mindestens zweimal im Jahr kommen sie via Post oder via Email oder auf beiden Wegen – die Verlagsvorschauen. Fluch oder Segen? Habe ich nicht gerade erst in den Vorschauen gestöbert? Gibt es schon wieder die neuen? Ein gemischtes Gefühl macht sich in mir breit – Vorfreude auf die vielen neuen Bücher und gleichzeitig ein wenig Trauer, denn die derzeit aktuellen Bücher sind noch gar nicht alle gelesen und besprochen und was ist mit den vielen literarischen Schätzen aus den Jahren davor? Zudem fühlt es sich merkwürdig an, mitten im Sommer zu überlegen, welche Weihnachtsbücher dringend gelesen werden sollten. Trotzdem möchte ich nicht meckern, verrate aber dennoch, dass ich die Vorschauen meist eine zeit lang unangetastet auf einem Stapel in einer Ecke liegen lasse. Mails mit Verlagsvorschauen bleiben ungeöffnet, eine kleine Flucht vor der neuen Bücherflut.

Bücherflut

Ja, so halt ich das mit den Vorschauen. Bis zu genau dem Tag, an dem es mich rappelt und ich mich mit allen wundervoll gestalteten Programmen hinsetze, eine Tasse Kaffee trinke und gemütlich darin blättere. Ich knicke die Seiten ein – ja, hier dürfen Eselsohren sein, mache mir Notizen und erfreue mich an den Neuheiten. Im zweiten Schritt schreibe ich dann die Mails an die Verlage, in denen ich mich bedanke und die herausgesuchten Bücher anfordere. Spätestens am PC habe ich Frieden mit den neuen Programmen geschlossen und die erste Vorfreude keimt so richtig in mir auf. Außerdem beginnt dann auch das Blättern in den Emails – die Onlineprogramme werden gesichtet und ich kann es mir selten verkneifen, meinen jeweiligen Ansprechpartner nach der persönlichen Empfehlung und nach dem persönlichen Buchliebling zu fragen. Das es dabei die ein oder andere Überraschung gibt, liegt auf der Hand und da liegt dann auch der buchige Mehrwert. Für mich auf jeden Fall.

Zwei völlig unvorhersehbare Postsendungen sind der Auslöser für diesen kleinen Artikel. Die Botschaft vom Steidl Verlag print is not dead trifft so, dass ich hier näher schreibend darauf eingehen muss.

Verlagsvorschauen & Ansage von Steidl / Print is not dead

Kampa Verlag

Vorher schicke ich dich allerdings noch zur Homepage vom Kampa Verlag. Der Startschuss ist gefallen, es gibt einen neuen Verlag und du kannst schon jetzt in den Vorschauen blättern. Ich gratuliere an dieser Stelle Daniel Kampa und seinem Team zu dieser Neugründung. Daniel Kampa – ist das nicht der Hofmann und Campe Verleger? Richtig, bzw. falsch – war er, nun hat er den Kampa Verlag und es geht noch weiter.

Haben wir eigentlich schon…? Diese Frage stellt sich das neue Verlagsteam und berichtet stetig über die Entwicklung des Verlags. Ich finde das ja mega spannend und drücke alle Daumen. Das erste Buch darf ich auch schon in den Händen halten. Es trägt den Namen „Kinder des Zufalls“ und stammt von Astrid Rosenfeld. „Elsa ungeheuer(Diogenes) mochte ich schon sehr. Ich bin gespannt und freue mich natürlich, dass mir Juliane Noßack vom Verlag persönliche Grüße mit schickte.

Steidl-Verlag

Aber nun zum Steidl-Verlag. Was hat mich überrascht und über was denke ich nun schon länger nach. Ich bin eher weniger der Lesertyp: Steidl. Weißt du, wie ich das meine? Auf der Buchmesse zum Beispiel war der Verlagsstand eher unscheinbar, die Mitarbeiter ebenso und auch die Bücher. Zumindest für mich, denn ich bin auch nicht der Lesetyp: Günter Grass. Mich ziehen andere Verlage an, die nicht so angestaubt sind, sondern jung, frisch, dynamisch und ich mag bunte Cover. Was jetzt allerdings passiert ist, bringt mich ganz durcheinander.

Ich habe das neue Verlagsprogramm zugesendet bekommen und obendrauf als Leseexemplar den neuen Roman von Sebastian Barry „Tage ohne Ende“ und zudem das erste Steidl Magazin. Was habe ich gestaunt, denn alles völlig jung und dynamisch, so ganz ohne Staub. Im ersten Moment dachte ich noch – ach nö, schon wieder das neue lahme Programm – obwohl es das wohl hochwertigste in seiner Form im Vergleich mit anderen Verlagen ist – in Buchform. Wahnsinnig aufwendig und sicher teuer. Steidl schickt eine regelrechte Welle mit print is not dead – Botschaft und mit Vergnügen habe ich mir das Magazin angesehen und einiges gelernt. Steidl bleibt außergewöhnlich, aber völlig gut und geht besonders mit den Autoren um. Danke für diesen Einblick in den Verlag und die Druckarbeit an dieser Stelle, Herr Gerhard Steidl. Weiter so! Grüße nach Steidlville.

Den Kopf habe ich mir aber über das Leseexemplar zerbrochen. Ich habe mich gefreut, denn der Inhalt macht neugierig, ich werde den Roman lesen. Barrys Roman „Ein langer, langer Weg“ wurde schließlich hochgelobt und ich möchte nun auch Barry-Leserin sein. Steidl verkündet, dass es zukünftig immer gleich Leseexemplare mit der Vorschau geben wird. Andere Verlage haben diese Vorgehensweise gerade abgeschafft. Ein schwieriges Thema – hier muss sich Steidl probieren. Egal wie – ich freue mich und bin total gespannt wie Steidl weitermacht. Die Internetpräsenz ist neu und es sind für Herbst Aktionen geplant.

Du solltest dich unbedingt mal beim Steidl-Verlag umsehen, es lohnt sich. Falls du auch gern die Vorschau in Buchform und das erste Magazin hättest, melde dich im Kommentar – ich schick sie dir zu,

Eure
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