Kinder des Zufalls~ Astrid Rosenfeld

Endlich darf ich erzählen, was ich ganz ohne Zufall im Sand vergraben habe. Meine Meinung über Astrid Rosenfelds neuen RomanKinder des Zufalls“ aus dem neuen Verlag Kampa, über den ich bereits schrieb. Astrid Rosenfeld – ich musste an ihren Roman „Elsa ungeheuer“ denken, als ich ihren Namen las. „Adams Erbe“ habe ich leider immer noch nicht gelesen. Nun spielt aber der Zufall eine richtig große Rolle, wie auch in unserem eigenen Leben.

Maxwell treffen wir gleich zu Beginn in einer prekären Lage wieder. Er baumelt an einem Baum, gefesselt mit dem Gürtel, den er von Onkel Terry geschenkt bekommen hat. Es ist der 11. März 1977. Nur wenige Seiten später springen wir in den ersten Teil des Romans und treffen eben benannten Terry in Myrthel Spring, USA, wieder. Er hat die durchreisende Charlotte aus Deutschland kennengelernt und spielt mit dem Gedanken, sie ein Stück des Weges zu bringen. Doch wie soll er so ganz ohne Telefon seine Frau Carmen darüber informieren?

Collin hat keine Mutter mehr und wird täglich von seinem Vater aus Sicherheitsgründen, zusammen mit der verrückten Polin, in der Wohnung eingeschlossen. Als der Zeitpunkt günstig ist, befreit er sich in sein eigenes Leben und zieht in die Garage von Ozzy, bis er Charlotte verfällt. Charlotte kann nicht lange an einem Ort bleiben und ihr gemeinsames Abenteuer beginnt und Charlotte offenbart ihr wahres Ich.

Es ist der 11. März 1977 und Elisabeth befindet sich ebenfalls in einer prekären Lage. Ihre Eltern Annegret und Bernd sind froh, als sie ihr neugeborenes Mädchen unversehrt in den Armen halten können. Annegret stammt aus Deutschland, so wie Charlotte.

Zufall?

11. März 2013 – zum dritten Mal erleben wir diesen Tag, der in Astrid Rosenfelds Roman eine Rolle spielt. Zufall? Das darfst du selbst erlesen, denn mehr möchte ich schon gar nicht verraten, auch wenn ich vom Inhalt sowieso wenig preis gegeben habe.

Kinder des Zufalls~ Astrid Rosenfeld

Doch was hat mich begeistert? Die vielen Protagonisten? Die vielen Zufälle? Warum habe ich die 270 Seiten an einem Tag verschlungen?

Astrid Rosenfelds Schreibe ist so flüssig, dass ich den Roman einfach nicht weglegen konnte. Nein, es sind nicht zu viele Protagonisten und auch nicht zu viele Zufälle, denn der Roman verrät bereits im Titel, dass es um Kinder des Zufalls geht. Mich hat begeistert, dass jeder der Protagonisten einen Auftritt hatte, der in Erinnerung bleibt. Die Autorin lässt uns viele Leben kennenlernen, ohne zu verwirren. Wie in einem Labyrinth finden wir nach und nach den einen Mittelpunkt. Einige Aha-Effekte begleiten uns beim Lesen, genau wie großer Schmerz.

Astrid Rosenfeld nimmt uns gnadenlos einige Figuren, die uns ans Herz gewachsen sind. Sie schürte in mir stellenweise großen Hass, aber auch Freude und einige gute Gefühle. Sie schreibt genauso grausam wie liebevoll und ihr Roman hat gerade zu Beginn den Charakter eines Roadmovies. Und dann ist da noch die Geschichte über Myrthel Spring, einem Ort des Zufalls? Myrtle Springs ist eine Stadt in Texas. 😉

„Der Zufall hatte sie hierhergeführt. Für diejenigen, die sich nur vom Schlag ihres Herzens leiten lassen, ist der Zufall der einzige Wegweiser“ (Seite 28)

Am Ende versöhnt die Autorin uns ein wenig und setzt noch ein paar Verbindungen, die wir uns während des Lesens erhofft haben, aber schon gar nicht mehr im Sinn hatten. Sie versöhnt uns bzw. stopft ein paar Lücken wie die Löcher in einer geliebten Hose. Ich bin definitiv Fan vom Roman, da ich hervorragend unterhalten wurde, mich die Zufälle erfreuten und zudem geschichtliche Hintergründe im Gepäck hatten.

Als Gäste in den Leben der Hauptprotagonisten dürfen am Ende ein paar Fragen offen bleiben, ein paar Kreise nicht geschlossen werden, denn wir sind nur Gäste und wir können unsere Gedanken treiben lassen. Wir sind doch selbst Kinder des Zufalls, stimmts? Falls du reinlesen magst – Kampa Vorschau

Eure
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