Kategorie: Artikel / Buchvorstellung / Rezension

Maria Christina – Tagebuch einer Tochter

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Ihr seht richtig – ja, es ist rosa. Absolut rosa -rosa, rosa, also überallrosa. Rundherum, innnendrinn, bis auf die Schrift, die ist schwarz.

Es heißt ja, der erste Eindruck zählt und dann wiederum heißt es, auf die inneren Werte kommt es an. Der erste Eindruck war für mich: es ist rosa, eine Farbe, die ich nicht wirklich mag und nicht nur das Cover, sondern auch die Seiten. Die inneren Werte haben mich überzeugt und bestätigt, dass die es sind, auf diese wirklich ankommt. Buch und innere Werte, hier meine ich natürlich den Inhalt. Und da ich gerade über das Buchäußere spreche bzw. die Farbe rosa, muss ich sagen, im Nachhinein habe ich mich genau an diese ungewöhnliche Aufmachung gewöhnt. Die über 500 Seiten um Maria Christina ganz in Rosa statt üblichem Weiß bescheren ein völlig anderes Lesegefühl. Mal ist das Rosa blasser, mal intensiver, je nach Tageslicht und genau das machte es für mich entspannt, ein sanftes Augengefühl. Man kann es schwer beschreiben, einfach anders und abwechslungsreich.

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„Raum“ ist die Realität…

Raum ~ Emma Donoghue
Raum ~ Emma Donoghue

„Das Buch „Raum“ müsst ihr unbedingt lesen und auf eurem Literatwoblog besprechen. Ein tolles Buch, vor allem kam mir der Gedanke dass es passt, wenn Frau Raum „Raum“ bespricht.“

Das sagte Herr Kummer von der Buchhandlung „Treffpunkt Wagner“ zu Arndt. Eine tolle Idee, wir sind sofort neugierig geworden und als wir den Roman und vor allem den englischen Trailer dazu anschauten, waren wir mehr als gespannt. Ein Buch das sicher unter die Haut gehen wird, ein Buch in dem ein fünfjähriger Junge über sich erzählt, ein Buch das Gänsehaut erzeugen und vor allem sehr emotional sein wird. Wir begannen mit „Raum“ und trafen den kleinen Jack…

Jack ist in Raum. Jack ist heute fünf Jahre und Jack schläft mit Zudeck in Schrank. Jack ist auch in Raum geboren, ganze 12 Quadratmeter hat Jack seitdem zum Spielen, zum Leben und zum Aufwachsen. Jack schaut gern Fernsehen, denn dann sieht er die Figuren in den Trickfilmen und er sieht andere Menschen. Die sind zwar nicht echt, aber Jack gefällt es zwischen den verschiedenen Planeten hin und her zu schalten. Jack spielt gern mit seiner Ma fangen, verstecken und bastelt gern mit ihr, wenn sie nicht gerade Zahnschmerz hat und müde ist von den Scherztabletten. Jake mag seinen Jeep und die Fernsteuerung, die Eierschlange, er mag Spaghetti und ist der beste Eierbläser. Durch Oberlicht kann Jack hell und dunkel sehen, das kommt von draußen. Jack freut sich immer auf Sonntags, denn an diesem besonderen Tag gibt es ein Sonntagsgutti. Das bringt Old Nick, wenn er nachts zu Ma kommt, da liegt er aber schon in Schrank und schläft oder ist ganz leise. Jack mag Old Nick nicht, er hat Angst vor ihm. Früh ist Old Nick wieder weg und Jack wieder mit Ma ganz alleine. Jack liebt es drinnen in Raum zu sein, er mag nicht nach draußen. Ma erzählt Jack seit einigen Tagen von einem Draußen, wo sie gern hin möchte. Jack macht das was Ma sagt Angst, er möchte das nicht hören. Ma lügt, es gibt kein Draußen, ganz bestimmt nicht und er will auch nicht dahin.

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Fast genial – Benedict Wells

Fast genial ~ Benedict Wells
Fast genial ~ Benedict Wells

Fast genial…

Nein, falsch, das Buch ist auf keinen Fall fast genial. Es ist alles andere als nur fast genial, man kann es kaum mit Worten sagen. Genial trifft es, genial trifft es auf jeden Fall.

Ich habe immer noch kaum Atem. Vor allem die letzten Seiten haben mir immer mehr die Luft genommen. Als ob ich Entzugserscheinungen habe, zitterten mir die Hände, ich bekam einen Schweißausbruch nach dem anderen und mein Atem kaum aus jedem Rhythmus.

Ein Buch voller kaum zu beschreibender GENialität. Das Leben von Francis Dean, ist kein schönes Leben, dafür ein recht einfaches ruhiges. Bis seine Mutter wieder in die Psychiatrie muss und er derweil alleine im Trailer wohnt. Er muss sie besuchen, doch am liebsten möchte er es nicht, sie hat ihn schon so oft enttäuscht, seine Kraft ist am Ende. In der Klinik sieht er Anne-May, ein Mädchen was sich das Leben nehmen wollte und scheinbar auch keine großartige Vergangenheit hat. Er freundet sich mit ihr an und besucht sie von nun an täglich, dabei schaut er auch bei seiner Mutter vorbei. Ein Schreck durchfährt ihn, als er sie in ihrem Zimmer sieht, ohnmächtig, sie wollte sich das Leben nehmen

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Lebe lieber übersinnlich…Flames´n´ Roses…

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Flames´n´Roses mit rosa-pink gehaltenen Cover…eher nicht meine Lieblingsfarbe.

Flames´n´Roses was im Mädchenstyle daher kommt…eher nicht die Art Buch, zu der ich sofort greife.

Flames´n´Roses was erlesen werden möchte, so wirkt es auf mich.

Flames´n´Roses was mich hineinzieht, ein Buch was mein Herz fantastisch greift.

Lebe lieber übersinnlich – so steht es auf dem Buch und davon hielt mich nichts ab, ich war bereit.

Die ersten Seiten im Buch, gleich an der Seite der Protagonistin, beginnen mitten in der Handlung. Evie überwältigt gerade einen Vampir, denn sie kann Vampire erkennen, ihr Blick hinter die Cover macht es ihr möglich. Diese Gabe hat nur sie, darum ist sie auch beim IBKP.

Aber mal ganz langsam und von vorn.

Evie hat keine Familie, wuchs in einem Heim auf und wurde durch ihre Begabung vom IBKP aufgenommen. Sie hat die Begabung Vampire, Werwölfe und andere paranormale Wesen zu erkennen, sie kann durch ihr falsches Äußeres hindurch auf ihre echtes Wesen sehen und ist besonders nützlich für die Behörde. IBKP ist die internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler, in der die Chefin und Ersatzmutter Raquel ist. Die wohl menschliche 16-jährige, pink liebende und platinblonde Evelyn arbeitet und lebt in der Organisation, für die sie die Paranormalen markiert. Richtig wohl fühlt sie sich seit einiger Zeit nicht mehr, aber sie hat ein Zuhause. Raquel ist immer an ihrer Seite, außerdem arbeitet auch Lish, eine Meerjungfrau und ihre beste Freundin, mit ihr zusammen und auch sonst mag sie es, paranormale Wesen unschädlich zu machen.

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Auch im August gibt es mal einen bitterkalten Nachmittag

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Es ist Sommer, ganz richtig. Es ist auch kein Hochsommer der eine Abkühlung in literarischer Form braucht, dennoch kommt hier eine winterliche Rezension. Mal etwas anderes und außergewöhnliches mitten im Jahr. Aber warum nicht, dachte ich mir und somit gibt es für euch einen heißen Buchtipp für die hoffentlich noch nicht bald wieder beginnenden kalten Jahreslesetage. Das Team Literatwo hatte wundervolle Lesestunden mit Gerard Donovan seinem Debüt, welches allerdings erst nach seinem Erfolgsroman „Winter in Maine“ in Deutschland veröffentlich wurde.

Es war warm, Kerzen brannten, es duftete weihnachtlich, meine Stimmung war froh, besinnlich und ich war ruhig und habe diese Zeit genossen.

„Richte das Teleskop aus.“

Von Zeit zu Zeit begab ich mich aber in die Kälte.
Draußen war es kalt, es schneite, die Temperatur sanken weiter und ich zitterte. Dieses Gefühl war mir aber auch ohne den Schritt nach draußen gegeben, denn, während ich laß, verstärkt sich dieses immer mehr. Gerard Donovan ließ mich auf seine zwei Hauptprotagonisten treffen. Diese sind der Lehrer und der Bäcker. Handlungsort ist ein Feld, auf dem der Bäcker graben soll. Er soll graben, und zwar ein tiefes Loch. Während er dies tut, werden immer mehr Menschen herbeigeschafft. Herbeigeschafft auf das Feld, den Schauplatz, auf dem sich Lehrer und Bäcker gegenüber stehen. Stumm hören die Menschen dem Gespräch zu, was langsam zwischen den beiden, an diesem bitterkalten Nachmittag entfacht. Es ist Bürgerkrieg, es ist kalt, die Stimmung unerträglich eisig. Und es wird etwas passieren, die Handlung an einem Ort, an dem nicht ausschweifend gehandelt werden kann, wird sich ausdehnen.

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Rezensionsemail über „Neva“ von Sarah Grant

Wer zeigt schon gern seine privaten Emails in der Öffentlichkeit? Keiner oder fast keiner, sollte man denken. Hier aber eine Ausnahme! Es gibt eine Email von mir, die ich öffentlich hier für euch zum Lesen habe. Taucht ein in die Welt von „Neva“ und lasst euch mit dieser Email anstecken, den Roman von Sarah Grant zu lesen. Es lohnt sich und die Antwort von meiner Freundin war:

Jaaaa – ich werde es lesen, ich muss es nun unbedingt lesen 😉

„Fußball ist das Leben in den Straßen unserer Stadt…“

Wie bekannt ist, leuchtet hier ja immer wieder das schwarz-gelbe Herz und nun ist es soweit – wir sind 2. Liga…aber dieses Großereignis nur am Rand, denn im Mittelpunkt stehen hier die zwei Bücher von Mark Scheppert. In beiden Büchern geht es kurz um die dynamische Fußballmannschaft aus Dresden und im aktuellen Buch spielt der Fußball die absolute Hauptrolle. Fußballfans – ihr werdet es genießen und euch zwischen Mark Scheppert wieder finden.

Die Literatwostimme zu seinem neusten und seinem ersten Buch findet ihr hier – es lohnt sich lesend abzutauchen!

„Fußball ist das Leben in den Straßen unserer Stadt…“

Vielleicht wird aus den 90 min noch viel mehr, wir wissen es dann 2014 und gleich vorweg möchte ich euch sagen, schaut auf die letzte Seite vom Buch, denn wenn 2014 wahr wird, dann gibt es bereits einen Treffpunkt in Brasilien, wo gefeiert wird.

Einfach herrlich, wie auch Mark Scheppert in seinem zweiten Roman sein Leben beschreibt. Diesmal geht es um seine Reiseberichte gemischt mit Fußball. In einem Zeitraum von 20 Jahren zeigt er Veränderungen auf, die nicht nur in seinem Heimatland, Deutschland, stattfanden, sondern auch was sein Fußballherz in diesen Jahren gemacht hat. War es doch einst kalt und auf Egalstellung, was mit dem runden Leder passiert, wird es mit der Zeit wärmer bis ganz euphorisch.

Ob mit Freunden oder Freundin, Mark reist durch ganz Südamerika, findet wundervolle Orte und auch das Gegenteil besagter. Aber er hat jede Menge Spaß, gern würde man mit dabei sein und die Landschaft mit erkunden. Wie das bei Männern so ist, gibt es jede Menge Abenteuer, der Alkohol steht neben dem Fußball ganz vorn, aber auch die Frauen stehen nicht im Abseits, sondern eher im Mittelfeld oder im Sturm.

Er erzählt nicht nur von seinem Erlebten auf Reisen, sondern auch von seinen Gefühlen, von Frauen in seinem Leben und von der einfach genialen Jugendzeit ohne schwerwiegende Probleme und Spaß. Das Freiheitsgefühl und die Unbeschwertheit strömen durch die geschriebenen Worte des Autors

„Ein brasilianisches Sprichwort besagt, dass man eine Ehefrau wechseln kann, aber niemals den Verein seines Herzens.“

Ein absolutes Männerbuch, aber nicht nur, auch für Frauen mit fußballerischem Herz ein Muss. Mark Scheppert hat keinen Reiseführer geschrieben und auch kein Fußballbuch, wie er selbst sagt. Ich empfinde es anders. Für mich ist es ein persönlicher Reiseführer, ein Reiseführertagebuch, bei dem der Fußball eine immer größer werdende Rolle einnimmt spielt. Ich habe herzhaft gelacht, jede Seite ein männliches Abenteuer und bildlich ganz großes Kino. Wenn man selbst noch nicht in Südamerika war, war man es irgendwie doch. Fühlt die Wärme und die Kälte der verschiedenen Länder und sieht wundervolle Strände, Landschaften und lernt die Kulturen und die Charaktere der dort lebenden Menschen kennen und lieben. Eine Reise von A bis V. Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Guatemala, Kolumbien, Mexiko, Paraguay, Peru und Venezuela. All die Länder hat Mark Scheppert bereist, sie haben Spuren in ihm hinterlassen und wohl auch die Länder haben kleine Spuren von ihm.

„Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.“ Sagte einst Jürgen Klinsmann.

90 Minuten Südamerika sind ein nicht nur 90 minütiges Lesevergnügen. Erinnert man sich doch bei den im Buch mit Jahreszahlen überschriebenen Kapiteln, wo man damals selbst gerade war, wie man mitgefiebert hat und was es anschließend zu feiern gab oder auch nicht.

Der Fußball lebt, auch der dynamische in Dresden, der auch einen kleinen Platz im Buch findet. Ich bin schon voller Vorfreude, nicht nur auf 2014. Bis dahin werden noch viele Tore geschossen und die  eigene Fanmannschaft des Herzens wird noch so einige Höhen und Tiefen überstehen.

Ich bin gespannt, wie groß Mark Schepperts Fußballleidenschaft noch wird und ob es nach der EM 2012 vielleicht schon die nächsten Geschichten zu berichten gibt, denn der Ball wird weiter rollen.

Schon wieder ein DDR-Buch? Mauergewinner? Nun gut, kann man bei Gelegenheit, bei Mangel an guten Büchern mal beginnen.

STOP

Falsch gedacht, denn einmal reingeblättert und reingeblättert und reingeblättert, ist man auch schon mitten drin und lebt mit Mark Scheppert in seiner Kindheit, seiner Jugend und in seinem Erwachsenenleben. Er erzählt frei von der Leber weg, wie er die DDR damals wahrgenommen hat, schildert seine Eindrücke, erzählt über sein Umfeld und vor allem über sich selbst.

Dieses Buch ist kein Buch, was die DDR in den Himmel hebt, kein Buch, was die DDR schlecht macht, es ist kein Buch über die DDR, sondern über ein Leben in der DDR.

Hier steht keine Flucht in den Westen zur Debatte, sondern hier geht es um Sommerferien, um die Schulzeit, die Pionierzeit, die Zeit in der NVA, über das alltägliche Leben mit seinen Sonnen- und Schattenseiten in der DDR.
In einem Redeschwall so flüssig und schnell wie das Wasser, wenn es aus einem Eimer gekippt wird, wird über damalige Lebensschwerpunkte wie über den Jugendclub, die Disko, Fußball, Freundinnen, Diebstähle, Abenteuer und über die Familie erzählt.

Ein Wiedererkennen, wenn man damals in der DDR gelebt hat, aber auch ein Wiedererkennen von vielen bekannten Gewohnheiten und Begebenheiten aus Erzählungen von Eltern und Großeltern, findet man als Leser vor. Auch für neugierige Westdeutsche ein absolutes Muss, denn so war es und so sah damals das Leben auf der anderen Seite der Mauer aus.

„DDR gut, UDSSR sehr gut, BRD böse, USA sehr böse.“

Geschüttelt von Lachkrämpfen musst ich das Buch immer mal zur Seite legen, einfach herrlich, was Mark Scheppert erlebt hat, vieles kann ich einfach nur bestätigen, denn einiges ist einfach noch heute so und das ist gut so, weil es eben ist, wie es ist. Erlebnisse mit Freunden und vor allem die Rivalitäten im Fußball, zwischen den Bundesländern und vor allem die Dialekte und Späße untereinander.

Irgendwann ist dann die Mauer offen, Deutschland ein Ganzes und wir alle haben nicht nur mehr Land zum Reisen dazu gewonnen, sondern noch viel, viel mehr.

„Unsere Kerze, die wir zwei Tage zuvor an der Kirche angezündet hatten, war also hilfreich gewesen, und knapp einen Monat später wurden auch wir in unsere vermeintliche Freiheit entlassen.“

Über welches Lebensthema wird Mark Scheppert in seinem nächsten Buch schreiben? Ich hoffe er verrät es uns irgendwann, bis dahin bleiben wir gespannt. Danke Mark 😮

„Wir sehen uns“ – Jenseitsnovelle – Matthias Politycki

Jenseitsnovelle - Matthias Politycki
Jenseitsnovelle – Matthias Politycki

„Wir sehen uns.“

Dieser Satz klingt mir in den Ohren, wenn ich das Buch sehe. Außerdem spielt sich vor mir der Trailer zum Buch ab und ein ganz bestimmtes Bild habe ich in meinem Kopf, selbiges liegt ausgedruckt in meiner eigenen Jenseitsnovelle. Kennt ihr das Gemälde namens „Toteninsel“? Ein magisches Bild für uns…

Ich bin gerührt, emotional, labil, Tränen laufen entlang meiner Wange und dennoch ist und kommt alles anders. Aber was da kommt und was Matthias Politycki mit seinen Worten erzählt, geht tief ins Herz, beflügelt aber dennoch ungemein.

Die größte Angst ist es mit jemandem im Streit auseinander gegangen zu sein und denjenigen dann nie wieder zu sehen. Genauso schlimm ist es auch, wenn man sich jemandem nicht mehr erklären kann, nichts mehr richtig stellen kann, nichts mehr, einfach nichts mehr tun kann, denn derjenige ist tot. Einfach tot, kein zurück holen mehr möglich.

Hinrich Schepp und Doro, ein eingespieltes Paar über viele Lebensjahre, ein gleichmäßiger Rhythmus. Doch heute scheint alles anders zu sein. Es riecht anders, es fühlt sich anders an und Schepp merkt, Doro ist tot. Beim Korrigieren seines Manuskript gestorben, einfach gestorben. Schepp wollte immer zuerst sterben, am See auf Doro warten, um dann gemeinsam weiter zu gehen. Schepp will Doro halten, vertreibt die lästige Fliege und versucht noch Wärme in ihr zu spüren. Liest, was sie zuletzt geschrieben hat, zwischen seine Zeilen. Aber da ist noch mehr, sie hat sein Manuskript weiter geführt. Sie hat sein Leben, seine biographischstes Werk verändert, ergänzt und korrigiert, Dinge erfahren, die sie nie erfahren sollte und ihm Dinge erzählt, von denen er nicht einmal etwas im Traum erahnen konnte. Gemeinsam wollten sie gehen, nun ist Doro gegangen und sie muss verletzt gegangen sein. Die Einsamkeit macht sich breit und mit ihr die Fragen nach dem richtigen Handeln.

Und nun? Eine Rechtfertigung unmöglich.

Und da ist es das Gefühl des Buches, was beim Lesen und darüber schreiben oder sprechen aufkommt. Das Gefühl in mir drinnen, tief drinnen, Schmerz, Trauer, eine Mischung aus Kloß im Hals, aber eher in der Magengegend. Und dann kommt das kleine Stückchen Glück dazu und ein winziges Lächeln,  das breiter wird.

Liebesgeschichte und Albtraum vereint Matthias Politycki in der Novelle, seiner „Jenseitsnovelle“.

„Wir sehen uns.“

Ohnmachtsspiele – Georg Haderer

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Nach dem ersten Roman “Schäfers Qualen” , folgt mit „Ohnmachtsspiele“ nun der zweite Roman von Georg Haderer um den Major Schäfer.

Dieser hat nicht nur mit Morden und mehreren Leichen zu tun, sondern muss sich auch noch mit dem Ministerium ärgern. Auch persönlich geht es ihm nicht gut, er leidet unter Angstzuständen und Depressionen.
Schäfer setzt aber gern seinen eigenen Kopf durch und handelt lieber ohne andere. Als eine Leiche am Ufer gefunden wird, ist er zur Stelle und steigt wieder in seinen Beruf ein, obwohl er noch wegen psychischer Erschöpfung krankgeschrieben ist. Als eine weitere Frau ertrinkt, wird er sich seinem Gefühl immer sicherer. Es kann sich nicht um zwei Unfälle handeln, auch wenn dies dem Polizeipräsidenten am liebsten wäre. Schließlich wären dann die Fälle erledigt, man bräuchte keine weitere Ermittlungszeit verschwenden und auch kein weiteres Personal ordern, um die Morde aufzudecken. Sparen heißt das Motto, doch nicht mit Schäfer. Auch bei der nächsten Leiche, einem Junkie, wäre es am leichtesten, auf eine Überdosis zu schließen und die Akte für immer auf die Seite zu legen. Für Schäfer kann es sich nur um einen Serientäter handeln, der nach einem ganz bestimmten Muster mordet. Spielkarten lautet sein Schlüssel zum Lösen der Fälle. Auch wenn er noch so oft belächelt wird oder man ihm die Ermittlungen untersagen will, lässt sich Schäfer nicht davon abhalten. Er nimmt die Spur auf und koste es was es wolle.

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Magnolienschlaf

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EIN HAUS,
ZWEI FRAUEN,
ZWEI GEHEIMNISSE

Jelisaweta ist 23 und aus Smolensk nach Deutschland gekommen, um Wilhelmine zu pflegen. Doch was als ideales Arrangement beginnt, gerät bald zu einem grausam-weiblichen Kleinkrieg. So unerbittlich schieben sich die Vergangenheiten übereinander, dass plötzlich die Wahrheit sichtbar wird.

Schuld wartet nicht auf Kläger, Sühne braucht keinen Richter, und der Krieg ist nicht vorbei, nicht für die Greisin und nicht für das Mädchen.

Der Krieg hat gerade erst angefangen.

Dieses Buch in unserer Hand, diese Geschichte in unseren Gefühlen hat Literatwo lange beschäftigt. Kein Roman für den schnellen Konsum, keine Charakterzeichnungen die schnell vergehen. Alles bleibt. Alles wurde ausgetauscht und besprochen und vieles hat sich festgesetzt an Eindrücken und an Tiefe.

Magnolienschlaf gemeinsam zu besprechen war uns nicht möglich. Zu viele Eindrücke sind aufgrund unserer Perspektiven zu verarbeiten und niederzuschreiben. Wir legen Euch einfach unsere beiden Rezensionen auf Lovelybooks ans Herz und hoffen, dass Sie Euch einen Hinweis darauf geben, wie sehr wir dieses Buch von Eva Baronsky lieben!

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