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Kategorie: Literatwo-Buch-Woche

Strakanische Theseus Lesegefühle

Lesegefühle
Lesegefühle

Kolumne 02/2016: #Lesegefühle

„S“ ist gerade in aller Lesermunde. „S“? Ja, das Werk von J. J. Abrams und Doug Dorst. „S“? So lautet der Originaltitel.S. – Das Schiff des Theseus (Kiwi) so ist es bei uns bekannt und ebendieser Roman, nein, – dieses grandiose Werk, macht mich einfach sprachlos und ich stecken mittendrin. Sprachlosigkeit durch und durch – aber die Gefühle sind an, die Gefühlssprache ist vorhanden und will jetzt raus…

Ob ich das Werk jemals vollständig rezensieren werde, bleibt ungewiss. Ob ich je heil aus dem Werk wieder auftauchen werden, bleibt ungewiss. Ob ich mithilfe der zwei „Mitleser“ und Studenten Jen und Eric ans „Ziel“ kommen werde, bleibt ungewiss. Überhaupt ist die Ungewissheit meines Lesens genauso stark ausgeprägt, wie die Sprachlosigkeit und das ständige Erstaunen über dieses wahnsinnige Buch. Schon optisch bin ich mehr als beeindruckt. Ich staune über alle Beilagen zwischen den Seiten und bin von der Lebendigkeit geplättet, die mir beim Aufschlagen immer und immer wieder entgegen kommt und mich einhüllt.

Jedes Buch was wir lesen, erzeugt in uns Gefühle, ruft in uns Gefühle hervor und lässt uns irgendwie gefühlig werden. Gefühlloses Lesen ist undenkbar, ich kann es mir nicht vorstellen und ich glaube, es ist mir bisher auch noch nie passiert. Jeder Autor schafft es, uns anhand bestimmter Worte gefühlig zu machen. Auch wenn ich Stand heute noch nicht ganz 50 Seiten gelesen habe, bin ich durch und durch voller Gefühl und weiß, dass dieses Werk besonders ist und viele Spuren in mir hinterlassen wird.

Bücher rufen in mir immer den Austausch mit anderen Lesern hervor. Aber auch so habe ich oft das Bedürfnis, über das eben Gelesene zu sprechen. Natürlich nicht immer, aber es gibt in Büchern einige Textstellen, bei denen man nicht alleine sein will. In der Vergangenheit, aber auch in Gegenwart bin ich mir sicher, eine Herzensperson zu haben, bei der es nicht viele Worte braucht, um mich zu verstehen. So ist es und so wird es immer bleiben. Diese Herzensperson ist ebenfalls im gleichen Werk – auf dem Schiff – unterwegs und hat bereits zwei Artikel veröffentlicht, die viele Hintergründe zum Werk liefern. Schaut euch doch mal in Arndts Artikeln S – Das Schiff des Theseus und [Originalausgabe] “S” von J.J. Abrams und Doug Dorst um.

Gerade auf dem „Schiff des Theseus“ wächst das Verlangen, beim Lesen nebeneinander zu sitzen. Zwei Menschen, zwei Bücher, parallel lesend und immer wieder unterhaltend. Das Bedürfnis über die Worte von Jen und Eric zu lachen, zu grübeln, zu fühlen, einfach alles – ist immer da. Während ich den beiden Protagonisten lesend lausche, möchte ich nicht alleine sein. Lautes Vorlesen ist hilfreich, wie ich finde und das gemeinsame Bestaunen der vielen Beigaben im Werk ebenso. Dieses Buch fasziniert durch und durch – sagte ich das schon?

Während  ich lese, versuche ich immer alle Stifte und Füller weit von mir zu halten. Was habe ich mich schon dabei ertappt, selbst hineinschreiben zu wollen. Da zucken die Lesefinger, wenn Jen und Eric sich unterhalten. Ab und an möchte man so gern helfen, selbst Worte hinterlassen, mitraten und seine eigenen Gedanken auf die Seiten und zwischen die Kommentare schreiben. Ich muss mich echt bremsen, wie ich immer wieder feststelle.

Und dann dieses Kribbeln im Bauch – diese Vorfreude und diese Erleichterung – eine Mischung. Ich versetze mich gedanklich gern in die Lage der zwei. Ich könnte an manchen Tagen wohl kaum vor Spannung einschlafen. Wenn ich nur dran denke, was ich mich fragen würde…wie lange dauert es, bis er antwortet? Was wird er schreiben? Werden wir gemeinsam das Rätsel lösen? Wird das Buch da sein? …

Aber ich als Leserin bekomme den puren „Luxus“ – ich kann alles sofort lesen – den Roman und die Kommentare von Jen und Eric. Was für ein Glück!

Mein Respekt vor dem Werk ist gigantisch – das muss ich hier noch einmal erwähnen. Wann ist für so ein „aufwendiges“ Werk der richtige Lesezeitpunkt? Weihnachten – so meine Antwort oder in der Urlaubszeit, die von Ruhe und wenigen Unternehmungen geprägt ist. Weihnachten ist zwar vorbei, aber in eben diese Zeit passt es aus meiner Sicht perfekt. Wie beim Roman Die Karte meiner Träume von Reif Larsen bietet es sich auch hier an, in Ruhe zu lesen, sich eine richtige Lesezeit zu nehmen und den Austausch mit anderen Lesern zu suchen.

Und was ist mit den ganzen Beilagen im Werk? Können die rausfallen und was ist dann? Diese Fragen habe ich mir auch gestellt und ich bin sehr vorsichtig beim Lesen. Behutsam blättere ich die Seiten um und gebe acht darauf, dass mir keine Beilage herausfällt. Ich habe sogar schon mit dem Gedanken gespielt, diese mit der Seitenzahl zu versehen – mit Bleistift, versteht sich. Doch nein – ich möchte weiterhin ganz penibel darauf achten, mehr als vorsichtig zu sein und meinen Leseplatz wenig zu verändern. Wenn allerdings doch was passieren sollte, gibt es natürlich Hilfe, also nur keine Angst. Auf der Seite des Kiwi-Verlags findet ihr weitere Informationen zum Buch, über das Material und ihr bekommt neben dem Trailer auch eine Übersicht zu den Beilegern. Also keine Angst – lest los…

Meine innere Stimme sagt mir, dass ich das Werk doppelt brauche. Einmal gelesen und mit meinen Lesespuren anhand von leuchtenden Klebezetteln versehen und einmal komplett ungelesen und eingeschweißt.

Und nun? Lesegefühle an…

Eure

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Alles – nur keine Pläne!

Kolumne 01/2016: #allesnurkeinePläne

Ja – so möchte ich ins Jahr 2016 starten. Nicht völlig planlos, aber sagen wir mal, mit mehr Raum für spontane Ideen.

Seid ihr alle gut ins neue Jahr gekommen? Ich wünsche euch ganz viel Gutes und vor allem ganz viel Gesundheit und auch ein wenig Glück – logisch.

Aber mal zurück zum Planthema – was ich euch sagen will…

xxx
84 Charing Cross Road ~ Mein sanfter Zwilling

…ich habe im letzten Jahr sehr viele Pläne im Kopf gehabt und bin dadurch immer und immer wieder der Zeit hinterher gerannt. Dann kamen noch Dinge namens „dies und das“ dazu und schon haben sich die Pläne gestapelt und die Tage hätten mindestens 48 Stunden lang sein müssen, um alles zu realisieren. Mich hat das alles fast aus der Blogger-Lebensbahn geworfen und einige von euch kennen ein paar Details.

Deshalb – Ich mag weder einem Plan, noch der Zeit hinterher rennen, sondern ich möchte im Moment leben. Dies sage ich mir nun immer und immer wieder, wenn sich in meinem Kopf der große Planer aufschlagen mag. Ich kann nicht alles gleichzeitig, ich habe nur ein Leben und ich kann nicht alles machen und überall dabei sein. Und irgendwann kommt der Hammer und mich haut es richtig um und den versuche ich zu umgehen.

Leben im JETZT und nicht gedanklich schon 10 Leben weiter. Pläne und Zeit – wer ist das bitte? Kenn ich die Leute? Nö…also. 🙂

sss
Blätterrauschen ~ Der Nazi & der Friseur

Und doch soll es einen kleinen Plan Buchübersichtsflyer geben. Lesebienchen und ich wollen gern in bestimmten Büchern gemeinsam tauchen. Oft haben wir uns diese Schätze gemeinsam gekauft oder wir haben durch diverse Schenkungen feststellen können, dass wir gleiche ungelesene Bücher besitzen.

Was habe ich also am 31.12. gemacht? Ich bin an ihrer langen Regalwand auf und ab geschritten und habe geschaut, welche Bücher sich auch in meinem Regal tümmeln. Und siehe da, ich habe acht Romane gefunden, die wir schon lange zusammen lesen wollten. Diese acht Bücher könnt ihr hier sehen, lediglich die Ausgaben (Lesebienchen die Büchergildeliebhaberin) unterscheiden sich ein wenig. Aber das ist ja nicht schlimm, der Inhalt zählt.

Wann und mit welchem Buch wir starten? Was sind schon Zeiten – lach. Wir werden ganz bestimmt noch im Januar in ein Werk eintauchen. Lesebienchen hat Die Unvollendete (Droemer Knaur) von Kate Atkinson vorgeschlagen. Ich stimmte schon zu – mal sehen, wenn der Startschuss fällt.

yyy
Diese Dinge geschehen nicht einfach so ~ Die erstaunliche Wirkung von Glück

Acht Bücher in einem Jahr sind doch zu schaffen, oder? Klingt wenig und schaffbar, aber im großen Bücherkarussell passiert doch immer allerhand spontanes und unvorhersehbares. Da zieht ein Buch von rechts ein, dann kommt ein Buch von links und bettelt um Obdach und dann kommt auch noch der sogenannte Lustkauf dazu und es gibt diese ganz furchtbaren Hefte namens Verlagsvorschauen und diese schlimmen Massenveranstaltungen mit dem Titel „Buchmesse“. Alles Fallen die Lesepläne total durcheinander bringen könnten. Buchgefahr wohin das Leseauge reicht…

Damit aber nicht genug, denn die Lesefreunde und Buchpartner und ihr wisst schon – alle lieben Büchermenschen auf der großen Erde, also auch DU, können uns so schnell beeinflussen und zu anderen Büchern verführen.

Während ich diese Zeilen tippe, werde ich vor Schreck gleich ganz unsicher. Scheint diese kleine Aufgabe wirklich kompliziert zu sein? Was meint ihr?

Nur keine Angst vor Büchern – wir stürzen uns einfach zwischen die Seiten! No Risk, no Bookfun – oder wie? Loslesen…

xxx
Haus der Geister ~ Die Unvollendete

„Suna“ von Pia Ziefle – ups…da war doch was. Diesen Roman habe ich ganz vergessen. Es sind also neun Bücher – zumindest steht das Werk von Pia Ziefle auf der „Bald-Lesen-Liste“ recht weit oben. Schauen wir einfach mal, welche Seiten uns wann, wie und wo umhüllen werden.

Einige von euch wissen, dass ich mich sehr gerne über gelesene Bücher intensiv austauschen mag. Dies passiert ab und an verborgen, aber auch oft öffentlich, damit ihr teilhaben und mitreden könnt.

Wo? Wie immer bzw. immer öfter, am Lagerfeuer. Ihr konntet schon einige Gespräche am literatwoischen Lagerfeuer belauschen und euch selbst mir einbringen. Mein Bauchgefühl sagt mir schon heute, dass es noch das ein oder andere ganz besondere Lagerfeuergespräch geben wird. Magie liegt in der Luft…

Hier alle neun Bücher auf einen Blick mit Link auf die Verlagsseite, damit ihr einen tieferen Vorab-Einblick bekommt. Sobald wir die Werke gelesen haben, werde ich hier jeweils die Links zu unseren Lagerfeuergesprächen ergänzen.

Welche Werke habt ihr bereits gelesen? Habt ihr eine „Wunsch-Lese-Reihenfolge“? Wie denkt ihr über unser Vorhaben?

Eure zwei – Lesebienchen & Binea

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Der Weihnachtsaufsatz (1987)

Weihnachten
Weihnachten

…oder Fröhliche Weihnacht

Heute ist der 4. Advent und zur Krönung des Tages könnt ihr die Geschichte lesen, welche ich von Kerodis im letzten Jahr zu Weihnachten bekommen habe. Machts euch kuschelig und habt eine schöne Lesezeit!

Eure Bini

Kolumne 33: #Weihnachtsaufsatz

Am Rande einer kleinen Stadt, welche im Kern aus malerischen Fachwerkhäuslein besteht, die wiederum einzig von der Kirche am alten Markt überragt wurden, wohnt eine glückliche Familie.

Es ist der 24te Dezember, die dicken schweren Wolken hängen schon den ganzen Tag über der kleinen Stadt, um hin und wieder Schneeflocken sanft auf die Erde zu schicken, welche nun Strassen und Häuser mit einer weichen weißen Schicht bedecken.

Und hier nimmt unsere kleine Geschichte ihren Anfang. Kurz vor 15 Uhr bereitet Papa Harald die Kaffeemaschine auf ihren nachmittäglichen Einsatz vor, während Mama Kerstin sich zum Kinderzimmer begibt, um zu schauen, was Ihre beiden Kinder, Mike und Sara, gerade so treiben. Sie sollten theoretisch Mittagsschlaf halten, aber die Eltern wussten schon, daß bei Ihren Kindern Theorie und Praxis weit auseinanderliegen. So ist Kerstin weniger überrascht, als sie Sara und Mike nicht schlafend vorfindet. Beide waren doch zu aufgeregt an diesem sehr „wichtigen“ Tag, sodass sie vor Aufregung sogar vergaßen, noch heimlich zurück ins Bett zu schlüpfen, als sie das Knarren der Holzstufen hörten. Sara, die gerade mal 5 Jahre alt ist und ihr zwei Jahre älterer Bruder, blicken nur etwas erschrocken auf, als die Mutter „plötzlich“ in der Türe steht.

Sara klammert sich nun an ihr Lieblingskuscheltier (ein Teddy, der fast genau so groß war wie sie selbst) und sagt schüchtern: Wir sind grad erst aufgestanden, ganz doll ehrlich. Mike sagt gar nix und hält seinen Kipplaster noch immer in der Hand während er seine Mama erschrocken ansieht. Kerstin meint nur: „Ihr seid mir schon zwei Gauner. Es gibt gleich Kaffee und Kuchen. Eigentlich wolle ich euch wecken, aber das brauchen wir wohl nicht mehr, oder?“ Ein sanftes Lächeln untermalt ihren fürsorglichen Blick, während eine kleine Erinnerung an die Kindheit und weihnachtliche Aufregung in Ihr erwacht. Sie nimmt die kleine Sara auf den Arm, welche immer noch den viel zu großen Teddy umklammert, und sie gehen gemeinsam die Stufen hinab zum Wohnraum. „Tee oder Kakao?“ Ruft der Vater laut aus der Küche, als er seine Familie die Stufen hinabsteigen hört. KAKAO: ist die einstimmige und ebenso kraftvolle Antwort von Sara und Mike. Harald schaut lachend aus der Küchentür und sagte fröhlich: Steht alles schon auf dem Tisch im Wohnzimmer.

Während draussen ein lustiges Schneetreiben beginnt und die Dämmerung nun in vollem Umfang von der kleinen Stadt Besitz ergreift, sitzt unsere glückliche Familie am Esstisch im Wohnzimmer. Dieses wiederum ist kuschelig warm und wird nur von dem großen Tannenbaum in der hinteren Ecke und ein paar flackernden Kerzen erhellt, welche im ganzen Raum verteilt sind. Der Schwibbogen erleuchtet das Fenster ebenso wie der feuerrote Weihnachtsstern, den Harald noch vor zwei Tagen über der Terrassentür aufgehängt hat. Überall duftet es nach Kakao, Plätzchen, Räuchermännchen und stimmungsvolle Weihnachtslieder erfüllen leise den Raum. Sara, deren Lieblingsteddy nun einen „Ehrenplatz“ neben ihr erhalten hat, will natürlich endlich wissen, wann denn der Weihnachtsmann kommt.

„Maaaan bist Du doof, den gibt’s doch gar nich.“ Mike schaute seine Schwester an, die nur ein „selber doof“ hervorbrachte und traurig zu ihrem Papa sah. Harald mustert seinen Spross mit strenger Mine, während Kerstin sich zu Sara setzt, um sie zu trösten. „Junge, hör auf, Deine Schwester zu ärgern, sonst gibt’s nix dieses Jahr“ sagt Harald streng.

„Gibts wirklich keinen Weihnachtsmann?“ Sara schaut Ihre Mama traurig an. Kerstin schließt Ihre Tochter in die Arme holt tief Luft und sagt liebevoll: „Weißt Du mein Schatz, zuerst kommt dein Märchenfilm und danach der Weihnachtsmann.“ „Aber nur zu den Kindern die keinen Unsinn erzählen!“ ergänzt Harald etwas strenger während er der kleinen Sara zuzwinkert und mit seiner rechten Hand kräftig Mike´s Frisur verwuschelt. Sara kuschelt sich beruhigt an Mamas Brust, während sie den letzten Schluck Kakao aus Teddy´s Tasse trinkt. „Tut mir leid, wollt Dich nur n bisschen ärgern.“ sagt Mike und schaut seine Schwester mitleidig an. Harald schaltet den Fernseher an (gerade noch rechtzeitig). Die Nikolausfrau ist gerade mit der Ansage fertig und schon beginnt der Film. Mike lümmelt sich auf dem großen Sofa gegen die Armlehne, seine kleine Schwester lümmelt auf Mike und Teddy darf natürlich auch nicht fehlen. „Eine Stunde, zehn Minuten.“ flüstert Kerstin ihrem Mann ins Ohr, während sie das Geschirr in die Küche bringen: Sie stellen es neben der Spüle ab, umarmen und küssen sich. „Fröhliche Weihnacht“ sagt Harald, und Kerstin erwidert liebevoll „fröhliche Weihnacht.“

Viele Umarmungen, Küsschen und eine vollgeräumte Spülmaschine später, gibt Sie ihrem „Hasen“ einen Klapps auf den Po und sagt lächelnd: „Du hast noch 20 Minuten.“ Ja, in diesem Jahr wird Harald das erste Mal nicht dabei sein können, wenn der Weihnachtsmann die Kinder beschenkt. Ein katastrophales Ereignis vor drei Wochen ist wohl daran schuld.

Erwin, ein alter Schulfreund von Harald und auch alljährlicher Weihnachtsmann, war noch spät abends mit seinen Freunden und in einem „etwas“ angetrunkenen Zustand auf dem Heimweg. In jener Nacht entbrannte eine heftige Diskussion, ob der nahe gelegene Teich genug vereist war um Erwins Gewicht zu tragen. Sein üppiger Bauch, die allseits rote Nase und sein Singleleben waren gute Gründe, weshalb er bei vielen Familien am Heilig Abend im roten Kostüm, mit dem Sack voller Geschenke und einem weißen Rauschebart herzlich willkommen war. Bezahlt wurde er bei jeder Familie mit reichlich Plätzchen und einer Tasse Kakao, was wohl auch einer der Gründe für sein rundliches Erscheinungsbild waren. Nur seine Schwester fand es nicht so gut, da Ihre Kinder den Onkel Erwin am Weihnachtsabend immer erst sehr spät zu Gesicht bekamen. Aufgrund seiner fröhlichen heiteren Art, war er wohl bei Eltern und Kindern wohl bekannt und beliebt. Nun jedenfalls trug das Eis sein Gewicht tatsächlich und weil es grad so lustig war und betrunkene Männer schlimmer als die Kinder sein können, schlitterten zehn angeheiterte Erwachsene feucht-fröhlich über einen zugefrorenen See. (Was ihre Frauen, als sie dies erfuhren, nicht so lustig fanden.) Erwin der am besten und elegantesten schlitterte, dabei lauthals „leise rieselt der Schnee“ sang, machte plötzlich eine Ausfallbewegung nach hinten und landete unsanft auf dem Rücken.

Wie er so auf dem Eis lag, erhellte ein schallendes Gelächter seiner Freunde die Nacht. Später wurde ein gebrochenes Schlüsselbein am rechten Oberarm diagnostiziert, was das Tragen eines vollgepackten Leinensackes natürlich unmöglich machte und so bereiten sich nun etliche Väter auf Ihren Auftritt als Weihnachtsmann vor. Auch Harald, der in jener Nacht mit einem Schnupfen zu Hause blieb und immer wieder beteuerte: wenn ich dabei gewesen wäre…………….., befindet sich nun gerade auf dem Weg zum Keller, wo die Geschenke in einem großem Sack verstaut liegen. Es ist 17 Uhr und er hat noch eine viertel Stunde bis der Film endet. Wenn die Kinder nach Papa fragen, dann ist er eben gerade auf dem Klo. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, daß er länger als dreißig Minuten für seine „wichtigen Geschäfte“ benötigt. Wenn Kerstin oder seine Freunde ihn darauf ansprechen, antwortet er nur trocken: „was lange währt, wird gut“ oder „Gut Ding will Weile haben“.

Noch zehn Minuten und Harald sucht noch immer seinen zweiten Filzpantoffel. Diese braucht er um seine „guten“ Socken nicht im Keller einzuschmützen oder wie seine Frau liebevoll meint, um den Steinstaub nicht mit in den Wohnbereich zu schleppen. Harald flucht leise und beschließt die Treppe so runterzusteigen. Noch schnell Licht anmachen „klick“. Der Keller und die Treppe bleiben dunkel. Harald läuft der Schweiß von der Stirn. Muss den gerade jetzt alles schiefgehen? Er hört Sara im Wohnzimmer etwas sagen und beschließt, seinem Sohn nicht Recht zu geben. Für seine kleine Prinzessin wird der Weihnachtsmann in fünf, ach was in fünfhundert Jahren noch existieren. Er entsinnt sich (endlich) an ein Feuerzeug welches in seiner Tasche steckt und holt es heraus. „Klack“ die Flamme gibt einen matten flackernden Schein. Der Abspann des Films läuft bereits, nun ist die Zeit der Bescherung.

Schöne Bescherung, blöder Erwin, dummer Unfall denkt sich Harald. Da ertönt ein dumpfes Poltern von der Haustür. Falscher Zeitpunkt, denkt sich Harald und hört nur noch wie die Wohnzimmertür aufgerissen wird und seine Tochter mit den Worten „der Weihnachtsmann, der Weihnachtsmann“ den Flur entlanghuscht, während er sich an dem mittlerweile heißem Feuerzeug seinen Daumen verbrennt, es fallen läßt und alleine im Dunklem steht.

Die Haustür wird aufgerissen und ein schallendes „Ho Ho Ho“ ist in jedem Winkel des Hauses zu hören. Harald, der immer noch nicht begreift was da vor sich geht und im Dunkeln das verlorene Feuerzeug sucht, hört das vergnügte Quietschen seiner Tochter und ein erstauntes „Booooohhh“ von Mike. Kerstin sitzt lächelnd auf dem Sofa während ihr Sohn, völlig erstaunt in der Tür steht und die kleine Sara den gewaltigen Mann, mit seinem ebenso gewaltigem Rauschebart und dem tiefen schmetternden Lachen, durch die Tür ins Wohnzimmer führt. Sie zeigt ihm den Esstisch wo ein Teller mit Plätzchen, eine große, heisse und wohl duftende Tasse Kakao steht, die Kerstin auf das Drängen Ihrer Tochter noch unbedingt schnell zubereiten mußte. „Sind die für mich?“ fragt der bärtige Mann mit tiefer Stimme, während er sich an den Tisch setzt. Sara nickt ganz aufgeregt. Und so läßt es sich der Onkel Rauschebart erst mal munden.

Aufgeregt, aber doch „relativ“ ruhig sitzen Mike und Sara am Esstisch dem Mann gegenüber und schauen erwartungsvoll, wie dieser viel zu langsam die Plätzchen ist und den Kakao trinkt. „Bist Du der ECHTE Weihnachtsmann.“ fragt Sara, als Onkel Rauschebart gerade mit dem letzten Tropfen Kakao das letzte Plätzchen hinunterschluckt. Ein grollendes „mmh mmh“ bestägtigt nun endgültig Sara´s Verdacht. „Aber ich komme nur zu den Kindern die an mich glauben.“ fügt der Mann im roten Kostüm hinzu, während er leicht schmunzelnd zu Mike herüberblickt. „War ja nicht so gemeint.“ antwortet der Junge leise. „Hast Du uns denn auch etwas mitgebracht, lieber Weihnachtsmann?“ fragt Kerstin, die gerade eine kleine Lampe anknipst und leise Weihnachtsmusik einschaltet.

Sie ist absolut begeistert und zwinkert ihm lächelnd zu. Der große Mann erhebt sich laaaangsam, nimmt seinen Sack, welcher allerdings leer zu sein scheint und ziemlich schlaff von seiner Hand aus nach unten hängt. „Seid Ihr auch schön brav gewesen?“ fragt er leise grollend aber ebenso streng, während er die zwei „Gauner“ bedeutend und ernst mustert. Beide stehen vor dem großen Mann. Sara schaut an ihm hoch, mit Teddy im Arm und versucht Ihr verschmitztes Lächeln hinter dem Kopf des übergroßen Kuscheltiers zu verbergen. Mike hingegen steht eher gekrümmt neben seiner Schwester, hält den Kopf leicht nach unten geneigt, die Hände auf dem Rücken und bewegt etwas nervös seinen rechten Fuß hin und her.

„NAAA?“ Hakt nun Onkel Rauschebart streng nach: „Was ist???“ Sara schaut mit großen Augen und schüchtern zu Ihrer Mama, in der nun die Mutterinstinkte wieder erwachen.

„Naja, lieber Weihnachtsmann, die beiden bemühen sich, aber manchmal klappt es eben nicht so richtig. Aber im Großen und Ganzen waren sie doch ganz lieb in diesem Jahr.“ sagt Kerstin mit einem fröhlichem Lächeln. Beide Kinder nicken nun eifrig, als der Weihnachtsmann seinen prüfenden Blick auf sie richtet. „Na dann will ich mal nicht so sein.“ sagt er nun mit sanfter Stimme und setzt sich mit einem freundlichem Blick auf das Sofa. Wer möchte denn zuerst auf meinen Schoss, fragt er lachend. Mike dem nun sichtlich ein ganzes Gebirge vom Herzen herab purzelt antwortet etwas Kleinlaut: „Nimm die Sara zuerst, Sie hat sich schon den ganzen Tag auf Dich gefreut.“

„OOHHH, das ist aber nett von Dir Mike, das merk ich mir gleich fürs nächste Jahr mit vor.“ Onkel Rauschebart nickt dem Jungen bestätigend zu. Na dann komm mal her, junges Fräulein, dröhnte es aus ihm heraus. Sara klettert, natürlich mit Teddy im Arm, auf den Schoß des Weihnachtsmanns und kuschelt sich an seinen samtweichen Mantel, welcher nach Zimt, Nelken, Kakao und irgendwie süßlich duftet. „Na was wünschst Du Dir?“ fragt Onkel Rauschebart nun etwas leiser. „Das Du meinen Papa kennenlernst, aber der ist grad nich da.“ sagt Sie erwartungsvoll.

„Ihr wißt nicht, was mir gerade passiert ist, also erst find ich die Filzlatschen nich, dann ist der Lichtschalter im AAAAimer. Also nehm ich mein Feuerzeug und geh die Treppe runter. Als ich endlich unten bin, polterts an der Tür und ich verbrenn mir die Pfoten an dem verfl…maledeiten Feuerzeug. Entschuldigung, ääh guten Abend ich bin Harald, angenehm.“

Sara, Mike und Kerstin schauen zu dem Familienvater hinüber, der ganz ausser Atem in der Wohnzimmertür steht und völlig unbeeindruckt weitererzählt. „Dann, als ich nach gefühlten dreißig Minuten endlich das Gerät im Dunklen wiederfand gingen plötzlich die Deckenlampen im Keller an, als ob der Schalter nie defekt gewesen wäre. Ist das nicht erstaunlich?“

„Schhhhhh,“ Kerstin deutet ihrem Mann mit einer Kopfbewegung neben sich und legt dabei Ihren Finger auf den Mund. Harald versteht die Geste, schließt die Tür des Raumes und setzt sich neben seine Frau auf das Sofa, welches sich gegenüber des Mannes in Rot befindet, der immer noch Sara und Teddy auf dem Schoß hat und sich nun wieder seiner „Arbeit“ widmet. „Also Prinzessin, was wünscht Ihr Euch noch?“ Sara klettert ganz dicht an das Ohr des großen Mannes und flüstert etwas hinein. „Mmmhh mmm ahh mhm,“ Onkel Rauschebart nickt bedächtig, greift in seinen „leeren“ Sack und holt zwei Pakete heraus. „Das Kleine ist für Teddy und das Große ist für Dich.“ sagt er lachend. „Danke, lieber Weihnachtsmann.“ Sara umarmt den gewaltigen Mann, oder versucht es zumindest mit ihren noch zu kleinen Armen, während er ihr sanft auf den Rücken klopft. „Ist ja gut meine Kleine, ich habs doch gern getan.“ Es ist doch erstaunlich was so ein fünfjähriges Mädchen alles transportieren kann, wenn es wirklich drauf ankommt. Das können jetzt auch Sara´s Eltern feststellen.Und während Sie mit Teddy und den beiden Geschenken freudestrahlend in den Bereich zwischen eines der Sofas und der Schrankwand verschwindet, wo ja auch der Esstisch und daneben der Weihnachtsbaum steht, macht sich nun Mike, etwas schüchtern und doch erwartungsvoll auf den Weg zum Schoß des, wie ein riesiges Gebirge wirkenden, Mannes.

„Naaaa? Bist ja schon ein großer Junge, mmmmhhh??? Was darf ich Dir denn Gutes tun???“ Er schaut den Jungen freundlich an und zwinkert ihm kurz zu. Mike beschließt nun seinerseits auf die gleiche Art wie seine Schwester zu handeln und flüstert Onkel Rauschebart etwas ins Ohr. Wieder brummt der Mann in Rot vor sich hin während er langsam und bestätigend nickt. Dann holt er ein großes Geschenk aus dem Sack heraus und übergibt es Mike. Auch dieser bedankt sich höflich und verschwindet hinter dem Sofa. Danach hört man es kurz rascheln und die beiden Kinder, welche nun freudestrahlend und eifrig ihr neues Spielzeug bestaunen und ausprobieren, sind nun ausreichend abgelenkt. Der große Mann erhebt sich langsam vom Sofa schaut die Eltern prüfend und durchdringend an.

„Seid Ihr den auch schön brav gewesen?“ fragte er mit einem Lächeln. „Naja, also wir geben uns Mühe, aber es ist nicht immer ganz leicht.“ sagt Kerstin leise. „Und wenn ich vor drei Wochen mit an dem See……“ will Harald ergänzen, doch sie legt sanft Ihre Hand auf seinen Mund und schüttelt langsam und lächelnd den Kopf.

„Nun gut, auch für Euch habe ich etwas, etwas ganz Besonderes.“ Das letzte Wort flüstert Onkel Rauschebart, als ob niemand wissen dürfte, was es ist oder worum es überhaupt geht. Er holt aus seinem Sack ein Paket heraus, welches quaderförmig und in nachtblaues Papier eingewickelt ist. Silberne Sterne und ein Mond sind auf dem Papier verteilt, welche auf seltsame Weise zu leuchten scheinen. Ein Band oder eine Schleife war auch nicht zu sehen, zudem schien es aus einem Stück zu sein. Es hatte keine Falten, Kanten oder Absätze.Er überreicht das letzte Geschenk, verabschiedet sich, drückt noch mal alle ganz kräftig (ganz besonders die kleine Sara und Teddy) und kurze Zeit später stampft er schweren Schrittes und mit einem fröhlichen HoHoHo in die Nacht hinaus.

Der Wind hat sich inzwischen gelegt und lautlos fallen die dicken Schneeflocken vom nachtblauen Himmel hernieder, während sich eine friedliche Stille über der kleinen Stadt ausbreitet.

„Fröhliche Weihnacht“ sagt Kerstin zu ihrem Mann, den Sie liebevoll umarmt.

„Fröhliche Weihnacht“ antwortet Harald und drückt sie, Mike, Sara und natürlich auch Teddy ganz fest an sich

Euer Kerodis

Das Weihnachtsritual

…oder so wie immer.

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Heute erfreut euch Kerodis mit einer kleinen Geschichte zum 3. Advent. Macht es euch mit Keksen und einer Tasse Tee auf dem Sofa gemütlich und genießt den weihnachtlichen Sonntag.

Eure Bini.

Kolumne 32: #Weihnachtsritual

Jedes Jahr am dritten Advent treffen sich fünf gute Freunde zu ihrem ganz persönlichen Ritual. Die Familie wird daheim gelassen, damit sich die Freunde ganz der Aufgabe widmen können, wenigstens einmal im Jahr voll Panne zu sein, ohne das es die Familie, Freund oder Freundin mitbekommen.

Darin ist Steffen ziemlich groß und zeichnet sich durch eine fröhlich, lustige Art gegenüber seinen Freunden und einer nervig, anstrengenden Art seinen Kollegen gegenüber aus. Er ist im Moment Single.

Paul ist erheblich kleiner und ist auch für vielerlei Lustiges zu haben. Durch seine geringe Größe und das jugendliche Auftreten, wirkt er oft jünger als er tatsächlich ist. Er hat Frau und Tochter und muß natürlich um jede freie Minute kämpfen.

„Kahl“ hat seinen Spitznamen von einem Ereignis, welches schon lange zurückliegt. Ein Lehrling fragte nach dem Rat des sehr ruhigen, gemütlichen und nur schwer provozierbaren Karl. Dabei fragte er: „Duhu, Kaahaal. Kannste mir maaa helfn?“

Weil mittlerweile seine Kopfbehaarung nicht mehr vorhanden ist (um eine Halbglatze zu verbergen), passte der Name natürlich um so besser. „Kahl“ und Steffen sind beide breitschultrig, gleich groß und verstehen sich prima, weshalb man sie oft für Brüder hielt und hält. Kahl hat eine Frau und Sohn. Er ist der wohl besorgteste Papa, den man sich denken kann. So ruhig und gelassen er auch sein mag, für seinen Sohn ist jedes Klettergerüst und jede Wippe viel zu gefährlich. Zum Glück ist seine Frau da etwas ruhiger und wirkt ebenso auf ihn ein.

Torsten, der große, hagere und immerzu ernste Typ glänzt permanent durch seine Teilnahmslosigkeit. Irgendwie ist er in die Gruppe bei einer Party durch Zufall reingerutscht. Aufgrund seines düsteren Auftretens und seiner trockenen Art bringt er seine Freunde stets zum Lachen und treibt seine Freundinnen dauerhaft zur Weißglut. Das ist ein Grund warum er momentan Single ist. In dieser Gruppe nennen sie in einfach nur „der Coole“.

Zum Schluss ist da Danny, eine hübsche, junge schlanke Frau mit schwarzen dauergewelltem Haar. Sie trägt vorzugsweise Jeans, T-Shirt oder Hemden. Zudem verzichtet Sie komplett auf Make-up, weil das was für Tussis ist, wie Sie immer wieder sagt. Eine natürliche Schönheit benötigt keine Kriegsbemalung: sagte sie oft lächelnd. Ihr derzeitiger Freund ist zwar ganz nett, charmant und intelligent, allerdings verbringt er mehr Zeit auf Arbeit und im Fitnessstudio als mit Ihr. Sie fühlt sich bei Ihren Kumpelz am besten aufgehoben, weil Sie da nicht dauernd von irgendwelchen Typen angelabert wird.

Und so wartete Sie auch in diesem Jahr (so wie immer) unter dem großen Weihnachtsbaum auf dem Weihnachtsmarkt zusammen mit Paul und Torsten auf den Rest der Gruppe.

„Maaaan, wo bleiben die denn?“ fragte Paul entnervt. „Ich geh mir gleich n Glühwein holn.“ warf er hinterher.

Torsten der seit seiner letzten Beziehung ernsthaft versucht mehr Gefühle nach aussen zu transportieren, zuckte nur kurz und kaum merklich mit den Schultern. Danny sah Paul an und sagte fröhlich: „Keine Bange, die tauchen bestimmt noch auf. Spätesten morgen früh sind sie da“ ergänzte Sie lachend. In diesem Augenblick bildete sich eine Gasse in der Menschenmenge vor dem Baum und man konnte deutlich an den EEH und MAAAAAN-Rufen erkennen, daß dies nicht ganz freiwillig geschah. Nun hörten Danny, Paul und Torsten eine Stimme heraus, die sie gut kannten. Mit „Bahn frei, Kartoffelbrei“ und „Lasst uns durch, wir sind Arzt“ bahnte sich Steffen drängelnd einen Weg durch die Menge, dicht gefolgt von Kahl, welcher wiederum seinen Kumpel von hinten den nötigen Schub gab.

„Eh Ihr Penner habt Ihr mal auf die Uhr geguckt, wisst Ihr überhaupt wie spät das ist? Mann, jedes Jahr dieselbe Scheiße, Alter eh.“ wetterte Paul.

„SelbeScheißeAlterEH?“ wiederholte Kahl grinsend. Und Steffen fragte trocken: „meins De seine Uhr oder meine. Ich hab meine vergessen und Karl`s Uhr ist stehn geblieben. außerdem ist bei der Bahn ein Reifen geplatzt. Wir mußten mit wechseln helfen und die Luft aufpumpen. Ich versteh nur nich, warum Du so sauer bist, wir sind doch pünktlich ne halbe Stunde zu spät, so wie immer.“ Paul setzte ein überbetontes Lächeln auf, welches deutlich zeigte, daß er „not amused“ war. „Meine Danny“, Kahl stand mit weit geöffneten Armen vor ihr und strahlte wie ein Honigkuchenpferd. „Öööh, MEINE Danny“, Steffen riß seinen Kumpel freundschaftlich herum und nun begann (wieder einmal) eine heftige Diskussion, um wessen Danny es sich diesmal handelt.

„Du hast fremd gefickt und bereits n Sohn.“ argumentierte Steffen so laut das alle Menschen in der Umgebung mithören konnten. „Na, und Du hast doch auch fremd gefickt.“ entgegnete Karl ebenso lautstark. „Jetzt geht DAS schon wieder los.“ Paul schüttelte nur den Kopf während er diese Worte (so wie jedes Jahr) deprimiert aussprach und sich setzte. „Na und? Bei mir ist das schon mindestens fünf Jahre her, Du treibst es ja immer noch mit Deiner Alten.“ brachte Steffen nun seinerseits ein weiteres „gutes“ Argument hervor.

Danny lächelte verschämt, während sie den Kopf senkte und die Hand halbherzig vor die Augen hielt und Paul schüttelte entnervt den Kopf. „Ihr seid voll Panne.“ Torstens sehr tiefe, betonungslose Stimme war deutlich zu hören. „Heeee Kalle unser Kleiner kann sprechen. Sag mal P A P A. Steffen lachte und umarmte Torsten der diese überschwengliche Begrüßung mit seiner beeindruckenden Regungslosigkeit würdigte. Danach noch ein Handgruß, mit Paul, der nach etwaigen Handschlägen, Griffen und gestikulösen Verrenkungen in einer Umarmung mündete. Kahl seinerseits hatte nun Danny bereits in eine Begrüßung verwickelt, bei der Ihre Beine in der Luft hingen und durch wilde Drehungen von ihm, hin und her geschleudert wurden. Von Ihr war nur noch ein frohes Lachen und Kreischen zu hören, während Sie weiterhin durch die Luft wirbelte.

„Nu is mal wieder gudd.“ Steffen hatte sich hinter Karl aufgebaut. „Laß mich och ma an die kleene Zerlatschte und wisch Dir den Sabber aus m Gesicht.“

Karl setzte Danny vorsichtig ab, fuhr sich mit einem großen Stofftaschentuch auffällig übers Gesicht und machte dabei Geräusche, die man sonst wohl nur von lüsternen alten Männern oder aus dem Tierreich kennt.

Steffen drückte Danny etwas gefühlvoller und hauchte Ihr zärtlich „MMH Du duftest heut wieder wie ein ganzes Blumenbeet“ ins Ohr und flüsterte noch etwas von einer aufgehenden Sonne. Sie spürte, daß Sie leicht errötete und knuffte Ihn zärtlich in die Seite. „Du alter Charmeur“ warf sie leise hinterher und lächelte verlegen.

„So, habt ihrs dann endlich.“ meinte Paul. „Ich hab Durst, Alter und kalt ist mir auch. Weil ihr beide zu spät hier wart, könnt Ihr auch gleich die ersten beiden Runden geben.“ Kahl und Steffen wagten keine Widerworte. Zwar ist Paul anderthalb Köpfe kleiner als die beiden, dennoch folgten sie seiner Aufforderung umgehend. Es lag wohl daran, daß sie sich wirklich etwas schuldig fühlten und keine Lust auf lange Diskussionen hatten. Fünf Minuten später standen sie an einem Tisch mit fünf heißen wohlriechenden Getränken. Paul schlürfte nun sehr zufrieden seinen Glühwein, obwohl Steffen ihm erst einen Kinderpunsch kredenzen wollte, was Paul natürlich nicht sehr witzig fand. Nach dem Ersten folgte ein Zweiter und jeder erzählte was er seit dem letzten Treffen so erlebt hat. Sichtlich gestärkt und aufgewärmt verließen sie ihren Stehtisch um sich nach einem Stand für „Kurzware“ umzuschauen.

Es dauerte auch nicht lange, bis sie fündig wurden. Steffen suchte eine Mütze und Danny brauchte noch ein paar dünne Handschuhe. Also standen sie vor dem Tresen und fingen beide an vorsichtig zu suchen. „Na was brauchen wir den?“ fragte die ältere, rundlich aussehende Verkäuferin freundlich. „Ein paar dünne Handschuhe, aber bischen warm sollten sie auch sein.“ antwortete Danny rasch. „Wir finden schon was. Sagen Sie mir einfach wie viel Sie ausgeben möchten und ich suche etwas heraus.“ sagte die Alte überbetont ruhig. „Am besten wenig bis gar nix.“ rief Paul von hinten hämisch.

Es doch immer wieder beeindruckend, wie wandlungsfähig ein Mensch sein kann. Einem Chamäleon gleich veränderte sich die Gesichtsfarbe der Verkäuferin von einem blas-weiß zu einem dunklen Rot, welches durchaus mit einer im Meer versinkenden Abendsonne hätte konkurrieren können. „Wenn ich Dich in die Finger kriege, Du Rotzlöffel.“ rief Sie zurück, während Sie einen Besenstiel bedrohlich und handverzierend über Ihrem Kopf schwang. Torsten, der nun neben der verärgerten Frau stand presste ein unbetontes, tiefes „Naa naa, gute Frau, wer wird denn gleich.“ hervor. Es viel ihm sichtlich schwer, da eins seiner Grundprinzipien lautete: Halte Dich aus allen Konflikten heraus, die nichts mit Dir zu tun haben.Indes besann sich die Verkäuferin eines besseren und sagte trotzig „Haut bloß ab.“

„Wenn ich mal ne Frau hab, die Streß macht, dann muß ich unbedingt Torsten anrufen. Der kriegt sogar nen wütenden Säbelzahntiger ruhig gestellt.“ Flüsterte Steffen, Karl ins Ohr. Karl grinste und sagte laut: „Richtig, WENN Du mal eine Frau hast.“

Sie gingen weiter und kamen zu einem anderen Stand für Schals, Mützen und Ähnlichem. „Benehmt Euch diesmal anständig, sonst muß ich Eure Mutti´s anrufen“ sagte Danny lächelnd. „Jaaa, Tante Danny“ war die einstimmige und ningeliche Antwort von Paul, Steffen und Karl. Es war diesmal ein junger Verkäufer, der natürlich sofort auf Danny ansprang und Sie in ein ausschweifendes Gespräch einwickelte. Danny brauchte nur wenige Minuten um ein paar schicke Handschuhe zu finden, der Verkäufer hingegen brauchte da schon länger, um etwas über Danny herauszufinden und redete nun auf Sie ein.

„Ich nehme diese Mütze“ fiel Steffen dem Verkäufer ins Wort, der irgendwas von schönen Augen erzählte. „Na süße Maus, hast de auch was erhascht?“ fragte Steffen, während er seinen Arm um Danny legte. „Na klar Hase, diese superdollen Handpantoffeln“ antwortete Sie, während Sie sich lächelnd an Steffen schmiegte. Der Verkäufer war nun weniger begeistert, was man ihm auch ansah, während er das Geld entgegen nahm und wechselte. „Danke“ flüsterte Danny, als Sie ein Stück vom Stand weg waren. „Der hat mir echt nen ganzen Glockenturm ans Knie gelabert.“ „Zumindest mit den Augen lag er nicht ganz verkehrt“ sagte Steffen schmunzelnd. Und während die Gruppe so weiterschlenderte und auswertete wie und ob man eine hübsche Frau anbaggert oder eben nicht, kamen sie zu einem Automaten.

Paul der dieses „Ungetüm“ als Erster erspähte rief laut: „Eeh Leute, wie geil ist das denn?“ „Keine Ahnung, wie geil issn das?“ fragte Torsten gleichmütig. „Ja , und vor allem, WAS ist das eigentlich?“ hakte nun wiederum Karl nach. Im oberen Drittel befand sich ein Display und schon nach kurzer Zeit entschieden die fünf, daß es sich um einen frei stehenden Fotoautomaten handeln müsse. Danny, Steffen und Paul lobten das Design und die Funktionalität des Geräts. Karl senkte inzwischen die Kamera per Tastendruck ganz nach unten, um sie, wie er meinte, auf Pauls Größe einzustellen. Alle fünf standen nun vor dem Automaten und auf dem Display waren nur noch die Beine zu sehen. Selbst bei Paul war gerade noch die Gürtellinie auf dem Bild als der Automat auslöste. Alle Fünf stellten sich nun vor den Touchscreen und mußten sich für das „Schönste“ der acht Fotos entscheiden. Bei einigen kämen Dannys Beine gut zur Geltung meinte Karl. Doch Steffen widersprach, man müsse auch auf Paul Rücksicht nehmen. Schließlich ist ja von ihm am meisten zu sehen. „Lieber klein und wendig, als dick und doof“ erwiderte Paul schlagfertig. Torsten fügte abschließend hinzu: “mach Dir nix drauss, Steffen, am Ende sind die Dummen immer die Blöden.“

Kahl und Danny hatten nun ein Bild erwählt und ein neues Fenster öffnete sich auf dem Bildschirm. Wiederum gab es acht verschiedene Möglichkeiten: Beine in der Mitte, vier Weihnachtsmarktfotos drumrum oder nur die Beine mit einer dünnen Fotoumrandung in Rot oder Silber und so weiter. Karl und Danny wählten von jeder Variante zwei bis drei Stück bis eine weibliche Stimme aus dem Automaten sie freundlich darauf hinwies, daß keine weiteren Bilder möglich seien. Indes stand im Display etwas von „Für weitere Bilder die + Taste betätigen“. Es half nix, das Maximum war erreicht. Die Zahlungsaufforderung zeigte 20 Bilder und 43 Euro an. Bei einem Automaten, der nur 50 Cent- , 1 und 2 Euromünzen annahm, sorgte allein diese Tatsache schon für jede Menge Erheiterung. Hinzu kam natürlich noch die Automatenstimme welche behaarlich darauf hinwies, daß die maximale Anzahl an Bildern bereits erreicht sei.

Sie gingen nun doch weiter und nach ein paar Metern drehte sich Paul um und machte die Gruppe abermals auf den Automaten aufmerksam, vor dem nun ein Familienvater stand, welcher angestrengt versuchte die vorangegangenen Einstellungen rückgängig zu machen. Keiner unserer fünf Freunde hatte eine „Remove“-, „Delete“- oder „Zurück“ -Taste entdecken können und so ließen sie die Einstellungen, wie sie waren: 20 Bilder für „nur“ 43 Euro. Ein zweiter Mann aus der Familie vor dem Automaten versuchte nun ebenfalls sein Glück. Doch so wie es schien, musste wenigstens ein Foto bezahlt werden, bevor diese Familie ein Andenken an IHREN Ausflug knipsen lassen konnte. Die beiden Herren bezahlten die 3,50 Euro für ein Bild und erhielten ein wundervolles, rot umrahmtes Foto von fünf paar (mehr oder weniger) schönen Beinen.

Inzwischen war es spät geworden, unsere Freunde waren zu einem der Glühweinstände zurückgekehrt, erzählten einiges von Kindern, Familie und Freunden, als die Verkäufer langsam begannen ihre Stände zu schließen. Es wurde ruhiger auf dem kleinen Marktplatz. Viele Besucher gingen (teilweise stark schwankend) gemütlich heim. Auch unsere Fünf machten sich auf den Weg, um die nächste Bahn zu erwischen. Sie standen nun an der Haltestelle und verabschiedeten sich nacheinander, den jeder mußte in eine andere Richtung.

Wenn Paule oder Karl von Ihren Frauen einmal gefragt wurden:

„Na? wie wars denn diesmal?“

Dann antworteten sie nur: „Ach weißt Du, eigentlich so wie immer, aber schön……“

Euer Kerodis

DHass Pamphlet

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Kolumne 31: #DHassPamphlet

Wichtiger Hinweis: Dieses Schreiben ist völlig fiktiv. Ähnlichkeiten mit Personen, Orten oder Begebenheiten sind rein zufällig und nicht vorsätzlich vom Autor gewollt. Viel Spaß beim Lesen und danke an Literatwo.

Euer Kerodis

DHass Pamphlet

…aber letztendlich lies Stefan sich doch von seinen „Freunden“ überzeugen.

Da er selten etwas trank, bedurfte es nur weniger „Bierchen“, um ihn zu überreden mit zu gehen. Eigentlich sollte es nur ein gemütlicher Geburtstag in kleiner Runde werden, doch Renê machte daraus lieber eine politische Veranstaltung und fand mit seinen Äußerungen begeisterten Anklang.

Nur ein Widerspruch von Stefan reichte aus, um alle gegen sich aufzubringen, und so redeten sie nun auf ihn ein. Renê hob die Hand, während er die kleine Gesellschaft zur Ruhe aufforderte, bestimmt aber ruhig. „Komm doch einfach mal mit.“, sagte er dann mit einem Lächeln, denn schließlich kannst Du nicht verurteilen, was Du nicht kennst, oder?

Aber ist es nicht genau das, was ihr die ganze Zeit macht? Menschen verurteilen, die ihr nicht kennt?,war Stefans Gegenfrage, worauf wieder eine laute Diskussion entbrannte, aber letztendlich….

Nun stand er mit seinem Kumpel Renê und noch zwei anderen Freunden, Gerd und Volker auf dem mit Menschen überfüllten Platz und lauschte den Gesprächen, der um ihn herumstehenden Leute mit einem flauen Gefühl in der Magengrube.

Sicher war auch er überzeugter Nationalist, allerdings mochte er weder Menschenmassen noch Fanatiker und von beiden schien es hier reichlich zu geben. Stefans Gedanken entfernten sich von dem Platz, weit weg, an einen Ort, an dem es warm war, wo Kerzen die Stube erhellten, der Duft von Plätzchen und frisch gebrüten Kaffee durch sein Heim zog. Schließlich ist doch bald das Fest der Liebe. Doch davon ist hier nicht viel zu merken.

Volker riss ihn aus seinen Gedanken, in zehn Minuten ist es 17 Uhr, dann gehts los, sagte er begeistert. Stefan sah sich wieder um. Hier waren wirklich alle Altersklassen vertreten, von siebzehn bis siebzig tummelten sich die Menschen auf dem historischen Platz. Ein Jugendlicher zog seine Jacke aus, auf dem Rücken seines Pullovers stand gut erkennbar geschrieben: Todesstrafe für Kinderschänder.

Ist es denn Recht, wenn man Unrecht mit Unrecht bekämpft?

Diese Frage rumorte in Stefans Kopf, als ihn abermals eine Stimme aus seinen Gedanken riss. Diese kam jetzt aus den großen Boxen, wohl von dem Mann, der sich auf der Bühne, hinter dem Mikro positioniert hatte. Einige Warnhinweise und Verhaltensregeln wurden bekannt gegeben.

Zum Beispiel, dass kein Alkohol und oder Glasflaschen mitzuführen seien, oder dass diese Veranstaltung eine friedliche Demonstration ist und sich alle Beteiligten dementsprechend zu verhalten haben. Stefan erblickte in jenem Moment ein Plakat, auf dem ein bekannter Politiker und sogenannter „Gutmensch“ an einem Galgen vor sich hinbaumelt. Ein ironisches Lächeln durchzuckte kurz seine Gesichtsmuskeln, jedoch nahm er sich gleich wieder zusammen und verfolgte nun aufmerksam die nächste Rede.

Eine Frau wurde auf die Bühne gebeten und sogleich von dem ersten Redner vorgestellt. Sie kommt aus einem Land, in dem vor zwei Tagen mehrere Sprengsätze gezündet wurden. Es gab viele, zum Teil, schwer Verletzte und mehrere Tode. Die mutmaßlichen Täter seien wohl Mitglieder einer islamistisch-fanatischen Terrorzelle. So hatte Stefan den Bericht in den Medien, an jenem Tag, in Erinnerung.

Die Frau berichtete ausführlich über die Ereignisse in Ihrem Land und alle Versammelten hielten eine Gedenkminute, für die Opfer jener Anschläge, ab.

Es war schrecklich, und ebenso fühlte sich Stefan. Wut flammte kurz in ihm auf, als die Frau genauere Details von jenem Tag berichtete. Doch am Ende besann er sich wieder. Wie viele Menschen mit Migrationshintergrund kamen wohl in seinem Land durch Anschläge ums Leben?

Er grübelte weiter: und waren denn wirklich alle Opfer des Terroranschlags, Mitglieder der so genannten „westlichen Zivilisation“? Sicher wird wohl die Mehrheit, der Geschädigten, schon länger als drei oder vier Generationen in diesem Land gelebt haben, aber es gibt bestimmt auch verletzte und/oder getötete „Ausländer“ bei diesem Anschlag. Doch das interessiert hier niemanden. Alle klatschen begeistert und jubeln, als der Mann und die Rednerin, gemeinsam eine Verschärfung der Asylpolitik auf diesem Kontinent fordern. Schließlich geht jene Frau wieder von der Bühne, während der Applaus langsam abebbt und der unscheinbare Mann, vom Anfang, nun ebenfalls eine kurze Rede hält.

Er spricht von Überfremdung, davon dass unsere Frauen, Schwestern, Mütter und Töchter zukünftig nur noch mit Kopftuch auf die Strasse gehen dürfen, daß ihre Rechte, ihre Freiheit in Gefahr sei. Außerdem müssten sie mit Übergriffen rechnen, wenn sie allein und ohne Kopftuch abends durch die Strassen laufen.

Auch in Stefan breitete sich nun das Gefühl der Angst aus. Er dachte an seine Freundin, die er nachher noch in der Stadt treffen wollte. Sie muss auch ein ganzes Stück bis zur Haltestelle laufen, um dann mit dem Bus in die Stadt zu fahren.

Was wäre wenn….. Stefan wagte nicht diesen Gedanken zu Ende zu führen.

Schließlich musste er sich an eine Begebenheit erinnern, die wohl schon eine Ewigkeit her zu sein schien. Sie waren zu zweit und gut angetrunken in der Stadt unterwegs, als sein Freund ihn in eine kleine Kneipe einlud. Nach einer herzlichen Begrüßung outeten sich der Barbesitzer und seine beiden Angestellten als Muslime. Sie unterhielten sich und Stefan hatte viele Fragen zum Thema Frauenrechte, Alkohol und allgemeinen Verhaltensregeln, welche im Koran niedergeschrieben sind.

Es ist alles Auslegungssache, ähnlich wie bei den Christen die Bibel so ist auch der Koran ein Buch, das sehr viele Interpretationen zuläßt, sagte der Barbesitzer freundlich, während er an seinem null dreiunddreißiger Bierglas nippte. Sie unterhielten sich noch die halbe Nacht und Stefan musste einsehen, dass auch noch andere ,tolerante und liberale, Moslems existierten.

Der starke Beifall holte ihn in die Realität zurück, in eine beängstigende Realität. Renê, Volker und Gerd redeten nun aufgeregt durcheinander. Volker wußte von einem Vorfall zu berichten, bei dem ein Supermarkt am hellichten Tage von fünf „Kuruzzen“, wie er meinte, überfallen wurde.

Das hatte er in der heutigen Tagesausgabe gelesen. In der „Lügenpresse“? fragte Stefan etwas spöttisch nach. Volker ballte die Fäuste, besann sich aber gleich wieder seiner rhetorischen Fähigkeiten und erwiderte: So ausländerfeindlich wie die Medien heutzutage sind, glaub ich nicht, dass dieser Artikel erlogen ist. Wahrscheinlich gab es noch Verletzte und der Redakteur kriegt sicher auch noch sein Fett weg, weil er diesen Artikel überhaupt zugelassen oder verfasst hat.

„Ja“ – drängt sich jetzt eine älter Dame dazwischen, mich hat heut auch so ein Scheiß Ausländer im Supermarkt angepöbelt. Die sind ja alle kriminell, die müsste man erst mal in Lager stecken. So lange, bis man ihre wahre Identität und Vergangenheit ermittelt hat und sie erst dann….. Stefan unterbrach freundlich, aber bestimmt die Dame: Ich hätte da nur mal zwei Fragen.

Erstens, wenn sie kein Ausländer angepöbelt hätte, wie würden sie die Person dann betiteln und zweitens, wie sollen sich die Menschen in unser Land integrieren, wenn wir ihnen nur die negativen Seiten unserer Gesellschaft aufzeigen. Hat es damals nicht auch so angefangen? Mit Lagern und „Schutzhaft“? Die Frau stutzte kurz und meinte leise: Ich hätte ihn als Idiot bezeichnet. Danach verschwand sie genauso plötzlich in der Masse, wie sie aufgetaucht war.

Stefan hatte genug, er wollte nur noch nach Hause. Bilder von zerstörten Häusern und zerfetzten Gesichtern schwirrten nun durch seinen Kopf.

Wo ist nur die Menschlichkeit geblieben? Was ist mit der Hilfsbereitschaft und Offenheit der Leute hier passiert. Sie reden vom Erhalt der Kultur, von christlichen Bräuchen, die abgeschafft werden sollen, dabei waren die meisten Teilnehmer dieser Kundgebung wahrscheinlich noch nie in einer Kirche und an einen Gott glaubten sie bestimmt auch nicht. Aber sie reden von einer christlichen Kultur. Und wo ist sie denn, die „christliche Nächstenliebe“?

Stefan dachte an einen sehr guten Freund, der einmal sagte: Kultur ist kein feststehendes Konstrukt. Sie entwickelt sich weiter mit und durch die Menschen. Am Ende sind wir doch alle „Einwanderer“ und haben diese Kultur geprägt ebenso wie unsere „ausländischen“ Vorfahren.

Stefan war so in Gedanken, dass er gar nicht bemerkte, wie er zu dem vereinbarten Cafe kam. Das einzig gute an diesem Abend würde hier in einer halben Stunde eintreffen. Er sah vor dem kleinen italienischem Restaurant um. Die Fassade des gegenüberliegenden Hauses sah ziemlich zerfressen aus. Auch die Straße hatte ihre besten Jahre bereits hinter sich.

Es war gut so, denn dadurch bekam die kleine Gasse ihren ganz eigenen Scharm und der eben einsetzende Nieselregen tat sein übriges dazu. Hier war es ruhig, so ruhig das man sogar dem Regen lauschen konnte.

Na, wie wars? Stefan drehte sich entzückt herum und blickte in zwei strahlende, lachende Augen. Nach einer liebevollen Umarmung und den dazu gehörenden Küssen meinte er etwas bedrückt: Mein Sozialkundelehrer hat im letzten Schuljahr einmal gesagt: Terror kann man nicht mit Hass bekämpfen, denn dann hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht.

Anscheinend wissen die Menschen auf der Demo das noch nicht. Sanft streichelte sie ihm über die Wange: Mach Dir nix draus, Du hast es wenigstens versucht. Es braucht eben seine Zeit, viel Geduld und Überzeugungsarbeit, dann wird das schon.

Beide gingen eng umarmt in das Restaurant, in dem es stark nach Espresso roch. Ein übereifriger Kellner, welcher kaum der hiesigen Landessprache mächtig war, stürmte auf das Pärchen zu und bot ihnen sofort seine Dienste an.

Obwohl seine Freundin und er den Kellner kaum verstanden, fühlten sie sich hier geborgen. Die Bedienung war sehr charmant und freundlich und am Ende bekam Stefan, das was er sich schon den ganzen „schrecklichen“ Nachmittag gewünscht hatte: ein gutes Essen, Espresso und das Gefühl willkommen zu sein.

Ja, Stefan liebt sein Land, aber das heißt nicht, daß er alles andere und jeden Fremden hassen muß…

Nachwort: Es gäbe bestimmt noch viel mehr Argumente und Gegenargumente, die man in diesem „Pamphlet“ unterbringen könnte, allerdings hätte das wohl den Rahmen gesprengt und der moralische Zeigefinger ist jetzt schon deutlich genug, wie ich persönlich finde.

Hoffentlich hat es Euch dennoch gefallen. Danke fürs Reinschauen…

Euer Kerodis

Weinlesung – im Wein lesen & aus Büchern trinken

Weinlesung ~Buchhandlung Findus
Weinlesung ~Buchhandlung Findus

Kolumne 30: #Weinlesung

Guten Morgen liebe Literatwo-Leser,

ich wünsche euch gleich zu Beginn einen wundervollen 1. Advent im Kreise eurer Familien. Auch für mich wird es gleich zu meinen Lieben gehen, aber vorher möchte ich euch noch von einem wundervollen Freitagabend in der Buchhandlung Findus in Tharandt erzählen und euch an ein paar Werken und Weinen teilhaben lassen. Zudem gibt es für euch ein paar Fotos, damit ihr ein wenig in die weingeschwängerte Leseluft eintauchen könnt.

Wir lesen im Wein und trinken aus den Büchern…

Habt ihr schon einmal an einer Weinlesung teilgenommen? Nein? Bis gestern hatten das Lesebienchen und ich auch keine Ahnung, wie ein solcher Abend ablaufen wird. Unsere Vorfreude war recht groß und 19.30 Uhr ging es endlich los.

Zuerst stellte sich Gerhard Bohrn vor. Aus Österreich ist er extra mit einem Teil seiner Familie angereist, um uns in Tharandt seine edlen Tropfen persönlich vorzustellen. Er brachte uns 40 neugierigen Weinprobierern das Weingut Bohrn näher und dann hieß es für uns nicht „Genießen auf dem Winzerhof“, sondern „Genuss in der Buchhandlung Findus“.

Mit „New Bohrn 2015“ starteten wird in den Weinabend. Ein fruchtiger Tropfen der mir als nicht wirkliche Weißweintrinkerin besonders gut schmeckte. Der Abend ging also gut los. Kurz darauf ging es schon buchig weiter. Annaluise Erler brachte uns eines ihrer Herzenswerke Lady Africa von Paula McLain näher. Ich selbst habe ich noch nicht gelesen. Lesebienchen wird allerdings bald darin tauchen und es euch näher bringen. Ich kann euch allerdings ihr Werk Madame Hemingwaywärmstens ans Buchherz legen. Wer die Madame hat, muss die Lady ebenso haben.

Weiter ging es mit dem Wein namens „Welschriesling“ – mir persönlich war er zu zitronig. Buchig brachte uns Annaluise das Werk von Lilly King Euphoria näher. Ich wollte es damals lesen, habe es bis heute nicht und werde es wohl nun auch nicht mehr. Frau muss Buchprioritäten setzen.

Weinlesung ~Buchhandlung Findus
Weinlesung ~Buchhandlung Findus

Während wir uns dem „Weinviertel DAC Klassik“ näherten, stellte Joern Erler uns eines seiner Lieblingswerke vor. Er hat sich zwischen die Seiten von Die vielen Tode unseres Opas Jurek fallen lassen und uns erzählt, warum er es nur empfehlen kann. Er hat uns allen richtig Lust auf das Werk von Matthias Nawrat gemacht und die Zuhörermenge gut unterhalten.

„Urknall 2014“ – Wein Nr. vier – so langsam wurde die Stimmung, die so schon sehr gut war, immer besser und besser. Die ersten Wangen färbten sich rot und der Urknall machte seinem Namen wohl alle Ehre. Zum Urknall stellte Annaluise Erler den Roman von Karin Kalisa vor. Die Utopie namens Sungs Laden habe ich gelesen und euch vor einigen Tagen vorgestellt. Am 10.12. wird die Autorin in der Buchhandlung sein und gemeinsam mit dem Lesebienchen werde ich ihren Worten lauschen.

H wie Habicht und „Exklusiv“ gaben sich in der fünften Runde die wein-buchige Hand. Schon lange kreisen meine Gedanken um das Werk von Helen Macdonald. Selbst wer Vögel nicht mag, wird bei diesem Werk hängen bleiben und nicht aufhören können, mit dem Lesen. Annaluise Erler schwärmt von der Geschichte und ich denke wieder darüber nach, es mir doch zu kaufen. Hach…ach nee, H…wie Habicht.

Die Stimmung wird ausgelassen und es wird nötig, ein wenig ernster zu werden. Joern Erler legt uns beim Genuss vom „Zweigelt Rosé“ ein Sachbuch ans Herz. Es trägt den Namen Black Earth – Der Holocaust und warum er sich wiederholen kann. Er sagt: „Das Buch will provozieren und schafft es auch! “ Klingt gut, oder? Gerade in der heutigen Zeit mit all den brisanten Themen ist es mehr als wichtig und sehr lesenswert. Guckt es euch dringend an!

„Gelber Muskateller“ – nein, den kosten wir nicht mehr. Uns hat die Weinrunde nicht überzeugen können, dafür aber die buchige Empfehlung. Das Lesebienchen musste sich nach den Worten von Annaluise Erler unbedingt das Werk namens Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier kaufen. Die Zitat-Kostprobe hat gewirkt und das Cover hat den letzten Überzeugungsfunken gegeben. Ihr dürft euch bald auf eine Vorstellung freuen.

Weinlesung ~Buchhandlung Findus
Weinlesung ~Buchhandlung Findus

Sobald es um die Familie Mann geht, könnte das Lesebienchen ausrasten und doch finde ich diese Familie irgendwie beeindruckend – grausam. Der Chardonnay 2013 breitete sich in unserem Mund aus und unsere Ohren hörten Worte über Die Manns. Für Fans ist das Werk aus der Feder von Tilmann Lahme sicher ein Muss – für andere eben nicht…

Beim Weißburgunder 2013 ergriff Joern Erler erneut das Wort und zwar sprach er über Deutschland von Neil MacGregor. Für alle Liebhaber der Geschichte wohl das Buch schlechthin. Aber auch für Bürger bei denen es Wissenslücken gibt, ist das Werk mit seinen 335 farbigen Abbildungen und 8 Karten mehr als empfehlenswert. Er liest es sich abends gegenseitig mit seiner Frau vor und vom gemeinsamen Nachdenken bis Lachen ist alles dabei.

Endlich ging es zum Rotwein über und ich muss sagen, dass der „Blauburger“ mir sehr gemundet hat. Dazu stellte Annaluise Erler ein echtes Liebhaberwerk vor. In Leinen gebunden, illustriert und mit Lesebändchen.Erinnerungen des Malerbruders von Ludwig Emil Grimm – ihr solltet es euch noch in diesem Jahr näher anschauen, denn im nächsten Jahr steigt der Preis von den jetzigen 79€ (Einführungspreis) auf 100€.

„Zweigelt Selektion 2013“ und Nopi von Yotam Ottolenghi und Ramael Scully bildeten in der 11. Runde ein Team. Wer gerne kocht und bereit für etwas Neues ist, sollte sich das Kochbuch mal näher anschauen. Gutes Gelingen!

Der Abend neigte sich so langsam dem Ende zu, aber nur was die Verkostung und die Buchvorstellung anbetraf. Die ältesten Lebewesen der Erde von R. Sussman und „Noah 2013“ brachten zusätzlich Schwung in die so schon sehr schwungvolle Runde. „Die Fotografin und Künstlerin Rachel Sussman hat sich auf eine ganz besondere Reise gemacht. Fast ein Jahrzehnt lang hat sie in allen Kontinenten die ältesten Lebewesen dieser Erde aufgespürt. Entstanden ist so ein wunderschönes Werk. Eine beeindruckende und einzigartige Sammlung, die Kunst, Wissenschaft und Philosophie verbindet. Ein beglückendes Buch. Eine Erinnerung an das, was sich in unserer Welt zu bewahren lohnt.“ so steht es in der Inhaltsangabe und ihr solltet einen Blick in die Prachtausgabe werfen.

Letzter Wein, letztes Buch – aber nur für den Abend und nach der Verkostung und der Buchvorstellung, war der Abend natürlich noch lange nicht zu ende. Das könnt ihr aber wissen. 🙂 „Cabernet Sauvignon“ und Das Weihnachtsmarktwunder von Ralf Günther bildeten einen wunderbaren Abschluss. Das Werk von Günther habe ich bereits auf der Schriftgut sehr gerne verkauft, obwohl ich es selbst noch nicht gelesen habe. Seit Freitag habe ich es nun, zumindest indirekt, da ich es dem Engel für den Weihnachtsmann gegeben habe. 🙂 Lesebienchen kennt den Inhalt bereits und ist schwer begeistert. Ihr werdet es bald vorgestellt bekommen.

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Die Weinlesung war einfach wundervoll und wir werden die nächste auf jeden Fall wieder besuchen.

War für euch das ein oder anderen Buch dabei, was vielleicht in den Weihnachtsmannsack darf und am 24.12. für leuchtende Augen sorgen wird?

Eure

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Novemberleseausklang

Novemberleseausklang
Novemberleseausklang

Kolumne 29: #Novemberleseausklang

Guten Morgen liebe Literatwo-Leser,

genießt ihr das wundervolle Wochenende? Eigentlich sollte es gestern nicht so schön sein, aber hier im Osten war es sehr, sehr sonnig und auch teilweise dynamisch. 🙂 Das Wochenende war bisher recht abwechslungsreich. Ich war bummeln, ausgiebig mit meiner besten Freundin und Mann und Kumpel in der Buchhandlung Findus in Tharandt und auf einer Geburtstagsfeier bowlen. Nun aber zum Buchthema, denn aus diesem Grund seid ihr hier, wie ich mal vermute. 🙂

Vor ein paar Wochen habe ich keine Kolumne, sondern einen buchigen Artikel unter der Überschrift Buchiger Leseherbst“ veröffentlicht. Dieser kam bei euch sehr gut an und wenn ich zurückblicke, bin ich selbst erstaunt, denn dass mein Leseweg auch genauso bleibt, wie angedacht, hab ich bezweifelt. Ich habe tatsächlich diese drei Werke hintereinander gelesen und zwei der drei Werke, sogar schon in Artikelform veröffentlicht. Ihr könnt euch also schon ein ausgiebiges Bild anhand meiner Worte zu Die Stellung von Meg Wolitzer und In den Augen der Nacht von Inés Garland machen.

Auch im November haben sich die Bücher vermehrt, wie die kahlen Äste an den Bäumen. (der Mann sagt: aber das ganze Jahr über schon!). Aber ich will nicht jammern, sondern lesen. 🙂

Nun habe ich gestern drei Werke auserwählt, die ich nun erlesen möchte. Auch heute möchte ich euch kurz erzählen, warum ich wie folgt gewählt habe. Um eine Inhaltsangabe zu erhalten, müsst ihr nur auf die jeweilige Titelüberschrift klicken.

Seit „Letztendlich sind wir dem Universum egal freue ich mich auf ein weiteres Werk von David Levithan. Jetzt habe ich es endlich bei mir im Regal stehen und kann meine Vorfreude abstellen und in Lesefreude umwandeln. Noch heute werde ich hinein lesen und hoffentlich genauso fasziniert sein, wie vom Universum. Ich empfehle dieses konstant seit März 2014 und habe schon viele Menschen damit erfreuen können. Ich bin gespannt, wie der Autor seine schwulen Charaktere handeln lässt. In meinem Umfeld kenne ich das ein oder andere homosexuelle Pärchen – lesend habe ich mich dem Thema aber noch nicht wirklich genähert. Es wird also Zeit und ich freue mich drauf, denn seine Worte werden voller Liebe stecken.

Kennst du es schon?

Wie soll es anders sein – ich möchte wissen, wie die Trilogie nun endet. Nachdem ich mich durch das erste Buch der Träume und das zweite Buch der Träume geträumt habe, will ich wieder träumen. Nach dem zweiten Werk muss ich zwar sagen, dass mir ein wenig die Traumluft ausgegangen ist, aber ich möchte das Ende einfach kennen. Am meisten freue ich mich allerdings auf die liebe Secrecy und ihre Blogeinträge auf dem Tittle-Tattle-Blog und ich hoffe, dass ich erfahren werde, wer hinter Secrecy steckt. Also Traum an – es geht los…

Kennst du bereits den dritten Teil der Trilogie? Sieht es bei dir silbrig aus oder bist du kein Gier-Leser?

Die ruhigen Farbtöne des Covers und der poetische Titel des Werks, sind wohl der ausschlaggebende Lesepunkt. Mit diesem Werk möchte ich die Jugendbuch-Lesestrecke unterbrechen. Vor allem locken mich die Worte: „Was geschieht, wenn eine junge Ausreißerin und ein pedantischer Witwer aufeinanderprallen?“ Ich möchte diese Frage beantworten können und freue mich schon, den zwei Protagonisten zu begegnen.

Lasst ihr euch auch gern von geschickt gestellten Fragen verleiten, provozieren, lesend anstacheln?

Und nun? Ab zwischen die Seiten, aber vorher noch zu meiner Familie Kaffee trinken. Genießt den Sonntag!

Eure

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#PrayforParis – Tage ohne dich

Tage ohne dich - Linda Wolfsgruber
Tage ohne dich – Linda Wolfsgruber

Kolumne 28: #PrayforParis

#PrayforParis – ein Hashtag den ich am liebsten nicht kennen würde. Ein Hashtag der so viel sagt und in mir die vielen Bilder aus dem TV abspielt. Ich sehe weinende Menschen, viel Blut, viel Schrecken und spüre in mir die Angst. Eine Angst die ich nicht haben möchte, Angst die nicht sein darf, denn Mut wäre an dieser Stelle das einzig richtige und diesen Mut möchte ich nach oben holen. Ich bin derzeit fassungslos, ich bin derzeit schockiert und ich spüre das Gefühl der Ohnmacht in mir. Ich kann nichts tun, nur hoffen und signalisieren, dass ich traurig bin und mein Beileid ausdrücken.

In mir stellt sich die Frage: wie weiter? Weiter trauern und Angst haben oder weiter leben und Mut machen? Wieder zum normalen Leben übersiedeln oder das normale Leben blockieren und anders gestalten?

Ich möchte Mut machen und ich möchte meine buchige Seite dabei ausleben und ein wenig ablenken und doch viele Emotionen streuen. Wir brauchen Liebe – die Liebe ist der Mut und mit Liebe und Mut können wir Lebensenergie aufbringen und diese schürt die Kraft gegen die dunklen Seiten, die schlimmen Anschläge.

Bücher sind für uns wichtige Lebenswegbegleiter. Sie können uns trösten, in eine andere Welt entführen, sie können Kraft spenden und auch ein Anker sein.

Bilderbücher sind es oftmals, die wir gemeinsam lesen und anschauen, die uns zum Schmunzeln und vor allem zum Innehalten bringen.

Tage ohne dich (Tyrolia) haben wir von der lieben Moni zur Hochzeit bekommen.

Tage ohne dich - Linda Wolfsgruber
Tage ohne dich – Linda Wolfsgruber

Einsamkeit ist nicht schön und die Tage ohne die zweite Hälfte können grausam sein. Die Sonne leuchtet an diesen Tagen nicht so hell wie sonst und allein ist alles nur halb so schön. Jeder kennt diese Zeit, in der er sich nur halb fühlt, nicht vollständig eben, weil jemand fehlt.

Autorin Linda Wolfsgruber weiß genau, wie das Vermissen und das Wiederfinden am besten illustriert und beschrieben werden können.

Mal stärker und mal schwächer, mal laut und mal leise, mal lustig und mal traurig ruft sie in uns die Emotionen hervor. Bilder und Worte harmonieren und lassen unsere Gedanken fliegen. Die Hoffnung steckt in ihren Zeilen und irgendwann wird die Hoffnung sichtbar, vielleicht sogar nach einem Sommer ohne dich – denn der Herbst mit dir macht alles wieder gut.

Dieses Bilderbuch ist ein Seelenstreichler mit Hoffnungseffekt und Wohlfühlcharakter. Es strahlt Ruhe aus und lässt uns innehalten. Es eignet sich natürlich hervorragend dazu, darin allein zu versinken oder es zu verschenken. Die Steigerung ist das gemeinsame Lesen oder aus dem Werk vorgelesen zu bekommen.

„Ein Sommer ohne dich ist wie Rotkäppchen ohne Wein und Kuchen und ein Marienkäfer ohne Punkte.“

Weitere Bilder vom Werk findet ihr hier und zudem lohnt es sich, die weiteren Werke der Autorin und Illustratorin Linda Wolfsgruber unter die Lupe zu nehmen.

Lesen, vorlesen, verschenken…

Passt auf euch auf und #prayforparis #prayfortheworld!

Eure

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Edel hineingeschaut

edel & electric
edel & electric

Kolumne 27: #edel hineingeschaut

Verlegerin Karla Paul ist gerade frisch von der Buchmesse aus Frankfurt zurück im Verlag. Sie hat wohl mehr Interviews, als wir Finger an unseren Händen haben, gegeben und ihr seid aus diesem Grund rundum informiert, was „edel & electric“ betrifft. Wahrscheinlich habt ihr schon das komplette Verlagsprogramm inhaliert und sicher auch schon ein Werk lesetechnsich konsumiert. Ihr seid mit den edel-Verlagsmenschen vertraut und kennt die edelwild-Bloggeschichten. Wozu dann noch ein Interview? Wozu noch mehr Informationen?

Ganz einfach – hier gibt es ein paar Worte abseits vom Mainstream-Interview unter dem Titel: „edel hineingeschaut“

eWie weit ist dein Weg in den Verlag und wie nutzt du die „Reisezeit“?

Glücklicherweise wohne ich praktisch in Laufnähe und kann so entweder zu Fuß gehen (20 Minuten) und in der Zeit ein Hörbuch hören oder aber mit dem Bus fahren (8 Minuten) und in der Zeit fix meine E-Mails checken. Zum Lesen reicht es leider auf dem eigentlichen Weg nicht, dafür kann ich aber morgens noch länger im Bett bleiben und damit auch beim ersten Tee in den Seiten bzw. bei E-Books in den Bits & Bytes schmökern!

Um welche Zeit findest du dich morgens im Verlag ein?

Wir haben unterschiedliche Bürozeiten, im Normalfall bin ich aber von 10-18 Uhr im Verlag zu erreichen. Je nach Projekt, Meeting oder Jahreszeit (vor der Buchmesse z.B.) geht es aber durchaus gern mal früher los bzw. länger. Den Feierabend nutze ich dann für die vielen Manuskripte, die mir von Autoren und Agenturen zugeschickt werden.

Wer ist schon vor dir da und wer kommt oft zuletzt an?

Die Edel-Familie fasst sehr viele Mitglieder und wir haben insgesamt in Deutschland über 700 Kollegen. Bei edel & electric sind wir aktuell ein Kernteam von vier Mitarbeitern, drei Kolleginnen aus dem Vertrieb und viele Externe für Lektorat, Satz, Covererstellung uvm.. Wie in allen kreativen Bereichen gibt es selten feste Arbeitszeiten und manche Projekte können auch besser im Homeoffice erledigt bzw. abgearbeitet werden. Zudem erleichtern uns die Smartphones und iPads die ständige Erreichbarkeit und all unsere Daten und Projekte sind in verschiedenen Cloudsystemen gespeichert. So kann ich auch mal schnell mitten in der Nacht oder auf einer Geschäftsreise Ideen notieren oder auf die Fragen der Kollegen antworten. Final gesagt sind wir also eigentlich immer anwesend!

eWelche Gedanken toben dir durchs Verlegerinnenhirn, wenn du die heiligen Hallen betrittst?

Ich gehe meist schon kurz nach dem Aufstehen die wichtigsten To-Do’s des Tages durch und beantworte im Bus ein paar Emails, d.h. im Büro bin ich dann im Kopf schon voll drin. Welche Meetings müssen vorbereitet werden, wie sehen die aktuellen Verkaufszahlen aus, welche Verträge müssen in die Kanzlei – alles recht unromantische, aber notwendige Überlegungen. Allerdings sitzt der Verlag direkt am Elbhafen und so hat man dann diese trockenen Gedanken wenigstens bei weltbestem Ausblick und die Verlegerin wird in den Pausen recht schnell zum Deichkind!

Welche Farben haben ebendiese Hallen?

Betongrau. Ach, lassen wir das – wir haben dafür umso buntere Inhalte!

Welche Zeit magst du im Job am liebsten und warum?

So spannend ich die organisatorische Arbeit als Verlegerin finde und natürlich voller Leidenschaft in Finanzmeetings sitze und Businesspläne erstelle sowie Verträge durchgehe (hüstel, tschuldigung, Nachmessehusten) – am liebsten wühle ich mich durch Dutzende Manuskripte, immer auf der Suche nach DEM bestimmten Buch, nach Worten, die bereits auf der ersten Seite begeistern und tauche in den Text ab. Gleich dem Drogensüchtigen auf der Suche nach dem nächsten Rausch, immer bereit alles dafür aufzugeben, nur noch einmal so einen Schatz zu finden, der mich bis ins Mark trifft. Diese Stunden mit der Literatur retten mir mein Leben und ich darf es Berufung nennen.

eWenn du nachdenken willst, begibst du dich während der Arbeitszeit…

Da zitiere ich Bernd Begemann: „Unten am Fluss, unten am Hafen, wo die großen Schiffe schlafen.“ Also direkt vor der Tür, eine halbe Stunde vom Wind durchpusten lassen – danach sind die größten Probleme ganz klein und die Träume wieder da, wo sie hingehören: an die erste Stelle.

Um welche Zeit verlässt du in der Regel den Verlag am liebsten?

Eigentlich gar nicht – tatsächlich arbeite ich mich meist erst am Nachmittag richtig ein und hätte gern eine schicke Penthousewohnung direkt über dem Büro. Aber ansonsten meist zwischen 17-19 Uhr und danach ins „Homeoffice“ zur Manuskriptsichtung.

Welche Frage stellst du dir ab und zu gern selbst?

Jeder Tag beginnt mit vielen Fragen und im Idealfall habe ich zu wenigstens ein paar davon am Ende auch eine sinnvolle Antwort gefunden. Aber Literatur ist Kreativität, hier gibt es meist kein eindeutiges Ja oder Nein, kein Schwarz oder Weiß, damit muss man sich abfinden. Habe ich das Manuskript aus guten Gründen abgelehnt? Hat mein Lektorat dem Autor geholfen? Bekomme ich den Businessplan oder das neue Projekt durch? Wird der Leser den Text ebenso mögen wie ich? Davon habe ich noch hunderte Alternativen, die windschnell durch meine Synapsen fegen und stets Fragezeichen hinterlassen, manchmal findet man keine Antwort und das ist dann auch in Ordnung. Ich weiß, dass ich für mich das perfekte Leben führe. Ich darf mit Literatur arbeiten, meine Stunden sind voll davon. Neben dem Meer und meiner Hundeliebe gibt es keine alternative Leidenschaften und diese darf ich voll ausleben, ich bin gesund und habe tausend Möglichkeiten – vielleicht darf man unter so einen Lebensabschnitt auch einfach still und glücklich einen Punkt setzen.

eDein Verlegerinnenlieblingsmoment?

In Rezensionen lesen, dass dem Käufer bzw. Leser die literarische Reise gefallen hat, auf die wir ihn eingeladen haben. Der Autor schenkt uns viel Vertrauen, sein Herzblut, er arbeitet hart daran, er hat nicht weniger als das verdient und es ist ein ganz besonderer Moment, wenn ich ihm dann solche Rückmeldungen geben darf.

Sollte er schlechte Rezensionen bekommen, dann ist das natürlich seine Schuld und er erhält nie wieder einen Vertrag mit uns – aber das versteht sich natürlich von selbst. (Hier sollte ich wohl auf Anweisung meiner Presseleiterin für den letzten Satz eine Ironiekennzeichnung einfügen.)

Ergänze: Ich fühle mich im Verlag wie…(aber jetzt nicht zuhause 🙂)

Danke, liebe Karla, für deine erfrischenden Worte – so habe ich mir den „Edelblick“ vorgestellt.

Literatwo wünscht dem Edel-Team weiterhin super viel Erfolg und den richtigen buchigen Griff!

Eure

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Leseparty – ich bin dabei!

 Leseparty ~ Primaballerina´s books

Leseparty ~ Primaballerina´s books

Ihr seid traurig, weil ihr nicht zur Frankfurter Buchmesse könnt? Ich auch. Es geht uns also ähnlich und eigentlich haben wir keinen Bock auf Party. Aber wollen wir trotzdem feiern?

Eine Buchparty? Aber klaro doch! Ihr müsst auch nicht tanzen, falls ihr das vermutet, wenn ihrPrimaballerina´s books lest. Aber buchig tanzen wäre doch auch eine fetzige und neuartige Idee? Habt ihr Lust?

Heute startet die große Leseparty und zwar auf Facebook, twitter, Instagram und hier und da auf einigen Literaturblogs. Wo genau jetzt? Und nur einen Tag Party?

Schaut am besten gleich mal bei der lieben Primaballerina vorbei, dort gibt es eine Blogliste mit allen feierwütigen Teilnehmern. Ich habe mich schon durch die Blogs geklickt und konnte einige neue literarische Gesichter entdecken. Die Anzahl der Partygäste wächst und ihr könnt euch jederzeit noch melden.

Du hast kein eigenes Blog? Kein Problem, dann klinke dich über twitter und Facebook #Leseparty – die Alternative zur #fbm15 mit ein. Benutze am besten den Hashtag #Leseparty und berichte über dein aktuelles Buch, gib deine buchigen Gedanken preis, diskutiere über literarische Themen und lerne neue Literaturgesichter kennen. Wie klingt das?

Und natürlich geht die Party nicht nur einen Tag. Bis Sonntag 18 Uhr könnt ihr buchig feiern und zwar rund um die Uhr, so lange eure Augen mitlesen.

Ich selbst nehme zum ersten Mal teil und bin gespannt, wie die Party wird. Mal sehen wie ich es zeitlich schaffe, denn im Job und während einiger Freizeittermine kann nicht gefeiert werden, aber positiv denken und auf das Buch – richtig?

Los geht es – auf eine richtig buchig-genial-literarische Leseparty!

Die Stellung
Die Stellung ~ Meg Wolitzer

#Leseparty – Update: 15.10.2015 – 17.30 Uhr

„Ganz untypisch heute mal ein Gruß aus der Mittagspause. Die Leseparty ist gestartet und ich werde mich mal ein paar Minuten einklinken. Hier geht es zu meinem Beitrag – dieser wird immer wieder aktualisiert.“

-> Diese Worte und dieses Bild habe ich heute Mittag gepostet. Jetzt hier ein kurzes Update der Fragen des Tages. Ich bin gerade vom Job zurück und nehme mir nun ein paar Partyminuten:

Aufgabe 1: Welche Bücher habt ihr als Partybegleitung gewählt?

So richtig ausgewählt habe ich nicht, sondern ich lese einfach in „Die Stellung“ weiter, welche ich am 12.10. begonnen habe. Ich mag es bisher sehr. Wollt ihr mal reinschnuppern? Dann guckt mal hier im 365-Tage-Projekt dort könnt ihr ein paar Sätze lesen. Und wenn ich damit doch vor Sonntag fertig bin, dann ist ein Buch aus dem Artikel Buchiger Leseherbst dran.

Aufgabe 2: Mit welchem Autor oder welcher Autorin würdet ihr liebend gerne mal einen Kaffee trinken gehen?

Die Antwort fällt mir reicht leicht und ich denke, dieses Kaffee trinken könnte sogar irgendwann real werden. Ich würde mich auf eine Tasse und ein richtig schönes Gespräch mit der lieben Jana Frey treffen wollen. Ich habe sie im März in Leipzig auf der Buchmesse bereits treffen können und ein Interview mit ihr geführt. Ich liebe ihr Werk „Liebeskinder“ und könnte immer noch mit ihr darüber plaudern. Zudem ist ihre Vita super spannen und ich glaube Jana hat noch viel zu erzählen. Viel Spaß beim Lesen des Interviews – es lohnt sich und das Werk erst RECHT!!! Ja – ich muss das hier noch einmal erwähnen. Auf der Messe wurde mir nachgesagt, dass ich den Liebeskinder-Virus verbreitet – gut so 🙂

Kuscheliger #Leseparty Leseabend
Kuscheliger #Leseparty Leseabend

#Leseparty – Update: 16.10.2015 – 17.30 Uhr

Gestern Abend habe ich noch ein ganzes Stück im Wolitzer Werk gelesen und mich an mein Buchkissen gekuschelt. Einig von euch fragten, woher ich es habe. Meine Ma hat es mir geschenkt. Ich mag es sehr und es kommt aus dem Handarbeitsfachgeschäft, in dem sie arbeitet.

Und heute? Heute habe ich noch keine Zeile gelesen und heute wird es auch mit dem Lesen nicht wirklich werden. Es gibt noch einige Dinge zu erledigen und ich bin mehr oder weniger gerade auf dem Sprung. Aber ich durfte gerade telefonisch an der Buchmesse teilhaben. Das hat mich echt gefreut und doch macht es mal wieder traurig, nicht vor Ort zu sein. Hach…

Bücherwand im Wohnzimmer
Bücherwand im Wohnzimmer

A3: Auf der Messe werden vor allem die vielen, vielen Bücher und Bücherwände bewundert – das können wir doch auch! Macht einfach ein Bild oder mehrere von euren Büchern, Bücherregalen, Bücherstapeln – ganz wir ihr wollt!

Eine Frage gibt es von der lieben Primaballerina schon und die werde ich natürlich gleich in Form eines Bildes beantworten. Leider ist es draußen schon wieder düster und das Bild dementsprechend nicht so schön, wie bei Tageslicht, aber ihr könnt schon einen Ausschnitt der Wohnzimmerbuchwand erkennen. Es gibt noch viel mehr Bücher, denn es geht eine Regalreihe komplett unter der Decke im Wohnzimmer lang. Zudem gibt es noch zwei Wände mit Regalen von oben unter der Decke, bis runter auf den Fußboden und es gibt noch einen Raumtrenner mit Regalen in denen ebenfalls Bücher wohnen und vor allem aber auch buchige Deko. Dies auf einem Bild festzuhalten ist schwer.

Fazit: Ich brauch ein größeres Wohnzimmer…

Buchhandlung Findus ~ Literatwo-Schaufenster
Buchhandlung Findus ~ Literatwo-Schaufenster

#Leseparty – Update: 17.10.2015 – 19.30 Uhr

Jetzt komme ich endlich mal wieder zum Aktualisieren. Der Samstag neigt sich schon seinem Ende zu, aber die Lesezeit steht mir noch bevor. Gestern habe ich nicht mehr wirklich viel gelesen, außer ein paar wenige Seiten im aktuellen Roman und ein paar Seiten im Flow Achtsamkeitsbuch. Dieses werde ich euch noch vorstellen.

Heute hatte ich schon ein ganz besonderes Erlebnis. Ich war in Tharandt in der Buchhandlung Findus und habe dort mein eigenes Schaufenster bekommen. Ab sofort darf ich dies immer mit literatwoischen Empfehlungen bestücken und heute war der erste Versuch. Es ist ein wenig voll und vielleicht auch zu bunt und vielleicht noch nicht perfekt, aber es kommt von Herzen. Es gibt so unglaublich viele Bücher die gezeigt und empfohlen werden wollen. Aber jeder Versuch wird besser und es gibt schon so einige Ideen, die bald umgesetzt werden.

Wie gefällt euch das Schaufenster denn?

Stadionmagazin "Kreisel" - Dynamo Dresden
Stadionmagazin „Kreisel“ – Dynamo Dresden

Anschließend war ich im Stadion. Nach langen Siegesserien muss es auch mal eine Niederlage geben. Wer nicht kämpft, kann nicht gewinnen. Denkt ihr im Stadion kann man nicht lesen? Oh, DOCH – und zwar im Stadionmagazin. Dafür ist die Halbzeit doch da. 🙂

Nun zu den Fragen der lieben Primaballerina:

A4: Erzählt mal, wie sieht eure Blog-Routine aus – habt ihr bestimmte Tage/Zeiten, an denen ihr bloggt? Schreibt ihr Rezensionen gleich nach Beenden der Bücher oder erst später?

Bloggen wird wohl nie zur Routine – oder? So mein erster Gedanken. Es gibt Tage, da fließen die Wörter nur so durch die Rezensionsfinger und diese Tage nutze ich zum Schreiben. Mein Wunschgedanke ist es immer schon während des Lesens, gleich nach dem Beenden des Werkes, eine Rezension zu verfassen. Ab und an gelingt mir das nur leider nicht. Momentan hat es sich so eingebloggt, dass ich immer dienstags und donnerstags eine Rezension veröffentliche und sonntags versuche ich mich an einer Kolumne oder an einem Wochenrückblick. Letzteren habe ich ein wenig zurück gestellt, da mir die kleinen Schreibübungen einfach besser gefallen.

A5: Was darf euch so beim Lesen begleiten? Schokolade oder Kekse, Tee oder Kaffee, Musik oder keine Musik – erzählt uns von euren Lese-Begleitern!

Mein Lieblingsgetränk ist wohl Kaffee. Alle die mich kennen, wissen dies und darum begleitet mich wohl häufiger die Tasse Kaffee. Tee trinke ich auch recht gerne, aber Kaffee geht vor. Schokolade – lecker. Ich liebe Schokolade und ja, klar gibt es hin und wieder ein oder zwei oder drei oder ach, ihr wisst schon viele Stücke zum Roman dazu. Logisch. Musik höre ich eher weniger zum Lesen. Im Hintergrund läuft ggf. mal der Fernseher – ich kann auch gut kombinieren oder die Playstation oder so. Mich stört es nicht, wenn mein Mann TV guckt oder zockt. Ich mag es eher, denn ganz im Stillen lese ich eher selten. Zudem begleiten mich immer jede Menge bunte Klebezettel, da ich in den Werken bestimmte Sätze für immer markieren mag. Lesezeichen gehören ebenso dazu – normale und auch magnetische. Durch mein 365-Tage-Projekt nehme ich diese täglich.

Jetzt geht es zwischen die Seiten – ich versuche mich mal parallel in Twitter und Facebook auszutoben. Achso…vorher noch Pizza 🙂

Kaffee & stöbern
Kaffee & stöbern

#Leseparty – Update: 18.10.2015 – 20 Uhr

Der Sonntag und auch die Leseparty neigen sich dem Ende. Was gab es heute für schöne Seiten? Ehrlich gesagt, habe ich noch nicht so viel gelesen, dafür war ich viel unterwegs. Ich habe die Reifen am Auto gewechselt und ich war bei meinen Eltern und habe mit Mama die neue Flow angesehen. Zudem war ich ausgiebig an der frischen Luft. Kopflüften tut immer gut und spazieren sowieso. Nun werde ich vom Mann bekocht und danach geht es aufs Sofa mit Buch natürlich. Ich freue mich auf ein paar Lesestunden, bevor der Montag wieder naht.

Die heutige Frage beantworte ich aber noch – logo!

A6: So viele Blogs haben bei der #Leseparty mitgemacht – und tun es immer noch – welche neuen Blogs und Blogger habt ihr entdeckt? Welche Posts gefallen euch besonders? Stöbert euch durch!

In den letzten Tagen habe ich mich immer und immer wieder auf den anderen Blogs umgesehen. Einige kannte ich schon und besuche ich regelmäßig, aber auch einige neue sind mir unter die Bloggerfinger gekommen. Damit die Liste nicht zu lange wird, habe ich mich mal auf vier Blogs beschränkt. Das Auge liest mit und bei diesen Blogs habe ich mich gern umgesehen und werde immer mal wieder schauen, was es für neue Beiträge gibt:

A touch of Paper – sehr übersichtlich und cool Header über den Artikeln

Buchstabentraeumerei – auch hier gefällt mir das Design sehr und unser Lesegeschmack ist sehr ähnlich

Frau Hauptsachenbunt – schon oft hab ich ihren Namen gehört, nie hab ich bisher gestöbert. Nun habe ich mich ausgiebig umgesehen und ggf. mache ich bei ihrem Literaturplausch mal mit

Nur lesen ist schöner – bei der lieben Stephanie gefallen mir die Kinderfreuden so gut. Echt niedlich!

Ein dickes DANKE an die liebe Primaballerina! Es hat mir echt viel Spaß gemacht, mit euch die Leseparty zu feiern. Die nächste Messe findet dann aber mit uns statt!

Einen schönen Leseabend!

Eure

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