Kategorie: Kinder- & Jugendbuch

„Feuer und Glas“ von Brigitte Riebe – Geschichte trifft Fantasy

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Was passiert, wenn eine promovierte Historikerin und etablierte Schriftstellerin „Historischer Romane“ die Entscheidung trifft, einen fantastischen Roman zu schreiben? Was passiert, wenn eine renommierte Autorin das Genre wechselt und zu all den verbrieften historischen  Fakten die eigene Imaginationskraft hinzufügt?

Die Mischung verspricht explosiv zu sein und im Falle von Brigitte Riebe entsteht ein neues Genre. Vielleicht müssen die Buchhandlungen bald einer neuen literarischen Kategorie ein paar Regalmeter widmen:

„FantOry“ – die Kombination aus Fantasy und History wird wohl künftig untrennbar mit Brigitte Riebe verbunden sein. Und Literatwo hat diesem Genre einen Namen gegeben 😉

Und nun mitten hinein, in ein beginnendes 16. Jahrhundert – auf nach Venedig und lernt mit uns gemeinsam Milla und Luca kennen. Lasst euch von der wahrheitsliebenden Katze Puntino verzaubern. Genießt einen All-Age-Jugendroman ohne einen einzigen Vampir, ohne Dystopie, ohne zaubernde Internatsschüler, aber dafür mit viel Gefühl und Spannung! Betretet mit uns die Brücken von Venedig und passt gut auf euch auf… es wird brenzlig…!

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Die Flucht ~ Ally Condie

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“Das System sagt wen du lieben sollst – aber was sagt dein Herz?”

Mit diesem Zitat endete unsere Vorstellung des Buches „Die Auswahl“ von Ally Condie. Wir haben das Buch damals verschlungen, uns schnell in die Charaktere eingefunden, im Buch gelebt und die Gesellschaft kennen gelernt. Ein Jahr lang haben wir nun gewartet um dann endlich erfahren zu können, wie es mit Cassia und Ky, den zwei Hauptprotagonisten, weiter geht.

Wie auch Cassia, durchstoßen wir die Kugel, die uns scheinbar behütet, aber auch gefangen hält. Freiheit, Selbstbestimmung und der Wunsch Ky zu finden, treiben Cassias an. Ihr Weg führt sie in die entlegenen Provinzen des Systems, sie schafft es auszubrechen und bis dahin zu gelangen. Kein leichtes Unterfangen. Sie schmuggelt sich unter die Aberrationen, Menschen die den Status Bürger aufgrund eines Fehlers oder eines Vergehens verloren haben, denn diese sollten in das Kriegsgebiet gelangen, in dem vermutlich auch Ky kämpft.

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Elbenthal-Saga Premiere in Dresden mit Meister Ivo Pala

Am Donnerstag haben wir euch die Lesung in unserem Bericht angekündigt und euch das Buch vorgestellt, gestern war es dann soweit – Fantasynacht in Dresden mit Ivo Pala.

Es ist immer wieder schön, einen Autor dessen Buch man einfach liebt und das Lesen mehr als genossen hat, einmal persönlich zu treffen.

Noch schöner ist es, wenn man im Haus gegenüber der Buchhandlung Thalia Dresden die vielen Stufen nach oben erklommen hat und endlich den Lesessaal betritt und absolut grandios ist und war die erste Begegnung mit Ivo Pala. Er kam sofort auf mich zu und sagte: Hallo Bianca. Wow – ich fühlte mich gleich mehr als wohl und war etwas sprachlos, da er mich sofort erkannte. Als seine nächste Frage lautete: Wo ist Arndt?, war das ein bombastisches Gefühl.

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POLAR – Der Titanic Bär

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Am heutigen Tag, kurz vor dem 100. Jahrestag der Titanic-Katastrophe und im Rahmen unserer Artikelserie zu diesem immer noch aktuellen Thema, möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich in eine Zeit zurückzuversetzen, die längst vergangen ist. Ein Kinderbuch von einst liegt in meinen Händen und ich darf mit Fug und Recht behaupten, dass kein anderes „Bilderbuch“ mein Denken und Fühlen so nachhaltig beeinflusst hat, wie dieses magische Werk.

Es ist schön, endlich darüber zu schreiben – es ist schön, den Gefühlen zu diesem Buch freien Lauf zu lassen und es ist ein Wunder, mich heute wieder von der Geschichte verzaubern lassen zu dürfen. Dies passiert mir nie alleine, denn auch Bianca ist inzwischen im Besitz eines der wenigen noch verfügbaren Exemplare des Buches… ein schönes Gefühl!

Der Nebel lichtet sich und das Signalhorn der Titanic zerreißt die Stille des anbrechenden Tages. Ein kleiner Junge befindet sich auf dem Promenadendeck – sorglos und ganz in sein kindliches Spiel mit einem Kreisel vertieft. Douglas Spedden ist sieben Jahre alt und ein glückliches Kind. Als Sohn reicher Eltern genießt er den Luxus der Überfahrt als Passagier der Ersten Klasse.

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Ivo Pala liest aus der Elbenthal-Saga – Dresdens fantastische Seiten

Unser literatwoisches Leben ist voller Bücher. Ja das ist es und das ist gut so. Und es werden immer mehr, auch das ist gut so. Arndt und ich haben wie immer jede Menge für euch und uns vor, eine rießige Liste voller kreativer Ideen und Projekten, der wir uns mit viel Liebe und Leidenschaft zur Literatur widmen, liegt vor uns.

Es gibt aber auch oft Beschwerden von euch Bloglesern, das durch uns eure Wunschlisten immer länger werden und das wir an den Büchertürmen in euren Lesezimmern schuld sind. Wir nehmen die Schuld gern auf uns, stellen uns gern an den Buchpranger, aber ganz ungeschoren kommt ihr nicht davon, denn von euch erhalten wir genauso wertvolle Buchempfehlungen.

Eine absolut fantastische Empfehlung ist „Die Hüterin Midgards“, der Anfang der großen Elbenthal-Saga, von Ivo Pala. Andrea Zeige hat uns immer und immer wieder auf das Buch gestoßen und schließlich konnten wir nicht anders, wir mussten es lesen.

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John Boyne – Der Junge mit dem Herz aus Holz… und mehr…

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„Noah Barleywater runs away“, der Originaltitel des neuesten Werkes von John Boyne, dem Autor des Weltbestsellers „Der Junge im gestreiften Pyjama“, trifft den Kern der märchenhaft anmutenden Parabel mit dem deutschen Verlagstitel „Der Junge mit dem Herz aus Holz“ mehr als auf den Punkt.

Noah Barleywater läuft weg…. Er kann nicht mehr… er mag nicht mehr… er hat Angst, zu lange zu warten. Er hält es zuhause einfach nicht mehr aus. Zu übermächtig ist die Furcht davor, der Erkrankung seiner geliebten Mutter ins Auge zu schauen – zu übermächtig ist der Wunsch, einfach zu fliehen – zu gewaltig ist die Verlustangst, die Noah schlaf- und hoffnungslos werden lässt.

Noah läuft weg. Viel zu jung für eine solche Flucht, viel zu schwer beladen mit tonnenschweren Gefühlen, aber mit jedem Meter, den er sich von seinen Eltern entfernt, mit jedem Zentimeter wachsender Distanz beginnt er klarer zu sehen. Der Albtraum zerfließt im aufziehenden Nebel der selbst gewählten Blindheit.

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Literarisches Caféhausgeplauder über das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen - Ali Shaw
Das Mädchen mit den gläsernen Füßen – Ali Shaw

Zur Vorgeschichte: es waren einmal zwei Leserinnen. Es begab sich zu jener Zeit als die eine innerhalb kürzester Zeit dieses wundervolle Buch las. Sie suchte das Gespräch zum Buch, musste sich über „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“ (Script 5) austauschen und fand eine Leserin, die auf ihr Anraten hin, selbiges Buch in genauso kurzer Zeit las. So war eine Basis gegeben, um sich umfangreich über das Buch zu unterhalten.

Vor nicht allzu langer Zeit in einem lauschigen Café:

Du, wir müssen jetzt und hier unbedingt reden. Genau und zwar über „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“. Stimmt, das Cover mit seinem verträumten Blütenmuster und die sonstige Gestaltung mit den silbernen Seiten sind ein echter Hingucker und machte Lust auf das Lesen des Buches. Wir haben beide jeweils nur zwei Tage gebraucht, eigentlich ein gutes Zeichen. Das lag am Schreibstil, meinst du. Ja, da hast du Recht, der Roman liest sich sehr flüssig, die Sprache ist poetisch und doch leicht verständlich, das Lesen kann man genießen. Und auch die Idee des Buches ist originell und birgt viel Raum für Ideen. Auch dass die Protagonisten nicht mehr im Teenageralter sind, hat mir gleich zum Anfang sehr gut gefallen.

Ein junges Mädchen namens Ida entdeckt nach ihrem Urlaub auf St. Haudas Island, dass sich ihre Füße langsam in Glas verwandeln. Sie stellt dies zwar mit einigem Erschrecken fest, doch beginnt sie auch gleich zu handeln, denn Ida ist eine zielstrebige und mutige Frau. Es geht also zurück auf die Insel, wo sie sich Rettung und Klarheit erhofft. Doch wem begegnet sie? Midas, einem eigenbrötlerischen Fotografen, der sie von Beginn an fasziniert und anzieht.

Ja, du hast Recht, bis hierhin klingt alles sehr gut, die Idee erinnerte mich etwas an Aschenputtel. Vielleicht findet Ida in Midas ja ihren Prinzen und ihre Rettung, dachte ich? Doch warte mal, sie findet auf dieser eigentümlichen Insel ja noch so viel mehr. Oh ich sehe, du runzelst die Stirn und trommelst mit deinen Fingern auf dem Tisch. Beruhige dich doch, so schlimm kann es ja nun mit der weiteren Geschichte ja nicht werden? Schlimm nicht, meinst du, aber so verwirrend, dass am Ende nur Fragen übrig bleiben, die nicht geklärt sind. Welche Fragen denn zum Beispiel?

Warum gibt es die Ochsenmotten?

Ja, stimmt, die sind schon sehr eigenartig. Auf der Insel trifft Ida auf Henry Fuwa, durch den sie sich Hilfe bei ihrem Problem erhofft. Und dieser Henry, ein ähnlicher Kauz wie Midas, züchtet kleine fliegende Ochsenmotten. Niedliche Tiere, sagst du, aber ohne Funktion im Roman. Stimmt, sie sind einfach nur da, vielleicht sollen sie zur geheimnisvollen Stimmung des Romans beitragen? Doch woher kommen sie und warum finden Ida und Midas bei ihrer Begegnung mit diesen Tiere sie eher alltäglich als fantastisch? Wir hätten uns wohl eher erschrocken und gefragt, welche Bewandnis sie haben.

Tja, warum wurde diese tolle Idee nicht weiterausgebaut. Eine Frage, die du zurecht stellst.

Was ist das weiße Tier?

Oh ja, das möchte ich auch gerne mal wissen. In vereinzelten Nebensätzen wird von einem weißen Tier gesprochen, dass alles im Blickfeld weiß werden lässt. Woher kommt nun diese Tier, welche Funktion hat es? Hängt es mit dem Glas zusammen? Das sind auch Fragen, die sich mir auch gestellt haben, die aber leider nicht beantwortet wurden. Wieder eine Idee, die im Sand verläuft.

Was ist denn nun eigentlich das Thema des Romans?

Puh, das möchte ich auch mal wissen. Für mich geht es eher um eine Familiengeschichte, nämlich in erster Linie um die von Midas. Ja, richtig, die wird sehr detailliert und sehr feinfühlig beschrieben. Man fühlt sich sofort wohl in der Geschichte und möchte mehr über die Personen erfahren. Doch was hat das alles nun mit Ida und ihren Glasfüßen zu tun? Doch halt, die Geschichten hängen zusammen, schließlich gibt es in beiden Familien unglücklich Liebende. Ein etwas plumper Versuch, krampfhaft einen Zusammenhang herzustellen, meinst du. Hast eigentlich Recht. Die Zusammenführung der beiden Protagonisten scheint nun wirklich mehr als gewollt, sodass sich ein Arsenal von Nebenfiguren und Nebenhandlungen ergibt, die eigentlich nichts mit der Haupthandlung zu tun haben. Ida bleibt dabei ziemlich oft außen vor, zumindestens ihr Schicksal mit den Glasfüßen hat bei aller Tragik gar keinen Platz und findet in diesen Abschnitten auch keine einzige Erwähnung, auch die Hoffnung, das dies mit den Füßen zusammen hängt, erfüllt sich nicht.

Die offensichtlichste Frage hast du aber noch nicht gestellt: Woher kommt das Glas?

Ida wird langsam zu Glas. Schön und gut, doch warum und wie? Durch das weiße Tier oder die Ochsenmotten? Ich habe keine Ahnung. Du? Du also auch nicht. Schade, denn gerade diese Frage sollte doch beim Titel und Thema des Buches schon geklärt werden. Wohl wahr, denn die Geschichte enthält zwar fantastische Elemente, allerdings fehlen ein paar unbedingt wissenswerte Grundlagen. Spielraum für Leserfantasien muss sein und sollte auch sein, aber hier war eindeutig zuviel davon.

Tja, was machen wir nun mit diesem Buch. Es ist schade, meinst du, schade, dass eine so tolle Idee in so vielen verschiedenen Ansätzen untergeht. Fantasyroman, Liebesgeschichte, Familienroman, Entwicklungsroman, genau kann man ihn nicht einordnen. Hier müssen wir als Leser wohl selbst entscheiden. So vieles bleibt unbeantwortet und im Ansatz stecken. Vielleicht wollte der Autor einfach zu viel? Möglich, meinst du.

Ist es trotzdem lesenswert? Durchaus, sagst du, aber man sollte keine stringente Handlung erwarten, keine 100 Prozent-Logik. Doch wenn man im Anschluss mit einer guten Freundin darüber reden kann, dann hat das Buch doch wahrlich sein Gutes. Wie Recht du doch hast, denn dieses Gespräch über Ali Shaw´s Buch wurde sehr lang. Was haben wir gelacht, was haben wir weitergesponnen und gedacht und hätten wir unseren persönlichen Ideenausbau notiert, wäre das Buch jetzt genau so rund, wie wir es uns gewünscht hätten.

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen - Ali Shaw
Das Mädchen mit den gläsernen Füßen – Ali Shaw

Ali Shaw gibt uns dennoch ein weiteres Rätsel auf, denn sein nächstes Buch erscheint im gleichen Stil – nur die Farbe und der Titel des Covers ist anders – aber Achtung – es ist kein zweiter Teil.

Was machen wir nun? Ich finde, es sollte eine Chance bekommen. Abgemacht!

Update 12.02.2013: Ali hat eine zweite Chance bekommen – hier entlang zum Artikel „Der Mann, der Regen träumt

Die Rubinrot – Dreharbeiten beginnen…

519dkateIsL._SY344_BO1,204,203,200_Im Jahr 2009 habe ich „Rubinrot“ von Kerstin Gier gelesen, nein, ich habe es regelrecht verschlungen. Obwohl es Fantasy ist, habe ich mich in diesen gelungenen Auftakt der „Liebe geht durch alle Zeiten“-Trilogie verliebt.

Trägst du es in DIR ?

Kerstin Gier ? Ist das nicht die, die sonst immer Frauenromane schreibt ? Ja, genau die, mit den sonst so ziemlich kitschigen Covern, an die ich mich noch nie rangetraut habe ?

JAWOHL SIE IST ES.

Ein Ausflug von Kerstin Gier in die Jugendliteratur ? Genial.
Ich bin geplättet, begeistert, fasziniert, sprachlos und ich weiß: ICH WILL MEHR!

Nun wird der Roman verfilmt, ab dem 21. Februar 2012 starten die Dreharbeiten von Kerstin Giers internationalem Bestseller „Rubinrot“. Vor der Kamera stehen u.a. Katharina Thalbach, Axel Milberg und Veronica Ferres.

„Bereit?“

„Bereit, wenn du es bist“, sagte sie leise. (mehr …)

[Vorankündigung] Die Flucht ~ Ally Condie

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„Als hätten die Vögel deinen Namen in den Himmel geschrieben.“

Dieses magische Zitat aus Ally Condies Die Auswahl beendete im letzten Jahr unsere gemeinsame Rezension auf Literatwo. Dieser Satz war allerdings nicht das Ende aller Hoffnungen auf eine baldige Fortsetzung eines Buches, das wir zu unserem Gewinner des Lesejahres 2011 gekürt haben. Und dies aus bestem Grund und mit den guten Füllern unterschrieben.

Bestimmung, Liebe und der Beginn eines fast aussichtslosen Kampfes gegen ein allmächtiges System – diese Faktoren haben uns zu Weggefährten von Cassia werden lassen. In einer Gesellschaft der Zukunft wird sie „gepaart“ – eine von der Regierung arrangierte Partnerschaft soll ihren zukünftigen Lebensweg bestimmen. Dabei kann sie nicht klagen, fällt die Wahl doch ausgerechnet auf ihren besten Freund Xander. Keine unliebsamen Überraschungen und das System wird wohl wissen, was es tut. Diese Form von Ehevermittlung dient dem Überleben der Gesellschaft und die Partner sind nach Veranlagung, Erbmaterial und weiteren Parametern ausgewählt. Das System irrt nicht. Niemals…

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Bücher lösen Gedankenketten aus…

439_40109_109945_xxlVor einiger Zeit schrieben wir einen besonderen Artikel über das Buch „Ich habe den Todesengel überlebt“ von Eva Mozes Kor. Das Buch wurde zugeklappt, aber der Inhalt hat sich festgebrannt in die Leserseele und die Gedanken wurden angekurbelt.

So sah ich mich im KZ-Buchenwald ankommen. Damals war ich 14 Jahre, die Zeit vor meiner Konfirmation. In der DDR war es damals üblich, in den Jugendstunden das Thema Holocaust zu besprechen und ein Konzentrationslager zu besuchen. Auch heute ist dies oftmals noch so üblich. Während ich die Zeilen Eva Mozes Kor las, überkam mich ein mehr als bedrückendes Gefühl. Das Gefühl, welches ich während der Besichtigung in Buchenwald hatte. Beklemmung, Traurigkeit, Hass, Wut und Entsetzen.

Lange Gespräche mit Mr. Rail über das Buch, holten letztendlich noch mehr Erinnerungen an die Oberfläche. Das große Eingangstor mit der Aufschrift „Jedem das Seine“ machte mir damals Angst. Es zu durchschreiten, war als ob ich in eine anderen Welt ging, in die ich nie gehen wollte, die es für mich am Liebsten nie gegeben haben sollte. Eva Mozes Kor musste das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“ damals in Auschwitz kennen lernen, ein Tor welches auch sie ganz sicher nie durchschreiten wollte. Ihr war kalt, mir war an diesem Tag kalt und doch war ich nur zur Besichtigung dort, sie musste um ihr Überleben kämpfen. Bedrückend, ungeheuerlich, eine Vorstellung die schmerzt.

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