Kategorie: Kinder- & Jugendbuch

Freak City ~ Kathrin Schrocke

Freak City ~ Kathrin Schrocke
Freak City ~ Kathrin Schrocke

Seit ich Kathrin Schrockes Werk „Verdammt gute Nächte“ gelesen habe, bin ich von ihrer Schreibe fasziniert. Als ich sie im März letzten Jahres treffen konnte, habe ich ihr dies natürlich mitteilen müssen. Ich habe mir fest vorgenommen, ihre bereits erschienenen Bücher zu lesen. Die Themen die sie anspricht, sind die Themen die Spuren im Leserherz zurück lassen und lesen wir nicht genau wegen diesen Spuren?

Auf meinem Wunschzettel bei Lovelybooks habe ich aus diesem Grund ihr Werk „Freak City“ stehen. Beim Osterwichteln wurde ich mit diesem Roman überrascht und ich konnte mich kaum mit dem Lesen zurückhalten und wusste, dass ich bald zwischen den Seiten tauchen muss. Zumal mir meine Wichtelmama zu dem Werk tiefe Zeilen mitgegeben hat. Sie selbst hat ein körperliches Problem und als sie durch meine Wunschliste stöberte, blieb sie an Schrockes Werk hängen, bestellte es und zwar nicht nur für mich, sondern gleich für sich mit. Innerhalb kurzer Zeit hat sie es verschlungen und mir ihre Eindrücke schriftlich übermittelt. Mich hat eine Gänsehaut überrollt und gleichzeitig wurde ich gespannter aufs Werk.

Freak City ~ Kathrin Schrocke
Freak City ~ Kathrin Schrocke

Im letzten Urlaub nahm ich es also mit auf die Reise. Auf der Fahrt nach Rotterdam rutschte ich tiefer und tiefer ins Werk. Während des Lesens hatte ich die Meldodie und den Text von der Band Wir sind Helden „Nur ein Wort“ im Ohr. Gleich vorn im Roman ist ein Auszug vom Lied und dieser setzte sich über alle knapp 240 Seiten fort.

„Und es war ein Montagnachmittag im Juli, als diese seltsame Geschichte begann.“ (Seite 8)

Mitten im Leben des 15 jährigen Mika, mitten in der pubertären Phase, komme ich an. Mika schaut nach Mädchen, lässt sich schnell den Kopf verdrehen und seine Freundin hat ihn soeben verlassen. Es herrscht Neid unter den heranwachsenden Männern, Sex und die große Liebe liegen in der Luft und verdrehen Köpfe. Sandra fehlt und Mika weiß nicht weiter. Er lässt sich gehen, lebt lustlos durch den Tag und wartet, dass sie zurück kommt. Es gibt nichts, was ihn aus seiner trüben Stimmung herausreißen kann.

Oder doch?

Freak City ~ Kathrin Schrocke
Freak City ~ Kathrin Schrocke

Als er Lea zum ersten Mal sieht, lösen sich seine Gedanken an Sandra in Luft auf. Doch es stellt sich schnell heraus, dass Lea kein normales Mädchen ist. Lea ist gehörlos und ein Gespräch mit ihr ist nicht einfach, sondern eine Herausforderung. Mika kann weder Gebärdensprache, noch von den Lippen ablesen und eigentlich hat er keinen Nerv sich gerade jetzt auf komplizierte Dinge einzulassen. Doch Lea geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Lea ist anders und Mikas Interesse für sie wächst so weit, dass er die Gebärdensprache lernen will.

„Man machte manchmal schreckliche Dinge, obwohl man liebte.. Oder vielleicht machte man sie gerade deshalb.“ Seite 198

Er beginnt sich von seinen Freunden zu distanzieren, sucht sich eine neue Welt. Lea braucht kein Mitleid, Lea fühlt sich nicht behindert und Lea ist keinesfalls zurückhaltender als andere Mädchen und erst recht nicht einfach. Mika ist fasziniert und möchte oft an ihrer Seite sein, auch wenn es ihm Freunde und vor allem seine Familie nicht einfach machen. Sie möchte ihn und Sandra wieder verkuppeln und können nicht verstehen, dass er die Gebärdensprache lernen will. Stress vorprogrammiert. Doch Mika ist Mika…

Freak City ~ Kathrin Schrocke
Freak City ~ Kathrin Schrocke

Freak City (Carlsen) ist für mich ein typisches Schrocke-Werk. Die Autorin hat mich erneut fasziniert und mit einem völlig neuartigen Thema überrascht. Ich habe mich nicht nur zwischen den Protagonisten wohl gefühlt und eine aufregende Zeit durchlebt, sondern ich habe viel über das Thema Gehörlosigkeit gelernt. Kathrin Schrocke schreibt dabei authentisch, in jugendlicher Sprache und lässt ihre Protagonisten so handeln, wie es plausibler kaum sein könnte. Habt ihr gedacht, dass Lea vielleicht Mitleid möchte und braucht? Ganz im Gegenteil, denn sie hat eine eigene Welt, aber das wird sie euch schon selbst klar machen.

Bei einem Jugendbuch liegt es auf der Hand, dass das wichtige Thema Freundschaft eine große Rolle spiel. Wir alle haben Freunde und sobald wir uns verändern, beginnen sich die Fäden der Freundschaft zu spannen. Einige davon reißen, andere halten. Echte Freunde zeigen sich dann, wenn persönliche Veränderungen keine Hindernisse sind, sondern neue Herausforderungen die gemeinsam bewältigt und gelebt werden können. Zusammenhalt und diverse Weggrenzen im Leben thematisiert die Autorin. Gefühlvoll und dennoch direkt und klar, lässt sie ihre Figuren durch die schwierigen Jugendphasen gleiten.

Freak City ist anders.

Freak City ist typirsch Schrocke.

Freak City ist ein Werk, welches im Bücherregal nicht fehlen sollte, denn dafür ist es zu gut!

Eure

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Atlantia ~ Ally Condie

Atlantia ~ Ally Condie
Atlantia ~ Ally Condie

LeserINNEN – es ist wieder Lagerfeuerzeit bei Literatwo!

Lagerfeuer? Hallo? Es sind 30 Grad im Juni, es ist wunderbar sommerlich und Frau Binea macht ein Lagerfeuer mit Jule? Aber klaro doch, für ausgefallene und verrückte Abenteuer sind Buchmädels doch immer zu haben. Richtig? Also überlegt nicht lange und setzt euch zu uns, denn ihr werdet nicht verbrennen, aber vielleicht ertrinken?

Bevor ihr runter zu Atlantia (Fischer FJB) taucht, guckt doch vorher bei Julia auf ihrem Blog Ruby´s Cinnamon Dreams vorbei, denn dort gibt es weitere atlantische Worte. Oder nach dem Auftauchen 🙂

Wir hoffen, dass ihr schwimmern könnt. 🙂

Julia fragt ~ Binea antwortet

Oben oder Unten – wo würdest du lieber leben und warum?

Unten. Keine Frage. Schon als ich die ersten Seiten las wusste ich, dass ich nicht nach oben möchte. Mein Bauchgefühl sagte mir das so. Eine richtige Begründung gibt es nicht. Mir wurde aber während des Lesens immer klarer, dass ich nie oben leben wollen würde, wobei es eigentlich auf der Hand liegt, dass jeder von uns nach oben will. Wir kommen schleßlich von oben. Ich fühle mich dort verankert, wo der Haupthandlungsort ist. Protagonistin Rio wohnt schon immer unten und aus diesem Grund habe ich mich dort auch niedergelassen. Zudem ist der Fluch, der auf den Oben Lebenden liegt, einfach zu grausam.

„Ein kurzes Leben, Krankheit, Schwäche und Elend.“ (Seite 9)

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[Literatwo goes Schule] Finn released ~ Oliver Uschmann

Finn released ~ Oliver Uschmann
Finn released ~ Oliver Uschmann

In den letzten Wochen hat sich die Klasse 5B des Evangelischen Gymnasiums Tharandt mit dem Roman „Finn released“ von Oliver Uschmann beschäftigt.

Folgende Themen wurden dabei behandelt:

  • das Erstellen eines Figurensteckbriefs von der Hauptfigur Finn
  • das Erarbeiten eines Autorenporträts von Oliver Uschmann und Mark Twain
  • die Besprechung der Quest und die Erfahrungen durch das Experiment
  • eine Gegenüberstellung der Figuren Finn und Huckleberry Finn

Krönender Abschluss dieser Buchbesprechung war eine Lesung des Autors in der Buchhandlung „Findus“. Anderthalb Stunden lang las Oliver Uschmann witzig und sehr unterhaltsam aus dem Buch „Finn released“ und auch aus den beiden Folgebänden vor und stellte sich allen Fragen der Schüler.

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[Silber] Das zweite Buch der Träume von Kerstin Gier

Silber ~ Kerstin Gier
Silber – Das zweite Buch der Träume ~ Kerstin Gier

Silber – Spinnweben ab! Traumtür auf!

Im Oktober soll bereits der dritte und letzte Band der Silber-Trilogie erscheinen und ich präsentiere euch erst heute meine Meinung zum zweiten Teil. Gelesen habe ich ihn bereits im letzten Jahr. Wie ihr an den Bildern sehen könnt, war ich gerade an der Ostsee. Es war Sommer, es war sonnig und ich war tiefenentspannt und ich habe natürlich geträumt. Verrückt ist, dass ich an den Lese-Tagen wirklich nachts so geträumt habe, dass ich mich morgens wieder daran erinnern konnte. Eine traumhafte Zeit sozusagen. Beim Lesen des ersten Teils ging es mir schon so. Verrückt.

Bei Trilogien ist es schwer, nicht so viel zu verraten, und mittlerweile überlege ich, nur noch den jeweils ersten Teil zu besprechen oder ich lese einfach keine Trilogien mehr. Lach. In diesem Fall wäre das aber sehr schade.

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Love letters to the dead ~ Ava Dellaira

Love Letters to the Dead ~ Ava Dellaira
Love Letters to the Dead ~ Ava Dellaira

Liebe Melanie Thornton,

du wunderst dich bestimmt, warum ich dir schreibe. Darf ich dich einfach duzen? Ich mach es einfach, da ich mich dir so näher fühle. Wahrscheinlich wunderst du dich überhaupt nicht über die Zeilen, da dich mein Brief nie erreichen wird. Du bist leider schon vor einigen Jahren von uns gegangen und ich war damals sehr erschüttert und bin es heute immer noch. Am 24. November 2001 wolltest du nach Zürich fliegen. Das Flugzeug stürzte ab. Jedes Jahr um die Weihnachtszeit höre ich mein Lieblingslied von dir:  „Wonderful Dream“ – ich nenne es immer „CocaCola-Song“. Ich liebe es so sehr.

Warum ich dir schreibe?

Ich habe gerade Ava Dellairas Werk Love Letters to the Dead (cbt) beendet und mir war sofort klar, dass ich meine Gefühle und Gedanken nur anhand eines Briefes an dich niederschreiben kann.

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[Pippilothek] Eine Bibliothek wirkt Wunder…

Pippilothek - Eine Bibliothek wirkt Wunder
Pippilothek – Eine Bibliothek wirkt Wunder

Ihr wart noch nie in einer Pippilothek? Echt nicht? Ehrlich gesagt…scheinbar keiner von uns, denn wir besuchen keine Pippilothek, sondern eine Bibliothek, richtig?

Gestern hat mir diesen kleinen Geschenkbuchschatz mein liebes Lesebienchen in die Hand gedrückt. Ich so: „Pippilothek?“ Sie so: „Kennst du die Pippilothek nicht? Aber schnell hinein mit dir.“

Gesagt, getan. Wobei ich wohl eher der flüchtenden Maus hinterher schaute, denn die rannte weg. Sie wurde von keiner Katze gejagt, wie ihr jetzt vielleicht denkt. Nein – anders – von einem Fuchs. Ganz genau – von einem Fuchs. Sie schaffte es gerade noch rechtzeitig in die Bibliothek. Als der Fuchs sich allerdings auch Einlasse verschaffte (er zwängte sich durch ein enges Rohr), musste die Maus mit Worten überzeugen, um nicht sofort gefressen zu werden. (mehr …)

In deinen Augen ~ Maggie Stiefvater

In deinen Augen ~ Maggie Stiefvater
In deinen Augen ~ Maggie Stiefvater

Nun ist es soweit, alle drei Bände stehen nebeneinander, die Trilogie ist komplett. Nach dem Sommer, Ruht das Licht,In deinen Augen (Script5) von Maggie Stiefvater leuchtet, glänzt und ist abgerundeter als manch andere Reihe. Die feinen optischen Unterschiede sind die gewählten Titel, die nebeneinander den Satz „Nach dem Sommer ruht das Licht in meinen Augen“ ergeben, mehr als romantisch.

Dennoch habe ich mich eher zögerlich dem dritten Teil genähert, in dem Wissen, Grace und Sam ein letztes Mal zu begegnen. Und dann? Werden Sam und Grace ein Paar und können als Menschen für immer zusammen bleiben? Werden sie beide am Ende Wölfe oder wird die Trilogie so enden, dass einer der beiden lebenslang ein Wolf und der andere lebenslang ein Mensch bleibt?

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Ruht das Licht ~ Maggie Stiefvater

Ruht das Licht ~ Maggie Stiefvater
Ruht das Licht ~ Maggie Stiefvater

Unglaublich, aber wahr. Grace und Sam können endlich ein Leben gemeinsam leben.

Über einen langen Zeitraum haben die beiden von genau dieser Zeit geträumt und es schien nie möglich zu sein, dass dieser Traum sich tatsächlich erfüllen kann. Verbotenerweise übernachtet Sam regelmäßig bei Grace und wenn sie nicht gerade in der Schule und Sam nicht gerade im Buchladen arbeitet, verbringen sie nun jede freie Minute miteinander. Endlich, beide können ihr Glück kaum fassen. Sam scheint geheilt, die Temperaturen können ihm nichts mehr anhaben. Egal ob warm oder kalt, er verwandelt sich nicht mehr in einen Werwolf.

„Ein winziger Tropfen in dem Meer von Zeit, das unser gemeinsames Leben war.“

Doch als ob es den beiden nicht gegönnt ist, scheint ihr Glück des Zusammenseins wieder in Gefahr zu sein. Graces Eltern haben das junge Paar in der Nacht, in der es Grace überhaupt nicht gut ging und sie hohes Fieber hatte, entdeckt. Sie hassen Sam und wollen nicht, dass sich Grace im Alter von 17 Jahren in eine feste Beziehung begibt und erst Recht nicht mit Sam. Sie sind erbost und verbieten weitere Treffen und erteilen Grace Hausarrest. Doch dies ist nicht das größte Problem, denn seit einiger Zeit geht es ihr nicht gut. Sie ist immer noch krank und es scheint nicht nur das Fieber zu sein, was nicht wieder verschwinden will. In ihr tobt eine Ahnung, was es sein könnte, doch diese Ahnung möchte sie lieber für sich behalten.

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Zum Glück bemerkt mich niemand…dachte ich ~ Liv Marit Weberg

Zum Glück bemerkt mich niemand...dachte ich ~ Liv Marit Weberg
Zum Glück bemerkt mich niemand…dachte ich ~ Liv Marit Weberg

Lagerfeuer außer Kontrolle

Seit unserem ersten Gespräch am Lagerfeuer („Der Wald der träumenden Geschichten“ ~ Malcolm McNeill) wussten wir, dass wir bald wieder ein Buch gemeinsam lesen und dann darüber plaudern wollen.

Schnell waren wir uns einig, dass es der Roman Zum Glück bemerkt mich niemand…dachte ich  von Liv Marit Weberg (FISCHER SAUERLÄNDER) sein soll. Ein Lagerfeuer läuft so ab, dass jeder für sich liest und dann stellt jeder seinem Gegenüber 3 bis 5 Fragen. Bei diesem Lagerfeuer lief alles komplett anders. Der Roman brachte das ganze Lagerfeuergespräch außer Kontrolle.

Wir haben das 223 Seiten Werk relativ schnell verschlungen und waren erstmal sprachlos. „Durchwachsen…untenschlossen…also ähnlich wie bei dir…“ so die ersten Worte zum Gesamtwerk.

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[Blogtour] Liebeskinder-Interview ~ Jana Frey

Liebeskinder ~ Jana Frey
Liebeskinder ~ Jana Frey

Es gibt Romane, die lassen dich nicht mehr los, die erschüttern dich, fesseln dich, drängen dich in eine Ecke. Es gibt Romane, die dich schmunzeln lassen, dir Schmerzen bereiten, obwohl sie ohne Gewalt sind, dich zum Weinen bringen, dich erschrecken und so zurücklassen, dass du mehrere Tage lang zu keinem neuen Roman greifen kannst. „Liebeskinder“ gehört genau in diese Kategorie und hat sich in mir nicht nur festgebrannt, sondern regelrecht in meine Leserhaut eingeätzt.

Jana Freys Werk werde ich nicht vergessen, es gehört ab sofort zu einem der Bücher, die meinen Leseweg speziell markiert haben. Die Worte die dieser Roman verdient, müssen erst noch erfunden werden. Wahnsinn – so viele Gefühlsebenen habe ich lange nicht durchlebt, solchen Lebenssituationen musste ich mich lange nicht stellen.

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