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Nachtigall, ick hör dir trapsen

Die Nachtigall ~ Kristin Hannah
Die Nachtigall ~ Kristin Hannah

Ihr kennt die Redewendung mit der Nachtigall? Ich hatte keine Vorahnung, als ich mich in den Roman von Kristin Hannah begeben habe. Aber ihr habt eine Vorahnung, was ich gleich tun werde, richtig? Ich bin meiner inneren Lesestimme und dem Gesang der Nachtigall gefolgt und kann euch nur empfehlen, es ebenfalls so zu machen. Ihr werdet es nicht bereuen. Wer an der Nachtigall vorbei liest, dem ist nichts mehr zu empfehlen. Ja, so ist es!

Und ja, es geht um Krieg in diesem Roman. Aber ihr müsst keine Angst haben, dass ihr eine Geschichte erzählt bekommt, die euch langweilen oder ohne Emotionen zurück lassen wird. Garantiert nicht!

Lustig ist, dass ich diese ersten Sätze hier schrieb, als ich noch um die 170 Seiten vor mir hatte. Genau gestern Abend um die Zeit, ahnte ich noch nicht wirklich, was mir passieren wird. Obwohl der September schon fast um ist, habe ich nur in der Nachtigall lesend getaucht. Die mehr als 600 Seiten haben mich keinesfalls gelangweilt und ich habe sofort mit den Protagonisten sympathisiert und vor allem mitgefiebert, es lag schlicht und ergreifend an meiner persönlich nicht vorhandenen Lesezeit. Wenn ich aber die Nachtigall geöffnet habe, habe ich sie kaum zum Schweigen bringen können.

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Der Zirkus der Stille ~ Peter Goldammer

Der Zirkus der Stille ~ Peter Goldammer
Der Zirkus der Stille ~ Peter Goldammer

Habt ihr schon gesehen, dass der Zirkus in der Stadt ist? Auch buchig hat er Einzug in Dresden gehalten.  Allerdings handelt es sich um keinen normalen Zirkus, sondern um Der Zirkus der Stille (Atlantik) von Peter Goldammer. Vorhang auf? Manege frei? Seid ihr bereit?

Achtung, bitte nicht so drängeln, denn ganz so, wie ihr euch den Zirkus vorstellt, wird es nicht. Verabschiedet euch ganz schnell von den trubeligen Zirkusgedanken, denn wir ihr am Titel schon erkennen könnt, wird es eher still, als laut. Doch geht das überhaupt? Wird es Peter Goldammer schaffen, still zu faszinieren?

Im Mittelpunkt der Manege steht Thaïs Leblanc. Doch genau aus dieser Manege will sie ausbrechen. Ihr Ziel ist es, Abstand von der Großmutter Victoria zu bekommen, ihr Ziel ist die Normalität. Sie erhofft sich diese zu finden und zwar in der Großstadt Paris. Thaïs möchte ihre Liebe leben, Geld verdienen und genießen. Schon lange hat sie keine Eltern mehr und kommt gut in ihrem Leben klar. Die Nachricht, dass ihre Oma nun gestorben ist und sie verantwortlich für die Bestattung und den Nachlass ist, bringt den Takt ihres Lebens durcheinander. Lange hatte sie keinen Kontakt mehr zu ihrem einzigen noch lebenden Familienmitglied und nun ist auch kein Kontakt mehr möglich, außer an den Ort zu fahren, an dem sie die letzten Lebenszeiten verbrachte.

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Hool ~ negative Fasziniation

Hool
Hool – extrem

Hool

Es gibt Buchtitel, die provozieren einfach. Zumindest mich. Buchtitel wie Tu dir weh, Blutsbrüder oder eben dieser hier – „Hool“. Das Design in schwarz-weiß und die Schriftart verstärken die Provokation nur noch. Gut so, denn Bücher dürfen das und ich habe nicht lange standhalten können. Ich habe mich innerhalb kurzer Zeit durch den Roman gehoolt. Nicht weil er auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2016 steht, sondern weil mich das Thema einfach interessiert. Ich bin der extremere Lesetyp und ich mag außergewöhnliche Bücher und ich bin Fußballfan und ich kenne so einige Geschichten aus meinem Umfeld zum Thema. Und genau aus diesen Gründen habe ich es gelesen. Vielleicht sogar ein wenig mitgehoolt…

Gleich auf der ersten Seite lese ich den Namen meiner Heimatstadt. Das bleibt wohl bei diesen Büchern nicht aus und gehört wohl auch dazu. Der wilde Osten. Doch Autor Philipp Winkler bleibt im Westen Deutschlands und beschreibt gleich zu Beginn den ersten Zusammenstoß zweier Fangruppen in einem abgelegenen Stück Wald. Hannover gegen Köln – Köln gegen Hannover. Die Gruppe um Axel ist eindeutig stärker. Axel ist der Anführer der Hannoveraner Hooligans und gleichzeitig der Onkel von Hauptprotagonist und Anführeranwärter Heiko Kolbe. Zähne werden herausgeschlagen, es wird getreten und geschlagen, es blutet, Ohnmachten sind nahe und am Ende liegen die Verlierer und die Gewinner stehen und eilen möglichst unbemerkt zurück in ihren Heimatort. Ein ganz normales Match. Ein Match, ein Wettkampf, ein Zeigen, ein Beweisen, ein Adrenalinrausch der bald wiederholt werden will, sobald die Blessuren verheilt sind.

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Wir Glücklichen ~ Amy Bloom

Wir Glücklichen ~ Amy Bloom
Wir Glücklichen ~ Amy Bloom

Wer das Cover sieht, denkt an Sommer, zwei Freundinnen und an lockerleichtem Inhalt, der sich wegliest, wie ein Tag am Strand. Oder irre ich mich? Sollte ich sagen: Vorsicht Coverfalle?

Das Buch trägt den Titel „Wir Glücklichen und ist aus der Schreibfeder von Amy Bloom. Immer wenn ich in der Buchhandlung um das Buch herumgeschlichen bin, habe ich mir gedacht, dass es für den Strand gut geeignet ist. Oder noch besser – fürs Lesen auf der grünen Wiese, gemeinsam mit einer Freundin. Sommer – Sonne – relativ leichter und schnell konsumierbarer Stoff. So jedenfalls meine Gedanken.

Zum Glück habe ich den Bloom-Roman nicht draußen begonnen, sondern an einem recht verregneten Sommertag, gemütlich auf dem Sofa. Das Buch benötigt eine ruhige Umgebung, in der man sich tief ins Thema fallen lassen kann. Ja, auch wenn es nach Hollywood geht

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Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Fünf Viertelstunden bis zum Meer ~ Ernest van der Kwast
Fünf Viertelstunden bis zum Meer ~ Ernest van der Kwast

Meer

Du willst ans Meer und wenige Tage vorher kommt bei dir ein Buch an, was genau passt. Natürlich ist es nicht machbar, in fünf Viertelstunden am Meer zu sein, aber es ist mehr als machbar in dieser besagten Zeit zwischen Ernest van der Kwasts Worten zu tauchen.

Ein Buch darf nur 96 Seiten haben, wenn es einfach groß ist. Ihr wisst sicher was ich meine, wenn ich das so schreibe. Wenn der Inhalt uns umhaut, in uns nachhallt, unser Denken und unser Fühlen beeinflusst, muss ein Buch nicht 400 Seiten haben. Autor Ernest van der Kwast schaffte es mit nur 96 Seiten das Meer des Lebens zu mir zu bringen.

Habt ihr eigentlich einen guten Postboten? Mit Postboten sollte man es sich nicht verscherzen, denn schnell könnte ein wichtiger Brief abhanden kommen. So wäre es nämlich fast passiert, denn während der Bote den Umschlag durch den Schlitz schob, hörte er seine Frau am Telefon rufen, dass die Kinder kommen. Zwillinge.

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Das Lächeln meiner Mutter

Das Lächeln meiner Mutter ~ Delphine de Vigan
Das Lächeln meiner Mutter ~ Delphine de Vigan

Das Lächeln der Mutter vor der wahren Geschichte

Literatur verbindet und damit meine ich die ständigen Kettenreaktionen die in der Literatur ständig vorhanden sind. Nicht nur wir Leser sind untereinander oftmals verbunden, wenn wir im gleichen Roman lesen. Auch die Romane sind verbunden. Manche indirekt und nur für Leser erkennbar, die tief zwischen den Seiten stecken und über Romanränder hinaus denken, manche so direkt, dass sich der Griff zu einem anderen Buch nicht vermeiden lässt.

Die Kettenreaktion sieht am Beispiel so aus: Als ich vor wenigen Tagen „Nach einer wahren Geschichte“ von Delphine de Vigan las und mich darüber austauschte, kam kurzerhand das Buch „Das Lächeln meiner Mutter“ zu mir. Denn um genau den genannten Roman geht es, den Vigan in ihrem neuen Buch thematisiert, auf das sie postalisch allerhand Kritik bekommt.

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Ist das die Wahrheit, Delphine de Vigan?

Sagt Delphine de Vigan die Wahrheit?
Sagt Delphine de Vigan die Wahrheit?

Liebe Delphine de Vigan,

vor mehreren Jahren habe ich zwei Bücher von dir gelesen. Ich habe meine Erinnerungen an die zwei Bücher in Artikel verpackt und ihnen den Namen Nebenwirkungen des Lebens und Sackgasse gegeben. Zwei Bücher die mir nahrhafte Lesestunden gegeben haben.

Heute ist der Tag der Wahrheit, an dem dein neuer Roman das Licht im deutschen Buchhandel erblickt. Viele treue Leser warten schon lange auf diesen Tag. Endlich. Ein neuer Vigan-Roman. Ich durfte schon vor ein paar Tagen in dem Buch mit dem zweifarbigen Cover lesen. Vorn ist es rot, hinten ist es weiß. Das Seitenprofil einer jungen Frau zieht sich um den Schutzeinband. Nimmt man ihn ab, ist die junge Frau weg. Als ob sie nie da war. Der feste Bucheinband ist weiß. Schon die Gestaltung lässt erahnen, was uns erwartet.

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