Kategorie: Buchmessen/Events

Literatwo sagt: VORSICHT BUCH…

Warnung vor dem Buch - es kann fesseln...
Warnung vor dem Buch – es kann fesseln…

Wir wussten genau, worauf wir uns einließen, als wir unsere Reise nach Leipzig angetreten haben. Wir wollten unsere literarischen Thesen im Feldversuch erproben und herausfinden, ob Bücher tatsächlich verbinden und verführen können. Unser letzter Artikel sollte euch darauf vorbereiten, was wir herausfinden wollten. Aber dann schlug DAS BUCH zurück…

Es kann nicht nur verbinden, Menschen zueinander bringen und unsere Welt verändern – nein – es kann viel mehr. Im Eingangsbereich der Leipziger Buchmesse haben fleißige Helfer ein mehr als gewagtes Projekt aus der Taufe gehoben, um selbst uns zu fesseln. Bücher können nicht nur begeistern und anregen – sie können lebensgefährlich sein.

Dies ist unsere letzte Warnung – seht euch vor… wir wissen, wovon wir reden!

Vom Buch erschlagen...
Vom Buch erschlagen…

Kaum hatten wir den mehr als besonderen Stand des Projekts „Vorsicht Buch“ entdeckt, konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, uns auf die besonderen Eigenschaften der präsentierten Werke einzulassen. Die Folgen waren kurios. Einerseits wurden wir von DEM BUCH mehr als gefesselt und noch mehr miteinander verbunden, als dies vorher schon der Fall war. Andererseits hat es uns im wahrsten Sinne des Wortes mit seiner Flut an Eindrücken erschlagen und wir gerieten förmlich unter die Seiten.

Wenn man jetzt der Meinung ist, dass wir unter der Last dieser bedrohlichen Situation zerbrachen, der wird sich wundern zu lesen, dass genau das Gegenteil geschah. Selbst gefesselt und erschlagen fühlten wir uns freier als je zuvor und gute Gedanken und eine ganze Menge Phantasie fluteten unsere buchigen Herzen!

Eine Grenzerfahrung der besonderen Art.

Da biste platt....
Da biste platt….

Dieses Projekt ist empfehlenswert – ihr findet es im Eingangsbereich der Messe und könnt selbst von zuhause aus via Facebook folgen. Prominente und „ganz normale“ Messebesucher lassen sich fesseln und erschlagen und ziehen anschließend mehr als inspiriert durch die gut gefüllten Messehallen.

Und wer noch immer nicht genug vom Fesseln und Erschlagen hat, der kann sich ein reichhaltiges Sortiment sehr ausgefallener Ansichtskarten mitnehmen, auf dem ganz klar zu sehen ist, was Bücher mit uns machen, wie sehr sie uns bereichern und wie intensiv sie unser Leben inspirieren. Wir meinen „DAUMEN HOCH“ für ein ungewöhnliches Experiment, das man so schnell wohl nicht vergessen kann.

Wir sind immer noch platt!

Bücher machen Leben...
Bücher machen Leben…

Leipzig 2013 – Wir sind dann mal weg…

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Leipzig 2013 – Buchmesse – Wir kommen

Wir sind dann mal wieder weg. Dem Lockruf des Buches folgend, befinden wir uns seit heute in der Bücherstadt Leipzig und genießen die diesjährige Buchmesse in vollen Zügen.

In den letzten Tagen haben wir uns wieder einmal viele Gedanken rund ums Buch gemacht und für uns erneut festgestellt, dass wir gar nicht mehr „ohne“ können. Allein aus diesem Grund ist Leipzig immer eine Reise wert.

Große und ganz kleine, geplante und eher spontane Begegnungen mit Büchermenschen, Lesern, Autoren und Stöbernden werden unseren Aufenthalt in der Messe-Metropole mit Sicherheit zu einem bleibenden Erlebnis werden lassen. Mit vollem Terminplan, allerdings auch viel Zeit zum Relaxen und Genießen, sind wir unterwegs und können es kaum erwarten, euch über den Weg zu laufen.

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Zwei unter einem Dach…

Eine Studie in Scharlachrot - Das perfekte Geschenk
Eine Studie in Scharlachrot – Das perfekte Geschenk

Wer kennt das nicht aus eigener Erfahrung? Man sucht händeringend ein passendes Weihnachtsgeschenk für einen bibliophil veranlagten Menschen, der einfach alles hat, was es auf dem Buchmarkt so gibt. Einen Gutschein schenken? Nein – besser nicht, das wirkt so, als habe man sich noch nicht einmal richtig bemüht. Hier naht Hilfe in der Not. Ein literarisches Gesamtkunstwerk von Zwiebook aus dem Hause Dresdner Buchverlag. Hier finden in der sogenannten „Classic Library“ wichtige Autoren der Weltliteratur einen besonders gediegenen Platz um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Die Zwiebook-Ausgabe des Romans „Eine Studie in Scharlachrot“ von Arthur Conan Doyle vereint alles, was ein perfektes Geschenk benötigt:

Es ist streng limitiert.
Es ist ein Buchkunst-Produkt der Extraklasse.
Es ist handgebunden von einer Dresdner Handbuchbinderin.
Es ist ein absoluter Hingucker.
Es ist die Mutter aller Bücher aus dem Sherlock Holmes Zyklus.
Es ist ein zweisprachiges „Wendebuch“.
Es ist höchst individuell.
Ein echter Goldschmied hat das Buch veredelt.
Es verfügt über ein Lesebändchen mit zwei Stirling-Silber-Elementen.

Eine Studie in Scharlachrot - Details
Eine Studie in Scharlachrot – Details

Und es ist ein Jahrhundertbuch – inhaltlich eine absolute Besonderheit auf dem Büchermarkt, da es der erste Roman von Sir Arthur Conan Doyle über Sherlock Holmes ist. Richtig gelesen: Über Sherlock Holmes und nicht nur ein Kriminalfall, in dem der legendäre Detektiv ermittelt. „Eine Studie in Scharlachrot“ erzählt aus der Sicht von Dr. Watson die erste Begegnung mit Sherlock und ist somit die Mutter aller Geschichten, die uns so sehr ans Herz gewachsen sind.

Natürlich spielt auch ein vielschichtiger Mordfall eine bedeutende Rolle, aber ohne diesen ersten Roman über das weltbekannte Ermittler-Duo kann man eigentlich nicht in die Tiefe der folgenden Geschichten eintauchen.

Arthur Conan Doyle suchte im Jahr 1886 händeringend einen Verlag für dieses Buch und verkaufte die Rechte schließlich für lächerliche 25 Pfund, nur um dann zu erleben, dass die Geschichte dann in einer Zeitung veröffentlicht wurde. Beeton’s Christmas Annual brachte sie zumindest als Titel-Story und siehe da – das Magazin war binnen weniger Tage ausverkauft.

sherlock spacer

Dies ist besonders amüsant vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Arthur Conan Doyle 1983 mehrere Versuche startete, sich von Sherlock zu befreien. Er wollte sich historischen Romanen widmen, stellte immer höhere Honorarforderungen und bemerkte überrascht, dass diese bereitwillig erfüllt wurden.

Letztlich ließ er ihn in einem finalen Zweikampf mit seinem Erzfeind Moriarty in eine Schlucht stürzen und verschwinden. Der Aufschrei war riesig, 20000 Leser kündigten ihre Zeitungsabonnements und unzählige Menschen in England trugen Trauerflor. Es sollte also vorerst so enden, wie es einst begonnen hatte. In einer Zeitung!

Eine Studie in Scharlachrot - Ein Zwiebook der Extraklasse
Eine Studie in Scharlachrot – Ein Zwiebook der Extraklasse

Sherlock hatte also 1886 erstmals laufen gelernt und setzte dann seinen Weg in Buchform an der Seite von Dr. Watson durch die Weltliteratur fort. Und natürlich starb er nicht in jener Schlucht, sondern wurde von Conan Doyle nach dem Welterfolg „Der Hund der Baskervilles“ reanimiert, um seinen Erfolgszug bis zum Jahr 1927 fortzusetzen.

Der Dresdner Buchverlag erweist sowohl Conan Doyle, als auch seiner legendären Figur Sherlock Holmes eine doppelte Ehre und veröffentlicht die erste Geschichte „Eine Studie in Scharlachrot“ sowohl in der Originalfassung, als auch in der neuen modernisierten Übersetzung. Und dies in einem Buch! Man muss es nur wenden und kann die Geschichte mit „A Study in Scarlet“ fortsetzen oder Textstellen auf ihre originale Qualität im Vergleich zur Neuübersetzung begutachten! Spannend.

Damit man immer genau weiß, an welcher Stelle im Buch man ist, hat der Verlag ein einzigartiges Lesebändchen erfunden. Es ist in den Bucheinband integriert, kann aber frei nach oben oder unten gezogen werden. So hat man, egal ob man gerade im englischen oder im deutschen Teil des Buches verweilt, ein eigenes Leseband für das entsprechende Kapitel. Damit dieses Leseband immer Teil des Romans bleibt, ist es am jeweiligen Ende durch Stirling-Silber-Lesebandstopper abgeschlossen. Aufwendige Prägungen und die eingestanzte Seriennummer innerhalb der Limitierung machen dieses Leseband gleichsam zum handwerklichen Unikat als auch zum Meilenstein der Buchbindekunst.

Eine Studie in Scharlachrot - Limitiert, aber unbegrenztes Vergnügen
Eine Studie in Scharlachrot – Limitiert, aber unbegrenztes Vergnügen

Eine Studie in Scharlachrot ist auf 999 Exemplare limitiert. Ein Lesebandstopper trägt die per Hand geprägte Nummer des jeweiligen Exemplars. Die ersten Bücher sind bereits im Handel und wer dieses buchige Kleinod sogar noch persönlicher gestalten möchte, der kann sich beim Verlag eine Lieblings- oder Glückszahl aussuchen. Wo gibt es das schon?

Dieses Buch hat der geneigte bibliophile Freund, den es zu beschenken gilt, mit Sicherheit nicht im Bücherregal. Es macht Spaß, in diesem Buch zu lesen. Die Handlung selbst ist ein Meilenstein der Kriminal-Literatur und die Art und Weise, wie sich das Buch präsentiert ist einfach nur als genial zu bezeichnen.

Mit diesem literatwoischen Tipp liegt man zu Weihnachten definitiv nicht falsch, sollte man sich überhaupt von dem Buch trennen können…. Und genau das ist sehr schwer. „Eine Studie in Scharlachrot“ ist inhaltlich, haptisch und optisch eine absolute Zierde für jede Lebensbibliothek und es werden lediglich 999 Exemplare exisiteren…. Also sputet euch!

Ein Gesamtkunstwerk des Buchdruckes mit Goldschmiedearbeiten
Ein Gesamtkunstwerk des Buchdruckes mit Goldschmiedearbeiten

Editorial: All Pictures by PATH (Peter Helbig)

Oda Schaefer auf der schriftgut in Dresden

Gemeinsam für Oda Schaefer – Clara Luisa Demar – Literatwo – Titus Horst

Lange haben wir auf diesen Moment hingefiebert, lange haben wir darauf hingeschrieben und am 10.11., wie auch am 11.11.2012, war es endlich soweit.

Oda Schaefer auf der schriftgut Dresden, Oda gefühlt ganz nah.

Diese Nähe brachten uns bereits schon am Messefreitag Titus Horst, wie auch Clara Luisa Demar. Endlich lernten wir gemeinsam den Vizeenkel und die Vizetochter Odas kennen. Ein herzliches Kennenlernen und intensive, tiefe Gespräche mit den beiden, ließen uns Oda noch mehr fühlen.

Das Gefühl, dass wir Oda schon lange kennen und sie auf der schriftgut persönlich anwesend ist, vermittelte uns Clara Luisa Demar.

Ein Lebensweg präsentiert von Clara Luisa Demar – Oda Schaefer ganz nah…
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Schriftgut 2012 – Impressionen

Schriftgut Dresden 2012 live und in Farbe

Die Messetore haben sich vor wenigen Stunden geschlossen und ganz ehrlich, Literatwo hat keine Worte. Ja, sowas gibt es, denn wir sind emotional, überwältigt, glücklich und gehen gedanklich jede Minute der drei wunderschönen Tage zurück.

Es war grandios und wir sind stolz ein Teil der schriftgut gewesen zu sein und es hat super viel Spaß gemacht, live und in Farbe von der Messe, auf der schriftgut-Facebookseite, zu berichten.

Das Goldene Buch der Stadt Dresden

Jeder Tag war ein schriftgut-literatwoisches Ereignis, wir haben ganz viele herzliche neue Bekanntschaften gemacht und in strahlende Messe-Kid-Reporteraugen geschaut.

Die Messeatmosphäre liegt immer noch in der Luft und wir saugen diese weiterhin nachhaltig ein.

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schriftgut – wir kommen – aber wir sind nicht allein

Die Koffer sind gepackt – schriftgut, wir sind unterwegs…

Literatwo ist schon fast unterwegs. Wir fahren nach Dresden zur ersten Literaturmesse schriftgut – das hat sich inzwischen rumgesprochen. Wir werden von dort berichten und erstmals von einem eigenen Stand aus aktuelle Impressionen in die Welt des Internets schicken.

Dass wir nicht alleine kommen, ist auch in aller Munde, aber wir haben noch viel mehr dabei, als sich der geneigte Messebesucher oder Leser von Literatwo vorstellen kann! Kurz vor Beginn der schriftgut lassen wir euch gerne einen Blick in unsere Gepäck und auf unsere Gästeliste werfen. In wenigen Minuten betreten wir die heiligen Hallen der Dresdner Messe und beginnen mit den Vorbereitungen.

Wir betreten sie gemeinsam mit vielen Wegbegleitern und haben von jedem etwas mehr als Wichtiges dabei!

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schriftgut – Literatwo bringt „Social Media zum Anfassen“ nach Dresden

Innovativ – Interaktiv – Social Media – schriftgut

Zum ersten Mal präsentieren Buch- und Literaturschaffende aus Dresden und dem Umland der sächsischen Hauptstadt ihre Bücher, Druck- und Verlagsprodukte auf einer eigenen Buchmesse.

Die 1. Dresdner Literaturmesse schriftgut bietet ihren Besuchern ein breit gefächertes Programm von Literatur bis Handwerk. Regionale Druckereien, Buchbinder und Papierhersteller gehören ebenso zum Rahmen der schriftgut, wie Autorenlesungen, künstlerische Vorstellungen und interaktive Aktionen auf zahlreichen Lese- und Kleinkunstbühnen.

Interaktion wird auf der schriftgut im wahrsten Sinne des Wortes groß geschrieben. Ausprobieren, Mitmachen, Versuchen, Diskutieren, Fühlen, Hören und Sehen – all dies wird den Besuchern der Buchmesse von Ausstellern und Künstlern geboten.

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Literatwo interviewt den letzten Engel Zoran Drvenkar

Zoran Drvenkar im Interview mit Literatwo

Am Buchmessesamstag war es endlich soweit, wir saßen dem letzten Engel gegenüber. Besser gesagt, dem Bestseller-Autor des Romans Der letzte Engel„, Zoran Drvenkar.

Wir freuten uns schon sehr auf dieses Interview, da uns, wir ihr wisst, so einige Fragen unter den Fingernägeln brannten. Zudem waren wir auf die Antwort zu unserer ersten Frage gespannt.

Auf der Frankfurter Buchmesse haben wir unsere Interviews mit einer Art Challenge gestartet. Auch für Zoran hatten wir eine Frage in petto, die er uns doch beantworten sollte.

Wir wollten also gleich zu Beginn von ihm wissen, welche sympathische Verlagsmitarbeiterin folgende Worte gesagt hat:

„Oh wie schön, ihr trefft den Zoran. Grüßt ihn ganz lieb von mir und sagt ihm, er ist ein wahrer Schatz.“

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Harry Rowohlt liest Mark Twain „Meine geheime Autobiographie“

Mark Twain – Meine geheime Autobiographie – Gelesen von Harry Rowohlt

Am 21. April 1910 starb in Redding, Connecticut, ein gewisser Samuel Langhorne Clemens im Alter von 74 Jahren. Wie sehr diese Nachricht nicht nur den USA eingeschlagen hat, lässt sich nur ermessen, wenn wir uns vor Augen führen, dass dieser Mann unter dem Pseudonym Mark Twain durch seinem Roman „Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ zu weltweitem Ruhm gelangt war.

Sein Lebenswerk ist zeitlos geblieben, die romantische Briefsammlung Sommerwogen hat Literatwo mehr als bewegt, zeigt sie doch die Seite eines Mannes, der von sich gerne behauptete: „Jungs wie mich gibt es nicht alle Tage!“ Und eigentlich dürfte man meinen, dass es heute nichts Neues mehr aus seinem bewegten Leben zu berichten geben dürfte. Weit gefehlt.

Nun sitzen wir, kaum sind einhundert Jahre vergangen, vor der sogenannten „Geheimen Autobiographie des großen Schriftstellers. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des monumentalen Werks ist nicht von Verlagen erdacht, sondern wurde von Mark Twain selbst verfügt. Warum? Ganz einfach, eigentlich:

„In dieser Autobiographie werde ich stets im Hinterkopf behalten, dass ich aus dem Grab spreche. Ich spreche buchstäblich aus dem Grab, denn wenn das Buch aus der Druckerpresse kommt, werde ich tot sein… Aus gutem Grund spreche ich aus dem Grab statt mit lebendiger Zunge: So kann ich frei reden.“

Genau 100 Jahre sollten vergehen, bis die Welt endlich die gesamten Lebenserinnerungen Twains in Händen halten konnte und allein dies zeigt die absolute Weitsichtigkeit und das große Selbstbewusstsein des Schriftstellers, muss er doch zumindest ein wenig geahnt haben, dass sich im Jahre 2012 noch irgendjemand für seine Memoiren interessiert. Wir interessieren uns, blättern vorsichtig in der wertvollen Schuber-Doppelausgabe (immerhin nur Teil 1 von insgesamt 3) und staunen nicht schlecht, wie schnell man in die Welt des Mark Twain einzutauchen vermag!

Gerne folgten wir auch der Einladung des Aufbau Verlages zu einer atmosphärischen Lesung anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2012 und konnten es kaum erwarten zu erleben, wie Harry Rowohlt mit Grabesstimme einen längst verstorbenen großen Literaten wiederbeleben wollte. Bereits die ersten Sätze Rowohlts lassen keinen Zweifel aufkommen, dass nur er – ausschließlich er – in der Lage ist, diese Rolle zu übernehmen.

Mark Twain – Meine geheime Autobiographie – Eine besondere Lesung

Im kongenialen Zwiegespräch mit dem Übersetzer des Werks Hans-Christian Oeser wurde diese Veranstaltung im Lesezelt der Buchmesse zu einem wahren Event. In einem ständigen Wechsel aus vordergründig hintergründigen Lebensanekdoten Twains konnten die Zuhörer nun selbst erleben, wie Harry Rowohlt das gesamte Publikum in twain´sche Stimmung versetzte. Er las sorgsam ausgewählte Passagen, die uns träumen, lachen und leiden ließen. Und alles mit dem sonoren Timbre in der Stimme, für das Rowohlt so bekannt ist. Es war, als säße Mark Twain mitten unter uns. Magisch.

Twains Haltung zu seinen eigenen Lesungen ließ die ersten Wogen heiterer Ausgelassenheit durch das Zelt toben:

„Um halb sechs war ein Drittel der Leute eingeschlafen; ein zweites Drittel lag im Sterben; der Rest war tot. Ich nahm den Hinterausgang und ging nach Hause.“ (S. 321)

Endlos erscheinende Aufzählungen seiner Lieblingsspeisen im Kindesalter brachten uns alle zurück in die Kleinstadt Hannibal in Missouri. Rowohlt las und allen Zuhörern floss das Wasser im Munde zusammen:

Mark Twain – Meine geheime Autobiographie – Harry Rowohlt in Hochform

„Im Sommer wurde der Tisch mitten in diesem schattigen und luftigen Gang gedeckt, und die üppigen Mahlzeiten – ach, ich muss weinen, wenn ich nur daran denke. Gebratenes Hähnchen; Schweinebraten; wilde und zahme Truthähne, Enten und Gänse; frisch erlegtes Wild; Eichhörnchen, Kaninchen, Fasane, Rebhühner, Präriehühner; selbstgeräucherter Speck und Schinken; heiße Kekse, heiße Rührkuchen, heiße Buchweizenkuchen, heißes Weizenbrot, heiße Brötchen, heißes Maisbrot; frisch gekochte Maiskolben, Bohnen-Mais-Eintopf, Limabohnen, Stangenbohnen, Tomaten, Erbsen, irische Kartoffeln, Süßkartoffeln; Buttermilch, frische Milch, Sauermilch; Wassermelonen, Zuckermelonen, Cantaloupe-Melonen, Apfelkuchen, Pfirsichkuchen, Kürbiskuchen, Apfelknödel, Pfirsichauflauf – an den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern.“ (S. 16)

Als Harry Rowohlt dann bei der Stelle mit den Eichhörnchen unterbrach um einfließen zu lassen, dass auch die Familie von Elvis Presley die kleinen Tierchen als Delikatesse betrachtete und hinzufügte: „Das ist so ein Spezialwissen, das ich sonst nirgendwo anbringen kann…“, wusste man, wie Lesungen auch sein können: Herrlich und göttlich!

Aber auch dem „anderen“ Mark Twain konnte Harry Rowohlt im Lesezelt Raum verschaffen. Dem aggressiven, impulsiven und aufbrausenden Mark Twain, den schon belanglose Kleinigkeiten an den Rand des persönlichen Vulkanausbruches brachten:

„Im Nu nahm meine Gereiztheit um mehrere Grade zu, und meine Äußerungen nahmen ebenfalls zu, an Lautstärke wie an Ausdruckskraft. Aber ich machte mir keine Sorgen, denn die Badezimmertür war massiv, und ich nahm an, dass sie fest geschlossen war. Ich stieß das Fenster auf und warf das Hemd hinaus. Es landete im Gebüsch, wo die Leute es auf dem Weg zur Kirche bewundern konnten, wenn ihnen danach war; Hemd und Passanten trennte nur ein fünfzehn Meter breiter Rasenstreifen.“ (S. 258)

Mark Twain- Ambiente im Hause Literatwo – Bourbon und Stift

Am Ende der Lesung kannte die Begeisterung kaum eine Grenze und wir beschlossen gemeinsam, uns von diesem mehr als umfangreichen Buch durch den Leseherbst in den hoffentlich stimmungsvollen Winter begleiten zu lassen. Wir werden immer mal wieder von unseren Lesegefühlen schreiben, ab und an einen gediegenen Schluck Mark Twain Bourbon zu uns nehmen und unsere Notizen mit einzigartig literatwoischen (weil zwei) Twain-Stiften dokumentieren.

Wenn ihr selbst mal die Grabesstimme hören möchtet, dann einfach HIER anklicken, zurücklehnen und genießen!

Bleibt uns auf der Spur. Es wird sehr interessant und unterhaltsam. Wir berichten auf unserer Facebook-Seite und natürlich hier und können schon eines versprechen. Mark Twain – Meine geheime Autobiographie wird in diesem Jahr unter dem festlichen Weihnachtsbaum eines unserer Leser liegen. VERSPROCHEN!

Ich danke Bianca für den Stift und den bewegenden Text zu folgendem Foto auf Facebook. Das hat sehr tief gesessen!

Ein toller Tag mit Bianca auf der Frankfurter Buchmesse 2012

Therapie-Rückblick: literatwoisches Bibliomanietreffen Frankfurt

Therapiezentrum Frankfurt 2012 – Bibliomanie live…

Letzten Samstag war es wieder soweit!

Wir luden euch zu unserem literatwoischen Bibliomanietreffen, wie bereits im letzten Jahr auf der Buchmesse in Leipzig, ein. Frohen Mutes begaben wir uns am Samstag den 13.10.2012 zum vereinbarten Treffpunkt.

Wir beide haben uns lange überlegt, wie wir euch endlich von der Buchsucht heilen können und haben uns im Vorfeld bereits selbst versucht zu therapieren. Dass dies nicht einfach wird, haben wir uns bereits gedacht und wir hatten auch eine gewisse Ahnung worauf es hinaus laufen wird. Ständig versuchten wir diese Ahnung zu verdrängen.

Die ersten drei Tage auf der Messe zeigten uns bereits, dass wir, die literatwoischen Therapeuten, auf keinen Fall geheilt sind und es gab kleine aber auf jeden Fall massive Rückfälle. Dies äußerte sich so, dass wir versuchten in den drei Tagen und auch in den Tagen vor der Messe, kleine Geschenke für euch zu organisieren.

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