Steiniges Teamwork was alles andere als steinig ist..

…denn es geht um die Leinwand. Keine Leinwand an sich, sondern „Die Leinwand“ als Buch…wobei…

Bücher verbinden. Man kann Bücher alleine lesen, aber auch zu zweit lesen macht Spaß und ist vor allem effektiver. Es verbindet ungemein und ruft eine Themenvielfalt auf, die mit wenig Worten einfach nicht abgehandelt ist.
So begaben wir uns mal wieder auf eine ganz andere buchige Ebene und nahmen uns die Leinwand, also „Die Leinwand“ als Buch des Buches vor.

Viel mehr muss hier nicht gesagt werden, denn eine gemeinsame Rezension ist das Ergebnis eines wunderbaren Erlebnisses. Nicht nur das Lesen des Buches, sondern die verschiedenen Sichtweisen, ein Treffen mit dem Autor und eine große Anzahl Gespräche sind der große Gewinn des Projektes – „Die Leinwand“.

Binea und Mr. Rail erzählen von Ihrem ganz persönlich-leinwandig- buchigen Erlebnis.

Rezension – „Die Leinwand“ von Binea und Mr. Rail

BINEA:

Wie liest man die Leinwand? Wo ist vorne? Wo ist hinten?

Gute Frage.

Als Benjamin Stein meine Leinwand signierte, kamen diese Fragen auf. Selbst er meinte, ja wo ist denn vorn? Letztendlich ist für mich selbst die Frage auch nicht geklärt und somit habe ich beide Seiten signieren lassen.

Für mich ist die Leinwand kein normales Buch, eher ein Projekt, eher ein gemeinsames Hineinfühlen und Reinleben in zwei verschiedene Personen. Die absolute Leseerfüllung, zu zweit dieses Buch lesen und von verschiedenen Seiten beginnen. Also ich für meinen Teil begann mit der Geschichte des Amnon Zichroni und ließ mich darin gleich zu Beginn fallen. Nach den ersten Seiten Lesevergnügen war ich dennoch versucht, nach Gesprächen mit meinem Lesepartner, jetzt und sofort in die Geschichte des Jan Wechsler einzusteigen. Ich wollte auch wissen, wie er gerade lebt und denkt, wer er ist, gleichzeitig aber auch Seite an Seite die ersten Lebensschritte mit Zichroni gehen. Wo steckt der tiefe Sinn des Buches, was haben der schwarze Pilotenkoffer auf der einen, was die weißen Handschuhe auf der anderen Seite zu bedeuten? Dennoch kam für mich ein Springen zwischen den Kapiteln, zwischen den Leben der beiden Protagonisten nicht in Frage, ich wollte jeden Lebensweg einzeln gehen und nach und nach die Verbindungen erfühlen und mich jeweils mit dem Einen dem Anderen entgegen treiben lassen.

Wer sind wir, was sagen unsere Erinnerungen aus und was können diese bezwecken?

„Mit jedem Erinnern formen wir um, filtern, trennen und verbinden, fügen hinzu, sparen aus und ersetzen so im Laufe der Zeit das Ursprüngliche nach und nach durch die Erinnerung an die Erinnerung. Wer wollte da noch sagen, was einmal wirklich geschehen ist?“

Amnon Zichroni ist in Meah Shearim, Yerushalayim, geboren und hat in seinen jungen Jahren eine im wahrsten Sinne des Wortes, Schlüsselszene mit seinem Vater. Daraufhin wird er zu seinem Onkel Nathan Bollag nach Zürich in die Schweiz geschickt. Nicht der wirkliche Onkel ist es, sondern ein Steinschleifer und Juweliergeschäftbesitzer, bei dem Amnon nun fortan wohnte und dort die jüdische Jungen-Schule besuchte. Für ihn blieb kaum Zeit für Träume, sein Leben war oft lückenlos verplant. Sein weiterer Lebensweg verschlug ihn nach Pekesville, Baltimore, wo er Medizin studierte und ihm vor allem auf der psychologischen Ebene seine Begabung viel weiterhalf. Der Verknüpfungspunkt, die Verbindungsfigur zwischen den beiden Hauptprotagonisten, ist der jüdische Geigenbauer Minsky. Amnon Zichroni nimmt sich seiner an und arbeitet Schritt für Schritt Minskys Vergangenheit auf und animiert ihn zum Niederschreiben seiner Vergangenheit. Diese Erinnerungen Minskys lebt Zichroni teilweise mit, er spürt hautnah die Kindheit in der Nazizeit und in den Vernichtungslagern. Das Buch wird bekannt, ist in aller Munde und erste Preise sind gewonnen. Genau an diesem Punkt wendet sich das Blatt. Denn ein Journalist namens Jan Wechsler tritt auf die Bühne des Lebens und behauptet, das Buch sei frei erfunden.

„Geduld, sagte er, sei auch eine der Übungen auf dem Weg der Frommen. Denn Ungeduld rühre immer von einem Ego her, das sich wichtiger nimmt als die Aufgabe, die ihm zugedacht ist.“

„Was ist eine Wahrheit, die tötet, wert gegenüber einer Wahrheit, die jemanden leben lässt?“

Benjamin Stein gibt dem Leser tiefe Einblicke in die jüdische Kultur, in das Leben mit seinen Sitten, Bräuchen und Gewohnheiten. Er zeigt viele Facetten im damaligen wie auch im heutigen jüdischen Leben auf und bringt diese dem Leser durch den kontrastreichen Wechsel von humorvollem Schreibstil und ernsteren Themenhintergründen nahe. Mit dieser Leinwand werden viele Fragen aufgerufen, denen sich der Leser stellen muss und welche er nach diesen beiden Büchern weiterhin in sich trägt und ständig darüber nachdenken muss. Das Glossar im Anhang klärt viele Begriffe auf, dennoch enthalten beide Geschichten viele Fragen und diffizile Situationen, die nicht von jetzt auf gleich entwirrt werden können. Die weißen Handschuhe und der schwarze Pilotenkoffer tragen dazu wohl den größten Teil bei.

Amnon Zichroni und Jan Wechsler sind für mich teils vergleichbar mit den Bewohnern auf dem Nordpol und auf dem Südpol. Der Pol ist die Gemeinsamkeit, dennoch ist ein Rollentausch oder die richtige Begegnung auf vorbeischwimmenden Schollen nicht möglich. Oder doch?

Mr. Rail:

Die Leinwand von Benjamin Stein zu lesen ist mehr als eine Herausforderung aber auch Vergnügen zugleich. Ein Buch beginne ich normalerweise Vorne! Dieses Vorne ist bei Büchern gar nicht so schwer zu finden. Und ich beende es eigentlich auf der letzten Seite. Eine einfache Übung. Sollte man denken.

Diese etablierte Vorgehensweise ist bei der „Leinwand“ nicht möglich, hat das Buch doch zwei unterschiedliche Frontseiten und damit auch verschiedene Lesewege, die zum Ende in der eigentlichen Mitte führen.

Ich entschied mich schnell für meinen Weg. Ein Einstieg im „Jan Wechsler“ Teil und ein schnurgerades Befolgen dieses Weges – das sollte meine Richtung werden. Unterstützt wurde ich von Binea, die das „Pferd“ andersrum aufzäumte, damit wir gleichzeitig lesend doch von unterschiedlichen Erfahrungen berichten konnten.

Jan Wechsler, orthodoxer Jude in München, erhält eines Tages einen Pilotenkoffer mit einem Inhalt der ihm nicht das Geringste zu sagen scheint.

Ein Paar weiße Handschuhe
Einige Bücher
Eine Sammlung von Zeitungsausschnitten
Ein Schmuckkästchen mit einem wertvollen Edelstein
Eine medizinische Fallstudie
Rituelle jüdische Kleidungsstücke

Der Kurier bedauerte, dass es so lange gedauert habe, bis der Koffer seinen Besitzer schließlich, nachdem er auf einer Rückreise von Israel nach Deutschland verloren gegangen war, wieder gefunden hatte.

Nur – Jan Wechsler war in letzter Zeit nicht in Israel gewesen, seine einzige Reise dorthin liegt mehr als zehn Jahre zurück, und er hatte niemals einen solchen Koffer verloren. Die Sichtung des Inhaltes lässt ihn aufschrecken. Neben dem Kofferanhänger mit seiner Adresse und in seiner Handschrift geschrieben findet sich auch ein Buch mit dem Titel Maskerade von Jan Wechsler. Dabei hat er nie ein Buch geschrieben. Maskerade handelt von der Enthüllung eines Betrugsfalles in dem ein gewisser Minsky angegeben hatte, als Opfer die Konzentrationslager Nazi-Deutschlands überlebt zu haben. Jener Jan Wechsel konnte das widerlegen und zerstörte damit die schriftstellerische Karriere Minskys. Aber Jan Wechsler kennt keinen Minsky.

Was soll dies alles – was passiert gerade – diese zentrale Frage treibt Jan Wechsler um, als er sich entscheidet dem Verlag zu schreiben, der Maskerade herausgegeben hatte. Die Antwort ist beunruhigend, denn der Verleger bittet Jan in alter Verbundenheit, doch keine Späße mit ihm zu veranstalten, sondern auf dem Boden zu bleiben.

Ist Jan Wechsler wirklich Jan Wechsler – warum erinnert er sich nicht an sein eigenes Buch – diese Frage beschäftigte mich eindringlich. Gemeinsam begeben wir uns auf die Suche, reisen spontan nach Israel und ich erlebe, wie Jan Wechsler festgenommen und verhört wird. Hierbei geht es auch um den Verfasser der medizinischen Fallstudie, einen gewissen Amnon Zichroni, der nach einem Einbruch vor kurzer Zeit als vermisst gilt.

Und als Binea mir im Telefonat erzählte, dass sie auf dem anderen Weg durchs Buch erfahren hatte, wer den Koffer an Jan Wechsler geschickt hat, da war ich endgültig gepackt – gebannt und getrieben durch das Labyrinth einer einzigartigen Geschichte um Identität und deren schmerzhaften Verlust. Und mich beschäftigte die Frage, warum Binea sprachlos war, als ich erzählte, dass ich mit der medizinischen Fallstudie Zichronis noch nichts anzufangen wisse.

Nicht nur Jan Wechsler suchte – auch Rail und Binea. Ein einzigartiges Buch – ein Erlebnis und wir haben gefunden wonach wir suchten.

„Und angesichts eines solchen Beweises bleibt dann von meinen Erinnerungen nicht viel mehr als ein literarischer Irrtum.“

– – – – –
Das soll aber nur der Anfang sein, denn auf dem Blog.Lovelybooks.de geht es weiter ! Ein Blick hinter die Kulissen, weitere persönliche Erfahrungen und viel mehr…

Viel Spaß und mal so ganz nebenbei…„Die Leinwand“ – ein MUSS.

Wenn Träume zu Bildern werden

Was entsteht, wenn man merkt, dass die Liebe zu Büchern zentraler Lebensschwerpunkt ist? Was geschieht, wenn man einen Menschen trifft, dessen Lebenswaagschale eindeutig auf die buchige Seite zieht? Was passiert, wenn diese Buchebenen einander durch einen Zufall und durch freundliche Vermittlung von David Foster Wallace finden?

Es entstehen Gemeinsamkeiten und gemeinsame Träume und Visionen. Manchmal wenig greifbar und geheim und manchmal so anschaulich, dass man sich wundert, was man sieht, wenn man sich traut genauer hinzuschauen.

Schauplatz Leipzig. Nach einem aufregenden Tag auf der Buchmesse 2010 – ein gemeinsamer Stadtspaziergang in ruhiger Atmosphäre. Den Weg zum Gewandhaus suchend – in Gespräche über Anna Mitgutsch und Björn Kern vertieft –  lachend, denkend, planend und zaudernd, dass die Zeit sich dem Ende neigt. Man geht achtlos an einem Haus vorbei, das anscheinend zum Verkauf steht und wechselt doch die Straßenseite – aus dem Nichts entsteht ein Photo – wenig belichtet – unscharf – und eigentlich nicht gerade das schönste Erinnerungsphoto an eine schöne Zeit. Aber das Photo ist gemacht.

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Ein Team für die Buchmesse

LiteraTwo goes Buchmesse für Blog.LovelyBooks

Pünktlich im März 2010 geht ein besonderes Team auf die Jagd nach Highlights, News and More auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig.

Binea und Raily machen die Hallen unsicher und wir werden fast live aus Leipzig berichten.

Interviews mit Autoren, der Messeauftritt der großen und kleinen Verlage, LovelyBooker auf der Messe und vieles mehr stehen im Mittelpunkt unseres Interesses.

Die Vorfreude steigt stündlich und wir können es kaum erwarten, endlich loslegen zu können. Die ersten Termine sind gemacht, Treffen mit Björn Kern, Anna Mitgutsch, Benjamin Stein und anderen Schriftstellern sind fix und für das Gruppentreffen von Icebox und Rail wurde nach wochenlanger Diskussion endlich einen Treffpunkt festgelegt. Mögen die Spiele beginnen!

Wir von LiteraTwo sind mittendrin statt nur dabei!

Fledermausland – Oliver Dierssen

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Anthropomorph – mittlere intelligente Lebensform, bislang kein Kontakt zu übergeordneten Verwaltungsbehörden.

Dieser Satz macht das einigermaßen ruhige Leben von Sebastian Schätz zum ganzen Gegenteil. Er wird turbulent um den Anfang Zwanzigjährigen, denn sein bisheriges Dasein als Jobber im Asiashop oder doch Bald-Student nimmt Wendungen an, die er nie geahnt hätte. Vor sich hin lebend, genießt er seine viele Freizeit, wohnt auf Kosten seiner Eltern und versucht sich endlich Kim zu angeln, die Frau seiner Träume. Es scheint, dass nun auch endlich Kim in ihn verliebt ist, beide kommen sich näher, doch dann wird es flatterig. Nicht nur um das Leben von Sebastian, denn auch sein ganzes Umfeld scheint sich gravierend zu verändern. Es tauchen merkwürdige Personen auf, wo die eigentliche Existenz derer überhaupt nicht sein dürfte, der dringend benötigte Rettungsdienst nimmt Sebastian Schätz nicht ernst und er gerät immer mehr in einen Strudel hinein, der vorerst nicht aufhört sich zu drehen und zu wenden.

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Skinned – Robin Wasserman

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Skinned – gehäutet.

So lautet der Titel des Romandebüts von Robin Wasserman. Das Buch sticht bereits mit seiner lila Aufmachung und den schwindelerregenden Muster auf dem Schutzumschlag und im Innenband ins Auge.

Bis unter die Haut geht das Leben von Lia Kahn.
Oder doch das Nicht-Leben der Lia Kahn.
Oder das Leben der Kopie der Lia Kahn.
Oder doch das Leben der Lia Kahn, als Mensch in einem anderen Körper.

In den radioaktiven Städten leben nur Menschen mit wenig „Bonus“. Lia hat viel „Bonus“ und lebt darum mit ihrer Familie auf dem Land. Sie ist schön, beliebt, hat einen Freund und beste Freundinnen.

Als sie aufwacht, findet sie sich im Krankenhaus wieder, in einem anderen Körper. Ihr Gehirn konnte gerettet, ein Download konnte vorgenommen werden. Nun ist alles neu, sie ist eine Maschine, ein Skinner oder auch MechHead. Alles muss neu gelernt werden, sie kann nicht mehr fühlen, sie ist komplett künstlich, nur ihr Hirn ist das alte und sie selbst – Lia Kahn. Ihr Leben steht Kopf, ihre Familie hat sich verändert, auch ihr Freund scheint sie nicht mehr haben zu wollen, keiner erkennt sie als ihre Lia wieder. (mehr …)

Splitterherz – Bettina Belitz

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Nicht schon wieder ein Vampirroman, nee wirklich, ich mag nicht mehr.

HALT! STOP!

Weit gefehlt. Splitterherz ist definitiv kein Vampirroman, keine Kopie von irgendwas, sondern ein Roman über und um das Leben von Elli.
Ein Roman über Träume, über das Teenagerleben von Elli unverschönt mit allen Höhen und Tiefen, es geht um Freuden und die aufkeimende Liebe, aber auch um Angst.
Angst vor Verlusten.

Elli, Elisabeth Sturm, ist 17 Jahre und sie ist gelangweilt. Warum müssen ihre Eltern ausgerechnet aus Köln weg und aufs Land ziehen. Keinen kennt sie, ihre Freundinnen sind für sie nun nicht mehr ganz schnell erreichbar, ein neuer Freundeskreis muss aufgebaut werden. Auch diese landschaftliche Umgebung stinkt Elli an und vor allem, dass sie als Stadtmädchen schräg von ihren Mitschülern angeschaut wird. Ihr Leben ist umgekrempelt, am liebsten igelt sie sich nach der Schule zuhause unterm Dach ein, sagt Treffen mit Mitschülern ab und schläft die meiste freie Zeit. (mehr …)

Heute Abend nicht, ich geh mit meinem Vater essen – Marion Ruggieri

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Eine ungewöhnliche Vater-Tochter-Beziehung erwartet den Leser im Roman von Marion Ruggieri.

Marion steht mehr oder weniger mit beiden Beinen mit Leben, wird von ihrem Vater Big genannt und darüber ist sie auch sehr froh. Big – das wirkt groß, seine Große, Big – wie der Beginn einer Welt. Big möchte nicht erwachsen werden, sie ist dreißig, wenn jemand fragt allerdings neunundzwanzig, das klingt doch einfach besser.

Big hätte ihren Vater gern exklusiv, er jedoch hat eine Freundin nach der nächsten, manche sind sogar jünger als sie selbst. Er durchlebt nach und nach mehrere Phasen – die Schwarzen-Phase, die Blondinen-Phase, die Maghrebinerinnen-Phase, die Asiatinnen-Phase, die Minderjährigen-Phase, die Fünfzig-plus-Phase, die Modelphase, die Dreier-Phase, die Zehner-Phase und findet bisher kein Ende. Seit seiner Scheidung läuft es bei ihm sexuell so aktiv wie nie zu vor und seine Bettgeschichtenzeugin und Zuhörerin ist seitdem seine Tochter.

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Spiel der Spione – Georgina Harding

Eine schöne Frau in einem Auto, Nebel rundherum. Das Cover, der dick gedruckte Titel und der Namen der Autorin, alles wirkt plump, nicht zum Lesen einladend.

Aber weit gefehlt, bereits die ersten Zeilen beginnen, das anfänglich negative Bild zu drehen und zu wenden.

Peter liest nun Bücher über Spione.
An einem Montag im Januar 1961 sah Anna ihre Mutter das letzte Mal. Sie war damals acht Jahre jung und hat nie erfahren, warum ihre Mutter nicht wiederkam. Sie ist tot, das musste ihr genügen. Zwei Tage vor dem besagten Montag wurde das Ehepaar Kroger verhaftet, am Montag des Verschwindens ihrer Mutter kam es in den Nachrichten. Die Krogers waren Nachrichtenübermittler im Spionagering. Peter und Anna beginnen Theorien zu entwickeln, Daten zu sammeln, Briefe mit versteckten Botschaften zu schreiben und zu glauben, dass ihre Mutter als Spionin untergetaucht ist und ein Doppelleben führt. (mehr …)

Die hässlichste Frau der Welt – Margrit Schriber

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Gemütlich sitze ich im Kaminzimmer. Im Feuer des Kamins sehe ich Julia und Rosie la Belle tanzen, das Knacken des Holzes klingt dabei, wie die Peitsche des Impresario Theodor Fairchild Lent.

Julia Pastrana – die Bartfrau, eine Grand and Novel Attraction, die Affenfrau, die hässlichste Frau der Welt, das einzige Exemplar, Lents Exponat.

Rosie la Belle – Rösli von der Fronalp, ein Verdingkind, eine knospende Rose, eine bezaubernde, verführerische Burlesque-Tänzerin.

Das Leben ist ein Gang mit einer Auswahl von Türen. Es kommt darauf an, die richtige zu öffnen und an den falschen vorübergehen.

Rosie hat ihr zuhause verlassen, hat die Grenze, wo das Gebimmel der Geißen nicht mehr zu hören ist überschritten und wollte aus der Innerschweiz nach Amerika. Durch das Stranden des Trecks ist sie in England gelandet, dort Julia begegnet und in die offenen Arme von Lent, dem Tierbändiger, der immer auf der Suche nach Raritäten ist, gelaufen.

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Endlich – es ist soweit, wir stehen in der Zeit…

Mr. Rail steht (Arndt Stroscher) früher als früh auf dem Bahnhof und fragt sich vergeblich nach der Zeit durch. „Die Zeit“ bitte…doch niemand hat diese am Kiosk liegen, zu früh. Doch dann an einem kleinen Stand liegt die begehrte Ausgabe vom 04.02.2010.

Er kauft gleich mehrere Exemplare, denn es gibt folgendes zu lesen:

Auch Binea (Bianca Raum) kann es kaum erwarten, die Zeitung in den Händen zu halten. Am Abend ist es dann soweit, wir stoßen auf unseren Erfolg – den Gewinn in der Hauptkategorie und in der Sonderkategorie –  an.

Und das ist erst der Anfang von einem spannenden Wochenende in München. Seit 2009 haben wir uns nicht mehr gesehen und hatte viel zu besprechen, haben Buchhandlungen unsicher gemacht, am Lovelybooks Social Web im Literaturhaus in München teilgenommen und, und, und.

Das Literatwo-Team Binea und Mr. Rail

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