Schlagwort: Dresden

Hellerauer Bücherzelle

Helle(rauer)Zelle~ Bücherzelle in Dresden Hellerau

Als ich beim Geburtstagsfrühstück einer Freundin war, kam die Frage auf: wohin mit den gelesenen Büchern und kauft ihr eigentlich alle Bücher neu? Es ist verdammt spannend, über Bücher zu sprechen, wenn die weiblichen Charaktere so unterschiedlich in ihren Ansichten sind. E. kauft gerne bei Medimops. I. wusste nicht, was Medimops ist, kennt aber Momox. Sie hat er viele ihrer Bücher verkauft, da sie die nicht beim Umzug schleppen wollte und sie mag es auch nicht, wenn sie zu viele Bücher hat. E. ist Vielleserin, mag aus diesem Grund Taschenbücher lieber als Hardcover und kauft dieser gern gebraucht. Sie verschlingt Bücher, während I. nur ab und an mal liest.

Und die liebe R.? Sie hatte Geburtstag und hat von allen Gästen Bücher geschenkt bekommen. R. hat nämlich Zeit zum Lesen und was dachte ich mir so? R. liest und stellt die Bücher dann E. und mir vor – wie kennen die Bücher, könnten prüfen, ob R. genau gelesen hat und gleichzeitig werden unsere Erinnerungen gleich wieder aufgefrischt. Das ist doch die Idee, stimmts? 😉

Hellerauer Bücherzelle

Ich erzählte also, dass ich wahnsinnig gerne die Hellerauer Bücherzelle aufsuche. Zudem habe ich erst kürzlich wieder Bücher davor bewahrt, in die Papiertonne zu fliegen. Nach und nach nehme ich diese nun mit in die Bücherzelle und nun dachte ich mir, dass ich euch einfach mal bildlich zeige, welche Bücher ich dort gelassen habe.

Helle(rauer)Zelle~ Bücherzelle in Dresden Hellerau

Du kannst das Bild ruhig vergrößern und zoomen, wenn du magst. Ja, diesen dicken Stapel Bücher habe ich dort abgegeben und die meisten waren in einem wirklich gutem Zustand. Ein Buch habe ich aber nicht abgegeben. Ja, ich habe „Die Bücherdiebin“ bereits in meinem Bücherregal – Hardcover. Nun habe ich sie doppelt, denn die Taschenbuchausgabe steht nun daneben. Ein wundervolles Buch – ich liebe es und das darf man ruhig doppelt sein eigen nennen. 😉

Mir fällt gerade auf, dass dieser Artikel schon der fünfte über die schöne Bücherzelle in Dresden Hellerau ist. Verrückt. Zuerst habe ich dir von der Bücherzelle im Februar 2016 erzählt und auf die Regeln hingewiesen. Und ja, mit diesem Bücherstapel halte ich mich nicht wirklich dran, zumal ich kein einziges Buch an diesem Tag mitgenommen habe. Das hole ich aber an anderen Tagen bestimmt nach und außerdem war die Zelle sowieso recht „dünn“ bestückt.

Den Welttag des Buches 2016 habe ich „in der Bücherzelle“ gefeiert und leider auch eine negative Erfahrung gemacht. Tja, Menschen… Aber ich habe auch schon Neuland kennengelernt – ich sag nur Geocaching. Bist du auch so ein Freak? Ich finde das ja echt genial und lasse mir von meiner Kollegin immer berichten. Zumindest war die Bücherzelle schon geocachifiziert. 😉

Und natürlich bringe ich hin und wieder auch gern meine eigenen Bücher in die Zelle. Ich habe nicht zum ersten Mal so einen Stapel ausgesetzt, muss ich gestehen.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du auch schon Bücher ausgesetzt, hast du in der Nähe einen öffentlichen Bücherschrank oder eine Bücherzelle? Oder findest du solche Bericht hier total öde? Erzähl doch mal!

Eure
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Der Letzte im Dresdner Bombenhagel

Der Letzte von uns ~ Adelaide De Clermont-Tonnerre

Als ich gelesen habe, das im Roman „Der Letzte von uns“ (Aufbau) Dresden eine Rolle spielt, wollte ich ihn natürlich lesen. Ich habe einen Hang zu diesen Romanen, da sich das Lesen natürlich noch intensiver anfühlt, wenn man sich in der Stadt wiederfindet, in der man auch lebt.

Bomben fallen vom Himmel, als ich im Roman in Dresden, im Jahr 1945, ankomme. Es brennt überall, die Menschen sind auf der Flucht, die Angst liegt in der Luft und Luisa ist schwer verletzt. Doch nicht nur das, sie ist auch noch schwanger und ihr Sohn schafft es kurz vor ihrem Tod auf die Welt. Ein Säugling namens Werner, mitten im Krieg, ohne Mutter, ohne Vater – er ist der Letzte…

Während in Dresden die Menschen bangen und auf Frieden hoffen, jagt der junge Wern(er) in Manhattan im Jahr 1969, jedem jungen Rock hinterher. Er liebt die Frauen, er ist charmant und er ist ein aufstrebender Unternehmer, der die Freiheit und sein Leben genießt. Als ihm allerdings die junge Rebecca über den Weg läuft, steht sein Herz in Flammen. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, bei dem sich Wern mächtig ins Zeug legt. Die zwei scheinen füreinander geschaffen, bis zu dem Tag, als Wern seine zukünftigen Schwiegereltern kennenlernt. Ein Zwischenfall mit Rebeccas Mutter, eine merkwürdig kalte Begegnung mit ihrem Vater und die Krönung des Treffens – Rebecca ist weg, die Familie scheint untergetaucht und Wern ist alleine und verzweifelt – er ist der Letzte…

Dresden ~ Manhattan

Während in Manhattan die Luft nach Liebe riecht, atmen wir in Dresden Asche ein. Autorin Adelaide De Clermont-Tonnerre lässt uns zu Beginn zwischen diesen zwei Orten große Zeitsprünge vollführen und löst damit nach und nach auf, wie aus dem Säugling ein wohlhabender Mann wird. Und dann bleiben wir vorerst in Amerika, denn Wern muss sich nicht nur seiner Vergangenheit stellen…

Der Letzte von uns ~ Adelaide De Clermont-Tonnerre

Der Roman ist auf jeden Fall spannend, wie du merkst, aber natürlich auch emotional und der Unterhaltungsfaktor ist sehr groß. Dadurch sind die über 450, recht großzügig bedruckten, Seiten schnell weggelesen. Dennoch muss ich sagen, dass ich das Buch fast abgebrochen hätte. Die französische Autorin schafft es nicht, dauerhaft zu fesseln und zu überzeugen, obwohl die Neugierde entfacht ist und es an Spannungsbögen nicht mangelt. Einige Passagen sind selbst mir zu unrund gewesen, die Charaktere vor allem wegen des Themas stellenweise zu sprunghaft, irgendwie flattrig und darum auch nicht immer glaubwürdig. Die Hauptprotagonisten Wern(er) und Rebecca sind mindestens so liebenswert wie anstrengend und ich hätte ab und an beiden gern mal was erzählt. 😉

ABER – ich möchte dich keinesfalls davon abbringen den Roman zu lesen. Das muss ich hier an dieser Stelle hervorheben, denn die Autorin unterhält wunderbar trotz des nicht einfachen Themas und ich bin regelrecht durch die Seiten gerast. Die Sprache ist einfach und doch spüren wir sofort, ob wir uns im Jahr 1945 oder im Jahr 1972 befinden. Die Charaktere sind beide nicht einfach, wie bereits angedeutet, aber genau aus diesem Grund auch irgendwie herausragend und natürlich gibt es Randpersonen die sich ins Herz schleichen. Wichtige Literatur mit einem wichtigen Thema und mit doch hohem Unterhaltungsfaktor.

Perfekter Einstiegsroman

Eine große Empfehlung für alle Leser die sich aufgrund der Schwere oder der Komplexität oder der Grausamkeit nicht immer trauen, Literatur zu lesen, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigt. Der perfekte Einstiegsroman mit viel Spannung und Gefühl!

„…im Nachhinein ist es meist leicht, den richtigen Weg zu erkennen, doch entscheiden muss man mitten im Geschehen.“ (Seite 374)

Ich selbst bin froh, diesen Roman gelesen und nicht abgebrochen zu haben. Er unterhält hervorragend trotz des sensiblen Themas, eine Kombination für die nicht jeder Autor das nötige Fingerspitzengefühl mitbringt.

Wenn du thematisch anspruchsvoller, emotionaler und vor allem viel komplexer lesen möchtest, solltest du dir unbedingt die zwei Romane „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah und „Die uns lieben“ von Jenna Blum ansehen. Ich muss diese zwei Titel immer und immer wieder erwähnen, es bleiben eben unübertreffbare Highlights.

Eure
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Wenn Bücher brennen…

Bücher die brennen...
Über das Verbrennen von Büchern ~ Erich Kästner

…schmerzen unsere Leserseiten, wenn Bücher brennen, möchte man nicht zusehen. Einer hat viele Bücher brennen gesehen, auch seine eigenen. Nicht nur einmal, sondern zweimal. Erich Kästner hat in die Flammen geschaut, als sein geistiges Eigentum loderte. Er schaute der Nazi-Gemeinheit in die Augen und wurde dabei sogar beobachtet.

„Mit solchen Methoden kann man zwar ein Volk vernichten, Bücher aber nicht. Sie sterben nur eines natürlichen Todes. Sie sterben, wenn ihre Zeit erfüllt ist. Man kann von ihrem Lebensfaden nicht eine Minute abschneiden, abreißen oder absengen. Bücher das wissen wir nun, kann man nicht verbrennen.“ (Seite11)

Dieses Zitat ist einfach wundervoll, so wahr und einfach grandios. Ich könnte jubeln über diese Worte, denn so ist es und so wird es hoffentlich immer sein.

Brennende Bücher

Erich Kästner hat es einfach geschafft. Er hat nicht nur gewusst, dass seine Bücher verbrannt werden, er hat sogar dabei zugesehen, 1933. Und Kästner hat erneut zugesehen, als seine Bücher ins Feuer geworfen wurden, 1965. Er hat weiter gelebt, er hat geschrieben und geschrieben und er ist bis heute weit bekannt. Obwohl sich viele Bücher von ihm den Flammen stellen mussten, lebt Kästner weiter und weiter und weiter und weiter. Er hat mit seinen Büchern ein Denkmal gesetzt, er hat so viele Menschen mit seinen Büchern erfreut und er erfreut noch heute. Er hat es geschafft!

Bücher die brennen...
Über das Verbrennen von Büchern ~ Erich Kästner

Es fühlt sich einfach immer gut an, ein Buch von Erich Kästner zu lesen und an seinem Denkmal hier in Dresden vorbei zu spazieren. „Über das Verbrennen von Büchern“ (Atrium) umfasst gerade mal 50 Seiten, hat aber eine enorme Wortkraft die wachrüttelt. In vier Texten erfahren wir, wie sich die damalige Zeit für ihn angefühlt hat, wie es zu dieser Schandtat kam und was die Vergewaltigung der Bücher mit sich zog.

Ein wichtiges Buch, zumal uns hier der Zeitzeuge und Autor selbst anspricht und so erzählt, wie es war, wie er es empfunden hat und was anschließend noch passierte. Zudem wird die Bücherverbrennung in anderen Büchern kurz angerissen, wir wissen, dass diese stattgefunden hat, aber wir waren selten so „nah“ dabei. Es werden im Buch weitere Quellen zum Thema genannt und wir finden auch eine Chronik vor, die 1929 beginnt und am 3. Oktober 1965 endet. Ganz am Ende, um die Gänsehaut noch zu intensivieren, finden wir eine Autorenliste der 1933 verbrannten Bücher.

Eine bedrückend beeindruckende Sammlung die für jede Menge gedanklichen Zündstoff sorgt und die ich nicht missen möchte.

Eure
Brennen

Das Lied ist aus ~ Henny Brenner

Das Lied ist aus ~ Henny Brenner

Erschreckend, wichtig & aus einer selten beleuchteten, aber mindestens genau so schlimmen Perspektive geschrieben.

Als ich das Buch in meiner Lieblingsbuchhandlung Findus sah, wusste ich, dass ich es lesen muss. Ein jüdisches Schicksal in Dresden – schon das Cover erzeugte in mir Gänsehaut, da ich sofort an die Bank im Großen Garten mit den Worten „HINSEHEN“ denken musste, die an das damalige Verbot erinnert, dass dort Juden nicht sitzen durften. Und natürlich an die Bombennacht – die Nacht, die Henny Brenner rettete, so unglaublich es klingt.

„Den Bomben, die in jener denkwürdigen Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 die Stadt Dresden dem Erdboden gleichmachten, verdanke ich mein Überleben.“ (Seite 15)

Dieser erste Satz, nach dem Vorwort von Iring Fetscher, zog mich sofort zu Henny Brenner. Ihr Schicksal spielt ganz in der Nähe meiner Wohnung. Unweit von mir befindet sich der Fetscherplatz, wie auch die Mutschmannvilla. Diese Nähe bringt mich natürlich noch intensiver zwischen die Seiten.

Mit nur 21 Jahren erhielt Henny Brenner die Post, die man im Jahr 1945 nicht erhalten wollte. Sie sollte sich auf einen Arbeitseinsatz – beginnend am 16. Februar – außerhalb Dresdens – vorbereiten. Kurz – der Deportationsbefehl. Bis zu diesem Brief konnte sich Henny Brenner retten und in Dresden leben. Doch noch vor dem 16. Februar kamen die Bomben vom Himmel, brachten Tod und Leid, aber auch Glück, so merkwürdig das auch klingt.

Henny Brenner hat gelitten, aber sie hat überlebt! Auf über 100 Seiten erfahren wir, wie sie das geschafft hat und welches Schicksal sie durch die Nazis erfahren musste.

Das Lied ist aus ~ Henny Brenner

Was für ein Leben – schon in der Kindheit musste das Mädchen in Angst leben. Sie ist Jüdin, Kind von Eltern die in einer sogenannten Mischehe leben. Ihre Mutter ist jüdisch, ihr Vater protestantisch. Schon in der Schule begannen die Abgrenzungen – dann kam der Judenstern, der sichtbar getragen werden musste und ständig kam ein weiteres Verbot dazu. Von Tag zu Tag wurde es schlimmer, Jude zu sein und die Gefahr lauerte ständig. Ohne ihren nichtjüdischen Vater hätte Henny wohl nicht überlebt.

Rettende Bombennacht

Wir wissen alle, was damals passierte und wir haben schon einige Bücher über jüdische Schicksale gelesen. Sie waren blutig, voller Gewalt und endeten oft mit dem Tod. Wir haben über Arbeitslager und Vergasung gelesen. Henny Brenner musste nie in ein KZ und doch hat sie ein Schicksal und ihre Erlebnisse sind kaum weniger schlimm. Lehrreich, anders, faszinierend schrecklich und erneut Augen öffnend.

Einen weiteren Roman über die Bombennacht möchte ich hier erwähnen. Denn oft wird ein Buch gesucht, welches bedenkenlos Kindern/Jugendlichen in die Hand gedrückt werden kann.  „Elefantenwinter“ von Michael Morpurgo heißt der Roman, in dem auch die Bank im Großen Garten eine Rolle spielt. Lest euch nach Dresden – lest und lebt „Gegen das Vergessen“.

Streut Liebe, begrabt Hass!

Eure
Das Lied ist aus ~ Henny Brenner

Mach´s in Dresden

Mach´s
Mach´s in Dresden ~ Catherine Bott

Jetzt könnt ihr buchig aktiv werden, dank Marco Polo. Für Köln, Frankfurt, Wien, München, Stuttgart, Hamburg und Dresden gibt es unfertige Cityguides. Bitte was? Ihr kennt doch die genialen „KeinBuch“ und „Mach dieses Buch fertig“ Bücher, richtig? Das Prinzip ist ähnlich, aber eben für Städte. Ich habe mich doch gleich mal mit Autorin Catherine Bott in Verbindung gesetzt und mich durch den Dresden-Cityguid geblättert.

Viel Freude mit ihren Antworten auf meine Fragen 😉

iest du auch ganz normale Bücher oder bist du generell für Bücher zu begeistern, bei denen Aktivität gefragt ist?

                                                                                                                                         Ich muss gestehen, dass ich mir interaktive Bücher bisher nur in den Buchhandlungen angeschaut habe. Das Buch „Mach dieses Buch fertig“ fand ich zum Beispiel eine lustige Idee für ein interaktives Buch. Plötzlich soll man ganz unkonventionell mit einem Buch umgehen – Seiten zerreißen, mit dem Buch duschen oder es durchlöchern.

Dass ich auch so ein Buch gestalten durfte, hat super viel Spaß und interaktive Bücher nur noch interessanter für mich gemacht.

n welcher Aufgabe findest du dich am meisten wieder?

                                                                                                                                    Beim Schloss Übigau komme ich öfter vorbei und stelle mir vor, was ich aus dem Gebäude machen würde. Die Aufgabe ist auch ein Versuch dem letzten unsanierten Dresdner Schloss Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Bei den Top Touri Fails spreche ich zum Beispiel aus eigener Erfahrung: Die Bäckerin am Pirnaischen Platz hatte andere Vorstellungen davon, was ein Berliner ist.

 

Eigentlich finde ich mich in fast jeder Aufgabe wieder. Ich liebe es, wenn man auf ganz unkonventionelle Art und Weise rumspinnt und kreativ werden kann. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich ein eher zurückhaltender Mensch bin. Du wirst mich wahrscheinlich nicht durch Dresden laufen sehen und hören, wie ich Lobreden auf berühmte Persönlichkeiten halte.

itel sind oft entscheidend – was sagst du zu „Mach´s in Dresden“?

                                                                                                                                    Der Titel ist Programm. Denn der spielt bereits mit dem aktiven Inhalt des Buches. Das ist ja gerade das Neue bei dieser Buchreihe, dass sie auf ungewöhnliche Art zum Handeln und Entdecken aktiviert – hoffentlich auch die Couchpotatoes 😉

rzähl doch mal – hast du selbst schon dein ganzes Buch entdeckt?

                                                                                                                                    Bei der Ideensammlung hieß es natürlich öfter auch die Orte zu entdecken, die in dem Buch zu finden sind. Durch Dresden zu laufen und die Augen offen zu halten hat ziemlich gut geholfen, neue Ideen zu bekommen. An der Drachenschlucht war ich allerdings noch nicht rodeln. Vielleicht diesen Winter mit Schnee und Buch im Gepäck.

aus, quer durch Dresden – hast du schon viele Menschen mit deinem Buch getroffen?

                                                                                                                          Außerhalb des Freundes- und Familienkreises noch nicht. Vielleicht sollte ich an den Orten im Buch mal Schmiere stehen.

benteuer können einem bei der kleinsten Aufgabe widerfahren. Hast du schon Erlebnisberichte bekommen?

                                                                                                                                   Aus dem Freundeskreis bekomme ich ab und zu Bilder, wie gerade eine Aufgabe gelöst wird – wenn die Flaschenpost nach Hamburg abgeschickt wird oder Schloss Übigau wieder einen neuen Anstrich hat. Das ist natürlich immer schön zu sehen, wie das Buch benutzt wird.

rotz der vielen Ideen – hast du noch mehr davon und wie bist du überhaupt in die Lage gekommen, diese Ideen in einem „Dresdenaktivbuch“ festzuhalten?

                                                                                                                                   Jetzt wo das Buch fertig ist, fallen mir immer wieder weitere Aufgaben ein – vielleicht für eine zweite Auflage.

Meine ehemalige Professorin Martina Jess von der Fachhochschule Dresden (FHD) hatte uns Studenten eine Stellenausschreibung weitergeleitet. Ich habe mich daraufhin beim Verlag beworben und nachdem ich ein paar Probeseiten abgegeben hatte, habe ich eine Zusage bekommen, das Buch machen zu können. Gut mich für – und für den Verlag 😉

o kamen dir die besten Ideen für dein Buch und wie lange hat es gedauert, bis du alle beisammen hattest?

                                                                                                                                    Für das Buch hatte ich ca. zwei Monate Zeit. Das heißt Ideenfindung und Umsetzung mussten relativ zügig erarbeitet werden. Die besten Ideen kamen häufig bei Gesprächen mit Familie und Freunden oder beim Laufen durch die Stadt.

hne Protagonisten kommt dein Buch aus, denn der Leser selbst wird zur Hauptfigur. Welche Zielgruppe möchtest du erreichen?

                                                                                                                                     Mit dem Buch möchte ich besonders die Jüngeren und neu zugezogene Dresdner dazu animieren, Ihre Stadt neu zu entdecken.

Aber natürlich sind auch alle abenteuerlichen Dresdner und Touristen gern dazu eingeladen, die Stadt auf eine ganz besondere Art kennenzulernen. Im Vergleich zu normalen Cityguides ist „Mach’s in Dresden“ nicht mit Stadtplänen oder harten Fakten bestückt. Stattdessen hat jede Aufgabe etwas mit Dresden zu tun, die den Leser durch die Stadt führt. Der Leser erhält Einblick in die Eigenarten der Stadt und deren Bewohner. Und das Gute dabei: Jeder, der mit dem Buch Dresden entdeckt, hat etwas zu erzählen.

Mach´s
Mach´s in Dresden ~ Catherine Bott

Was sagt ihr? Habt ihr Lust, euren persönlichen Cityguid zu erstellen? Es macht wirklich Laune, mit dem Buch durch die Stadt zu ziehen. Egal ob die Stadt eure Heimatstadt ist (ihr werdet sicher doch die ein oder andere neue Ecke entdecken) oder eine bisher noch unbekannte Stadt – Abenteuer und herrliche Blicke von Mitmenschen garantiert.

Ihr werdet sehen, dass ihr schnell mit anderen Touristen oder Einheimischen ins Gespräch kommt – das Buch erregt bei „Anwendung“ Aufmerksamkeit. So und nun muss ich los, denn es gibt noch einige freie Seiten, die gefüllt werden wollen. Eine Seite muss heute noch in der Elbe baden gehen – ohje…

Danke an Catherine und vielleicht gibt es demnächst schon weitere Städte in denen wir buchig spielen können. 😉

Eure


Mach´s

Dresden-Kompass

Dumont direkt – Dresden

Dresden-Kompass

Heute stelle ich euch den Dresden-Kompass vor. Wie jetzt, ein Stadtführer bei Literatwo? Was ist denn da los?

Nein, ich habe nicht vor, auf Sachbücher oder Reiseführer umzusteigen, aber ich möchte euch heute dennoch virtuell nach Dresden, in meine Stadt, einladen. Den ganz neuen und flippigen DUMONT direkt musste ich sozusagen testen, um natürlich in erster Linie herauszufinden, was ich selbst noch nicht kenne. 😉 Ist ja klar, oder?

Inzwischen habe ich mich mehrmals durch den Stadtführer geblättert (120 Seiten) und habe ihn natürlich auch innerhalb der Familie herum gereicht. Das in jedem Reiseführer die Fakten unveränderlich und die Sehenswürdigkeiten die gleichen sind, ist logischerweise so. Also kommt es auf die Insidertipps an, auf die flippigen Zusatzinfos, die Dinge, die den Unterschied zu den bisherigen ausmachen.

Mir hat es Spaß gemacht, mich in die Rolle des Touristen zu versetzen und das schmale, handliche Büchlein so zu lesen.

Dresden

Also herzlich Willkommen in Dresden – auf gehts. Das Beste zu Beginn ist die kurze Übersicht mit ein paar interessanten Fakten vorab. Mich hat ein wenig amüsiert, dass auf dieser Seite gleich ein Minifeld mit der Autorin abgedruckt ist, in dem man aufgefordert ist, ihr Fragen, Erfahrungen und Ideen per Mail zu senden. Lustig, aber auch irgendwie komisch, denn als Tourist will ich erstmal los und im Nachhinein an den Verlag schreiben? Hm… Außerdem macht man doch die Insider der Einheimischen doch nicht öffentlich. 😉

Dumont direkt – Dresden

Bevor es richtig los geht, gibt es kurz und bündig Das ist Dresden, Dresden in Zahlen, Was ist wo? und ein paar Seiten mit bildlichen Eindrücken namens Augenblicke. Auf der Doppelseite Dresden-Kompass gibt es dann die 15 großen Womit fange ich an? Punkte. Und dann geht es los, wie der typische Tourist. Vom Theaterplatz zum Dresdner Zwinger, durch die Gemäldegalerie bis zum Residenzschloss. Es geht rund um die Frauenkirche, über Altmarkt und Prager Straße, die Innere Neustadt und das Königsufer nicht zu vergessen, inklusive Szeneviertel Neustadt. Großer Garten, Elbradweg, Elbschlösser und die Seilband ins Goldstaubviertel gehören dazu, wie die Sächsiche Weinstraße, Schloss Pillnit und die Gartenstadt Hellerau.

Dresden und Umland, es gibt viel zu entdecken und es fehlt natürlich keine Sehenswürdigkeit. Nun liegt es am Tourist selbst, was er sehen mag. Zu jedem Punkt gibt es wichtige Notizen die als ÜBRIGENS am Rand notiert stehen. Die sind echt klasse. Überhaupt ist es schön, dass auf einigen Seiten kleine Zusatzinfos angebracht sind, Wissen einfach und nebenbei. Nach den 15 großen Punkten ist der Stadtführer noch nicht zuende.

Dresdner Museumslandschaft, Dresden hat Landschaft!, Pause. Einfach mal abschalten, Hin & weg und O-Ton Dresden so heißen die folgenden Seiten, auf denen es weitere nützliche Infos gibt. Da es den Stadtführer erst seit Januar gibt, ist er hochatkuell.

Unverstaubt & flippig

Ich finde ihn echt flippig und praktisch zum Verschenken (11,99€). Diese Art Stadtführer kann man jedem bedenkenlos in die Hand drücken, jeder Touri-Charakter wird nützliche Infos und seine eigenen Dresden-Wege finden. Natürlich liegt auch ein großer Stadtplan bei und es gibt einen kleinen Übersichtsplan zum Ausklappen im vorderen Einband, der für den Blick zwischendurch sehr praktisch ist.

Ein paar geheime Tipps könnte natürlich noch darin untergebracht werden, aber mal ehrlich – wollen wir das? Wir Einheimischen sind doch dafür da, die Touris ins wahre Stadtleben einzuführen und an Orte zu bringen, die in keinem Stadtführer vermerkt sind. 😉

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Eure
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Amoz Oz erobert das Kino und ihr könnt gewinnen

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Amoz Oz – ein Name den wohl jeder Literaturliebhaber kennt. Kann man das so sagen? Ich habe immer nur von ihm gehört, nie von ihm gelesen, aber jetzt von ihm gesehen.

Seit Donnerstag – 03.11.2016 – ist der Film „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ in den Kinos. In Dresden wird er in der Schauburg, einem sehr gemütlichen Kino, ausgestrahlt. Nun habe ich den Film zwei Tage auf mich wirken lassen und erzähle euch heute darüber.

Der 10-jährige Amos kann seine Kindheit nicht wirklich genießen und ausleben. Er lebt mit seinen jüdischen Eltern, Fania und Arieh, in Palästina. Der Krieg und die Flucht haben Spuren hinterlassen und nicht nur Hoffnung und hohe Erwartungen gebracht. Vor allem seine Mutter Fania verkraftet ihr Leben nicht. Oft versucht sie Aufheiterung in das Familienleben zu bringen. Sie erfindet gern Geschichten unterschiedlicher Art. Amos hört ihr gern zu und wird dadurch von ihr sehr geprägt. Er soll später Schriftsteller werden.

Sein Vater Arieh ist Schriftsteller und ein sehr gebildeter Mann. Er und Fania haben zwar den gleichen Bildungsstand, aber Liebe gibt es zwischen dem Ehepaar nicht mehr. Obwohl Israel nun unabhängig ist, geht es Fania immer schlechter. Ihre Hoffnungen sind erloschen, sie vereinsamt in sich selbst und leidet unter schweren Depressionen. Weder Amos noch Arieh können ihr helfen. Doch eines ist klar: Amos muss sein Leben leben und einen Neuanfang wagen, auch wenn ihm seine Mutter und ihre vielen Geschichten fehlen werden.

Film oder Buch

Die Basis des Films „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ ist der gleichnamige Roman von Autor Amos Oz. Im Jahr 2008 ist im Suhrkamp Verlag eine Sonderausgabe zum 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israel am 14. Mai 2008 erschienen. Da ich das Buch nicht gelesen habe, ist mir kein direkter Film-Buch-Vergleich möglich.

Ich muss gestehen, dass ich eine Weile brauchte, um den tiefen Inhalt des Films zu verarbeiten und zu überdenken. Ohne jegliche Vorinformationen habe ich das Geschehen auf der Leinwand auf mich wirken lassen. Der Film ist leise, traurig, bedrückend und von vielen aufeinanderfolgenden Szenenwechseln geprägt. Durch das Wissen, dass der Film eine autobiografische Basis hat, ist Gänsehaut vorprogrammiert.

Hätte ich das Buch gelesen, wäre der Inhalt wohl intensiver auf mich eingeströmt, so denke ich nun im Nachhinein.

Eine Geschichte von Liebe und Finsternis - Film und Buch
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis – Film und Buch

Charaktere und Fazit

Natalie Portman spielt nicht nur die Hauptrolle der Fania, sondern hat auch hinter den Kulissen einen großen Anteil am Film, denn sie gehört zum Produzententeam. Persönlich liegt ihr der Film sehr am Herzen. Eine bessere weibliche Besetzung könnte der Film wohl kaum bekommen, denn Natalie Portman besticht durch ihre Schönheit und spielt die Rolle der depressiven Fania die immer mehr den Boden unter den Füßen verliert, sehr gut. Authentischer Gleichklang.

Die Rolle des Amos wird von drei Schauspielern gespielt, da wir diesen nicht nur als 10-jährigen Jungen, sondern auch als 16-jährigen jungen Mann und als über siebzig jährigen alten Mann in der Gegenwart erleben. Amos – der Junge der den Verlust der Mutter hinnehmen musste und sich sein Leben lang fragte, warum sie sich selbst verlieren konnte. Diese Frage machte ihn zum Schriftsteller.

Schauspieler Gilad Kahana verkörpert den intellektuellen Arieh. Er versucht Amos zu einem Genie zu machen und sieht in ihm ein Wunderkind. Dabei raubt er ihm ein Stück Kindheit und erhofft sich selbst großen Erfolg.

„Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ ist eine tiefgründige und facettenreiche Familiengeschichte. Im Mittelpunkt steht das Erwachsenwerden in einem Elternhaus, in dem die Liebe fehlt und in einem Land, in dem gerade ein Neubeginn stattfindet.

Ein Film der wohl kein Bestseller unter den Filmen wird, aber durchaus sehenswert ist und lange nachwirkt, da einzelne Szenen für Gesprächsbedarf sorgen.

Schauburg Dresden
Schauburg Dresden

Ihr wollt Kinokarten gewinnen?

Kein Problem, denn KOCH MEDIA präsentiert nicht nur den Film, sondern stellt den Lesern von Literatwo zwei Kinokarten zur Verfügung. Verratet mir doch, ob ihr das Buch gelesen habt und ob ihr ins Kino gehen wollt. Schickt parallel eine Email an literatwo@aol.de und erfahrt am 10.11.2016 ob ihr gewonnen habt.

Update: Vielen Dank für eure Kommentare und Empfehlungen. Über die Kinokarten darf sich Ute freuen! Viel Freude im Kino.

Eure

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Mit Buchblick durch Dresden

Brunch mit den Hollunderschwestern
Brunch mit den Holunderschwestern

Kolumne 25/2016: #Buchblick

Eigentlich sollte es einfach ein ausgiebiger Spaziergang werden, natürlich mit Buch in der Tasche, aber grundsätzlich ohne buchige Hintergedanken. Ja, solche Tage gibt es auch. Also auf in die Neustadt, zur Bunten Republik. Sonntags im Sonnenschein brunchen, umgeben vom bunten, gut gelaunten Menschenvolk. So unser kleiner Plan. Gesagt getan und der Brunch im Max war gut sehr lecker. An meiner Seite weilten „Die Holunderschwestern“ von Teresa Simon. Gelesen habe ich natürlich nicht, aber die Brunchluft durften die Seiten schnuppern.

Beim Schlendern durch die Straßen der Dresdner Neustadt blieb mein Blick dann an einer Hauswand heften. Ich dachte erst, dass ich nicht richtig sehe. Aber ich sah richtig, denn guckt euch selbst das nächste Bild an, an der Hauswand kleben lauter Seiten aus Heften, Büchern, Zeitschriften…

Ihr seid gerade beim Hausbau? Ihr wisst noch nicht, welche Farbe eurer Haus zieren soll? Gestaltet es einfach buchige und beklebt es wild mit Seiten. 😉 Ein Hingucker ist es dann auf jeden Fall.  Wie lange die Seiten dort noch so kleben, ist nicht abzusehen. Allerdings sah es so aus, dass diese bald gelb überstrichen werden – links auf dem Bild seht ihr schon ein wenig Farbe. Dennoch Daumen hoch – fetzt total!

Hauswand voller Seiten
Hauswand voller Seiten

Schon auf dem Weg zum Brunch, habe ich den Wohnwagen erspäht. Ich konnte nur nicht richtig erkennen, was es mit diesem auf sich hat. Zum Glück führte der Spaziergang später direkt an dem Wohnwagen vorbei und ich konnte ihn bildlich für euch festhalten. Die Tür war noch zu und ich konnte auch niemanden sehen, der zum Wagen gehört. Aber ich habe das Internet befragt und erlesen, was es mit www.einbuchgratis.de auf sich hat.

Die Betreiber werden oft gefragt: Warum verschenkt ihr Bücher?

Diese Frage hätte ich wohl auch gestellt. Seid ihr neugierig und wollt ihr ein Buch? Ich verweise euch einfach mal auf die Homepage. Dort könnt ihr „Darwins Rätsel, Schöpfung ohne Schöpfer? “ gratis bekommen – eine Organisation vom Christlichen Informationsdienst e.V. macht es möglich. Schaut selbst, ob es was für euch ist.

Wer sich den Wohnwagen genau angesehen hat, hat den „Fisch“ – das christliche Symbol – sicher schon erspäht.

Ein Buch gratis
Ein Buch gratis

Lesen war auf dem Weg nicht geplant. Aber ich habe nichts gegen spontane Lesepausen im Grünen.

Plötzlich und unerwartet taucht mitten in der Dresdner Johannstadt ein grünes Gärtchen auf. Also scharf gebremst und geschaut, wem der Garten gehört und ob man da durchlaufen kann. Ein Schild gab uns Auskunft darüber, dass drum gebeten wird, sich kulturvoll zu verhalten, denn der Garten wird von der vietnamesischen Familie Minh betrieben und leider wurden Pflanzen aus der Grünen Oase gestohlen.

Eine grüne Oase im wahrsten Sinne des Wortes. Blumen über Blumen, verschiedene Pflanzen und Sträucher und Bäume voller Früchte. Wahnsinnig schön angelegt und liebevoll gestaltet. Es gibt sogar kleine Teiche mit Goldfischen darin. Blühende Seerosen natürlich auch.

Ein richtig schönes ruhiges Plätzchen. Ich habe auch hier recherchiert und herausgefunden, dass es das Gartenprojekt schon seit 2002 gibt und die Betreiberin Thi Minh Tran den Blumengarten auf eigene Kosten betreibt. Sie wird sogar die Prinzessin von Johannstadt genannt. Wahnsinnig klasse – respekt und großen DANK. Lest selbst!

Grüne Oase Johannstadt
Grüne Oase Johannstadt

Obwohl ich schon sehr lange in der Johannstadt wohne, war ich noch nie auf dem Trinitatisfriedhof. Dies wollte ich nun ändern. Das klingt jetzt vielleicht makaber, aber einige werden verstehen, das Friedhöfe auch magisch sein können und vor allem die alten Gräber viele Emotionen auslösen. Ich sehe mir diese alten Grabstätten und Gruften und Grabsteine gerne mal an und lasse meine Gedanken einfach schweifen.

Und dann kam der totale Gänsehautmoment. Ein Weg führt vom Hauptteil des Friedhofs in den älteren Teil. Gleich links erstrahlte wie aus dem Nichts – so fühlte es sich an – der Grabstein von Lili Elbe. Die Sonne leuchtete ihn an, als ob es der einzigste weit und breit wäre. Mein Körper wurde von einer extremen Gänsehaut erfasst. Lili Elbe ist mir nicht seit dem Kinofilm ein Begriff, sondern durch viele Erzählungen von Arndt. Er schrieb zudem über Lili Elbe und das Buch „The Danis Girl“ im Artikel The Danish Girl – Das dänische Mädchen von David Ebershoff. Diesen lege ich euch wärmstens ans Herz.

Ich musste erstmal tief ein und aus atmen. Das Grab kam so unerwartet. Auf Wikipedia konnte ich dann erlesen, dass der Grabstein seit April 2016 ein neuer ist – die Produktionsfirma des Films „The Danish Girl“ hat diesen finanziert.

Arndt habe ich noch vor Ort ein Bild vom Grab schicken müssen – ein magischer Moment.

Lili Elbe
Lili Elbe

Kennt ihr den Film/das Buch schon? Hattet ihr am Wochenende ähnliche Buchmomente mit denen ihr nicht gerechnet habt?

Eure

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DTM – Literatur auf dem Ring

DTM Rennwochenende
DTM Rennwochenende

Kolumne 23/2016: #DTM

Heißer, schneller, lauter und immer ganz nah dran. So sah mein Sonntag auf dem Lausitzring aus. Zum ersten Mal habe ich mich also mit einem Buch an die Rennstrecke begeben. Vor kurzer Zeit bin ich noch mit einem Buch durch die Luft geflogen und gestern gab es dann richtig Gummi.

Da ihr euch so lesegierig auf den Helikopterbericht gestürzt habt, dachte ich mir, dass ich einfach mal über Autos und Bücher und Motorräder schreibe. Eigentlich möchte ich nicht detailliert von gestern erzählen, aber ich zeige euch einfach mal ein paar Bilder. Manche Menschen denken angeblich, dass Buchmenschen nur daheim sitzen und lesen und zwischen ihren Seiten kaum hervor gucken. Das ist ja mal totaler quatsch. Ich bin so wahnsinnig oft an der Luft, denn Bücher kann man tatsächlich einpacken und mitnehmen. Schnappt euch euer Buch und geht damit raus ins bunte Leben und seid verrückt und wild.

Gestern ging es also gegen 8 Uhr auf die Bahn in Richtung Lausitzring und ich durfte ans Steuer. Das war schon mal genial, denn ich gebe sehr gerne Gas und fahre gern schnelle Autos. Und dann ertönte direkt auf dem Parkplatz der Sound der Motoren – DTM freies Training. Also raus aus dem Auto, rein in die Sonne und ab auf die Tribüne.

Achso – welches Buch darf eigentlich mit auf den Ring?

DTM
DTM – Boxenstopp

Die Buchwahl war noch völlig offen. Bei der Wahl des Buches gibt es meist überhaupt keine Wahl, da ich mein aktuelles Buch mitnehme. Das ist aber so dick und schwer, das es total unpraktisch und ungeeignet für ein sportliches Event ist. Was nun? Es muss ein Buch mit, was ich bald lesen werde, was vom Titel recht gut passt und nicht viel Platz wegnimmt. Es muss sportlich sein. Die Wahl fiel letztendlich auf Wir Glücklichen von Amy Bloom (Hoffmann und Campe). Kennt ihr es schon?

Auf dem ersten Bild habt ihr gesehen, wie gut es sich so anpasst und wie treffend es schon vom Titel her ist. Wir  5 unserer „Reisegruppe Asphalt“ waren sehr glücklich und werden gern an den Tag zurück denken. 😉

Ihr könnt euch denken, dass ich nicht gelesen habe, wann auch. Der Tag stand im Zeichen der Motorenmusik und es war ständig was los. Aber ein Buch war mit und es durfte sogar ab und an die gummigeschwängerte Luft atmen.

Einige von euch wissen, dass mein Autoherz Porsche schlägt. Nah dran hieß es dann gegen 10 Uhr beim Porsche Carrera Cup. Es war einfach grandios. Das Gefühl nur wenige Meter ganz unten am Zaun zu sehen und die Luft der vorbeirasenden Fahrzeuge ins Gesicht zu bekommen – hach…

Einfach genial, anders kann ich es nicht sagen.

Und dann ging es auch schon relativ zügig weiter. DTM Qualyfining stand auf dem Plan. Wer schon einmal an der Rennstrecke war, kennt den Rhythmus den das Autoherz dann schlägt. Laut. Nah. Dran.

Formel 4
Formel 4

Die anschließende Motorrad-Stuntshow hat das Publikum natürlich auch begeistert. Der Junge hatte es schon voll drauf, ja, absolut und doch hab ich immer und immer wieder ein mulmiges Gefühl. Aber so ist es. Die Welt ist bunt, das Leben wild und ohne Risiko kein Spaß – so in der Drehe und wenn ich in mich hineinblicke, dann sehe ich auch eher einen Menschen der nicht vor der Grenze zurück geht, sondern zwei Schritte drüber ist. Meistens jedenfalls…

13 Uhr hieß es dann Bahne frei für die ADAC GT Masters. Sehr genial und für wen wurden die Daumen gehalten? Für Porsche – klaro. Wir haben dem Porsche 911 GT3 R die Daumen gedrückt und Matteo Cairoli und David Jahn sind auf dem 4. Platz gelandet.

15.13 Uhr hieß es dann DTM. Bahne frei und nun maximale Lautstärke. Wahnsinn – echt der Wahnsinn.

Dann begann die Sonne ein wenig zu schwächeln und machte für den Regen Platz. Ein paar Runden konnten wir die SUPERBIKE*IDM verfolgen, doch dann wurde abgebrochen. Schade!

Ein Highlight wartete noch auf uns – die Formel 4. Und wer fährt da mit? Der Sohn von Michael Schumacher.

g
Lausitzring

Mick – gibt alles! Ich habe die Formel 1 geliebt und vor Jahren bin ich nachts aufgestanden, um kein Rennen zu verpassen. Seit Michael Schumacher allerdings nicht mehr dabei ist, hat sich mein Interesse am Motorsport ein wenig verändert. Keine Ahnung wann der Bruch genau kam, aber ich gucke nur noch sporadisch und nicht mehr so intensiv. Am Sonntag konnte ich dann wieder Formel-Luft schnuppern.

Michael Schumachers Sohn – noch keine 18 und schon mitten drin, statt nur dabei und er hat gezeigt, dass eine Menge Rennfahrerblut in ihm steckt. Auch wenn er es nicht aufs Treppchen geschafft hat, hat er ordentlich gezeigt, wie das Gaspedal gedrückt wird. Der Fahrer mit der Nummer 29 konnte sich nach einem 360Grad Dreher auf nasser Fahrbahn bis Rang 6 zurück kämpfen. Echt spitze. Was wohl in Mick vorgeht, wenn er im Rennauto sitzt? Gedankliche Verbundenheit mit seinem Vater ganz bestimmt. Gänsehaut…

Ein runder Tag durch und durch – Lausitzring: ich komme wieder!!!

Wer von euch war bereits dort? Schlägt euer Herz auch buchig motorisiert?

Eure

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Sky – was geht?

Sky - was guckst du?
Sky – was guckst du?

Kolumne 22/2016: #Sky

Zum Sonntag gibt es heute mal wieder einen Sonntagsbericht. Sky und Binea? Das passt ja genauso zusammen, wie Sommer und Skianzug. Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein Mensch bin, der unbedingt einen Fernseher braucht und Sky ist ja dann wohl total überflüssig. Nunja, Dynamo Dresden spielt in der neuen Saison nun in der 2. Bundesliga und wenn ich mal den Fernseher anschalte, dann wegen Fußball. Aber ich bin ja nicht alleine und mich stört es wenig, wenn beim Lesen im Hintergrund die Flimmerkiste flimmert. „Also, Hallo Sky! Ich brauche dich nicht, aber von mir aus kannst du bleiben.“

Der Receiver hat mich gleich gestört, ich mag keine zusätzlichen Staubfänger, aber gut, wenn er dazu gehört und sein muss – dann aber dynamisch – dafür gibt es das Ding ja in der Optik. Von mir aus – besser als langweilig schwarz oder silber.

Ich gucke selten Filme, wenn dann Buchverfilmungen und ich gucke überhaupt keine Serien, Staffeln und so einen Sch…wie ich immer gern sage. Aber so richtig stimmt das nicht, wie ich recht schnell selbst feststellte. Da war doch was und es nennt sich: Game of Thrones.

Waaaassss? Wir können das jetzt gucken? Echt? Wie genial ist das denn. Da gab es neben dem fußballerischen Guckeffekt gleich den ersten Pluspunkt, aber das war es dann auch schon. Das andere Seriengedönse und sowas grauenvolles wie Akte X – fragt mich mal, woher ich die Abneigung habe, aber ich finde die Darsteller schon irgendwie keine Ahnung – muss ich mir nicht geben. Ich ergucke mir einfach nichts an den Serien. Ich bin eben ein Buchkind.

Aber das Sky-Menü – die große Auswahl an Filmen habe ich mir mal mit angeguckt, ich muss ja auch etwas informiert sein und dann kam der Aufschrei „Waaassss? The Returned?“ Ist ja irre – das gibt es nicht nur als Buch? Ach stimmt, da war ja was im Gespräch auf der Buchmesse in Leipzig zwischen Arndt und Carina vom Loewe Verlag/Script 5. Ich habe gleich abgeblockt, als ich über den Inhalt erfuhr. Schon das Cover schreckte mich im Vorfeld ab.

Sky - The Returned
Sky – The Returned

Schon wenn ich den Jungen auf dem Cover sehe – ist der nicht irgendwie gruselig? Ich bekomm schon beim Anblick Gänsehaut und wenn ich dann schon höre, dass er irgendwie immer da ist und nicht redet und das in den Handlungsort verstorbene Personen zurückkehren und ihr altes Leben einfach wieder aufnehmen, aufnehmen wollen, dann schüttelt es mich. Urgs…

Aber die Serie – hm…wäre mal eine Überlegung wert. Lesen werde ich das Buch auf keinen Fall. Ich mag schon alleine das Buch wegen des Covers nicht hier stehen haben wollen. Außerdem bin ich mit dem Inhalt, dank Arndts Worten recht vertraut und auch seinen Artikel zum Buch habe ich gelesen. Ihr nicht? Dann lest mal hier, was er schreibt, wenn er sagt: Idylle war gestern.

Gruselig oder? Zumindestens für mich dann doch nicht gruselig genug, denn meine Neugierde wuchs und wuchs und ihr könnt euch sicher denken, was passierte. Richtig, die Buchtante Binea, die das Cover grausig findet und nicht wirklich gern mysteriöse Horrorgeschichten schaut, hat es getan. Und ist nun infiziert und süchtig und kann es kaum erwarten, die zweite Folge der ersten Staffel zu sehen. Es wird wohl direkt heute Abend weiter gehen.

Wenn ihr im Laufe der Woche nichts von mir hört und lest und überhaupt, dann wisst ihr, dass ich eingeschlossen in der Wohnung und eingemummelt in der Decke auf dem Sofa sitze und mit stierendem Blick und an den Fingern nagend dort bin, wo die Vergangenheit zurück kehrt…

Kennt ihr „The Returned„? Wohnt Sky auch bei euch? Welche Serien guckt ihr?

Eure

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