Schicksalsbringer & Gewinnspiel

Schicksalsbringer ~ Stefanie Hasse

Schicksalsbringerin Stefanie Hasse hat sich dem literatwoischen Interview-Akrostichon gestellt und meine Fragen beantwortet. Ich habe viel aus ihren Antworten gelernt und wünsche euch nun beim Lesen viel Freude. Ihr könnt ihr Buch gewinnen, in dem ihr die Frage von Stefanie am Ende des Akrostichon beantwortet. Natürlich lege ich euch das kleine Schicksalsbringersäckchen und die Münze bei.

Viel Freude und Erfolg. 😉

 

eben ist: Schicksal oder Bestimmung?

Auch wenn man vieles gern auf Schicksal und/oder Bestimmung schiebt oder es als Ausrede benutzt, bin ich ganz fest der Meinung, dass man für alles selbst verantwortlich ist und „erntet, was man sät“.

 

n welcher Stimmung bist du literarisch am Produktivsten?

Gut ausgeschlafen und früh am Morgen 😀 Da ist meine Stimmung dann immer eher euphorisch und ich strotze vor Energie (die dann im Laufe des Tages immer weiter abnimmt). Bin ich mal nicht in der richtigen Stimmung für eine bestimmte Szene, hilft mir Musik dabei, mich darauf einzustellen.

 

itel sind oft für den ersten Eindruck mitverantwortlich und Wegweiser. Ist „Schicksalsbringer“ dein Wunschtitel und auch der Zusatz „Ich bin deine Bestimmung“?

Mein Arbeitstitel war „Wheel of Fortune“, was aus verschiedenen Gründen jedoch nicht übernommen werden konnte. Ich musste mich hier also überraschen lassen. Mit „Schicksalsbringer“, „Schicksalsjäger“ (Band 2) und dem Reihentitel „Ich bin deine Bestimmung“ bin ich aber absolut zufrieden – schließlich sagt er einiges über den Inhalt aus.

 

rzähl doch mal von deiner absoluten Lieblingsschicksalsbringerszene.

Ich bin ja Fan von schlagfertigen Dialogen und romantischeren Szenen, daher ist die hier einer meiner Favoriten:

„Seine Stimme war belegt, er räusperte sich und biss sich auf die Lippe.

Ich war wie in Trance, wollte mich noch nicht aus dem Kuss lösen und hob meinen Kopf für mehr. Phoenix grinste und ein Funkeln brachte seine Augen zum Leuchten.

»Du willst mehr?« Er versuchte sich an seinem überheblichen Gesichtsausdruck, doch die wahren Gefühle dahinter konnte er vor mir nicht mehr verbergen.

»Hmhm.«

»Keine Sprüche mehr auf Lager?« Er klang fast enttäuscht.

»Die machen nur kurz Pause«, sagte ich heiser.

»Warum nur?«, neckte er mich. Seine Lippen schwebten ungefähr einen Millimeter über meinem Mund. Schon allein diese Fast-Berührung brachte meinen Puls zum Ausrasten.

»Ich weiß auch nicht«, hauchte ich und schloss die Augen.

Er genoss es sichtlich, die Kontrolle zu haben, versuchte, mich weiter zu reizen. Seine Lippen glitten wie eine Feder über meinen Mund, streiften meine Wange, verharrten ganz nah bei meinem Ohr.

»Du machst mich verrückt«, flüsterte er, während er meinen Hals küsste und mein Herz dadurch zu immer größeren Höchstleistungen antrieb.

»Es ist nicht gut, das Schicksal so herauszufordern.« Seine Stimme klang belegt, während er kleine Küsse auf meinen Hals tupfte. »Nicht gut.«“

Auszug aus: Hasse, Stefanie. „Schicksalsbringer – Ich bin deine Bestimmung.“ Loewe Verlag, 2017

 

ealität & Fiktion – was finden wir in deinem Roman?

Eine große Portion Realität mit einer Brise Fiktion – zumindest werden das alle so sehen, die nicht an das Schicksal glauben 😉

 

ller Kapitelanfang ist schwer. Stimmt das?

Ich liebe Kapiteleinstiege. Bei mir enden viele Kapitel mit einem Cliffhanger und ich kann darauf sofort im neuen Kapitel aufbauen. Daher kann ich für mich persönlich nicht zustimmen.

 

olle Aufmachung des Buches (innen wie außen) und neugierig machende Werbung (das kleine Samstsäckchen und die SchokoMünze per Post) vorab. Bist du daran beteiligt? Sind die Ideen von dir und ist es nicht ein unfassbares Glück, solche Möglichkeiten vom Verlag zu bekommen?

Ich hatte das große Glück, dass Loewe viele meiner Vorschläge übernommen hat und wir uns beim Marketing wunderbar ergänzt haben. Ich bin immer noch sicher, dass das gute Schicksal ( 😉 ) hier eindeutig auf meiner Seite war.

 

elchen LeserINNEn legst du dein Buch ans Herz?

Insbesondere natürlich romantisch veranlagten Leserinnen aller Altersklassen (ich bin schließlich auch schon weit entfernt von der Altersempfehlung), die sich noch an die Probleme des Teenageralters erinnern können und mit meiner Protagonistin Kiera gemeinsam das Schicksal verändern wollen.

 

hne Charaktere keine Geschichte. Wie lange kennst du Kiera schon und wie viel Stefanie Hasse steckt in ihr?

Kiera begleitet mich nun schon seit über anderthalb Jahren und sie hat wie jede meiner Protagonistinnen einiges von mir. Bei Kiera ist es beispielsweise das Hobby der Leadsängerin. In ihrem Alter war ich ebenfalls Sängerin verschiedener Coverbands und somit haben einige der Figuren Züge meiner damaligen Clique und Band. Auch ist Kiera nicht gerade auf den Mund gefallen und kann sich behaupten, auch wenn sich da immer wieder andere einmischen und „für sie das beste“ wollen.

Schicksalsbringer ~ Stefanie Hasse

Schicksalsbringer-Gewinnspiel

Stefanie Hasse möchte nun von euch wissen:

Wenn du im Besitz der Schicksalsmünze wärst, was würdest du verändern?

Ganz liebe Grüße und danke für Interview und Gewinnspiel – Steffi

Ich sage DANKE an Steffi für das schnelle Beantworten der Fragen und nun freue ich mich auf eure Kommentare bis zum 24. Juli 2017.

Teilnahmebedingungen:

  • Teilnehmen darf jeder, der volljährig ist bzw. die Zustimmung seines Erziehungsberechtigten hat.
  • Sollte sich der Gewinner nicht innerhalb von 3 Tagen nach Benachrichtigung melden, wird neu ausgelost.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
  • Teilnahmeschluss ist der 24. Juli 2017, 23.59 Uhr. Später eingehende Antworten werden nicht berücksichtigt.
  • Schickt bitte parallel zu eurem Kommentar eine Email an literatwo@aol.de

Update 27.0.2017 – Danke an euch fürs Mitmachen und die vielen Kommentare + Email. Die Gewinnerin ist Nina. Ich wünsche dir ganz viel Lesefreude und schick doch gern eine buchige Rückmeldung, ob dich Stefanie Hasse mit ihrem Roman überzeugt hat.

Eure


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Sieben Nächte hätte ich gebraucht

Sieben Nächte ~ Simon Strauss

Sieben Nächte hätte ich mir zum Lesen Zeit lassen sollen. An einem Tag hat es sich angefühlt, als ob ich mich überlesen hätte. Wortüberflutung. Seitenüberdosis. Emotionschaos. Einfach drüber.

Du kannst mir nicht erzählen, dass es dir noch nie so ging. Wenn du die 30 erreicht hast oder sagen wir sogar schon die 35, dann kennst du diese Gedanken, die immer mal wieder von recht und links aus dem Gebüsch kommen und uns anspringen. Eigentlich immer dann, wenn wir sie nicht brauchen, wenn wir unser Ziel im Blick, den festen Weg vor den Füßen haben.

„Kompromisse schwächen den Händedruck. Wer zu oft den Fahrstuhl nimmt, findet nicht mehr den Weg zur Hintertreppe. Der bleibt in der Bequemlichkeit stecken, verliert die Sehnsucht, den Drang.“ (Seite 14)

Diese Gedanken, die die Frage „Was wäre wenn?“ mit sich bringen bzw. die Zweifel und die vergleichenden Blicke zu anderen gleichaltrigen Mitmenschen hervor holen. Da ein Kinderwagen, dort ein dicker Bauch. Ein Haus mit großem Grundstück, ein schnelles Auto. Hochzeit hier, Einschulung da und Karriereleitern an allen Ecken. Nach und nach „beenden“ alle ihr Leben und werden so verdammt erwachsen. Oder ging es dir noch nie so, weil du einfach schon erwachsen bist und es dir damit einfach gut geht?

Simon Strauss will noch einmal richtig leben, bevor er erwachsen wird. Er will leben und er möchte nichts verpassen, aber er ist auch einsam und muss dazu den Schritt in die Welt wagen. „Sieben Nächte“ sollen ihm helfen, den Weg der Wege zu finden, alle Sünden kennenzulernen und das Gute und das Schlechte draus zu filtern und mitzunehmen.

Sieben Nächte ~ Simon Strauss

Sieben Nächte…

„Dieser Mann, er steht auf der anderen Seite, ist über dreißig, hat ein Leben und einen Lauf. … Ich werde eingehen auf seinen Vorschlag: Werde gierig, hochmütig und faul sein, neiden und wüten, Völlerei und Wollust treiben. … um der drohenden Zukunft noch einmal zu entkommen.“ (Seite 21)

Sieben verschiedene Ort, sieben Ängste, sieben Erlebnisse und drumherum massig Gedanken an die Zukunft, die Vergangenheit und an das jetzt.

Simon Strauss verlangt von seinem Leser sehr viel ab. Zum einen schreibt er tief, stellenweise sperrig und schwer, zum anderen holt er den Leser so ab, dass er sich und sein Leben selbst betrachtet und sich hinterfragt. Keine leichte Kost auf nur knapp 140 Seiten.

Keinesfalls sollte man diesen Roman an einem Tag lesen. Den Fehler solltet ihr nicht begehen. Sieben Tage müsst ihr dafür einplanen, denn der gelesene Stoff möchte verinnerlicht werden. Die Süden müssen durchdacht werden, denn wir durchleben diese mit Strauss gemeinsam. Auch wir ziehen unsere Schlüsse aus dem Erlebten, filtern für uns wichtige Erkenntnisse. Es wird ernst, aber auch lustig, auf jeden Fall skurill und steinig.

„Vielleicht hat er ja doch Recht. Vielleicht ist Träumen irgendwann nicht mehr genug.“ (Seite 127)

LEBT – STELLT EUCH DER ZUKUNFT.

Eure
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An was denkt ihr bei „Targa“ ?

Targa – Der Moment, bevor du stirbst ~ B.C. Schiller

Ich kann mir vorstellen, dass der ein oder andere Leser beim Namen „Targa“ an den 911-er Porsche Cabrio denkt. Das kann ich gut nachvollziehen, denn mir ging es ebenso, als ich den Namen des Romans von B.C. Schiller laß. Aber bei „Targa“ sollte zukünftig auch literarisch gedacht werden.

Endlich mal wieder ein Thriller bei Literatwo – ja, Zeit wird es. Aber diese Buchvorstellung ist ein klein wenig anders, denn meine Mama hat sich dem Buch gewidmet. Sie liest bevorzugt Thriller und für sie war es ein absolutes Highlight, bereits Anfang Juni den Roman vorab zu lesen. Da ich gerade keinen Hunger auf literarischen Thrillerstoff habe, springt sie an meiner Stelle nun rezensierend ein, was laut ihr „überhaupt nicht mein Ding, du musst helfen“ ist. Dennoch hat sie es versucht, Stichpunkte gemacht und mir begeistert über ihr Leseerlebnis erzählt.

Um was es im Roman (Penguin Verlag) geht, könnt ihr auf dem folgenden Bild erlesen:

Targa – Der Moment, bevor du stirbst ~ B.C. Schiller

Targa – so heißt die verdeckte Ermittlerin mit Spezialausbildung. Gleich zu Beginn befinden sich zwei Steckbriefe im Buch. Einmal von Targa „der Guten“ und einmal von Falk Sandman „dem Bösen“. So erfährt der Leser noch vor der ersten Seite, mit welchen zwei Hauptprotagonisten er es zu tun bekommt. Die wichtigen Grundinformationen werden gegeben und automatisch entstehen zwei grobe Bilder im Kopf. Die Besonderheiten und Charaktereigenschaften verankern sich ebenfalls, da diese recht außergewöhnlich sind. Ich finde die Steckbriefe super, mal eine für mich völlig neue Idee.

Für mich ist es zudem neu, dass man schon vorher weiß, wer der Bösewicht ist. Sonst lese ich oft Thriller bei denen man noch herausfinden muss, wer hinter den jeweiligen Taten steckt. Kein Grund um weniger spannend zu sein, auf jeden Fall andersartig spannend. Es fällt mir schwer, einen Vergleich zu anderen Autoren zu ziehen. Man erkennt sofort, dass hier kein Sebastian Fitzek schreibt, denn es geht nicht ganz so abgefahren und abgedreht zur Sache. Was aber nicht heißt, dass Fitzek-Fans hier keine Lesefreude finden.

Barbara und Christian Schiller verstecken sich hinter „B.C.“ und haben mich begeistert. Sehr schnell habe ich den Roman durchgelesen, was wohl auch an den sehr kurzen Kapiteln liegt. Ich bin ein Freund von kurzen Kapiteln, denn so kann ich immer mal schnell ins Buch tauchen und die Spannung bleibt konstant.

Targa – Der Moment, bevor du stirbst ~ B.C. Schiller

Für mich kommt ein Roman so richtig nah an mich heran, wenn er in der Gegend spielt. Hier ist der Handlungsort das nahe gelegene Berlin. Viele Wellen der Gänsehaut haben mich beim Lesen überrollt, denn die Psyche wird gefordert und viele Handlungen sind Nerven raubend und durch den eigenen gesunden Menschenverstand, schwer zu verarbeiten. So soll ein Thriller bekanntlich sein.

Zudem finde ich ihn gut konstruiert, es gibt einige Nebenschauplätze und natürlich hat jeder Protagonist eine Vergangenheit die noch eine Rolle spielt. Man ahnt sehr vieles und doch wird man von B. C. Schiller mit einem völlig anderen Ausgang überrascht.

Am Ende stehen die Worte „Fortsetzung folgt“, welche aber nicht beunruhigen, sondern viel mehr neugierig machen, da der Roman abgeschlossen ist und alles aufgelöst wird.

Wer Lust auf einen kurzweiligen Thriller hat, abwechselnde Erzählperspektiven mag und das volle Paket an Spannung möchte, der greift zu TARGA.

Viele Grüße von der Binea-Mama. 😉

Eure
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Als wir unbesiegbar waren

Als wir unbesiegbar waren ~ Alice Adams

Es ist keinesfalls außergewöhnlich, aber es unterhält und tut gut. Außerdem ist es recht nah am Leben angesiedelt, jeder Leser wird sich darin wieder finden.

Das Cover hat mich dazu verleitet, es mit an den Strand zu nehmen. Der Titel verspricht Freiheit und Leichtigkeit, lässt aber erahnen, dass die Protagonisten von Seitenzahl zu Seitenzahl immer älter werden und die besagte Freiheit, die besagte Leichtigkeit, schwinden wird.

Alice Adams macht uns schnell mit ihren vier Protagonisten bekannt. Sylvie, ihr Bruder Lucien, Eva und Benedict haben ihr Studium beendet und jetzt geht es los, das Leben. Jeder wird in seine Richtung gehen und die Freundschaft wird eine erste große Probe bestehen müssen. Vor allem auch, weil die Freunde charakterlich so unterschiedlich sind und aus verschiedenen sozialen Umfeldern kommen. Aber Gegensätze ziehen sich an und selbst nach 20 Jahren ist keine Trennung in Sicht.

Gerade dieser große Zeitraum auf nur über 330 Seiten mag abschrecken, sollte er aber keineswegs. Alice Adams schafft es verblüffend gut, uns diese vier liebenswerten Menschen ans Herz zu schreiben. Wir springen taktvoll durch die Zeit und greifen die Phasen auf, die von Bedeutung sind. Sie präsentiert uns keine Oberfläche, sondern schreibt das Leben nah an uns selbst. Mit über 30 Jahren fühle ich mich genau angesprochen und wohl im Buch, da es so viele Berührungspunkte gibt.

Als wir unbesiegbar waren ~ Alice Adams

Keinesfalls schreibt Alice Adams über Dinge die wir noch nicht kennen, nein, es ist eher das Lesegefühl, was das Buch so hervor hebt. Es liest sich gut, es liest sich so vertraut und bekannt.

Es geht um Hoffnungen, die Liebe, Trauer, Glück, die Freundschaft und um das Leben. Karriere, wildes Leben, ausbleibende Erfolge und dumpfes Streben – jeder Protagonist hat einen Weg, den er mehr oder weniger freiwillig verfolgt. Wir werden beim Lesen emotional, tragen Wut in uns, trauern und hoffen – kurz: wir leben beim Lesen mit.

„Als wir unbesiegbar waren“ (Dumont) ist wie gemacht für den Strand und für den Sommer und es wird euch hinter noch viel klarer sein, „dass Freundschaft und Liebe so ziemlich alles sind, was im Leben zählt. Alles andere ist nur Rauschen.“ (Seite 328)

Eure
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papego

papego

Aufkleber auf dem Buchcover – furchtbar. Mögt ihr die auch nicht? Jetzt kleben schon zwei Aufkleber auf dem Roman „Als wir unbesiegbar waren“ von Alice Adams. Papego – was ist das nun wieder? Bestimmt muss man sich da wieder registrieren und alle Daten angeben und letztendlich mag ich sowieso nicht mobil lesen. Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich ins Buch eintauchen wollte. Meine Neugierde wurde aber geweckt und ich schaute mir genauer an, mit was mich Dumont da locken wollte.

Aha – kostenlose App, scannen und los. Geht das wirklich? Ich habe es natürlich ausprobiert.

papego – richtig einfach

So einfach wie auf dem Bild abgedruckt, ist es wirklich. Ich bin immer noch ganz erstaunt, was die Technik so alles kann und wie genial diese App für uns Leseratten ist.

Schließlich ging es uns doch allen schon mal so, dass wir so ganz OHNE Buch unterwegs waren und lesen wollten. Das passiert immer wieder aus ganz unterschiedlichen Gründen und dann sehnen wir uns nach literarischem Stoff und haben keine Lust, am Smartphone zu daddeln. Genau dann kommt die App papego genau richtig, denn das Smartphone haben wir ja fast immer dabei. Ich bin kein Freund vom mobilen Lesen, aber die App ist schon genial.

papego – app

Egal ob Apple iOS oder Android, die App ist im Store findbar und in nicht mal einer Minute installiert. Und alles OHNE Registrierung, was ich ja mal mega finde. Sobald die App geöffnet ist, wird die jeweilige Buchseite, auf der man sich gerade lesend befindet, gescannt und schon geht es mobil auf dem Smartphone weiter. Auf dem nächsten Bild habe ich euch einen Screenshot gemacht, wie das ganze dann aussieht. Das ist doch mal total genial, oder?

25% Lesevergnügen stehen dann mobil zur Verfügung und spätestens dann, sollte man sich auf den Weg zur gedruckten Ausgabe machen.

Die Anzahl der „papego-Bücher“ ist auch schon recht groß. Hier findet ihr eine Liste, welche schon über 300 Titel umfasst.

papego – loslesen

Habt ihr mal geguckt, ob ihr vielleicht sogar gerade ein papego-fähiges Buch in eurem Regal habt? Ich finde die App genial, ich muss es gleich noch mal sagen.

Und dann dachte ich plötzlich illegal, bzw. zweifelte an der Sicherheit, was das Kaufen eines Buches betrifft. Denn rein theoretisch ist es doch möglich, in eine Buchhandlung zu gehen, die erste Seite zu scannen, zu lesen und sobald es nicht mehr weiter geht, erneut in eine Buchhandlung zu gehen und wieder zu scannen. Bei einem Wälzer mit über 1000 Seiten wird das allerdings recht mühsam und auch bei einem Pageturner wohl recht nervig. Also ist doch die Sicherheit gegeben und außerdem ist es doch das gedruckte Buch, was uns Freude bereitet!

Was sagt ihr zur „Papego-App“? Mich interessiert eure Meinung/eure Erfahrung.

Eure
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Best friends for never

DU & ICH best friends for never

NEVER – man wird nicht vom Küssen schwanger und natürlich darf man die Pille NICHT halbieren, auch dann nicht, wenn es die beste Freundin sagt. Aber bekommt man solche Ratschläge überhaupt von einer besten Freundin?

Wie sieht es eigentlich mit euch aus? Habt ihr (noch) eine beste Freundin?

~

Das Leben ist immer in Bewegung und ehe sich Annabeth versieht, nähert sich die Schulzeit dem Ende, das letzte Schuljahr bricht an. Sie freut sich nicht nur auf das letzte Jahr, sondern viel mehr auf die kommende Studienzeit, denn sie hat große Pläne. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Noe möchte Annabeth nach Paris. Die Freundinnen möchten ganz unbeschwert in die neue Zeit mit möglichst viel Freiraum, Party und was man als frische Schulabgängerinnen so macht, starten. Die Vorfreude wächst, auf ein Leben mit der umtriebigen Noe.

Doch als ein Junge namens Steven in Noes Leben auftaucht, muss Annabeth ein wenig zurück treten. Alle geschmiedeten Pläne beginnen nach und nach zu bröckeln, doch nicht nur das. Annabeth erfährt von ihrer Cousine Dinge über ihren Vater, die sie tief erschüttern. Und dann trifft sie auch noch auf Oliver. Genau als Annabeth Noe am Dringendsten braucht, ist ihre Freundin nicht da. Ihr Leben wackelt…

„Manche Freundschaften zerbrachen mit einem Mal, andere dagegen waren wie ein Auto, das immer mal wieder Aussetzer hatte und repariert wurde, bei dem man im Laufe der Jahre ein Teil nach dem anderen ersetzt, und irgendwann hat sich so viel daran geändert, dass man es eigentlich kaum noch wiedererkennt.“ (Seite 267)

DU & ICH best friends for never

Freundschaft

Freundschaft. Liebe. Krankheiten. Vorbilder. – Autorin Hilary T. Smith macht es spannend und holt die größten Themen des jugendlichen Alters hervor. Das Buch liest sich richtig flüssig, die Seiten sind locker beschrieben und ich habe mich wirklich wohl an Annabeths Seite gefühlt. Viele Situationen konnte ich nachvollziehen, einige naive nicht. Doch dann nahm alles überhand, einige Wendungen waren zu konstruiert und zu vorhersehbar und einfach durch und durch überladen.

Ich bin ein wenig enttäuscht, ja, das ist so und das sage ich hier offen und ehrlich. Meine Erwartungen an die Autorin Hilary T. Smith waren wohl doch ein wenig zu hoch. Mit Hellwach hat sie mich begeistern können und nun lässt sie mich so zwiegespalten mit „DU & ICH  Best friends for never“ (Fischer FJB) zurück.

Das Jugendbuch ist ab 14 – hier stimme ich schon zu, wobei ich dennoch ein wenig Bauchschmerzen habe, denn die zum Leser hin stellenweise unaufgeklärte Naivität kann auch falsch interpretiert werden. Wenn naiv auf naiv trifft…

„Menschen sind wie Bäume, als Setzlinge brauchen sie andere Nährstoffe als später, wenn sie groß sind.“ … „Leben ist Veränderung“ … „Es gibt nicht nur die eine Freundschaft oder die eine Liebe. Dinge vergehen und andere Dinge wachsen.“ (Seite 283)

Eigentlich wollte ich an einem bestimmen Punkt enden und das Buch an die Wand befördern. Als der Punkt dann tatsächlich eintrat, habe ich dennoch weiter gelesen, irgendwie doch weiter lesen müssen. Letztendlich habe ich es auch nicht ganz bereut, denn Annabeth habe ich einfach in mein Herz geschlossen und sie hat erkannt, dass Freundschaft nicht immer gleich Freundschaft ist und das man sich ab und an einfach verrennt. Klar ist die Erkenntnis der Sackgasse schmerzhaft, man öffnet sich zukünftig anders und ist vorsichtiger, aber diese Erkenntnis festigt und zeigt einem selbst, wer man ist.

Bleibt euch treu, handelt bewusst und versucht nie eine Kopie von eurem besten Freund/eurer besten Freundin zu sein und schon gar nicht, alles zu akzeptieren und umzusetzen, was man euch sagt!

Hilary T. Smith bietet außergewöhnliche Charaktere und präsentiert zudem die volle Ladung extremer Situationen, die das jugendliche Leben beinhalten kann.

Eure
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Back to blue

back to blue ~ Rusalka Reh

Back to blue

„Dich haben Sie bestimmt im Krankenhaus verwechselt.“ (Seite 21)

Manche von uns, haben den Satz bestimmt schon mal von einem Elternteil gehört. Oder? Ich schon, aber bei mir war er lustig gemeint, wir haben zusammen gelacht, denn der Satz folgt meist dann, wenn man was außergewöhnliches getan hat. Ob das gut oder schlecht war, sei mal dahin gestellt. Bei Kid ist das völlig anders.

Der Satz ist böse gemeint und auf den Satz folgen meist noch viel unfreundlichere Sätze, wobei unfreundlich an sich eigentlich total übertrieben ist. Die Sätze sind richtig böse, oftmals mit Hass erfüllt. Kid wird von ihren Eltern nicht geliebt und genauso wird sie auch behandelt.

Kid fragt sich oft, was wohl schief gelaufen ist und sucht den Fehler bei sich. Lieben Mütter ihre Kinder nicht eigentlich schon von Geburt an? Scheinbar nicht oder scheinbar nicht immer.

„Wir schreiben. Wir lesen. Wir sind die weiße Krähe und das schwarze Schaf.“ (Seite 36)

back to blue ~ Rusalka Reh

Weiße Krähe & Schwarzes Schaf

Glücklich sein ist Kid nicht gewohnt und sie traut sich nach all den schlechten Erfahrungen auch nicht mehr, glücklich zu sein. Das hat nie was Gutes gebracht und lange hat es sowieso nicht angehalten. Immer wenn sie das Glück fühlen konnte, verwandelte es sich ins Gegenteil, der bittere Wortschlag kam. Als sie auf Maxim in einer russischen Bar trifft, ist sie glücklich. Darf sie das?

„Nur wenn ich lese, vergesse ich.“ (Seite 148)

Sie vertraut sich ihrem Tagebuch an, denn sonst gibt es niemanden in ihrem Umfeld, dem sie das erzählen kann. Ihren Eltern schon gleich überhaupt nicht. Der Vater bezeichnet lieber sein Auto als Kind, als seine Tochter Kid. Stundenlang schreibt sie von ihren Erlebnissen in ihr Tagebuch, außerdem schreibt sie Gedichte. Ein geheimer Wunsch von ihr ist es, ein Gedicht irgendwann mal abgedruckt zu sehen.

Ob sie Maxim davon erzählt? Wenn sie ihn wiedersehen darf, denn falsche Informationen über Maxim dringen an die Ohren ihrer Eltern…

Der magellan Verlag ist bekannt dafür, Bücher für junge Erwachsene zu veröffentlichen, die ins Herz treffen. Sie passen einfach wie die blaue Bluse zu Kid. Natürlich erfahrt ihr im Buch auch, warum das Cover und der Titel so verdammt gut passen und was es überhaupt mit der Farbe blau auf sich hat.

back to blue ~ Rusalka Reh

Kämpft um eure Träume

Ich bin durch und durch von diesem Buch begeistert, auch wenn die 202 Seiten kurzzeitig ein paar langatmige Stellen beinhalteten. Es ist so verdammt nah dran, so unfassbar authentisch. Wären die ganzen Tagebucheinträge noch in Schreibschrift abgedruckt, wäre das Gefühl sie mit Kid zu verfassen, wahrscheinlich noch stärker.

Wir alle müssen für unsere Träume kämpfen. Mal haben wir Unterstützung von Familie und Freunden und dann stehen wir wiederum ganz alleine da. Aufgeben – das dürfen wir nie, egal in welchen Rahmenbedingungen wir uns wiederfinden.

Autorin Rusalka Reh zeichnet ihre 16-jährige Protagonistin Kid so unfassbar lebensecht. Wir fühlen daher die Verzweiflung, wir fühlen die Liebe und wir kämpfen mit ihr gemeinsam, um auszubrechen, um von der dunklen, auf die helle Lebensseite zu wechseln. Kid ist stark und macht Mut. Sie findet sich selbst und sie findet Menschen, denen sie vertrauen kann, Menschen die ihr helfen.

„Wir strichen uns Liebe auf alle Wunden, die sichtbaren und die versteckten. (Seite 188)

Back to blue hat sich letztendlich in mein Herz geschlichen und wird sich auch in euer Herz schleichen.

Eure
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Die Badende von Moritzburg

Die Badende von Moritzburg ~ Ralf Günther

Badetag in Moritzburg

Gestern Abend bin ich Ralfs Einladung gefolgt und konnte, gemeinsam mit über 60 anderen LeserINNEN, in Moritzburg in der Stephanus-Buchhandlung, Ralf Günthers Worten lauschen. Der Abend hätte schöner nicht sein können. Strahlender Sonnenschein, warme Sommerluft, begeisterte LeserINNEN, ein glücklich-emotionaler Autor, musikalische Untermalung und eine Badende im Schilf. Wein und Häppchen möchte ich nicht vergessen zu erwähnen und natürlich Ralfs Herzmenschen (es war schön dich wieder zu sehen, Josefine Gottwald), die ihn begleiteten. Der Auftakt der Lesereise, die Premiere, war ein voller Erfolg und an dieser Stelle ein großes DANKE an Ralf und natürlich seine Lektorin Johanna Schwering, welche mit im Publikum saß.

„Moritzburg ist ein Sehnsuchtsort“ – da hat Ralf einfach Recht und aus diesem Grund spielt seine Novelle vorwiegend in Moritzburg. Moritzburg ist einfach schön und vielen vorwiegend durch den Film Drei Haselnüsse für Aschenbrödelein Begriff.

Nackte Künstler im Schilf

Clara Schimmelpfennick (was ich den Namen liebe) soll in Moritzburg nun endlich wieder gesund werden. Sie leidet unter Atemnot und soll eigentlich im Sanatorium in Dresden – Weißer Hirsch – gesunden. Doch Clara langweilt sich fürchterlich und ihr Körper schein frei von Symptomen. Ein neuer Arzt bestellt sie zu sich, um sie nach der Methode des Sigmund Freund zu untersuchen. Nach zaghafter Annäherung und einem tiefen Behandlungsgespräch, bei welchem Clara auf der Chaiselongue liegt, wird ihr ein Ausflug nach Moritzburg auf eine Art Rezept verschrieben. Sie soll sich erholen und Arzt Brandstetter begleitet sie.

Clara reist vor und ehe sie sich versieht, landet sie zwischen nackten Künstlern am Moritzburger Teich. Sie traut ihren Augen nicht und ist verwirrt, verschämt, aber doch voller Neugierde.

Die Badende von Moritzburg ~ Ralf Günther

Wisst ihr, an welcher Stelle Autor Ralf Günther gestern aufgehört hat zu lesen? Als unsere liebe Protagonistin Clara Schimmelpfennick im See badet. Nackt. Und neben ihr schwimmt ein nackter Mann. Und auch ich ende an dieser Stelle, denn nun müsst ihr wirklich weiter lesen. Ihr glaubt nicht, wie viel Freude ich mit diesem dünnen Band hatte. Eine herrliche Sommernovelle, die mich sehr begeistert hat. Natürlich punktet das Buch, welches knapp über 100 Seiten umfasst, mit dem Ort Moritzburg. Mir ist der Ort vertraut, das Schloss, die Seen, die Fahrt mit dem Lößnitzdackel – Heimat durch und durch. Doch nicht nur für Dresdner und Moritzburger inklusive Umland ist diese Novelle ein echtes Muss.

Stimmige Sommernovelle

Es bereitet so wahnsinnig viel Freude, ins Leben von Clara zu tauchen. Sie ist eine witzige Protagonistin, etwas voreilig vorlaut, einfach keck. Ich grinse schon wieder übers ganze Gesicht, wenn ich an die Worte von ihr denke. Die Worte an Arzt Brandstetter, die Worte an die nackten Künstler und letztendlich die Worte an ihren Vater. Für laue Sommerabende oder Stunden am See kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Es erzeugt so viele Emotionen, es ist leicht und humorvoll, aber doch tiefgründig und lehrreich.

Ach, es hat sogar ein Lesebändchen. Autor Ralf Günther hat sich oft eins gewünscht, wie er gestern Abend gestand. Allerdings in seinen dicken Büchern. Nun hat er eins und zwar in seinem dünnsten Buch. 😉

So charmant wie der Autor ist auch „Die Badende von Moritzburg“ (rowohlt / KINDLER) und ebenso charmant war die gestrige Lesung. Stimmig durch und durch. Eine Sommernovelle die euch durch den Sommer begleiten sollten.

Eure
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Ich bin ein Taugenichts

die taugenichtse ~ Samuel Salvon

Ihr fragt euch jetzt vielleicht, was ich euch mit diesem Bild sagen will. Porsche taugt nichts oder das sind selbst Taugenichtse – so denkt ihr, was? Da liegt ihr daneben, denn ich mag doch Porsche und das Wort Taugenichts, steht in keinerlei Verbindung mit Porsche – wobei… Okay – ich sag es euch vorweg: Samuel Selvons Roman (dtv) ist wie ein literarischer Porsche. Das Buch hat nicht jeder (noch nicht), es ist speziell, es ist anders, es ist herausragend. Sprachlich voller Power, sparsam an Worten und trotzdem voller Sound. Ihr nehmt beim Lesen sofort Geschwindigkeit auf.

Aber um was geht es eigentlich? Das würde ich euch gern erzählen, allerdings frage ich mich, warum überhaupt, denn Literaturkritikerin Sigrid Löffler hat im Nachwort, welches über 10 Seiten umfasst, alles Wesentliche gesagt. Besser könnte ich es kaum sagen, allerdings würde ich einige Fachbegriffe und überaus literarische Sätze, in einfache Worte wandeln. Auch das Ende würde ich weglassen, falls ihr das Buch doch lesen wollt. Ich bin nicht Sigrid Löffler, versuch es aber trotzdem. 😉

„Aber das Leben ist so, es passiert einfach. Man legt sich was zurecht im Kopf, eine Art Muster, eine Art Reihenfolge, und auf einmal bam! passiert was, und alles ist aus der Spur. Was man erwartet, passiert niemals, was man niemals erwartet, passiert, und dann muss man wieder alles neu bedenken.“ (Seite 50)

Taugenichts

Gleich auf der ersten Seite geht es los – der spezielle Rhythmus, das übersetzte kreolische Englisch. Man vermutet erst Fehler, doch schnell kommt man in den Takt. Man benötigt kaum noch Satzzeichen, akzeptiert die nie enden wollenden Sätze und lauscht Moses, der sich gerade auf den Weg zur Waterloo Station macht, um mal wieder jemanden abzuholen. Jemand der ein „Mokka“ ist, jemand der ein besseres Leben erwartet, jemand der aus Trinidad kommt, denn Moses lebt in der Zeit, als die Zuwanderer aus der Karibik nach London kamen. Er selbst ist Zuwanderer und keiner kennt sich besser aus als er, wenn es um einen Job, um einen Schlafplatz, um Frauen oder und das Leben in London geht. Moses selbst ist das Leben in London leid, er hat es zu nichts Großem gebracht, sein Leben ist eintönig und das soll der Neue, Galahad, gleich wissen. In London glänzt nichts golden, die Menschen sind zurückhaltend und wollen keine schwarzen Menschen hier haben, die nehmen lieber Polen oder andere Europäer.

Natürlich geht es im Roman nicht nur um Moses. Selvons Buch ist so bunt wie das Cover. Ihr werdet herrliche Menschen treffen, die euch an ihrem Leben teilhaben lassen. Ihr werdet so lachen müssen (vollgemöbelte Wohnung – herrlich!) und klar, ihr werdet auch Mitleid empfinden. Aber die Jungs sind so gut drauf, sie leben einfach und sind grundpositiv. Egal wer – ich mag sie alle so sehr. Jeder hat seine eigenen Macken und Probleme. Ich sag nur Tolroy, der seine Mutter am Bahnhof erwartet, welche als Gepäck keinen Koffer, sondern die ganze Familie hat. Oder Harris, der sich selbst als Brite sieht und immer den Regenschirm und die Times in der Tasche dabei hat. Und warum Five Past Twelve so heißt, sag ich euch über ein Zitat: „Junge, du bist ja schwarz wie die Mitternacht…Nee, da ist schon fünf nach zwölf.“ (Seite 117). Was Bart, Cap und Big City machen und gemacht haben, solltet ihr erlesen.

Buntes Cover, lebhafte Figuren

Steckt euch auf jeden Fall Geld ein und passt darauf auf, denn als Neuankömmling wird man gerne angepumpt und braucht selbst jeden Schilling und Sonntagmorgen müsst ihr zu Moses. Dort gibt es neues Palaver und es wird gelacht und gespottet und geschimpft und gelästert. Passt auf die Tauben auf, ab und an sind die wichtig und zur Not könnt ihr inzwischen auch anschreiben lassen.

Jetzt muss ich schon wieder lachen, das Werk ist so köstlich, so humorvoll und doch so wahr und nah. Und nun gebe ich das Buch weiter, ich glaube meinem Papa könnte dieser Klassiker wirklich gut gefallen.

Miriam Mandelkow – ich ziehe den Lesehut, denn diese Übersetzung ist grandios und muss mehr als aufwendig gewesen sein, denn eine künstliche Sprache mit Dialekt zu übersetzen, ist keine Selbstverständlichkeit. Echt irre!

Ich bin ein Taugenichts, denn ich vergleiche dieses Werk mit Porsche und finde es durch und durch grandios. Es ist eine echte Marke! #ichbineintaugenichts

Eure
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Hellwach ~ Hilary T. Smith

Hellwach ~ Hilary T. Smith
Hellwach ~ Hilary T. Smith

Hellwach wird man beim Anblick des Covers. Oder macht es eher betrunken? Wen man es lange ansieht, wird einem ein wenig schwummerig und wenn man die erste Seite liest, ist man high. Zumindest wenn man es in Amsterdam liest. 😉  Hauptprotagonistin Kiri ist high, sie ist verrückt und ich scheine gerade in diesen Lesestunden perfekt zu ihr zu passen. Bücher finden uns eben immer wieder, „Hellwach“ hätte es nicht besser treffen können.

Wer mich kennt weiß, dass ich verrückte Bücher mag, das ich vor allem Bücher mag die anders sind, sagen wir abgedreht und doch tiefgründig berührend.

Ist Hellwach ein solches Buch mit einer knallbunten Wörterexplosion?

Kiri habe ich von Anfang an gleich ins Herz geschlossen. Sie ist ein munteres Mädchen, was nicht auf den Kopf gefallen ist. Sie sagt was sie denkt und sie schmeißt gerade den ganzen Haushalt alleine und kümmert sich um den Garten. Ihre Eltern sind verreist und sie kann sich nun in diesen Wochen beweisen.

Musik ist Kiris Leben

In Kiris Fokus steht der anstehende Musikwettbewerb. Tag und Nacht übt sie Klavier, um zu entsprechen, um zu gewinnen. Wenn es ums Klavierspielen geht, ist ihr Ehrgeiz und ihre Hingabe grenzenlos. Sie liebt die Musik und sie liebt Lukas, mit dem sie in einer Band spielt. Mit dieser steht ebenfalls ein Wettbewerb an.

Hellwach ~ Hilary T. Smith
Hellwach ~ Hilary T. Smith

Ein Anruf unterbricht sie beim Üben. Dieser Anruf unterbricht ihr bisheriges Leben und schmeißt sie von der bisherigen Lebensbahn auf eine andere. Ihr Schwester Sukey ist seit 5 Jahren tot und nun wird sie für Kiri wieder lebendig, denn der Mann behauptet nicht nur sie gekannt zu haben, sondern er hat auch noch Sachen von ihr. Den Tod ihrer Schwester hat Kiri nie richtig verarbeitet, er blieb ihr rätselhaft und nun scheint der Moment gekommen zu sein, der die Auflösung bringt.Sie schwingt sich auf ihr Rad und fährt los. Ein Platten beendet ihre Fahrt und das Ende der Fahrt ist gleichzeitig die erste Begegnung mit Skunk.

„Sich mit Skunk zu unterhalten, ist wie am Sand nach Muscheln zu graben. Man sieht die typischen Bläschen aufsteigen und fängt an zu buddeln, aber die Muschel buddelt auch los und gräbt sich ein, und diese kleinen Mistviecher sind fast immer schneller als man selbst.“ (Seite 179)

Buntes Leben

Das nicht langweilige einfarbige Leben von Kiri wird plötzlich bunt und noch unlangweiliger. Haben ihre Eltern Geheminisse in Bezug auf Sukeys Tod vor ihr? Ist sie wirklich in ihren Bandkollegen Lukas verliebt? Ihr Leben verwandelt sich in Chaos und Kiri ist hellwach.

„Die Liebe ist siegreich im Angriff und unverwundbar in der Verteidigung.“ (Seite 255)

Da Kiri hellwach ist, sind wir Leser es auch und die Erzählweise von Hilary T. Smith macht uns keinesfalls müde. Ich habe die 367 Seiten regelrecht verschlungen. Viele Zitate habe ich mir markiert und einige habe ich hier festgehalten, um ein wenig zu zeigen, welche Worte euch erwarten.

„Das Schwere begründet das Leichte, und die Stille beruhigt das Laute.“ (Seite 347)

Hellwach ~ Hilary T. Smith
Hellwach ~ Hilary T. Smith

In Kiris Alter ist es normal, wenn die Lebensbahn noch nicht verfestigt ist, vor allem dann nicht, wenn das Üben für einen Wettbewerb mit einem mysteriösen Anruf aufeinander trifft. Eigentlich ist Kiri sorgenfrei, so strahlt sie es jedenfalls nach außen hin aus. Ihre Welt scheint heil zu sein, bis Kiri ausbricht und sich neuen Erfahrungen stellt.

Autorin Hilary T. Smith spricht genau die Themen an, die in diesem Alter eine Rolle spielen. Gewagte Themen wie Drogen, aber auch Psychosen. Wir stehen Kiri bei und sind mit ihr hellwach und durch die bildliche Erzählsprache gelangen wir in einen regelrechten Rausch, der uns hautnah dabei sein lässt.

Hellwach

„Mir geht auf, dass das Universum voller kleiner Fackeln ist. Manchmal muss man selbst eine der Fackeln aus dem Feuer hinaustragen – weil die Welt das gerade braucht oder die eigenen Familie oder man selbst, damit sich die Seele nicht zu einer Form verbiegt, die die falsche ist. Also geht man los und kommt zurück mit Farbe an den Händen und Wunden an den Knien und den Rest eines Lieds im Kopf.“ (Seite 366)

Hellwach wird von Seite zu Seite schneller, bis die Wortbombe explodiert und die Welt bunt wird. Kiri nimmt uns mit durch ihren Sommer, auf ihrer Achterbahn der Ereignisse und Gefühle und beweist nicht nur sich selbst, dass man sich von vielem befreien und seinen eigenen guten Weg finden kann. Stellenweise war ich recht hilflos, denn vieles ging zu schnell, war zu verrückt, zu außergewöhnlich, doch Kiri ist stark und ich passte mich ihr an.

Rasant, verrückt, provokativ, etwas wirr und doch wahnsinng realistisch und liebevoll. Zudem erzeugt es Redebedarf und verankert sich im Kopf.

Achso – ich teile die Empfehlung der Autorin: Das Buch sollte am besten zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden gelesen werden!

Eure
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