Die Helle(rauer) Zelle – Ausgesetzt 1/2017

Die Helle(rauer) Zelle

Nun war es soweit, ich habe es wieder getan und ja, es war nicht ganz einfach. Aber hey, ich habe es dennoch souverän gemeistert, das Aussetzen von 6 Büchern.

Das Gefühl in mir wuchs und wuchs und dann nahm ich es in Angriff – ich stellte mich vor mein Bücherregal und überlegte von Buch zu Buch, ob ich mich davon trennen kann oder nicht. Mein Ziel sollte es sein, mit Stoffbeutel Knigi aus dem Hause Diogenes, zur hellen Zelle in Hellerau zu spazieren. Natürlich voll gefüllt mit Büchern. Ich habe das Ziel erreicht, wie ihr auf nachstehendem Bild sehen könnt.

Zitternd nahm ich die Bücher aus dem Beutel und zitternd entstand das unscharfe Bild. Es war sehr kalt und ja, der Trennungsschmerz – kennt ihr ja. 😉

Wie kannst du nur…

Na, wer von euch hat gerade so gedacht? Ihr fragt euch, warum ich genau diese 6 Bücher ausgewählt habe? Mein Buchgefühl hat so entschieden.

Die Helle(rauer) Zelle

6x Buchgefühl

Apocalypsia von Andreas Izquierdo – ich habe es gelesen, aber nie richtig geliebt. Und doch habe ich es geliebt. Wenn ich es sehe, denke ich an die Lesezeit, daran, dass Gott sterben musste und mir geistert Luzifer im Kopf herum. Dennoch musste es gehen und lässt viel Platz für mindestens zwei schmale neue Bücher zurück. Worte zu Apocalypsia findet ihr in meiner Rezension auf Lovelybooks.

„Das Sexleben meiner Tante“ von Mavis Cheek – fragt mich mal, woher ich das Buch habe. Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh – Das wohl jüngste Buch, zumindest an der Zeit, die es bei mir wohnte, gemessen. Ich wollte es lesen, denn das Cover ist fröhlich und es geht um die Liebe. Aber ich lasse anderen Lesern den Vortritt.

Malavita“ von Tonino Benacquista – es wollte einfach in die Freiheit. Dem zukünftigem Leser lege ich zum Buch noch den Film ans Herz. Einfach herrlich. Buch und Film mag ich sehr. Im Artikel [FUCK] Jetzt wirds „mafiös“ bei uns… nachzulesen. Peng. 😉

„Die Tochter des Schmieds“ von Selim Özdogan – Ungelesen. Nach über 5 Jahren im Regal (wenn das überhaupt reicht), sollte es endlich mal gelesen werden.

„Die Alchemie der Nacht“ von Heike Koschyk – 2011 steckte ich im historischen Genre. Ich habe den Roman sehr gern gelesen.

Helle(rauer) Zelle
Die Helle(rauer) Zelle

Helle(rauer) Zelle

Seit über einem Jahr besuche ich die Zelle nun regelmäßig und ich freue mich immer und immer wieder, wie oft ich dort ausgesetzte Bücher von mir wieder treffe. Überhaupt ist in der Zelle ein reger Büchertausch. Es wird fleißig im Dresdner Stadtteil Hellerau gelesen.

Auch in diese ausgesetzten Bücher habe ich wieder literatwoische Lesezeichen gelegt und ich freue mich, wenn ich mal einen Leser kennenlerne, der mit einem meiner Bücher eine schöne Lesezeit verbracht hat und mir dies sagt/schreibt. Traut euch. 😉

Es ist ein schönes Gefühl, die Bücher dort gelassen zu haben und vielleicht schaffe ich es in diesem Jahr mal monatlich, über meine Besuche zu berichten. Einige Zeilen konntet ihr schon in den Artikeln Die Hellerauer Zelle, Bücherzelle vs. Geocaching und Welttag des Buches 2016, über die Helle(rauer) Zelle lesen.

Na, verratet ihr mir, welche Bücher ihr zuletzt ausgesetzt habt?

Eure
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Bodentiefe Fenster

Bodentiefe Fenster ~ Anke Stelling

Das ich überwiegend keine bodentiefen Fenster habe, liegt vielleicht daran, dass ich nicht in einem Haus mit mehreren Generationen, in einem Berliner Wohnprojekt, wohne. Tatsächlich haben aber Menschen ohne bodentiefe Fenster ebenfalls Probleme und kommen auch in solche Lebenschräglagen, wie Anke Stellings Protagonistin.

Stopp – eigentlich wollte ich mit dem letzten Satz des Buches beginnen, wobei der erste, „Ich bin wie meine Mutter“ (Seite 7) ebenso eindringlich und wegweisend ist. Er lässt uns ein wenig erahnen, was uns erwartet, der letzte Satz allerdings auch und wahrscheinlich noch viel mehr:

„Ich weine, weil ich weiß, dass das in erster Linie eine Sehnsucht ist und auch bleiben wird. (Seite 249)

Jetzt ist euch der erste und letzte Satz bekannt, dazwischen passt ein ganzer Lebensauszug der Berlinerin Sandra. Ich selbst hatte in den letzten Tagen nicht viel Lesezeit und habe festgestellt, dass es sich in „Bodentiefe Fenster“ schnell ein und austauchen lässt, denn man muss nur das Rollo hoch oder eben herunterziehen. Sobald man wieder durch die bodenlosen Fenster nach draußen sehen kann, tobt das eigene Leben und vor allem das Leben im Wohnprojekt weiter.

Sandras Leben ist ein Spalt – ein Zwiespalt. Und Sandras Leben ist eine Art Schwebebalken, auf dem sie mal gefährliche Schräglage bekommt und dann wieder standfest geradeaus gehen kann.

Bodentiefe Fenster ~ Anke Stelling

Zwiespalt Wohnprojekt

Ein Wohnprojekt ist keine leichte Sache, obwohl es die doch eigentlich sein sollte. Nie einsam in der anonymen Großstadt sein, eine harmonische Hausgemeinschaft, andere Kinder für die eigenen Kinder zum Spielen. Herrlich – ein rundum Lebenspaket. DENKSTE! Neid, verschiedene Erziehungsmethoden, viele (Über-) Mütter, unterschiedliche Charaktere und Lebensmodelle und dazu noch die eigenen Vorstellungen vom perfekten Leben. Ein bodenloser Kreisel voller Gefühl, Realität und Traum. Wenn obendrauf noch die Ideale der Mutter im Hinterkopf toben, ist der eigene Untergang, namens Depression, vorprogrammiert.

Bessere Welt – wo bist du? Gibt es dich überhaupt? Sind wir gemeinsam wirklich stärker oder rennen wir nur noch der Zeit und den Ansprüchen Fremder hinterher und wo stehen wir eigentlich selbst?

Anke Stelling lässt uns Sandras innerliches Chaos erlesen und gibt uns damit über das eigene Leben zu denken. Aber keine Angst – wir stürzen lesend keinesfalls ab und graben uns ein, nein. Dafür gibt es zuviel schwarzen Humor und das ganze facettenreiche Leben, was die Lücke zum Absturz nicht zulässt.

Wer vor hat, demnächst in ein Wohnprojekt umzusiedeln, dem lege ich Sandras Leben ans Herz. Sie schildert auf jeden Fall treffend, was man als Bewohner erwarten darf und auf was man nie zu hoffen braucht. Wer in einem Wohnprojekt lebt oder allgemein in einem Mehrfamilienhaus, wird sich zwischen den Zeilen wiederfinden, zumindest was die Erfahrung mit einigen Begebenheiten anbelangt. Ach, und wer ganz einsam still und leise im Grünen wohnt, der muss es unbedingt lesen. Keine Angst vor Sandras Leben, auch wenn sie viel beobachtet und mit sich selbst zu tun hat und dazu recht unglücklich ist, es lohnt sich immer, in ein anderes Leben zu lesen.

Unterhaltsam. Nachdenklich. Pures Lebenschaos.

Eure
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Die Holunderschwestern treffen drei Bloggerinnen

Die Holunderschwestern ~ Teresa Simon
Die Holunderschwestern ~ Teresa Simon

Teresa Simon hat es erneut geschafft. Sie hat mich letzten Sommer erneut mit ihren Worten gefesselt und mir die Holunderschwestern vorgestellt. Zuletzt war ich in Dresden bei den Frauen der Rosenvilla unterwegs. Da es mir dort gut gefallen hat, wusste ich schon vorab, dass ich wohl erneut begeistert sein werde. Julia von Ruby´s Cinnamon Dreams (J) und auch Yvonne von Lesende Samtpfote (Y) haben sich mit mir (B) ans Lagerfeuer gesetzt und über die Holunderschwestern geplaudert.

Holunderschwestern am Lagerfeuer

B: Ich habe „Die Frauen der Rosenvilla“ von Teresa Simon verschlungen. Als ich von ihrem neuen Roman „Die Holunderschwestern“ (Heyne) erfuhr, war mir klar, dass ich es ebenso lesen muss. Ist es euch auch so ergangen? Kennt ihr die Frauen der Rosenvilla?

J: Aber natürlich kenne ich „Die Frauen der Rosenvilla“. Schon allein, dass es in meiner Wahlheimat Dresden spielt und noch dazu von meiner Herzensautorin geschrieben wurde, war Grund genug, es lesen zu müssen! Und ich habe es verschlungen, geliebt, inhaliert. Ich mache ja selbst oft Pralinen, liebe Rosen und habe so viele Orte wiedererkannt. Ein wirklich buschiger Traum!

Y: Mir hat Julia dieses Buch empfohlen und mir gesagt, dass es in Dresden spielt. Da war mir klar, dass ich es auch lesen musste und auch ich habe es einfach geliebt. Diese Geschichte mit den Tagebüchern war einfach packend!
Der Schauplatz der Holunderschwestern gefällt mir auch. Ich wollte schon immer mal nach München.

Die Holunderschwestern ~ Teresa Simon

Histofiktion

J: O ja, da sagst du was. Vor allem, wie immer Historie und Fiktion mit dem jeweiligen Schauplatz verknüpft sind.

Y: Hast du es nicht so treffend Histofiktion genannt?

J: Ich glaube, ja 🙂

B: Ich bin wahnsinnig schnell in die Geschichte eingetaucht und konnte mich auch sehr schnell mit den Protagonisten anfreunden. Wenn ich euch frage, ob ihr eher mit Fanny oder eher mit Fritzi warm geworden seid – wie fällt die Antwort und die Begründung aus?

Y: Also vom Beginn des Buches her eher mit Fanny. Eifersüchtige Schwestern sind nicht so mein Fall.
Aber vielleicht ändert sich mein Bild noch.

B: Das stimmt – ich mag auch keine eifersüchtigen Schwestern. Fritzi ist kein einfacher Charakter, ich möchte sie auch nicht geschenkt bekommen. Die Autorin hat sich überhaupt wieder tief in ihren Charakteren fallen gelassen und einmalige Persönlichkeiten gezaubert. Oder wie sehr ihr das? Auch die männlichen Protagonisten sind speziell-interessant – nicht wahr?

Die Holunderschwestern ~ Teresa Simon

Charakterstarke Protagonisten

J: Aber ich mag Fanny auch lieber, wobei ich mich auch in gewisser Weise gut in Fritzi hineinversetzen konnte. Sie wurde von der engsten Person zurückgelassen, schwer verletzt, auf dem kleinen Dorf während die Schwester in der Großstadt scheinbar ein fantastisches Leben führt – so stelle ich mir zumindest die Fantasien der kleinen Fritzi vor. Das wollte sie auch haben!
Männliche Protas sind herrlich! Mein Alex ❤ und die Alpakabesitzer – beide so göttlich, was hab ich da schmunzeln müssen!

Y: Ja, die männlichen Protagonisten sind schon ganz okay, auch wenn sie am Anfang irgendwie alle ein bisschen merkwürdig auf mich wirkten. Das ist schwer zu erklären, aber ich als Frau hätte glaub ich sowohl um Alex als auch um die Alpakabesitzer einen großen Bogen gemacht. Aber dafür gefallen mir die tollen Rezepte.

B: Oh ja – die zwei Männer. Beim Alpakabesitzer gebe ich dir Recht, bei Alex…er wurde schon „lecker“ beschrieben. Jetzt aber mal wieder zum Buch zurück – welchen Lesern würdet ihr es empfehlen?

Y: Ich würde es all denen empfehlen, die gern einen guten Roman lesen, die tragisch-spannende Geschichten mögen, die schon die Frauen der Rosenvilla geliebt haben und auch denen, die sich für das Leben zwischen den Kriegen interessieren. Aber wenn ich es mir recht überlege, würde ich es auch allen anderen empfehlen 😊

J: Empfehlen würde ich das Buch allen Freunden spannender und komplexer Familienromane mit einem Hauch von Geschichte und viel Gefühl 🙂

Konnten wir euch mit unserem Gespräch neugierig machen oder kennt ihr die Holunderschwestern schon?

Eure
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3x kurz = 1x lang

3 x kurz = 1 x lang

3x kurz = 1x lang – klingt logisch oder?

Nachdem ich euch am 31.12.2016 meine Altlasten gezeigt habe, präsentiere ich euch heute zwei weitere Altlasten aus dem Jahr 2016 und gleich zu Beginn ein ganz aktuelles Buch. Die drei Bücher sind aus drei ganz unterschiedlichen Genres, wie ihr gleich merken werdet. Lasst euch drauf ein und springt kurz und knapp von einem brandaktuellen und sehr pornösen Buch in den Sommer und lasst euch durch dessen vier Jahreszeiten treiben, um am Ende im Jugendbuch aufzutauchen.

Es dürfte also für jeden Leser ein Buch dabei sein und ich freue mich schon jetzt über eure belebenden Kommentare zu dieser buchigen Mischung.

Der große rote Sohn ~ David Foster Wallace

Jedes Jahr findet im Caesars Palace in Las Vegas die Verleihung der Adult Video News Awards statt, der Oscars der Pornoindustrie. Im Auftrag der Zeitschrift Premiere besucht David Foster Wallace 1998 die Preisverleihung sowie die zugehörige Pornomesse und lässt sich dort von Branchenjournalisten mit so schönen Namen wie Dick Filth die subtilen Hierarchien, erbittertsten Branchenfehden und wildesten Gerüchte dieser ziemlich flamboyanten Parallelkultur näherbringen. Er schreibt über geklaute Trophäen, größenwahnsinnige Regisseure, naturschöne Darstellerinnen, wahre Klischees und das Pornobusiness als gänzlich ironiefreie Zone.

[© Text/Inhaltsangabe Kiepenheuer & Witsch]

Pornös genial

Gibt es das? Was habe ich gelacht und gestaunt und vor allem habe ich meinen ersten, nein, zweiten Wallace gelesen. Gemeinsam mit Arndt, auch den Wallace-Kenner genannt, habe ich mich auf die Preisverleihung begeben und zugehört, wie sich Darsteller zweideutig bedanken, „ihren Mann zu stehen, sich gesundzustoßen oder im Kommen zu sein.“ Und dabei geht doch alles so ernst los, in dem über US-Amerikaner gesprochen wird, die sich kastriert haben. Ohje, immer diese unkontrollierte Triebbefriedigung. Ihr werdet lachen, ihr werdet staunen und ihr erlebt David Foster Wallace und seine Kommentare in den Fußnoten, welche sich gern mal über mehrere Seiten strecken. Schon wenn ich an Seite 45 denke, haken sich meine Mundwinkel bei den Ohren ein und mir tut der Bauch vor lachen weh. Lest rein, lest euch durch und treibt es nicht zu bunt und vorher geht ihr noch bei Arndt nachlesen, was er über den großen roten Sohn schreibt. Er hat ihn mal so „richtig in die Hand genommen“ und tobt sich nicht jugendfrei aus. Also zieht euch was drüber, ähm, warm an. 😉

Die vier Jahreszeiten des Sommers ~ Grégoire Delacourt
Die vier Jahreszeiten des Sommers ~ Grégoire Delacourt

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Schlaflose Nacht

Schlaflose Nacht ~ Magriet De Moor
Schlaflose Nacht ~ Magriet De Moor

Ihr kennt schlaflose Nächte? Margriet De Moors namenslose Protagonistin ist mit diesen Nächten vertraut. Richtig intensiv, seitdem ihr Mann tod ist. Nachts ist die Welt anders, nachts sind die Gefühle anders und die Gedanken auch.

Bereits im Jahr 1989 erblickte die Novelle von De Moor das Licht der Buchwelt. 27 Jahr später, fast so lang wie mein eigenes Leben, wurde das Werk rundum erneuert und in meine Hände gelegt.

Und sie? Sie gibt es noch, natürlich. Sie ist von „Auf den ersten Blick“ in „Schlaflose Nacht“ (HANSER) gezogen, ihr Schicksal ist das Gleiche. Ihr Mann ist tot, in ihrem Bett liegen fremde Männer, sie bäckt mitten in der Nacht und sie wohnt immer noch dort.

„Und dann?“

Dann hätte ich geantwortet: „Dann begann meine Suche, mein Wahnsinn.“ (Seite 74)

Schlaflose Nacht ~ Magriet De Moor
Schlaflose Nacht ~ Magriet De Moor

Schlafloses Kuchenbacken

Auch nach dreizehneinhalb Jahren ist die Suche nicht beendet. Ihr Mann Ton nahm sich das Leben und es bleibt die Suche nach dem Grund. Es bleibt das Warum und die Leere in ihrem Leben. Nach nur 14 Monaten Ehe machte sie ein Schuss, ganz ohne Vorwarnung und Hinweise, zur Witwe. Ein Schuss der lebenslang lastet und nicht zur Ruhe kommen lässt.

Im Backen findet sie Ablenkung und gleichzeitig die Möglichkeit Gedanken nachzuhängen und diese zu sortieren. Der Backofen ist dank ihres Mannes in Kopfhöhe und ermöglicht eine recht bequeme Bedienung. Herrnhuter Sandküchlein, Apfelkuchen, Bretonische Schinkenquich – für die 1,84 m unglückliche Frau ein nächtliches Kinderspiel.

Doch wir Leser bleiben nicht in der Küche. Wir gehen mit ihr und durchleben mehrere Ebenen. Es gibt keine Kapitel, aber Abschnitte, die Szenenwechsel beinhalten, uns gedanklich springen lassen und die Grundspannung aufrecht erhalten. Die Suche macht mürbe, die Eifersucht bekommt Macht. Aber auch die Wut brennt sich durch die Oberfläche und das Gefühl, den Mann nicht richtig gekannt zu haben.

Gefühlssee

Ein See der Gefühle – nachvollziehbar und traurig zugleich. Und während wir in diesem See tauchen, mit der Protagonistin verschmolzen sind, liegt ein Mann unweit entfernt von der Küche, in ihrem Bett. Eine Nacht…

Schlaflose Nacht ~ Magriet De Moor
Schlaflose Nacht ~ Magriet De Moor

Die „Schlaflose Nacht“ könnte ewig andauern. Aus dem Nichts kommend, ins Nichts entlassend und doch so aufsfüllend wichtig und ergiebig. 128 Seiten die aufwühlen, in eine andersartige Stimmung versetzen und nie hätten enden müssen. Lebensecht, intim, poetisch – eine Mischung die kein Literaturgenießer verpassen darf.

Margriet De Moor stellt den Küchenwecker und entführt in die Nacht. Sie lockt mit dem Kuchenduft und legt uns die Zutaten bereit, die es braucht, um gut unterhalten und gedanklich gefordert zu werden. Sie rührt tief um, experimentiert stellenweise und sucht nur Zutaten aus, die nicht mit Gewohnheit zu vergleichen sind.

Backen ist nicht gleich backen und schreiben ist nicht gleich schreiben. Die Autorin liefert die Beweise.

Eure
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Realitätsgewitter

Realitätsgewitter ~ Julia Zange

Abgedrehter konnte das Realitätsgewitter zu Silvester wohl nicht sein. Okay, so krass wie Protagonistin Marla bin ich nicht, denn mein Vorsatz lautet nicht, meine Eltern ignorieren, aber ich lese gern krass und es ist immer wieder abgefahren, wenn sich der Zeitraum im Buch mit dem Zeitraum der Realität gleicht. Zumindest geht es mir so und aus diesem Grund habe ich die 152 Seiten wohl auch recht schnell inhaliert. Angestachelt hat mich zudem eine Leserin, die den Roman zu ihrem Flop 2016 zählt.

Nun hat sich das Realitätsgewitter ein wenig gelegt und ich habe Marla in Berlin zurück gelassen. Wie es ihr geht? Keine Ahnung, denn das erfahren wir Leser am Ende nicht wirklich. Ich hoffe aber, dass es ihr gut geht und sie endlich einen Stamm gefunden hat, an den sie sich lehnen kann.

Einsamkeit in Gesellschaft

Marla ist einsam und merkt es nicht. Sie treibt durch Menschenmassen, ist immer umgeben von vielen Leuten, sie ist online, sie treibt sich auf angesagten und weniger angesagten Partys herum und versucht aufzufallen, mitzumischen, sich einzubringen. Was bleibt ist die allumfassende Einsamkeit, die regelrecht aus den Buchseiten herausgeströmt kommt. Marla hat sich selbst noch nicht gefunden. Eher sucht sie andere, die ihren Tag beleben, egal wie. Ob mit tanzen, oberflächlichen Gesprächen, Sex oder gar der ein oder anderen Droge. Wobei sie bei letzterem standhaft bleibt, denn zuviel Elend treibt schon um sie herum auf dem See der Gesellschaft.

Marla will einfach nur geliebt werden. Und sie braucht Geld, denn im Geld ausgeben ist sie wirklich gut. Ihr unorganisiertes Chaos-Leben will finanziert sein und bisher hat sich das Portemonnaie des Elternhauses immer geöffnet. Wenn es nicht mehr auf geht, muss ein Job her. Der findet sich bei einem Modemagazin. Wer sich allerdings nicht findet, ist Marla.

Realitätsgewitter ~ Julia Zange

Letztendlich trifft Marla doch auf ihre Eltern und die Situation eskaliert und Marla flüchtet auf Sylt. Von der Mutter als Prostituierte bezeichnet zu werden, bringt das eigene Lebensseil ganz schön ins Schwingen.

Schwarz und gelb

Schwarz und gelb, wie die Augen einer Katze, ist das Realitätsgewitter. Marla will nur Liebe und gekuschelt werden, wie eine Katze. Sie sucht Geborgenheit und Wärme, sicheren Schutz vor der lauten Welt. Die Traurigkeit umspannt sie und Julia Zange stellt uns eine Protagonistin an die Seite, die immer mehr bricht und bricht und letztendlich ganz unten liegt. Und die Welt? Unsere Welt? Die tobt ohne kurz innezuhalten weiter und weiter und ist dabei brandaktuell. Großstadt, Anschläge, Merkel, Emoji Lindt Schokolade, Brexit und unsere Sprache die immer mehr gemischt wird. Wir beginnen den Satz in Deutsch und beenden ihn mit Englisch und dabei vergessen wir ab und an die Tiefe.

Realitätsgewitter hat mir gezeigt, was ich im letzten Jahr wieder und wieder erkennen durfte. Sei kein sozialer Schmetterling, sondern lebe vor allem für dich und die Menschen, die zu schätzen wissen, dass es dich gibt. Sonst wir die Welt zu groß.

Realitätsgewitter ~ Julia Zange

Flop oder Top – weder noch, kann ich sagen. Anfangs suchte ich Provokation im Buch, doch ich fand Marla. Dennoch kenne ich Marla nicht wirklich, ihre Mitmenschen allerdings überhaupt nicht. Der Roman ist wie Marlas Leben. Wild, schnell, einsam, aber auch zäh und nie wirklich richtig tief, denn dafür fehlt einfach die Ruhe, die sich eine Katze längst genommen hätte.

Wer das Realitätsgewitter erlesen hat, wird ein wenig anders denken. Die Welt von der anderen Seite beleuchten, sich selbst neue Fragen stellen und sogar lernen, den Regen- oder Sonnenschirm im richtigen Moment zu öffnen. Also schalt einfach mal das Handy mit allen sozialen Verlockungen aus und begebe dich ins Leben.

Hin und wieder musste ich beim Lesen an Ronja von Rönne mit ihrem Buch Wir kommen denken. Außerdem liebe ich das Wort Realitätsgewitter!

Eure
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[Altlasten] kurz & knapp

In letzter Minute – meine Altlasten

Man soll keine Altlasten mit ins neue Jahr nehmen – oder wie war das? Im Flur gibt es ein Regal mit besonderen Ausgaben, kleine Schätze die in den Blickfang sollen. Aber es gibt dort auch ein paar Bücher, die ich gelesen, aber nie besprochen habe. Ich wollte immer und habe es dann doch nicht getan. Das Regal als kleines Mahnmal und doch hat es bis zum heutigen Tag nichts gebracht. Zeitmangel war größtenteils der Grund. Lieber lesen als besprechen, vor allem im Urlaub und schon entsteht er, der Bücherstapel, der rezensiert werden will.

Meine Freundin hat mir oft dazu geraten, einen Artikel zu machen, in dem ich die Bücher kurz und knapp bespreche. Bisher habe ich den Gedanken oft verworfen, da ich doch unbedingt für jedes Buch einen Artikel haben möchte. Nun beuge ich mich und zeige euch die Bücher aus den letzten zwei Jahren, die ich super gern gelesen, sehr gemocht und doch nie besprochen habe.

Das Wesen der Dinge und der Liebe von Elizabeth Gilbert

Am Ende ihres Lebens wird Alma auf ein großes Jahrhundert zurückblicken. Sie wird in die Aufbruchsphase Amerikas geboren, die Welt wird erforscht und erobert, Altes durch Neues abgelöst. Ihr umtriebiger Vater ist mit Pflanzenhandel reich geworden und der jungen Alma wird es an nichts fehlen, auch nicht an Bildung. Und so wächst sie zwischen den Pflanzen der prächtigen Gewächshäuser heran. Ihre ganze Leidenschaft gilt der Natur, und während ihrer Studien, die sie ihr ganzes Leben begleiten, gelingen ihr ähnlich revolutionäre Einsichten, wie sie dann Charles Darwin der Welt vorführen wird. Doch Alma selbst zweifelt an ihren Erkenntnissen. Gibt es eine wissenschaftliche Erklärung, warum sich der Mensch nach Liebe sehnt? Was ist Liebe überhaupt? Warum sind wir selbstlos und uneigennützig, wie ihre Adoptivschwester Prudence, die schon früh sich für die Befreiung der Sklaven einsetzt? Alma wird Antworten finden, ebenso wie die Liebe. [© Text/Inhaltsangabe Bloomsbury Berlin]

Was für ein Werk. Ich hätte wohl alleine nie zu diesem Buch gegriffen, da es ein echter Wälzer ist. Aber ein Wälzer der sich so schnell wegliest und dank Hochzeit zu mir gefunden hat. Tief habe ich mich zu Alma gelesen und mit ihr gelitten und geliebt und gezweifelt und gestaunt und ja, wir konnten uns auch freuen. Sagenhaft. Eine lange Zeit konnte ich mit Alma verbringen. Es ist tief angelegt und man lernt die Protagonisten gut kennen, ähnlich wie bei den Buchschätzen Der Distelfink und Brilka. Für mich ein Highlight aus dem Jahre 2015.

Die Frau mit dem roten Schal von Michel Bussi

Jamal sieht zuerst nur den roten Schal. Dann die verzweifelte Frau, die am Rand der Klippen steht. Er will sie retten, wirft ihr den Schal zu, aber im selben Moment springt die Frau in die Tiefe. Und niemand glaubt ihm seine Geschichte, denn es sind bereits zwei Frauen zu Tode gekommen – nach exakt dem gleichen Muster. Verzweifelt versucht Jamal zu beweisen, dass er nichts mit dem Tod der Frau zu tun hat, aber alles spricht gegen ihn. Und schon bald weiß er selbst nicht mehr, was wahr ist und wem er noch trauen kann … [© Text/Inhaltsangabe Aufbau Verlag]

Obwohl ich schon seit längerer Zeit kaum zu Spannung greife, war der neue von Bussi dennoch Pflicht. Das Mädchen mit den blauen Augen hat mich 2014 schon sehr begeistert und ich bin nur so durch die Seiten gerast. Auch die Frau mit dem roten Schal bringt jede Menge Spannung mit, lässt uns den wahren Grund suchen und hält einige Wendungen und auch Irrungen bereit. Ich bin wieder durch die Seiten gerast und empfehle das Buch allen Lesern die Spannung mit Tiefgang und einigen Kniffen lieben.

Mitternachtsweg von Benjamin Lebert

Johannes Kielland ist ein junger Historiker, der seit seiner Kindheit ein leidenschaftlicher Sammler von Berichten über mystische Begebenheiten ist. Nun wird eine der Geschichten, die er ausgegraben hat, plötzlich lebendig. Die Frau eines in Sylt gestrandeten Toten wendet sich an ihn und erzählt ihm die Geschichte einer mysteriösen Beziehung und eines geheimnisvollen Handschuhs. Immer tiefer verstrickt sich Kielland in das fremde Schicksal, und die Wahrheit, nach der er sucht, erscheint unergründlich und trügerisch. [© Text/Inhaltsangabe Hoffmann und Campe]

Crazy habe ich vor vielen Jahren gelesen und geliebt und natürlich den Film geschaut. Du hast ihn auch gesehen, oder? Ich denke, dass den Film so einige von uns kennen. Nun habe ich mich auf den Mitternachtsweg entführen lassen. Düstere Geschichten haben mich umhüllt, ich habe vor Wellentürmen gestanden, die zusammengebrochen und zur ruhigen See geworden sind und ich habe Strandleichen gesehen. Die Vergangenheit wird in Leberts Roman wach und Wellen der Realität, der Fantasie und Wellen voller Glaube und Unglaube umspülen uns Leser. Unbedingt abends am Meer lesen…

„Das Leben ist eine Insel. Der Tod ist die See.“ (Seite 184)

Die Widerspenstigkeit des Glücks Gabrielle Zevin

A.J. Fikry lebt auf einer malerischen Insel, ist umgeben von seinen wertvollsten Besitztümern – Tausenden von Büchern – und ist trotzdem ein unglücklicher Mensch. Bis er eines Morgens einen ungebetenen Gast entdeckt: In seiner Buchhandlung sitzt die zweijährige Waise Maya. Gegen seinen Willen nimmt er sich des kleinen Mädchens an, und es stellt sein Leben völlig auf den Kopf. Und dann ist da noch die Verlagsvertreterin Amelia, die A.J. nicht so schnell vergessen kann … [© Text/Inhaltsangabe Diana Verlag]

Zum 30. Geburtstag hat mir die liebe Heike von Irve liest diesen buchigen Schatz geschenkt, den ich tatsächlich erst mit verkniffenen Augen begutachtete. Cover und Verlag schreckten mich tatsächlich ab, denn ich vermutete, dass es sich um eine kitschige Liebesgeschichte handelte. Ich hätte es mir nie gekauft. Weit gefehlt, wie sich schnell herausstellte. Ganz ehrlich? Ich liebe es und ihr müsst es dringend lesen. Ich hoffe doch, dass das Buch mal irgendwann verfilmt wird. In Amsterdam habe ich es gelesen – nein, ich habe es laut vorgelesen. Auf der Hinfahrt und im Urlaub, denn der Mann hat an der wundervollen Geschichte ebenfalls großen Gefallen gefunden. Es steckt voller Überraschungen, voller unvorhersehbaren Wendungen und bringt wahnsinnig viel Humor mit. Es ist ernst und lustig zugleich, macht Spaß und hat einen hohen Unterhaltungswert. Zudem ist es für uns BuchliebhaberINNEN unverzichtbar, denn es geht unter anderem um eine Buchhandlung und um jede Menge Bücher.

Ein Buch über Bücher mit Buchempfehlungen im Buch.

Sternschnuppenträume von Julie Leuze

Als Svea den Kopf in den Nacken legt und in den sternenklaren Nachthimmel schaut, geschehen zwei Dinge, mit denen sie absolut nicht gerechnet hat. Erstens: Sie sieht eine Sternschnuppe, eine lange, strahlende, wunderschöne – eine, die Wünsche in Erfüllung gehen lässt. Zweitens: Im nächsten Moment taucht Nick neben ihr auf. Nick sieht gut aus, ist charmant und wird ihr ganz bestimmt schon morgen das Herz brechen. Doch heute Nacht will Svea nicht an morgen denken. Sie will mit Nick Sternschnuppen zählen, eng umschlungen hier am Strand, bis es nichts mehr gibt außer ihnen beiden. Und vor allem will Svea nicht daran denken, dass es für sie und Nick keine Zukunft geben kann. Morgen wird die Welt wieder so sein wie vorher. Eine Welt ohne Nick. Oder etwa nicht? [© Text/Inhaltsangabe Luebbe/INK]

Hier treffen genau drei Worte zu: ICH LIEBE ES! Was für ein wundervolles Jugendbuch. Es sprüht vor Liebe und das ganz ohne Kitsch. Es bringt Tiefe mit, denn vor Protagonistin Svea liegt ein steiniger Weg und doch gibt es ein Happy End, was verdammt nachhaltig ist. Eine Art neumodisches Märchen erwartet euch, was kaum in Worte zu bringen ist. Ich schwärme einfach und kann den Roman für den nächsten Sommer wärmstens empfehlen. Julie Leuze entdeckt zu haben, ist wundervoll. Sie kann nicht nur Jugendbuch und ist wahnsinnig sympathisch, wie ihr auch im Interview erlesen könnt. Zudem solltet ihr die zwei Artikel „Der Geschmack von Sommerregen“ und auch „Der Duft von Hibiskus“ lesen. Ein echter Tipp!

Und nun? Nun sehe ich, dass ich noch zwei Bücher vergessen habe, aber hey – 2017 ist doch lang. 😉 Passt gut auf euch auf, kommt gut ins neue Jahr 2017 und lasst mir gern eure Kommentare da, denn die freuen mich besonders und machen es mir möglich, euch stille Leser lebendig und laut zu machen.

Prost auf euch!

Eure
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Weihnachtsfest 2016

Liebe Freunde, liebe Herzmenschen, liebe Bücherwürmer,

heute ist Weihnachten. Wir feiern das Weihnachtsfest. Es ist wieder soweit, der Weihnachtsmann kommt und wird hoffentlich die ein oder anderen Bücher bringen. Auf jeden Fall gibt es Überraschungen die uns erfreuen werden.

Das IHR meine LeserINNEN mindestens etwas genauso verrückt wie ich seid, ist bekannt und von daher ist es nicht verwunderlich, dass ich mich auch in diesem Jahr über einige Postkarten, Briefe und sogar Päckchen freuen darf. Ihr seid einfach irre, ihr Herzmenschen und jedes Jahr ärgere ich mich, dass ich nicht immer 100% zurück geben kann. Aber in diesem Jahr habe ich gelernt. Ich werde mich nicht ärgern, sondern freuen. Ich freue mich über jeden Gruß und sage schon hier und jetzt DANKE!

DANKE

Täglich habe ich euch wieder ein Kalendertürchen vom LiterAdventskalender geöffnet und täglich habe ich versucht, euch alle zu erfreuen, Lächeln zu schenken und Spaß mit euch zu haben. Es war einfach schön und es haben einige von euch fleißig die Türen geöffnet. Tausend Dank an euch für diese wundervolle Zeit und fast alle Sendungen sind heute bei euch unterm Tannenbaum. Auch wenn ich mich in diesen Jahren nicht stressen wollte, habe ich es getan, aber eure Rückmeldungen tun gut und lassen die hektische Zeit mit zusätzlicher Angeschlagenheit schnell vergessen. Ob ich im nächsten Jahr wieder einen LiterAdventskalender starten werde, ist fraglich, aber ganz sicher wird es ein paar Überraschungen geben.

Heute ist Weihnachten und dieser Artikel steckt hinter dem 24. Kalenderfenster. Ich selbst mache mich gleich auf dem Weg in den Kreis meiner Herzmenschen, die ich am 24.12.2016 sehen darf. Zeit ist unser kostbarstes Gut auf Erden. Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr diese Zeit wertvoll nutzen könnt. Bei mir sollen diese drei Weihnachtstage viel Ruhe und die ein oder andere Lesestunde bringen. Kraft möchte ich tanken und vor allem Gelassenheit. Mal sehen, was zudem das neue Jahr 2017 bringen wird. Ich möchte euch vielleicht nicht nur mit Artikeln zu Büchern erfreuen, sondern auch wieder die ein oder andere Lebensgeschichte erzählen.

FROHES FEST

Für alle die doch noch nicht ganz mit den kleinen Freuden fertig sind und noch ein paar buchige Kartengrüße verschicken wollen, dürfen sich gern an den 4 Bildern hier bedienen. Diese hat Freundin und Fotografin Theresa Engel für euch erstellt. Ich finde sie wundervoll und ihr könnt euch gern mal bei ihr auf der Seite – Esa Engel Photographie – umsehen. Sie macht wundervolle Bilder und ich freue mich schon wahnsinnig aufs nächste Fototreffen mit ihr.

Und nun, liebe Leser, Freunde, Familie – ihr alle – kommt her und lasst euch drücken. Weihnachten ist das Fest der Liebe, das Fest des Verzeihens, das Fest der Gemütlichkeit – ich wünsche euch allen eine wundervolle Zeit mit viel Friede und Freud!

Habt ein wundervolles Fest mit so einigen buchigen Stunden und kommt gern mal wieder vorbei zum Lesen bei LITERATWO – Binea und DU!

Eure Bini

Briefe vom Weihnachtsmann

Briefe vom Weihnachtsmann

Vor zwei Jahren war dieses Buch schon aktuell und ich glaube, dass es in zwei Jahren immer noch aktuell sein wird. J. R. R. Tolkien wird zum Klassiker und verankert sich fest neben Charles Dickens im Regal.

Die Briefe vom Weihnachtsmann sind in einer Prachtausgabe erschienen und nun steht auf der Verlagsseite „leider vergriffen“. Ohje…das ist mehr als schade. Aber aufgepasst – denn die Briefe sind nicht ganz vergriffen, sie haben sich lediglich ein neues Gewand zugelegt.

Wer sich die damalige Prachtausgabe gesichert hat, hat definitiv in ein Buch investiert, was strahlt und glitzert und vom Format her besonders ist. Hardcover, illustriert, gut in der Hand liegend – hier bleibt das Schwärmen nicht aus. Aber auch das neue Gewand kann sich sehen lassen, denn auch wenn der äußere Glanz fehlt, ist der Tolkien-Zauber innen dennoch zu spüren.

Briefe vom Weihnachtsmann

Nordpol – Heiligabend 1923

Mein lieber John,

heute ist es sehr kalt, und meine Hand zittert stark – immerhin werde ich am Weihnachtstag tausendneunhundertundvierundzwanzig                                  (nein! siebenundzwanzig!) Jahre alt – ein ganzes Stück älter als dein Großvater. Kein Wunder kann ich die Schreibfeder nicht ruhig halten! Aber mir ist zu Ohren gekommen, dass Du inzwischen richtig gut lesen kannst, also wird es Dir nicht schwerfallen, meinen Brief zu entziffern. […]

Jetzt muss ich los, es ist eine wunderschöne, herrliche Nacht, und bis zum Morgen muss ich noch viele Hundert Meilen zurücklegen – so viel gibt es zu tun.

Ein kalter Kuss von

Deinem Nikolaus Weihnachtsmann

(S. 11)

Ein erster kleiner Blick und eine Lesegeschmacksprobe für euch.

Die Weihnachtszeit war für Familie Tolkien immer eine besondere Zeit, es gab nicht nur Geschenke, sondern auch jedes Jahr einen oder mehrere Briefe vom Weihnachtsmann. Diese wurden manchmal in schneebestäubten Umschlägen und manchmal vom Postboten selbst überbracht.

Briefe vom Weihnachtsmann

J.R.R. Tolkien zu Weihnachten

In zittriger Schrift berichtet der Weihnachtsmann von seinem Leben am Nordpol. Wir erfahren von dem faulen und nervenden Polarbären, von einem Koboldangriff und überhaupt dem üblichen Stress in der Vorweihnachtszeit. Manchmal, wenn er gerade zu beschäftigt war, sind seine Briefe auch von dem Elbchen Ilbereth, seinem Sekretär, zu Ende geschrieben worden. Und selbstverständlich meldet sich auch der Polarbär selbst zu Wort, kommentiert entweder die Briefe des Weihnachtsmannes oder schreibt den Kindern in Koboldschrift selbst einen Brief.

Wer Tolkien einmal von einer ganz anderen Seite, weitab von Hobbits, Smaug und Ringen, kennenlernen möchte, sollte zu diesem Büchlein greifen. Es enthält über einen Zeitraum von 20 Jahren alle Briefe vom Weihnachtsmann, die Tolkien seinen Kindern jedes Jahr geschickt hat. Letztendlich sind nicht nur die Abenteuer des Weihnachtsmannes allein ein literarischer Schatz, sondern ebenso die Bilder der Originalbriefe. Gerade diese verdeutlichen Tolkiens zweites Talent, das Illustrieren und Zeichnen. Jeder Brief wurde eigens mit Bildern oder verschnörkelter Schrift versehen und lässt so das geheimnisvolle Leben des Weihnachtsmannes nur noch lebendiger werden. Zusammenfassend lässt sich also sagen: ein MUSS unter jedem Weihnachtsbaum.

Schreibt mir an literatwo@aol.de und hier im Kommentar, warum ihr die Briefe haben müsst und welchen Stellenwert J.R.R. Tolkien in eurem literarischen Leben hat und schon seid ihr im Lostopf.

Update: 20.12.2016 Katja du hast gewonnen. Die Briefe kommen zu dir – Glückwunsch! Danke für euch fürs Mitmachen!

Eure
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Aklak – Spuren im Schnee

Aklak - Spuren im Schnee
Aklak – Spuren im Schnee

Spuren im Schnee? Aklak?

Oh, oh… Wenn wir Spuren im Schnee sehen, aber den kleinen Eskimo Aklak nicht, dann, dann…

Moment, erstmal stelle ich euch den kleinen Aklak vor. Er ist ein neugieriger Eskimojunge mit vielen tierischen Freunden und er ist gerade in einer schwierigen Phase – er hört schlecht. Zumindest, wenn seine Mutter ihm wichtige und mahnende Worte mit auf den Weg gibt. Aber das ist wohl nicht nur bei kleinen Eskimos so.

Es herrscht ein starkes Schneetreiben und Aklak ist unterwegs. Eigentlich wollte er sich mit seinen Freunden treffen. Er wartete und wartete und als keiner kam, ging er den Spuren nach, die er im Schnee entdeckte. Sein Husky Tuktuk versuchte ihn abzuhalten, aber was Aklak machen mag, macht er auch. Außerdem stammen die Spuren doch nicht von dem großen Eisbär, sondern von einem kleinen. Aklak mag ihn so gerne mal sehen.

Als seine Freunde am Treffpuntk sind, ahnen sie nichts Gutes. Sie kennen Aklak und begeben sich schnell auf die Suche. Mit einer Eisbärmutter die ihr Junges beschützen mag, ist nicht zu spaßen. Da sind sich die Freunde – Robbe, Wal, Schneehase und Schneehuhn – einig.

Aklak - Spuren im Schnee
Aklak – Spuren im Schnee

Schneegestöber am Nordpol

Bereits vor einem Jahr habe ich gemeinsam mit meinem Mann begeistert zugehört und mitgefierbert. Aklak, der kleine Eskimo. Das große Rennen um den Eisbärbuckel war wahnsinnig spannend. Nun konnten wir nicht widerstehen und haben uns erneut hörend auf den Weg zu Aklak gemacht.

Unser Fazit ist das gleiche wie im letzten Jahr – wir sind durch und durch begeistert. Der zweite Teil der Reihe ist genauso spannend, genauso niedlich und wahnsinnig gut von Sigrid Burkholder gesprochen. Es ist toll, dass die Sprecherin die gleiche ist. So fühlten wir uns gleich wieder richtig am Nordpol angekommen.

Aklak ist uns noch viel mehr ans Herz gewachsen. Eine schöne Geschichte über die Freundschaft, mit passender Musik untermalt und vor allem für Kinder sehr gut verständlich. Handlung wie auch Botschaft kommen an und sorgen neben der ganzen Spannung auch für einige laute Lacher.

„Aklak, der kleine Eskimo – Spuren im Schnee“ (cbj Audio) – so liebevoll, ein wenig frech und voller guter Laune und Abenteuer. Wir freuen uns schon jetzt auf die dritte Folge.

Genau wie im letzten Jahr habt die Chance das Hörbuch zu gewinnen. Außerdem wartet ein zweiter Gewinn – ein audible-Gutschein im Wert von 10€ – auf euch. Wie klingt das? Gemütliche Hörstunden in der Weihnachtszeit sind gesichert. Der Gutschein ist bis zum 31.12.2016 gültig.

Was ihr tun müsst? Verratet mir ein wenig Blödsinn aus eurer Kindheit im Kommentar. 🙂

Update: 17.12.2016 – Herzlichen Glückwunsch an Amelie – du hast den Hörbuchgutschein gewonnen und Glückwunsch an Michaela – zu dir kommt das Hörbuch.

Eure
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