Kategorie: Artikel / Buchvorstellung / Rezension

Leseflaute oder wie?

Leseflaute?

Wenn ich auf die letzten 14 Tage zurück blicke, könnte man meinen, dass ich tief in einer Leseflaute stecke. Bis zum 18.06. habe ich relativ viele Bücher verschlungen, wie du hier auch in meinem Überblick sehen kannst, aber dann? Tja, dann war wohl der Urlaub vorbei und das Leben schlug wieder zu. Längst habe ich dir auch noch nicht alle Bücher vorgestellt, aber ich arbeite daran.

Derzeit stecke ich im Roman von Marianne Fredriksson „Hannas Töchter“. Den Roman habe ich vor Jahren gelesen und nun lese ich ihn in einem größeren Kreis erneut. Danach stelle ich das Buch hier vor.

Doch wer ist nun an meiner Leseflaute schuld oder daran, dass ich hier in der Woche ab und an sogar nur einen Artikel veröffentliche? Facebook? Instagram? Ich?

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Die souveräne Leserin ~ Alan Bennett

Die souveräne Leserin ~ Alan Bennett

Souverän im wahrsten Sinne des Wortes.

Hätte der Bücherbus der Bezirksbibliothek der City of Westminster nicht neben den Abfalleimern der Küchentür geparkt und wären die Hunde nicht kläffend von ihrem üblichen Weg abgewichen…..Was dann ?

Ja, dann hätte die Queen nie Kontakt zur Bücherwelt aufgenommen.
Dort macht sie Bekanntschaft mit dem Bibliothekar Mr. Hutchings und dem Koch Norman Seakins. Obwohl der Bücherbus jeden Mittwoch für Leseratten zugänglich ist, wird er nur von Norman in Anspruch genommen, doch das wird sich ändern.

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Anne Frank und Amsterdam

Das Tagebuch der Anne Frank ~ David Polonsky – Ari Folman (Graphic Diary)

Anne Frank in Amsterdam treffen, so lautete mein Ziel. Nein, falsch – ich wollte gern „Das Tagebuch der Anne Frank“ in Form von einem Graphic Diary (S. Fischer) lesen. Am Anne-Frank-Haus war ich schon bei letzten Amsterdambesuch, aber eben ohne Buch und jetzt halte dich fest: ich habe ihr Tagebuch in zwei unterschiedlichen Ausgaben da und es bisher noch NIE gelesen. Tatsächlich, ich habe es noch nie gelesen – verrückt oder? Gefühlt hat es die ganze Welt gelesen oder die ganze Welt weiß nur um was es geht und hat so wie ich, Reportagen geschaut? Das ist jetzt die Frage.

Wie dem auch sei, ich habe mein persönliches Ziel erreicht. Ich habe mir das Tagebuch unter den Arm geklemmt und bin an diesen historischen Ort in Amsterdam gegangen und habe es Anne gezeigt, Anne damit fotografiert und natürlich habe ich es gelesen, abends im Bett im Hotel am Westerpark. Ein tolles Gefühl, nah dran und emotional.

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Herz auf Eis ~ Isabelle Autissier

Herz auf Eis ~ Isabelle Autissier

Mein Herz fühlte sich beim Lesen sehr oft eisig an. Ein ganz neuartiges Gefühl habe ich kennenlernen dürfen. Ich kann mir kaum erklären, warum mich diese unglaublich negative Stimmung überfallen hat. Aber ich stimmte Louise zu, feuerte sie an, schickte ihr Kraft und dachte kaum an ihren Mann Ludovic. Ohne weitere Wertung halte ich für mich fest, dass dieser Roman mich forderte, an meinen unteren Gefühlsschichten kratzte und auf keinen Fall so unschuldig ist, wie man anhand des Covers meinen könnte.

Der Roman „Herz auf Eis“ (mare) wurde mir in der Buchhandlung „Der Buchladen Rügen“ in Gingst empfohlen. Ohne zu überlegen, nahm ich ihn mit und fand mich wenige Minuten später bereits auf einer einsamen Insel wieder. Gestrandet. Ohne Schiff. Es ist nass, es ist nicht wirklich warm und es gibt keinen Kontakt zur Außenwelt. Ich bin mit Louise und Ludovic gefangen, es fühlt sich an, als ob wir jetzt alle den Namen Robinson Crusoe tragen und jeden Moment Freitag um die Ecke kommt. Wäre die Situation nicht so tragisch, könnte man drüber schmunzeln. Es gibt keine Einheimischen, nur ein paar Tiere und die alte Walfangstation. Louise und Ludovic sind auf sich allein gestellt, auf die Insel nähe Kap Hoorn verirrt sich niemand, ab und an höchstens ein Forscherteam.

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Das Mädchen aus der Metro ~ María Jeunet

Das Mädchen aus der Metro ~ María Jeunet

Meinst du, dass „Das Mädchen, das in der Metro las(Dumont Verlag), „Das Mädchen aus der Metro“ (Thiele Verlag) kennt? Irgendwie ein schöner Gedanken, denn Bücher verbinden doch. Zumindest habe ich mich das gefragt und ich gebe zu, dass ich die zwei Titel gern miteinander verwechsele. Zweimal Mädchen, zweimal Metro – das kann schon passieren, finde ich.

Heute möchte ich dir das andere Mädchen vorstellen, darum komm mit mir nach Paris. Bevor wir das besagte Mädchen, eher die Frau mit den blonden Haaren und dem safrangelben Mantel treffen, lernen wir zuerst Nico kennen. Nicolas Cambril ist gerade umgezogen, nicht gerade positiv gestimmt und Kinderbuchautor. So darf er sich noch nennen, obwohl er schon längst sein zweites Buch veröffentlicht haben soll. Da es mit dem Schreiben gerade nicht klappt, muss unser 32-jähriger Erzähler arbeiten gehen. Sein Job ist selten spannend und doch lässt er es zu, dass er sich Hals über Kopf verliebt.

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Mein Freund, der Eiffelturm und ich ~ Dagmar Hoßfeld

Mein Freund, der Eiffelturm und ich ~ Dagmar Hoßfeld

Hast du schon den Eiffelturm in Paris besucht? Ich kenne ihn nur von Fotos und Postkarten und habe während des Lesens gelernt, das man im Winter sogar auf einer Ebene Schlittschuh laufen kann. Während der Fahrt nach Amsterdam habe ich das Buch von Dagmar Hoßfeld komplett verschlungen und es hat sich die ganze Zeit so angefühlt, als würde ich Urlaub in Frankreich machen. Das Jugendbuch versprüht französisches Lebensgefühl, verteilt Glücksgefühle in Schmetterlingsform und unterhält locker luftig leicht.

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[Interview] Der Pianist – wenn das Herz Polka tanzt ~ Katja Frühauf

Der Pianist – wenn das Herz Polka tanzt ~ Katja Frühauf (©Katja Frühauf)

Pianist – Polka & Herz

Als meine Kollegin mir erzählte, dass sie eine frisch gebackene Autorin in der Familie hat, spitzte ich meine Ohren und wurde natürlich neugierig. Kurze Zeit später kam ich mit Dresdnerin Katja Frühauf in Kontakt, die mir meine vielen Fragen gern beantwortete. Auch wenn ich das Buch selbst nicht gelesen habe, hat Katja mich unglaublich neugierig gemacht. Viel Freude beim Lesen und vor allem beim Kommentieren, denn du hast die Möglichkeit, ihr Buch zu gewinnen.
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Mädchen in Scherben ~ Kathleen Glasgow

Mädchen in Scherben ~ Kathleen Glasgow ©Buchcover/S. Fischer Verlag

Mädchen in Scherben – den Jugendroman von Kathleen Glasgow habe ich nicht nur gemeinsam mit Anne gelesen, sondern wir haben auch darüber gesprochen. Ein außergewöhnliches Buch mit einem sensiblen Thema. Unsere Worte möchten wir dir nicht vorenthalten, spoilerfrei natürlich, also mache es dir hier am literatwoischen Lagerfeuer bequem.

Ganz spontan fragte ich Anne, ob das Buch nicht was für sie wäre und die liebe Sibylle vom Fischerverlag fand die Idee einer gemeinsamen Aktion großartig. Warum aber ausgerechnet Anne, wieso ich an sie denken musste – das erzählt euch Anne gleich selbst.

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Die Kostbarkeit des flüchtigen Lebens ~ Philippe Claudel

Die Kostbarkeit des flüchtigen Lebens ~ Philippe Claudel

Wenn man positive Erfahrungen gemacht hat, möchte man die natürlich gern wieder machen. Als ich also davon erfuhr, dass von Autor Philippe Claudel ein neues Buch erscheint, wusste ich, dass ich es unbedingt haben muss. Vor Jahren hat er mich mit „Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung“ berührt. Nun wollte ich mich erneut berühren lassen und vor allem intensiv die Kostbarkeit des Lebens spüren. Das ich noch intensiver über mich selbst nachdenken werde, meine Umwelt neu beleuchten und so einige philosophische Fragen durch mein Leserhirn kreisen werden, merkte ich während des Lesens. Ein Roman über tiefe Freundschaft der das Herz erblühen lässt. Frauen und die Krankheit namens Krebs kommen ebenso darin vor.

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Das Mädchen, das in der Metro las ~ Christine Féret-Fleury

Das Mädchen, das in der Metro las ~ Christine Féret-Fleury

Liest du gern in der Metro oder in der Bahn? Also ich fahre eher selten mit der Bahn, wenn ich allerdings mal die Möglichkeit habe, trage ich selbstverständlich ein Buch bei mir. Das ist jetzt sicher nicht verwunderlich. Was ich aber bald noch viel besser finde, ist, andere Fahrgäste zu beobachten. Ja, ich versuche recht unauffällig den Buchtitel zu erspähen oder gehe auch gern das ein oder andere Gespräch ein, wenn es sich ergibt und der Leser auch dazu Lust hat. Wenn ich selbst lese, dann bin ich eher tief versunken und schotte mich etwas ab.

Juliette kennt inzwischen die Strecke der Metro, denn sie fährt an Wochentagen zwei Mal damit, um zum Job oder eben nach Hause zu kommen. Sie liest zwar für ihr Leben gern, allerdings schaut sie lieber, was die anderen Fahrgäste lesen. Diese kennt sie inzwischen schon so gut wie die Strecke, denn nicht nur der Mann mit dem grünen Hut, auch die Frau und das Mädchen fahren regelmäßig in der Metro mit und ihre Gesichter spiegeln die Emotionen aus den Büchern. Egal ob Kochbuch oder Insektenbuch oder der ganz normale Schmöker. Bücher verändern und bringen uns in andere Welten und lesende Menschen zu sehen, tut fast so gut wie selbst zu lesen.

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